Aygül Berîvan Aslan

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Aygül Berîvan Aslan (* 16. Oktober 1981 in Kulu, Türkei) ist eine österreichische Politikwissenschaftlerin, Juristin und Politikerin der Grünen. Aslan war von 2013 bis 2017 Abgeordnete zum Nationalrat. Sie gilt als Expertin für Menschen- und Frauenrechte sowie Migrationsfragen.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aygül Berîvan Aslan besuchte das Bundesgymnasium Telfs und das Abendgymnasium Innsbruck, wo sie 2003 auch die Matura ablegte. Von 2005 bis 2008 studierte sie Politikwissenschaft an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck und war von 2007 bis 2009 Studienassistentin an der Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie. Ihr besonderer Fokus lag auf der Migrationspolitik der EU, der Geschlechterforschung und der Migrationsforschung. In ihrer Diplomarbeit befasste sie sich mit den Menschenrechten in der Türkei. 2009 inskribierte sie sich für das Studium Wirtschaftsrecht und begann 2010 ein Doktoratsstudium der Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck. 2013 war sie juristische Mitarbeiterin im Unabhängigen Verwaltungssenat in Tirol und arbeitete an ihrer Dissertation.

Gesellschaftliches und politisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Tochter eines Menschenrechtsaktivisten engagierte sich Aslan schon früh für Menschenrechte und die Rechte der Frauen. Erste politische Erfahrungen machte sie in ihrer Funktion als Klassensprecherin und Schülervertreterin während ihrer Gymnasialzeit. Bereits während ihres Studiums war sie in verschiedenen Integrations -, Kultur- und Sozialprojekten mit dem Arbeitsschwerpunkt Mädchen und Frauen tätig.

Aygül Berîvan Aslan ist Beraterin im Zentrum für MigrantInnen in Tirol (ZeMiT),[1][2][3] gehört zum Vorstand des gemeinnützigen Vereins Netzwerk Geschlechterforschung[4] das bei der interfakultären Forschungsplattform Geschlechterforschung der Universität Innsbruck angesiedelt ist,[5] zum Vorstand der Grünen Bildungswerkstatt Tirol[6] und ist stellvertretende Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft zur Förderung der Kurdologie / Europäisches Zentrum für kurdische Studien.[7]

Sie stand auf Platz zwei der Landesliste der Tiroler Grünen und kandidierte für die Nationalratswahl in Österreich 2013.[8][9][10] Von Oktober 2013 bis November 2017 war sie Abgeordnete zum Nationalrat.[11] Im Jahr 2016 war Aslan Mitbegründerin der bundesweiten Frauenorganisation der Grünen namens „Grüne Frauen“, zuvor existierten unter diesem Namen nur verschiedene voneinander unabhängige Organisationen in den Bundesländern.[12]

2016 forderte sie für in Österreich lebende und eingebürgerte Kurden, Armenier und Aramäer, die in ihrer alten Heimat zwangsweise umbenannt wurden, die Möglichkeit einer kostenlosen Namensänderung. Aslan nahm ihren ursprünglich verbotenen kurdischen Vornamen Berivan (Bergblume) wieder an, in ihrem österreichischen Pass steht aber auch noch ihr türkischer Vorname Aygül (Mondrose). Diesen wolle sie streichen lassen.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aygül Berîvan Aslan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tagung jung zuagroast arbeitslos, Vorträge zu Chancengleichheit und sozialer Welt. Workshops zu Lebenswelten von jungen Frauen, ZeMIT 2007
  2. Podiumsdiskussion: Der Streit ums Kopftuch, dieStandard.at, 28. November 2008
  3. Informationsportal der Universität Innsbruck
  4. Der Verein Netzwerk Geschlechterforschung, Freies Radio Innsbruck
  5. Netzwerk Geschlechterforschung
  6. Vorstand der Grünen Bildungswerkstatt Tirol@1@2Vorlage:Toter Link/tirol.gbw.at (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. Vorstand Österreichischen Gesellschaft zur Förderung der Kurdologie / Europäisches Zentrum für kurdische Studien@1@2Vorlage:Toter Link/www.kurdologie.at (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  8. Telferin Aygül Berivan Aslan will nach Wien auf meinbezirk.at
  9. tirol.orf.at
  10. "... gab die Grüne Basis bei der Abstimmung am Samstag der überregional unbekannten Juristin Aygül Berivan Aslan den Vorzug vor Maurer. Die 31-Jährige setzte sich in der Stichwahl überraschend deutlich mit 66 Prozent der Stimmen durch." In: Ex-ÖH-Chefin Sigrid Maurer scheiterte in Tirol. Grüne fixieren Landeslisten, Wiener Zeitung, 17. November 2012
  11. Biographie auf den Internet-Seiten des Nationalrates
  12. Grüne gründen erste bundesweite Frauenorganisation: Mehr als 150 engagierte Frauen waren beim Auftakt in Wien dabei. In: Austria_Presse_Agentur. 25. September 2016, abgerufen am 10. Juli 2008.
  13. profil.at - Aslan will kostenlose Namensänderung für Opfer von „Zwangstürkisierung“. Artikel vom 30. Juli 2016, abgerufen am 3. August 2016.