Azərbaycan Dəmir Yolları

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Azərbaycan Dəmir Yolları
Rechtsform Geschlossene Aktiengesellschaft
Gründung 20. Juli 2009
Sitz Baku, Aserbaidschan
Leitung Javid Gurbanov
Mitarbeiterzahl 7.490[1]
Branche Transport und Logistik
Website ady.az
Stand: 2017

Hauptverwaltung der Aserbaidschanischen Eisenbahn in Baku

Aserbaidschan Demir Yollari (aserbaidschanisch Azərbaycan Dəmir Yolları QSC (ADY), russisch ЗАО Азербайджанские железные дороги, englisch Azerbaijan Railways CJSC, deutsch Aserbaidschanische Eisenbahnen GAG[2]) ist die Staatsbahn Aserbaidschans mit Sitz in Baku.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Auflösung der Sowjetunion im Jahre 1991 gehörte die Eisenbahn in Aserbaidschan zur Transkaukasischen Eisenbahn der Sowjetische Eisenbahnen (SŽD). 1995 wurde die nationale Eisenbahngesellschaft Azərbaycan Dövlət Dəmir Yolu (ADDY) (Aserbaidschanische Staatseisenbahn) eingerichtet, die zum 20. Juli 2009 in die heutige Organisationsform einer geschlossenen Aktiengesellschaft mit dem Namen Azərbaycan Dəmir Yolları QSC überführt wurde.[3]

Kennziffern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen beförderte 2017 knapp 2,5 Mio. Reisende und 14,6 Mio. t Güter.[1] Die Bedeutung des Eisenbahnverkehrs in Aserbeidschan ist gering: nur 0,1 % des Personen- und 7 % des Güterverkehrs werden auf der Schiene abgewickelt.[2]

2017 beschäftigte die ADY rund 7500 Mitarbeiter.[2]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Streckennetz 2010

Das Streckennetz der ADY umfasst etwa 2910 km und ist in russischer Breitspur gebaut. 802 km sind zweigleisig, 1528 km mit einer technischen Zugsicherung ausgerüstet.[3]

1241 km des Netzes sind mit 3.000 Volt Gleichstrom elektrifiziert.[3] Die Umstellung auf Wechselstrom wird 2020 vorbereitet. Dazu mussten 768 km Oberleitung angepasst 12 neue Unterwerke errichtet werden.[4]

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 besaß die Aserbaidschanische Eisenbahn 153 Diesellokomotiven, 94 Elektrolokomotiven und 27 elektrische Triebzüge, weiter 214 Personenwagen und 13.649 Güterwagen.[2]

2020 waren 90 % der Lokomotiven Elektrolokomotiven.[5] Im Zuge der Umstellung der Stromversorgung auf Wechselstrom wurden 40 neue Elektrolokomotiven für den Güter- und 10 für den Personenverkehr beschafft.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Güterverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ölzug

Im Güterverkehr dominiert der Öltransport von Baku zu den georgischen Häfen Batumi und Poti am Schwarzen Meer. Beim Güterverkehr beträgt der Importverkehr 30 % und der Transitverkehr 25 %. Der wichtigste Grenzbahnhof ist Beük-Kasik an der Grenze zu Georgien, wo 80 % des grenzüberschreitenden Güterverkehrs abgewickelt wird. Der Verkehr mit Russland läuft über den Grenzbahnhof Jalama. Nach Tadschikistan und Kasachstan besteht eine Eisenbahnfährverbindung über das Kaspische Meer. Der Grenzbahnhof Astara zum Iran hat derzeit noch geringe Bedeutung, da die Anschlussstrecke im Iran noch nicht fertiggestellt ist.

Personenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doppelstockzug (ESh) für den Fernverkehr

Die Grenzübergänge Beük-Kasik und Jalama sind auch für den Personenverkehr geöffnet. Außerdem ist eine Verbindung über Georgien in die Türkei geplant.

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Strecke von Ləki an der Bahnstrecke Baku–Beük-Kasik nach Qəbələ befindet sich im Bau und sollte Anfang 2021 in Betrieb gehen. Die aufwändige Bergstrecke erfordert den Bau von sechs Tunnel und sieben Brücken. Sie wird elektrifiziert. Durchgehende Personenzüge nach Baku sind geplant. Außer dem Endbahnhof Qəbələ wird es unterwegs noch einen Haltepunkt, Agdasch, geben.[7]

Mit dem zweigleisigen Wiederaufbau der nach Jahren der Nicht-Nutzung verfallenen, eingleisigen Bahnstrecke zwischen Karadaq und Qüzdek[Anm. 1] soll die Umgehungsbahn von Baku und der Nord-Süd-Güterverkehr (künftig etwa auch RusslandIran) gestärkt werden. Sie hat eine Länge von 36 km. Zusammen mit Anschlüssen sollen insgesamt etwa 80 km Gleis verlegt werden. 63 Ingenieurbauten sind erforderlich, darunter auch zwei Bahnhöfe.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Angelina Shurganova: Railways of Azerbaijan. In: OSJD Bulletin 5/2020, S. 18–21.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Strecke war ursprünglich 1963 (Shurganova, S. 19) oder 1964 (Neil Robinson: World Rail Atlas. Bd. 8: The Middle East and Caucasus. 2006. ISBN 954-12-0128-8, S. 9) in Betrieb gegangen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Key Performance Indicators (KPIs) of ADY CJSC. (PDF) ADY, 2017; (englisch).
  2. a b c d OSShD (Hrsg.): Bulletin der statistischen Daten der OSShD zum Eisenbahntransport für 2016. 2016 (osjd.org).
  3. a b c Unsere Geschichte. ADY, 2016, abgerufen am 16. November 2018 (aserbaidschanisch).
  4. Shurganova, S. 20.
  5. Shurganova, S. 19.
  6. Shurganova, S. 20.
  7. Shurganova, S. 18.
  8. Shurganova, S. 19.