Azagor

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Landgemeinde Azagor
Landgemeinde Azagor (Niger)
Landgemeinde Azagor
Landgemeinde Azagor
Koordinaten 14° 39′ N, 6° 54′ OKoordinaten: 14° 39′ N, 6° 54′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Maradi
Departement Dakoro
Einwohner 5565 (2012)

Azagor ist eine Landgemeinde im Departement Dakoro in Niger.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Azagor liegt in einem Teil des Tarka-Tals in der Sahelzone. Die Nachbargemeinden sind Bermo im Norden, Roumbou I im Osten, Birni Lallé im Südosten und Westen sowie die Stadt Dakoro im Südwesten. Das Gemeindegebiet ist in vier administrative Dörfer, vier traditionelle Dörfer, vier Weiler und neun Wasserstellen gegliedert.[1] Der Hauptort der Landgemeinde ist das Dorf Azagor.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Schuljahr 1947/1948 richtete die damals französische Verwaltung eine Nomadenschule in Azagor ein.[3] Die Landgemeinde Azagor entstand als Verwaltungseinheit 2002 im Zuge einer landesweiten Verwaltungsreform aus einem Teil des Kantons Birni Lallé.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Azagor 3635 Einwohner.[4] Bei der Volkszählung 2012 betrug die Einwohnerzahl 5565.[5] Azagor ist der Hauptort der Tuareg-Untergruppe Kel Gress.[6] Neben Tuareg leben Hausa und Fulbe in der Gemeinde.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in einer Zone, in der Agropastoralismus betrieben wird.[8] Die schlechten klimatischen Bedingungen erschweren die landwirtschaftlichen Aktivitäten.[7] Es gibt keinen Markt in der Gemeinde, was einen Nachteil für die wirtschaftliche Entwicklung darstellt.[3] In Umsetzung eines Teils des Friedensabkommens von 1995 zwischen den Tuareg und der Zentralregierung in Niamey wurden im Hauptort Infrastruktureinrichtungen wie eine Schule, ein Gesundheitszentrum, ein Getreidespeicher und eine Viehimpfstation geschaffen.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pierre Bonte: Production et échanges chez les Touareg Kel Gress du Niger. Thèse de 3° cycle. Institut d’Ethnologie, Paris 1970.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  2. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  3. a b Abdoulaye Mohamadou: Observatoire de la décentralisation au Niger (enquêtes de suivi 2004–2005): Les communes du canton de Birnin Lallé (an 2) (= Etudes et Travaux. Nr. 56). Laboratoire d’études et recherches sur les dynamiques sociales et le développement local, Niamey/Parakou Mai 2006, S. 9 und 11 (izf.net [PDF; abgerufen am 25. September 2017]).
  4. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 54.
  5. Présentation des résultats globaux définitifs du Quatrième (4ème) Recensement Général de la Population et de l’Habitat (RGP/H) de 2012. Institut National de la Statistique, 2014; abgerufen am 21. April 2014 (PDF, französisch).
  6. a b Abdoulaye Mohamadou: Décentralisation et pouvoir local au Niger. International Institute for Environment and Development, London 2009, ISBN 978-1-84369-726-8, S. 13.
  7. a b Présentation de la commune d’Azagor. (Nicht mehr online verfügbar.) ANIYA Coopération Décentralisée Niger-France; ehemals im Original; abgerufen am 17. August 2012 (französisch).@1@2Vorlage:Toter Link/www.france-niger.com (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  8. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version; PDF; 2,6 MB), S. 8.