Azriel von Gerona

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Azriel von Gerona, auch Azriel ben Menahem (hebräisch: עזריאל בן מנחם) (geb. 1160 in Girona; gest. um 1238) war ein Rabbiner und einer der wichtigsten Kabbalisten der katalanischen Stadt Girona nördlich von Barcelona im 13. Jahrhundert, als diese ein bedeutendes Zentrum der Kabbala-Bewegung war. Er war der Lehrer der Leitfigur der dortigen kabbalistischen Gemeinschaft, Nachmanides.[1]

Azriel war der wichtigste Schüler des Mystikers Isaak der Blinde. Seine Schriften kreisten um Themen wie den Sephiroth und befassten sich mit der mystischen Interpretation der jüdischen Liturgie und der Aggada. Er versuchte, die philosophische Arbeit von Solomon ibn Gabirol in die 10 Sephiroth zu integrieren.[2]

Während sein Lehrer Isaak der Blinde lehrte, dass der Heilige Gedanke die erste übernatürliche Qualität sei, die aus dem En Sof (oder Ewiges Sein) emanierte, erklärte Azriel den Heiligen Willen zur ersten Emanation. Demnach wäre der Akt des Willens und nicht der Akt der Vernunft die erste Manifestation von Gottes' ewigem Sein.

Seine Lehre inspirierte laut Gershom Scholem den protestantischen Theosophen Jacob Böhme.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kaufmann Kohler, Isaac Broydé: Azriel (Ezra) ben Menahem (ben Solomon). In: Jewish Encyclopedia. Archiviert vom Original am 16. Oktober 2006. Abgerufen am 8. Oktober 2006.
  2. Shelomo Ben Yehuda Ibn Gabirol. In: Sephardic Sages. Abgerufen am 8. Oktober 2006.
  3. Gershom Scholem: Ursprung und Anfänge der Kabbala, Berlin/New York 2001, S. 386 (online).