Bärenstein (Erzgebirge)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bärenstein
Bärenstein (Erzgebirge)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bärenstein hervorgehoben
Koordinaten: 50° 30′ N, 13° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Erzgebirgskreis
Verwaltungs­gemeinschaft: Bärenstein
Höhe: 713 m ü. NHN
Fläche: 5,45 km²
Einwohner: 2415 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 443 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09471
Vorwahl: 037347
Kfz-Kennzeichen: ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 060
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Oberwiesenthaler Str. 14
09471 Bärenstein
Webpräsenz: www.baerenstein-erzgebirge.de
Bürgermeister: Bernd Schlegel
Lage der Gemeinde Bärenstein im Erzgebirgskreis
Sachsen Amtsberg Annaberg-Buchholz Aue Auerbach (Erzgebirge) Bad Schlema Bärenstein (Erzgebirge) Lauter-Bernsbach Bockau Börnichen/Erzgeb. Breitenbrunn/Erzgeb. Burkhardtsdorf Crottendorf Deutschneudorf Drebach Ehrenfriedersdorf Eibenstock Elterlein Lugau/Erzgeb. Gelenau/Erzgeb. Geyer Gornau/Erzgeb. Gornsdorf Großolbersdorf Großrückerswalde Grünhain-Beierfeld Grünhainichen Heidersdorf Hohndorf Zwönitz Jahnsdorf/Erzgeb. Johanngeorgenstadt Jöhstadt Königswalde Lauter-Bernsbach Lößnitz (Erzgebirge) Lugau/Erzgeb. Marienberg Mildenau Neukirchen/Erzgeb. Niederdorf (Sachsen) Niederwürschnitz Oberwiesenthal Oelsnitz/Erzgeb. Olbernhau Pfaffroda Pockau-Lengefeld Raschau-Markersbach Scheibenberg Schlettau Schneeberg (Erzgebirge) Schönheide Schwarzenberg/Erzgeb. Sehmatal Seiffen/Erzgeb. Stollberg/Erzgeb. Stützengrün Tannenberg Thalheim/Erzgeb. Thermalbad Wiesenbad Thum Wolkenstein (Erzgebirge) Zschopau Zschorlau ZwönitzKarte
Über dieses Bild

Bärenstein ist eine Gemeinde am Pöhlbach im Erzgebirgskreis in Sachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Berg Bärenstein auf die Talsperre Cranzahl

Der Ort liegt in etwa 710 m über NN direkt an der deutsch-tschechischen Grenze im Tal des Pöhlbaches. Höchste Erhebung ist der gleichnamige Bärenstein mit 898 m Höhe.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind im Norden Königswalde, im Westen Sehmatal und im Süden Oberwiesenthal. Im Osten liegt die tschechische Stadt Vejprty (Weipert). Als nächste größere Ortschaft im Norden ist Annaberg-Buchholz zu erwähnen.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwar gibt es keine offiziellen Ortsteile, jedoch wird unterschieden zwischen Bärenstein, Stahlberg, Kühberg und Niederschlag. Zusammen mit Königswalde bildet die Gemeinde die Verwaltungsgemeinschaft Bärenstein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Bärenstein entstand um 1500. 1525 findet sich die erste urkundliche Erwähnung: „am Pernstein“. 1548 wurde Bärenstein zu einem Ratsdorf von Annaberg. Mit rund 700 Einwohnern war es nach dem Dreißigjährigen Krieg eines der einwohnerreichsten Dörfer des Erzgebirges. 1834 erhielt Bärenstein das Marktrecht. Mit dem Bau der Bahnstrecke von Annaberg nach Weipert 1867 begann der wirtschaftliche Aufschwung, vor allem in der Textilindustrie. In die ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Annaberg gehörende Landgemeinde wurde 1896 Stahlberg eingemeindet.

Nach 1945 wurden die bestehenden Grenzübergänge in die Tschechoslowakei gesperrt und erst nach 1990 wieder geöffnet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner[2]
1551 0005 besessene Mann, 11 Inwohner
1764 0064 Gärtner, 38 Häusler
1834 001.157
1871 001.657
Jahr Einwohner
1890 2.262
1910 4.394
1925 4.317
1939 4.158
Jahr Einwohner
1946 4.232
1950 6.460
1964 4.251
1990 3.004

Am 3. Oktober 1990 zählte Bärenstein 3171 Einwohner. Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres:

Jahr Einwohner[3]
1993 3.041
1994 3.085
1995 3.026
1996 3.017
1997 3.039
Jahr Einwohner
1998 3.048
1999 3.042
2000 2.945
2001 2.875
2002 2.847
Jahr Einwohner
2003 2.826
2004 2.791
2005 2.739
2006 2.684
2007 2.658
Jahr Einwohner
2009 2.572
2011 2.504
2012 2.433
2013 2.415

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[4]
Wahlbeteiligung: 47,6 %
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
65,1 %
34,9 %
BL
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Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 14 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Bärensteiner Liste (BL): 9 Sitze
  • CDU: 5 Sitze

Partnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinde ist Planegg bei München.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold auf wachsendem rotem Felsgestein ein schreitender schwarzer Bär.“

Wappenerklärung: Das Ortswappen gibt als redendes Wappen den Ortsnamen „Bärenstein“ wieder.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bärenstein stehen direkt an der B 95 die evangelisch-lutherische Erlöserkirche aus dem Jahr 1655[5] und gegenüber dem Rathaus die 2013 gefertigte Nachbildung der Kursächsischen Halbmeilensäule Nr. 54 des ehem. Postkurses Leipzig - Chemnitz - Annaberg - Karlsbad von 1723.

Unweit des Ortes befindet sich der Bärenstein, einer der obererzgebirgischen Basaltberge mit Aussichtsturm und Unterkunftshaus.

Erlöserkirche
Panoramablick vom Hohen Stein auf Nové Zvolání, Bärenstein mit dem Berg Bärenstein und Vejprty
St. Bonifatius

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortspyramide Bärenstein

Wirtschaftlich ist besonders der Tourismus im Winter von Bedeutung. In der Nähe des Ortsteiles Niederschlag wurde am 8. November 2013 ein neues Bergwerk eröffnet. Die Grube Niederschlag wird jährlich zwischen 50.000 und 130.000 Tonnen Flussspat fördern. Betreiber ist die Erzgebirgische Fluss- und Schwerspatwerke GmbH. Dieses Bergwerk ist das erste neue Bergwerk in Deutschland seit 40 Jahren.[6][7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führen die Bundesstraße 95 (LeipzigChemnitzOberwiesenthal), die weiter nach Karlovy Vary (Karlsbad) führt, und die Bahnstrecke Vejprty–Annaberg-Buchholz unt Bf. Es besteht ein Grenzübergang nach Vejprty (Weipert).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Ludwig August Mayer (* 12. August 1790 in Bärenstein; † 31. März 1829 in Dresden), Opernsänger (Bariton) und Opernkomponist[8]
  • Franz Ulbrich (* 22. Januar 1885 in Bärenstein; † 6. Dezember 1950 in Kassel), Regisseur und Intendant
  • Rüdiger Alberti (* 13. Juli 1898 in Bärenstein; † 12. August 1953 in Leipzig), Pfarrer
  • Curt Herbert Richter (* 6. November 1898 in Bärenstein; † 3. Februar 1974 in Bernsbach), Zithersolist und Komponist
  • Lukas Richter (* 22. Februar 1923 in Bärenstein; † 24. September 2000 in Berlin), Musikhistoriker
  • Rudolf Pleil (* 7. Juli 1924 im Ortsteil Kühberg; † 16. Februar 1958 in Celle), späterer Serienmörder
  • Steffen Flath (* 10. Februar 1957 in Bärenstein), Politiker (CDU)
  • Heinz Werner Höber (* 20. Mai 1931 in Bärenstein; † 15. Mai 1996 in Berlin-Charlottenburg), Romanschriftsteller, gilt als Vater des Taschenbuchhelden G-Man Jerry Cotton

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Steche: Bärenstein. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 4. Heft: Amtshauptmannschaft Annaberg. C. C. Meinhold, Dresden 1885, S. 53.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bärenstein (Erzgebirge) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bärenstein im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  3. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
  4. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  5. Erlöserkirche Bärenstein. In: Erloeserkirche-Bärenstein.de. Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Bärenstein, abgerufen am 19. Januar 2011.
  6. Erstes Erzbergwerk seit Jahrzehnten wird eröffnet. In: freiepresse.de. Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG, abgerufen am 31. Oktober 2010.
  7. Hannes Vogel: Rohstoffsuche in Deutschland. Der Schatz von Oberwiesenthal. n-tv.de, 8. November 2013, abgerufen am 4. August 2014.
  8. Kurzbiographie auf der Homepage der Carl Maria von Weber Gesamtausgabe und Nachweis auf der Homepage des Projekts Die Oper in Italien und Deutschland zwischen 1770 und 1830.