Bílá Hlína

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Bílá Hlína
Wappen von ????
Bílá Hlína (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Středočeský kraj
Bezirk: Mladá Boleslav
Fläche: 857 ha
Geographische Lage: 50° 32′ N, 14° 56′ OKoordinaten: 50° 31′ 57″ N, 14° 55′ 31″ O
Höhe: 278 m n.m.
Einwohner: 113 (1. Jan. 2017)[1]
Postleitzahl: 295 01
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Jan Šmíd (Stand: 2006)
Adresse: Bílá Hlína 54
29501 Mnichovo Hradiště
Gemeindenummer: 565750
Website: www.bilahlina.cz
Bílá Hlína mit dem 1934 erbauten Wasserturm

Bílá Hlína (deutsch Weißleim) mit 107 Einwohnern gehört zu den jüngsten und kleinsten Gemeinden im Okres Mladá Boleslav in Tschechien. Der Name ist von der weißen Tonerde abgeleitet, die hier abgebaut und an Töpfereien und Ziegeleien geliefert wurde.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf ist auf einer Anhöhe zu beiden Seiten der Straße nach Mimoň gelegen, 5 Kilometer von der Stadt Mnichovo Hradiště entfernt. Nachbarorte sind Klášter Hradiště nad Jizerou, Ptýrov, Nová Ves u Bakova, Dolní Krupá, Rokytá und Horní Bukovina. Etwa 780 der 857 Hektar Gemeindefläche sind von Wald bedeckt, der Rest wird landwirtschaftlich genutzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bílá Hlína wurde zu Anfang des 18. Jahrhunderts gegründet. Auf ehemaligem Gutsbesitz siedelten sich hier Häusler und Kleinbauern an, die der Herrschaft in Mnichovo Hradiště unterstanden und dieser bis 1848 Frondienste leisten mussten. Die erste Erwähnung des Dorfnamens stammt aus dem Jahr 1712. 1745 gab es sechs Häuser. 1850 verzeichnet die erste amtliche Volkszählung 39 Hausnummern, in denen 289 Einwohner lebten. Seit dieser Zeit sinkt die Einwohnerzahl kontinuierlich ab. Am 31. Dezember 1920 wurde die zu Klášter Hradiště gehörige Ortschaft Bílá Hlína nach einer Neugliederung der Verwaltungseinheiten zur selbständigen Gemeinde. 1938 wurde ein Großteil der Gemeindefläche dem Sudetenland zugeschlagen, nur das Dorf selbst verblieb Teil der Resttschechei und gehörte am 15. März 1939 zu den ersten von der deutschen Armee besetzten Orten. Nach 1945 verließ etwa ein Drittel der Einwohner den Ort und siedelte sich in den tschechoslowakischen Grenzgebieten an.

Um das Jahr 1830 trieb der Räuber Wenzel Babinsky in der Umgebung sein Unwesen. Im Juni 1866 fanden in der Nähe Kämpfe im Österreichisch-Preußischen Krieg statt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Ort grenzt an das geschützte Waldgebiet Klokočka, ein Nationales Naturdenkmal (Národní přírodní památka) mit seltener Sumpfvegetation.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historie Bílé Hlíny. Herausgegeben von der Gemeindeverwaltung 1987.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2017 (PDF; 371 KiB)