Bíldudalur

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Bíldudalur
Bíldudalur (Island)
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Koordinaten 65° 41′ N, 23° 36′ WKoordinaten: 65° 41′ N, 23° 36′ W
Basisdaten
Staat Island

Region

Vestfirðir
Gemeinde Vesturbyggð
Einwohner 208 (1. Januar 2019)
Bíldudalur, von Osten gesehen
Bíldudalur, von Osten gesehen
Ansicht von Süden
Selárdalskirkja

Bíldudalur ist ein kleiner Fischerort in der Gemeinde Vesturbyggð in der isländischen Region Vestfirðir. Er hatte am 1. Januar 2012 168 Einwohner.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bíldudalur liegt in der Bucht Bíldudalsvogur am Arnarfjörður.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Straße 60, die den Breiðafjörður und die Fähranlegestelle Brjánslækur mit dem Norden der Westfjorde verbindet, zweigt auf der Passhöhe Helluskarð die Straße 63 hinunter nach Bíldudalur ab. Es handelt sich jedoch nicht um eine Stichstraße, sondern sie führt von Bíldudalur weiter nach Tálknafjörður und Patreksfjörður, von wo die Straße 62 über die Kleifaheiði wieder zurück nach Brjánslækur geht.[2] Außerdem führt von Bíldudalur aus die Straße 619 Richtung Nordwesten nach Selárdalur.[3] Etwa acht Kilometer entfernt liegt der Flugplatz Bíldudalur.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort bildete sich nach und nach um eine Handelsstation der Dänen herum, die nach Einführung des Monopolhandels zu Beginn des 17. Jahrhunderts hier aufgebaut wurde. Das zugeteilte Gebiet des Bíldudalur Händlers erstreckte sich nach Norden bis zur Südküste des Arnarfjörður und nach Osten sogar bis zum Þórskafjörður, dem Seitenfjord des nordöstlichen Breiðafjörður.[4]

Im 19. Jahrhundert blühte der Ort auf Grund kaufmännischer Initiative und der Fischerei auf. Ólafur Thorlacius (1761–1815) kaufte sich in Bíldudalur nach dem Ende des dänischen Handelsmonopols ein. Er war einer der einflussreichsten Kaufleute in Island zu Beginn des 19. Jahrhunderts, kaufte und verkaufte Fisch und Handelsgüter und unterhielt eine eigene kleine Fischereiflotte. Einer seiner Nachfolger, Pétur J. Thorsteinnsson (1854–1924) setzte dies erfolgreich fort.[4]

Noch heute lebt der abgelegene Ort vor allem vom Fischfang und man ist spezialisiert auf Fang und Verarbeitung von Krabben. Der Hafen wurde Ende der 1960er Jahre noch verbessert und gilt als günstig gelegen.[4]

Die Ortskirche wurde 1906 von Otradal dorthin transportiert. Darin befinden sich einige Kirchenschätze aus dem 17. und 18. Jahrhundert.[4]

Die Gemeinde Bíldudalur (Bíldudalshreppur) ging zusammen mit anderen Gemeinden am 11. Juni 1994 in der Gemeinde Vesturbyggð auf.

Touristische Anziehungspunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort selbst gibt es ein Museum zur isländischen Popmusik (Mélodíur minninganna).[5]

Gegenüber vom Ort befindet sich der literaturgeschichtlich bedeutende Fjord Geirþjófsfjörður.

Im Selárdalur findet man die kürzlich renovierten Kunstwerke von Samúel Jónsson, der z. B. den Löwenbrunnen der Alhambra in naivem Stil nachgestaltet hat.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort war in letzter Zeit stark von Landflucht betroffen. Am 1. Januar 2019 hatte er 208 Einwohner. Im Jahre 1989 hatte Bíldudalur noch 397 Einwohner.[4]

Weitere Einwohnerzahlen:

  • 1997: 279
  • 2000: 261
  • 2005: 218

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bíldudalur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hagstofa (Stat. Amt Islands) (isländisch); abgerufen: 7. September 2012
  2. Vegahandbókin. Hg. Landmælingar Íslands, 2006, 311
  3. Vegahandbókin. Hg. Landmælingar Íslands, 2006, 319
  4. a b c d e Íslandshandbókin. Náttúra, saga og sérkenni. 1. bindi. Hg. T. Einarsson, H. Magnússon. Örn og Örlygur, Reykjavík 1989, 222
  5. Museen in den Westfjorden (englisch). Abgerufen am 19. August 2019.