Börry

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Börry
Gemeinde Emmerthal
Koordinaten: 52° 1′ 58″ N, 9° 27′ 42″ O
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Postleitzahl: 31860
Börry (Niedersachsen)

Lage von Börry in Niedersachsen

Börry ist eine Ortschaft in der Gemeinde Emmerthal im Landkreis Hameln-Pyrmont in Niedersachsen.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Börry liegt inmitten des Weserberglands. Durch die Ortschaft fließt die Ilse.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsratswahl Börry 2016
Wahlbeteiligung: 74,18 % (+4,50 Pp.)
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60
50
40
30
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10
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56,78 %
27,12 %
16,09 %
n. k. %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
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−8,31 %p
+12,45 %p
+8,34 %p
−12,47 %p

Börry ist eine Ortschaft nach dem Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz, die aus den ehemaligen Gemeinden Bessinghausen, Börry, Brockensen, Esperde, Frenke, Hajen und Latferde besteht und einen gemeinsamen Ortsrat mit neun Mitgliedern besitzt.[1]

Archäologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berühmt ist Börry als Fundort eines Messingeimers mit Jagdfries, ein Altfund aus dem Jahre 1835. Der aus dem Römischen Reich importierte Eimer diente als Urne eines Brandgrabes der Römischen Kaiserzeit.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde erstmals als „Villa Barigi“ in einer Urkunde des Königs Heinrich II. aus dem Jahr 1004 namentlich erwähnt. Dieser Name erscheint ebenfalls im corveyschen Güterverzeichnis. Im Lauf der Jahrhunderte wandelte sich der Ortsname unter anderem über Borge und Borrje zum heutigen Namen. Im Juni 2004 feierte das Dorf mit der Jahrtausendfeier sein 1000-jähriges Bestehen.

Französische Feldlager bei Frenke und Börry unmittelbar vor der Schlacht von Hastenbeck am 26. Juli 1757; Kupferstich von Jakobus van der Schley

Börry verfügt über zwei Kirchen, nach denen das Dorf in Ober- und Niederbörry unterschieden wird; diese Unterscheidung wurde erstmals 1288 urkundlich erwähnt. Das Pastorat an der Kirche zu Oberbörry war von 1665 bis 1944 verbunden mit der Superintendentur Börry,[3] zuletzt eine Gliederung der 1864 gegründeten Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Im Siebenjährigen Krieg überquerten am 16. Juli 1757 die französischen Truppen unter dem Kommando von Marschall d'Estrées die Weser: Vom 24. bis 25. Juli desselben Jahres schlugen sie ihre Feldlager rund um Börry auf, um daraufhin zur Schlacht von Hastenbeck abzuziehen.

Am 19. August 1748 wurden nahezu sämtliche Häuser des Ortes bei einem Großbrand zerstört. Nur drei Gebäude überstanden das Feuer unbeschadet. Seit dieser Zeit wird am 19. August jeden Jahres der "Brandtag" in Börry gefeiert.

Am 1. Januar 1973 wurde Börry in die neue Gemeinde Emmerthal eingegliedert.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museum für Landtechnik und Landarbeit (2016)

In Börry vermittelt das Museum für Landtechnik und Landarbeit einen Einblick in das bäuerliche Leben verschiedener Epochen. Thematisiert wird der Wandel von der manuellen zu mechanisierten Landwirtschaft. Auf dem Außengelände werden Landmaschinen aus früheren Zeiten ausgestellt.[5]

Der im Jahr 1818 angelegte Jüdische Friedhof Börry liegt außerhalb des Dorfes in Richtung Latferde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hauptsatzung der Gemeinde Emmerthal. (PDF) Gemeinde Emmerthal, abgerufen am 11. Februar 2011.
  2. Walter Nowothnig: Bedeutende Funde aus dem Kreise Hameln-Pyrmont. In: Jahrbuch Heimatmuseum Hameln, 1969
  3. Wilfried Voss, „Das Neue erleben und das Alte bewahren“, auf: Gemeinde Emmerthal: Zeit für Kultur in Emmerthal, abgerufen am 15. Oktober 2014.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 194.
  5. Museum für Landtechnik und Landarbeit in Börry / Landkreis Hameln-Pyrmont