Börsennotiertes Unternehmen

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Ein börsennotiertes Unternehmen (auch Publikumsgesellschaft, englisch public company) ist ein privatrechtliches Unternehmen, dessen Unternehmensanteile börsennotiert sind.[1] Die Anteile des Unternehmens (Aktien) werden an einem oder mehreren staatlich regulierten Wertpapierbörsen gehandelt. Der Gegensatz zu einem börsennotierten Unternehmen ist ein Unternehmen, dessen Unternehmensanteile (Geschäftsanteile oder Aktien) nicht an einer Wertpapierbörse gehandelt werden.

Weiterhin gibt es Unternehmen, deren Aktien im privatrechtlich geregelten Marktsegmenten an einem oder mehreren Börsenplätzen gehandelt werden (z. B. im deutschen Freiverkehr). Sie zählen offiziell nicht zu den börsennotierten Unternehmen, werden manchmal aber als solche betrachtet.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aufnahme der Aktien einer Aktiengesellschaft in den organisierten Kapitalmarkt nennt man Börsengang.

Im Englischen wird ein börsennotiertes Unternehmen auch als „public company“[2] bezeichnet. Dies bedeutet wörtlich übersetzt etwa „öffentliche Firma“. Diese Übersetzung ist nicht zu verwechseln mit öffentlichen Unternehmen (Unternehmen im Staatseigentum) und mit öffentlich-rechtlichen Organisationen.

Informationen über börsennotierte Unternehmen sind in vielen Staaten leicht zugänglich, da diese Unternehmen nach dem dort geltendem Recht wesentliche Informationen über ihre Geschäftstätigkeit wie zum Beispiel den Jahresabschluss veröffentlichen müssen. Die Preise von Aktien werden börsentäglich aufgrund von Angebot und Nachfrage festgelegt. Der Gesamtwert aller Aktien eines börsennotierten Unternehmens ist dessen Marktkapitalisierung.

Rechtliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Im deutschen Unternehmensrecht gibt es verschiedene Rechtsformen von Unternehmen, deren Unternehmensanteile an der Börse notiert werden können, beispielsweise die Aktiengesellschaften, die Kommanditgesellschaft auf Aktien oder die Europäische Gesellschaft (SE). Andere Kapitalgesellschaften wie die Gesellschaft mit beschränkter Haftung oder die Unternehmergesellschaft können nicht an der Börse gelistet werden.

Börsennotierte Unternehmen unterliegen in der Regel besonderen Rechten und Pflichten,[3] zum Beispiel der Transparenzpflicht.[4]

Beispiele für große börsennotierte Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Unternehmen, die in einem Aktienindex enthalten sind, sind börsennotiert. Für Deutschland ist das beispielsweise der DAX, für das Euro-Währungsgebiet der EURO STOXX 50, für die Vereinigten Staaten der S&P 500 oder Dow Jones Industrial Average sowie für Japan der Nikkei 225. Im Januar 2018 ist das nach Marktkapitalisierung wertvollste Unternehmen Deutschlands SAP und das weltweit wertvollste Unternehmen Apple.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Definition Börsennotierung im Gabler Wirtschaftslexikon
  2. public company Meaning in the Cambridge English Dictionary. Abgerufen am 7. Januar 2018 (englisch).
  3. Kapitalmarktorientierung versus Börsennotierung. Abgerufen am 7. Januar 2018.
  4. Transparenzpflichten. In: bafin.de. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, abgerufen am 6. Januar 2018 (deutsch).