Böttingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Böttingen
Böttingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Böttingen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 6′ N, 8° 48′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Tuttlingen
Höhe: 911 m ü. NHN
Fläche: 16,31 km2
Einwohner: 1422 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km2
Postleitzahl: 78583
Vorwahl: 07429
Kfz-Kennzeichen: TUT
Gemeindeschlüssel: 08 3 27 006
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Allenspacher Weg 2
78583 Böttingen
Website: www.boettingen.de
Bürgermeister: Benedikt Buggle
Lage der Gemeinde Böttingen im Landkreis Tuttlingen
Landkreis KonstanzLandkreis RottweilLandkreis SigmaringenSchwarzwald-Baar-KreisZollernalbkreisAldingenBalgheimBärenthalBöttingenBubsheimBuchheimDeilingenDenkingenDürbheimDurchhausenEgesheimEmmingen-LiptingenFridingen an der DonauFrittlingenGeisingenGosheimGunningenHausen ob VerenaImmendingenIrndorfKönigsheimKolbingenMahlstettenMühlheim an der DonauNeuhausen ob EckReichenbach am HeubergRenquishausenRietheim-WeilheimSeitingen-OberflachtSpaichingenTalheim (Landkreis Tuttlingen)TrossingenTuttlingenWehingenWurmlingen (Landkreis Tuttlingen)Karte
Über dieses Bild

Böttingen ist eine Gemeinde im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg (Deutschland) und hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von einem landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einer Industriegemeinde entwickelt. Das Wappen zeigt als Wahrzeichen eine stilisierte Silberdistel, welche auf dem Gebiet der Gemeinde relativ häufig vorkommt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Böttingen

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Böttingen liegt auf der Hochfläche des Großen Heubergs in einem langen Trockental. Mit 911 bis 991 Meter über NHN gehörte es zu den höchstgelegenen Gemeinden im ehemaligen Königreich Württemberg. Wahrzeichen und höchste Erhebung auf der Gemarkung der Gemeinde ist der Alte Berg (980 m ü. NHN) mit Überblick über die naturgeschützte Landschaft der Südwestalb und mit Alpensicht.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Gosheim, im Nordosten an Bubsheim, im Osten an Königsheim und Kolbingen, im Süden an Mahlstetten und Dürbheim sowie im Westen an Balgheim und Denkingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Böttingen gehören das Dorf Böttingen und das Gehöft Allenspacher Hof. Im Gemeindegebiet liegen die Wüstungen Leineburg und Windingen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 802 und beinhaltet eine Grundstückschenkung an das Kloster St. Gallen. Keltische und alemannische Gräberfunde sowie Steinbeil­funde in der Böttinger Beilsteinhöhle weisen jedoch auf eine frühere Besiedlung bis zurück in die Steinzeit hin. Ab 1253 kam das Gebiet unter den Schutz der Zollern an das Kloster Beuron, nach Besitzwechseln an das Bistum Konstanz und dann an den Ritter Konrad von Wytingen verblieb es ab 1409 im Besitz der Herren von Enzberg, bis es 1805 zu Württemberg kam. Im Königreich Württemberg war es seit 1810 dem Oberamt Spaichingen zugeordnet. Das Dorf musste der jeweiligen Herrschaft bis 1848 Zins und den Zehnten abliefern sowie Frondienste leisten. Das enzbergische Patronatsrecht besteht bis heute. Bei der Gebietsreform 1938 gelangte der Ort zum Landkreis Tuttlingen.

Pfingsten 1977 fand in Böttingen das sechste Überbündische Treffen mit 3700 Übernachtungen im Zeltlager statt.[3]

Ehemaliger Militärstandort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1963 und 1976 war Böttingen Standort einer Abschussanlage für militärische Raketen. Die Anlage, welche mehrere Standorte auf den Gemarkungen Böttingen und Dürbheim umfasste, wurde zwischen 1962 und 1963 für die französischen Truppen errichtet. Nach dem Rückzug Frankreichs aus der NATO räumten die französischen Truppen im Dezember 1966 die Anlagen. Im Jahr 1969 wurde die Quick Reaction Alert-Stellung (QRA), auch genannt X-Area, von US-Einheiten bezogen und zur Pershing I -Stellung ausgebaut.[4] Am 22. Februar 1970 kam es zu einer Beinahe-Katastrophe. Während unsachgemäßer Wartungsarbeiten an dem nuklearen Sprengkopf einer Pershing-Rakete, die sich im QRA-Status befand, fiel dieser zu Boden. Der Abschussbereich wurde geräumt und die Stellung hermetisch abgeriegelt. Die befürchtete Detonation erfolgte jedoch nicht. Zuerst erhielt der Unfall den Status 'Broken Arrow' (gebrochener Pfeil), wurde später jedoch in die Kategorie 'Bent Spear' (gebogener Speer) zurückgestuft.[5] Im Jahr 1976 wurde der Standort geräumt und nach Inneringen verlegt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Spaichingen.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2014 wurde Benedikt Buggle zum Nachfolger von Gerhard Minder gewählt.[6]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Böttingen hat zehn Mitglieder. Er besteht aus den ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde der Gemeinderat durch Mehrheitswahl gewählt[7]. Mehrheitswahl findet statt, wenn kein oder nur ein Wahlvorschlag eingereicht wurde. Die Bewerber mit den höchsten Stimmenzahlen sind dann gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug 70,2 % (2014: 60,9 %).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist geprägt durch industrielle Betriebe kleiner und mittlerer Größe (Schwerpunkt: Metallverarbeitung) sowie durch zahlreiche Handwerksbetriebe. Mit Abstand größter lokaler Arbeitgeber ist die Marquardt-Gruppe (Schalt- und Bediensysteme).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Nachbarschaftsschule Böttingen ist eine Grundschule vorhanden. Weiterführende Schulen finden sich in Gosheim/Wehingen sowie in Spaichingen und Tuttlingen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen und bietet zahlreiche Ausflugsziele für Wanderer und Radfahrer.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Josefs-Kapelle auf dem Alten Berg
  • Auf dem Gipfel des Alten Berges befindet sich eine Josefs-Kapelle im Beuroner Stil.
  • Im historischen Ortskern befinden sich neben jahrhundertealten Bauernhäusern die Kirche St. Martin mit Pfarrgarten, Pfarrbrunnen, Pfarrhaus und Pfarrscheuer sowie die ehemalige Dorfschule (heute als Rathaus genutzt).
  • Am Ortseingang befindet sich an der Kreuzung Hauptstraße / Kirchstraße der historische Sternenbrunnen.
  • In der Nähe des Spaichinger Wegs befindet sich die Mariengrotte.
  • Außerhalb von Böttingen befindet sich der Allenspacher Hof.

Freizeit und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Häring (1912–1998), Redemptorist, katholischer Moraltheologe, bekannt durch seine Standardwerke der Moraltheologie Das Gesetz Christi (1954) und Frei in Christus (1979–1981).
  • Margret Marquart (1928–2004), Missionsärztin in Uganda und Ghana, Gründerin des Kpando-Hospitals in Kpando (Ghana), heute Margret-Marquart-Catholic-Hospital (MMCH)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg. Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2, S. 658–659
  3. ÜT Treffen 1977 Böttingen
  4. DER SPIEGEL: Netzwerk Friedhof In: Der Spiegel, Ausgabe 6/1983 vom 7. Februar 1983, abgerufen am 1. November 2014
  5. Schwäbische Zeitung: Heuberg entkam knapp Atomunfall In: Schwäbische Zeitung, 8. Januar 2009, abgerufen am 1. November 2014
  6. http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Benedikt-Buggle-ist-Buergermeister-_arid,10428024_toid,650.html
  7. Vorläufiges Ergebnis der Gemeinderatswahlen 2019 beim Statistischen Landesamt

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Böttingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien