Bözberg AG

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AG ist das Kürzel für den Kanton Aargau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Bözbergf zu vermeiden.
Bözberg
Wappen von Bözberg
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Brugg
BFS-Nr.: 4124i1f3f4
Postleitzahl: 5224, 5225
Koordinaten: 653633 / 25973747.486218.15025507Koordinaten: 47° 29′ 10″ N, 8° 9′ 1″ O; CH1903: 653633 / 259737
Höhe: 507 m ü. M.
Fläche: 15.52 km²
Einwohner: 1553 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 100 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 9,3 % (31. Dezember 2014)[2]
Website: www.boezberg.ch
Linn

Linn

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Gemeindestand vor der Abspaltung am 1. Januar 1873

Bözberg, im schweizerdeutschen Ortsdialekt Böözbrg [ˈbøːt͡sbrg], ist seit dem 1. Januar 2013 eine politische Gemeinde im schweizerischen Kanton Aargau. Sie entstand durch die Fusion der Gemeinden Gallenkirch, Linn, Oberbözberg und Unterbözberg.[3]

Geographie[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine sanft gewellte Hochebene im Tafeljura rund um den Bözbergpass, die im Südwesten in den Faltenjura übergeht. Die Hochebene fällt im Süden zum Aaretal ab, im Westen zu den Quelltälern der Sissle. Südlich der Passstrasse liegen die Dörfer Gallenkirch (565 m ü. M.) und Linn (570 m ü. M.), an der Strasse selbst die Weiler Neustalden (569 m ü. M.) und Vierlinden (514 m ü. M.). Von West nach Ost gesehen, reihen sich bis in etwa einen halben Kilometer Entfernung mehrere Weiler aneinander: Altstalden (583 m ü. M.), Altstalden (557 m ü. M.), Ursprung (507 m ü. M.) und Hafen (485 m ü. M.). Etwa eineinhalb Kilometer nördlich der Passstrasse liegen Egenwil (565 m ü. M.) und Kirchbözberg (479 m ü. M.), in über zwei Kilometern Entfernung Oberbözberg (539 m ü. M.). Der Weiler Überthal (456 m ü. M.) befindet sich nahe der nördlichen Gemeindegrenze im Lochmatttal.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 1552 Hektaren, davon waren 611 Hektaren mit Wald bedeckt und 107 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt liegt am Linnerberg auf 720 Metern, der tiefste auf 402 Metern im Ital an der nördlichen Gemeindegrenze. Nachbargemeinden sind Mönthal und Remigen im Norden, Riniken und Brugg im Osten, Villnachern im Süden, Schinznach und Zeihen im Südwesten sowie Effingen im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Bözberg geht bis in die Zeit der Römer zurück: Der von Tacitus in seinen Historien erwähnte Mons Vocetius dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit der Bözberg gewesen sein.[5] Im 13. Jahrhundert schufen die Habsburger aus ihren hochgerichtlichen und grundherrschaftlichen Rechten in der Region das Amt Bözberg. 1377 gelangte es an Rudolf von Schönau und wurde so Teil der Herrschaft Schenkenberg. Nach der Eroberung durch die Berner war der Bözberg Gerichtsbezirk und Untervogtei.[6]

Bözberg war die Bezeichnung einer früheren Gemeinde, die bis zu ihrer Aufteilung in die Gemeinden Oberbözberg und Unterbözberg im Jahr 1872 existierte.[7][8] Sie umfasste das Gebiet beidseistig des Bözbergpasses und bestand aus den Ortschaften Altstalden, Birch, Egenwil, Neustalden, Oberbözberg, Hafen, Kirchbözberg, Ursprung, Überthal und Vierlinden. Hingegen gehörten Gallenkirch und Linn nicht zu dieser Gemeinde.

2008 stimmten die Stimmberechtigten von Gallenkirch, Linn, Oberbözberg und Unterbözberg dem Vorschlag zu, die Fusion der vier Gemeinden zu prüfen. Am 2. Dezember 2011 nahmen die Gemeindeversammlungen den Fusionsvertrag an. Daraufhin bestätigten die Stimmberechtigten diesen Beschluss am 11. März 2012 in einer Abstimmung. Die vier Gemeinden schlossen sich am 1. Januar 2013 zur neuen Gemeinde Bözberg zusammen.[9]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Besonders sehenswert sind die Linner Linde in Linn und die reformierte Kirche Bözberg in Kirchbözberg.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 2014 lebten 1553 Menschen auf dem Gebiet der Gemeinde Bözberg, davon 9,3 % Ausländer. Bei der Volkszählung 2000 waren 54,7 % reformiert und 27,9 % römisch-katholisch.[10] 95,1 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache.[11]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt, seine Amtszeit beträgt vier Jahre. Der Gemeinderat führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton zugeteilt werden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Brugg zuständig. Bözberg gehört zum Friedensrichterkreis Bözen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde Bözberg gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 280 Arbeitsplätze, davon 40 % in der Landwirtschaft, 10 % in der Industrie und 50 % im Dienstleistungssektor.[12] Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in Brugg oder in den grösseren Gemeinden des Fricktals.

Verkehr[Bearbeiten]

Die wichtigste Verkehrsader der Gemeinde ist die Hauptstrasse 3 (BaselZürich), die über den Bözbergpass führt und das Aaretal mit dem Fricktal verbindet. Nur die Weiler Neustalden und Vierlinden liegen unmittelbar an dieser Strasse, die übrigen Weiler und Dörfer werden durch davon abzweigende Verbindungsstrassen erschlossen. Die Autobahn A3 unterquert das Gemeindegebiet im 3700 m langen Bözbergtunnel, der nächstgelegene Anschluss befindet sich bei Effingen. Bözberg wird durch zwei Postautolinien an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden, die ihren Ausgangspunkt am Bahnhof Brugg haben: Linie 137 führt direkt über die Passstrasse nach Frick, Linie 372 über Oberbözberg und Gallenkirch nach Linn.

Bildung[Bearbeiten]

Die Primarschule und der Kindergarten des Bözbergs sind im Zuge der Gemeindefusion auf einen Standort konzentriert worden. Sie sind im Schulhaus der früheren Gemeinde Unterbözberg untergebracht, im Ortsteil Ursprung. Gallenkirch besass seit 1917 kein eigenes Schulhaus mehr, die dort lebenden Kinder besuchten den Unterricht in Linn. Die Linner Dorfschule wurde 2009 geschlossen, die Schule Oberbözberg (die zukünftig von der Gemeindeverwaltung genutzt wird) im Jahr 2013.[13][14] Sämtliche Oberstufen der obligatorischen Volksschule (Realschule, Sekundarschule, Bezirksschule) können in Brugg besucht werden. Die nächstgelegene Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Baden und Wettingen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Stettler, Emil Maurer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Band II: Die Bezirke Brugg, Lenzburg. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 29). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1953. DNB 750561750.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2014, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2014, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. Linn, Gallenkirch, Ober- und Unterbözberg fusionieren zur Gemeinde Bözberg. Aargauer Zeitung, 11. März 2012, abgerufen am 11. März 2012.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1069, Swisstopo
  5. Martin Hartmann, Hans Weber: Die Römer im Aargau. Verlag Sauerländer, Aarau 1985. ISBN 3-7941-2539-8, S. 167.
  6. Max Baumann: Bözberg (Gericht) im Historischen Lexikon der Schweiz
  7. Die Aargauer Gemeinden 1978, offizielles Gemeinschaftswerk sämtlicher Aargauer Gemeinden, Verlag Effingerhof Brugg; Oberbözberg Seite 188/189 Unterbözberg Seite 210/211
  8. Max Baumann: Oberbözberg im Historischen Lexikon der Schweiz
  9. Linn, Gallenkirch, Ober- und Unterbözberg fusionieren zur Gemeinde Bözberg. Aargauer Zeitung, 11. März 2012, abgerufen am 11. März 2012.
  10. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 5. Dezember 2013.
  11. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 5. Dezember 2013.
  12. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.
  13. Die Schule Linn ist für immer aus. Aargauer Zeitung, 2. April 2009, abgerufen am 5. Dezember 2013.
  14. Nur die Schüler haben auf dem Bözberg Frühlingsferien. Aargauer Zeitung, 15. April 2013, abgerufen am 5. Dezember 2013.