Büddenstedt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Büddenstedt
Büddenstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Büddenstedt hervorgehoben
Koordinaten: 52° 10′ N, 11° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Helmstedt
Höhe: 134 m ü. NHN
Fläche: 19,54 km2
Einwohner: 2485 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 127 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 38372,
38350 (Buschhaus)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 05352
Kfz-Kennzeichen: HE
Gemeindeschlüssel: 03 1 54 003
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
38372 Büddenstedt
Webpräsenz: www.bueddenstedt.de
Bürgermeister: Frank Neddermeier (parteilos)
Lage der Gemeinde Büddenstedt im Landkreis Helmstedt
Sachsen-Anhalt Braunschweig Landkreis Gifhorn Landkreis Wolfenbüttel Wolfsburg Bahrdorf Beierstedt Brunsleberfeld Büddenstedt Danndorf Frellstedt Gevensleben Grafhorst Grasleben Groß Twülpstedt Helmstedt Helmstedt Helmstedt Helmstedt (gemeindefreies Gebiet) Jerxheim Königslutter (gemeindefreies Gebiet) Königslutter (gemeindefreies Gebiet) Königslutter am Elm Königslutter am Elm Königslutter am Elm Lehre (Niedersachsen) Mariental (Niedersachsen) Mariental (gemeindefreies Gebiet) Mariental (gemeindefreies Gebiet) Mariental (gemeindefreies Gebiet) Querenhorst Räbke Rennau Schöningen Schöningen (gemeindefreies Gebiet) Söllingen (Niedersachsen) Süpplingen Süpplingenburg Velpke Warberg WolsdorfKarte
Über dieses Bild

Büddenstedt ist eine Gemeinde im Landkreis Helmstedt in Niedersachsen. Zum 1. Juli 2017 fusionieren Büddenstedt und die Stadt Helmstedt zur neuen Stadt Helmstedt.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Büddenstedt liegt im Osten Niedersachsens. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands befand sie sich direkt an der innerdeutschen Grenze zur Deutschen Demokratischen Republik im Zonenrandgebiet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neu Büddenstedt
  • Offleben
  • Reinsdorf/Hohnsleben

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Büddenstedt wird 1121 erstmals als Badenstedi erwähnt. Später wurde zwischen Groß Büddenstedt und Klein Büddenstedt unterschieden, wobei Klein Büddenstedt 1547 letztmals erwähnt wird und wüst fiel.

Das Dorf Büddenstedt stand auf reichhaltigen Braunkohleflözen und sollte deshalb nach 1935 zur Kohlegewinnung dem Tagebau Treue weichen. Allerdings verlief die Umsiedlung sehr zäh. Es gelang den Braunschweigischen Kohlenbergwerken (BKB) zwar, bis 1937 alle Landwirtschaftsbetriebe aufzukaufen. Trotzdem wuchs die Einwohnerzahl in dieser Zeit auf fast 1.700, weil es kein Zuzugsverbot gab und der Wohnungsbedarf groß war.[3] Selbst als 1942 schon einige Straßenzeilen dem Tagebau zum Opfer gefallen waren, lebten immer noch 730 Menschen in Büddenstedt.[4]

Ab 1935 wurde unweit der alten Dorfstelle durch die BKB die Siedlung Neu Büddenstedt errichtet. Sie entstand nach Plänen des Magdeburger Architekten Paul Schaeffer-Heyrothsberge.[5] Allerdings siedelten sich dort nicht nur die Einwohner von Büddenstedt an, sondern auch Menschen aus anderen Dörfern. Erst 1947 verließen die letzten Einwohner das Dorf Büddenstedt. Dafür war sogar eine Anweisung der britischen Militärregierung notwendig.[6] Noch 1947 wurden die restlichen Häuser und Straßen des Dorfes komplett abgetragen. Der Ortsname Büddenstedt sollte erst 1974 wiederaufleben, als Name für den Zusammenschluss der Gemeinden Neu Büddenstedt, Offleben und Reinsdorf/Hohnsleben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg profitierte die Region wirtschaftlich durch die BKB, deren Braunkohlekraftwerk Offleben und später Buschhaus sowie mehrere Tagebaue sich zum Teil auf dem Gemeindegebiet befanden. Der relative Wohlstand erlaubte die Errichtung großzügiger öffentlicher Einrichtungen in Neu Büddenstedt, wie der Erich Kästner Schule mit Sportanlagen und beheiztem Schwimmbad. Die Bevölkerungszahl stieg schnell an, zum Teil auch infolge Zuzug von Vertriebenen z.B. aus dem Sudetenland. Ausgekohlte Tagebaue wurden ab 1970 als Wälder oder Seen rekultiviert, wodurch abwechslungsreiche Naherholungsgebiete entstanden, z.B. in den ehemaligen Tagebauen Wulfersdorf, Alversdorf, Anna Nord und Anna Süd. Im ehemaligen Tagebau Helmstedt nördlich von Neu Büddenstedt soll ein großer Badesee durch Zulauf von Grundwasser ab 2005 entstehen, was voraussichtlich jedoch mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird.

Mit dem Versiegen der Kohlevorkommen ging in den 1990er Jahren auch die wirtschaftlich gute Lage der Gemeinde zu Ende, was durch den Wegfall der Zonenrandförderung noch verschärft wurde. Am 9. August 2002 wurde das Kraftwerk Offleben stillgelegt, was mit dem Verlust zahlreicher Arbeitsplätze und schwindenden Steuereinnahmen für die Gemeinde verbunden war. Bis 2011 werden die Kraftwerksanlagen des ehemaligen Kraftwerks Offleben vollständig zurückgebaut und es entsteht auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände eine Gewerbefläche für neue Ansiedlungen von Industrie- und Gewerbebetrieben. Bei dieser Gewerbefläche handelt es sich um die größte ausgewiesene Gewerbefläche im Landkreis Helmstedt. Verblieben sind darüber hinaus wenige größere Arbeitgeber wie zum Beispiel die Plastal GmbH. Durch aktuelle Maßnahmen zur Verbesserung der Wohn- und Umweltqualität, ist der Wandel der Gemeinde Büddenstedt von einer reinen „Industriegemeinde“ zu einer Wohngemeinde im „Grünen“ derzeit in vollem Gange.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wurde am 1. März 1974 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Neu Büddenstedt, Offleben und Reinsdorf gebildet. Bereits am 1. April 1971 erhielten diese drei Gemeinden kleine Gebietsteile der wegen des Braunkohletagebaus aufgelösten Gemeinde Alversdorf.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Gemeinderat der Gemeinde Büddenstedt besteht aus 12 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 2.001 und 3.000 Einwohnern.[8] Die 12 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 31. Oktober 2016.

Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Frank Neddermeier (parteilos).

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Büddenstedt unterhält im Ortsteil Reinsdorf ein Heimatmuseum.

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zwischen den drei Ortsteilen befindet sich der rekultivierte Tagebau Wulfersdorf, der zahlreiche Wanderwege durch abwechslungsreiche Wald-, Seen- und Hügellandschaft bietet.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Ortsteil Neu Büddenstedt befinden sich ein beheiztes Schwimmbad, eine Reitanlage, ein Tennisplatz, eine Kegelbahn sowie zwei Sportplätze und eine Turnhalle.
  • Im Ortsteil Offleben befinden sich ein Tennisplatz, eine Kegelbahn, eine Bocciabahn und zwei Sportplätze.
  • Im Ortsteil Reinsdorf befindet sich der Schießstand der Gemeinde Büddenstedt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kraftwerk Buschhaus im Westen des Gemeindegebietes
  • Plastic Omnium (Kunststoffverarbeitung) südlich von Reinsdorf
  • Mehrere Handels- und Handwerksunternehmen

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rathaus im Ortsteil Neu-Büddenstedt
  • Dorfgemeinschaftshaus im Ortsteil Offleben
  • Gemeinschaftsraum in Reinsdorf

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule im Ortsteil Offleben
  • Kindertagesstätten in den Ortsteilen Neu Büddenstedt und Offleben

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin-Luther-Kirche

Die evangelisch-lutherische Martin-Luther-Kirche befindet sich in Neu Büddenstedt am Martin-Luther-Platz, 1955 wurde sie eingeweiht. Im ehemaligen Dorf Büddenstedt, das in den 1940er Jahren dem Kohletagebau weichen musste, stand bereits eine evangelisch-lutherische Kirche. Am Karfreitag 1943 wurde sie gesprengt. Die Ortsteile Offleben und Reinsdorf verfügen über je eine weitere evangelisch-lutherische Kirche, in Hohnsleben existiert keine Kirche mehr. Diese drei Kirchen gehören zum Pfarrverband Offleben.

Die katholische St.-Barbara-Kirche von 1951, benannt nach der Schutzpatronin der Bergleute, befindet sich in Neu Büddenstedt. Die Kirche gehört heute zur Pfarrgemeinde Maria Hilfe der Christen in Schöningen. Der Ortsteil Offleben verfügte bis 2015 mit der Kirche Heilige Familie über eine weitere katholische Kirche.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Wesemann: Verschwundene Dörfer Büddenstedt und Wulfersdorf in Kreisbuch 2013 des Landkreises Helmstedt

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Büddenstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Gesetz über die Neubildung der Stadt Helmstedt, Landkreis Helmstedt vom 20. April 2017. In: Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 6/2017 vom 20. April 2017, S. 98
  3. Joachim Schmid: Büddenstedt. Geschichte einer Bergbaugemeinde und ihrer Ortsteile Büddenstedt, Offleben und Reinsdorf-Hohnsleben, hrsg. von der Gemeinde Büddenstedt 2006. S. 267.
  4. ebd. S. 268.
  5. Die Baugilde, 31/1941, S. 489
  6. Joachim Schmid: Büddenstedt. Geschichte einer Bergbaugemeinde und ihrer Ortsteile Büddenstedt, Offleben und Reinsdorf-Hohnsleben, hrsg. von der Gemeinde Büddenstedt 2006. S. 293.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 271 und 272.
  8. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 28. Dezember 2014