Bülach

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Bülach
Wappen von Bülach
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich ZH
Bezirk: Bülachw
BFS-Nr.: 0053i1f3f4
Postleitzahl: 8180
UN/LOCODE: CH BUA
Koordinaten: 683122 / 263712Koordinaten: 47° 31′ 8″ N, 8° 32′ 32″ O; CH1903: 683122 / 263712
Höhe: 428 m ü. M.
Fläche: 16.09 km²
Einwohner: i19'342 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 998 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
25,8 % (31. Dezember 2015)[2]
Stadtpräsident: Mark Eberli (EVP)
Website: www.buelach.ch
Bülach März 2012.JPG

Karte
Deutschland Kanton Thurgau Kanton Schaffhausen Kanton Schaffhausen Bezirk Andelfingen Bezirk Dielsdorf Bezirk Dietikon Bezirk Pfäffikon Bezirk Uster Bezirk Winterthur Bezirk Zürich Bachenbülach Bassersdorf Bülach Dietlikon Eglisau Embrach Freienstein-Teufen Glattfelden Glattfelden Hochfelden ZH Höri ZH Hüntwangen Kloten Lufingen Nürensdorf Oberembrach Opfikon Rafz Rorbas Wallisellen Wasterkingen Wil ZH Winkel ZHKarte von Bülach
Über dieses Bild
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Bülach [ˈbyːlax] (im einheimischen zürichdeutschen Dialekt Büüli [ˈbyːli], in der standardsprachlich beeinflussten Regionalmundart [ˈbyːlɑχ][3]) ist eine politische Gemeinde und Hauptort des gleichnamigen Bezirks des Schweizer Kantons Zürich.

Die Stadt Bülach ist das wirtschaftliche Zentrum der Region Zürcher Unterland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nussbaumen

Bülach liegt auf 428 m ü. M. am westlichen Fuss des Dättenberges. Zu Bülach gehören neben der eigentlichen Stadtsiedlung mit mittelalterlichem Kern die Ortschaften Eschenmosen, Nussbaumen und Heimgarten. Der heutige Stadtteil Niderflachs war ursprünglich ebenfalls eine eigene Siedlung. Die Luftdistanz nach Zürich beträgt 16 km. Die Gemeindefläche (1609 Hektaren) besteht zu 39 % aus Wald, 31 % wird landwirtschaftlich genutzt und 30 % dient der Siedlung und dem Verkehr.


Monatliche Durchschnittsniederschläge für Bülach
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Niederschlag (mm) 71 64 73 71 99 102 107 92 81 82 75 84 Σ 1.001
Regentage (d) 10,3 9,3 11,2 10,9 12,0 11,6 11,5 10,5 9,3 10,3 10,3 11,8 Σ 129
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Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altstadt, Marktgasse

Frühgeschichte und Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend um Bülach war bereits in prähistorischer Zeit eine Siedlungszone. 1980 wurden Brandgruben aus der Spätbronzezeit in der Schwerzgrueb entdeckt. Der «Keltenwall» auf dem Rhinsberg als Befestigung einer kleineren keltischen Siedlung (Oppidilli, kleines Oppidum) wurde 1998/99 durch die Universität Zürich und die Kantonsarchäologie untersucht und mittels C-14 Untersuchungen in das 10./9. Jh. vor Chr. (Ha B3-Periode) datiert. Der Wall bestand aus Steinen, einem Kastenbau mit Füllmaterial, einer hölzernen Wallfront aus Eichenbalken und einem vorgelegten Graben. Grabhügel der späten Hallstattzeit mit Waffen-, Schmuck- und Gerätebeigaben wurden im Höhragen- und Hardwald gefunden. Zur Zeit des Römischen Reiches befand sich auf dem heutigen Stadtgebiet ein römischer Gutshof.[4]

Die ältesten Spuren der alemannischen Dorfbildung stammen aus dem 6. und frühen 7. Jahrhundert. In der Nähe des Stadtkerns wurden 1919-28 Im Füchsli alemannische Gräber mit archäologisch bedeutenden Funden ausgegraben.[4] Gefunden wurden hierbei zwei Fibeln, das eine ist das sog. Fischfibelpaar, das andere die Bülacher Fibel, der bis heute (Stand 2013) einzige Fund mit Runeninschrift in der Schweiz. Die im Jahr 1968 gemachten archäologischen Ausgrabungen in der reformierten Ortskirche brachten das Grab einer adeligen Frau aus dem 7. Jahrhundert zutage, getrennt von allen anderen unter dem Kirchenschiff gefundenen Gräbern, direkt unter dem damaligen Standort des Taufsteins der Kirche. Die Tracht der Frau war die einer Alamannin, nebst reichem Schmuck ein Baumwollkleid, mit Seide bestickte Schuhe und einen leinenen Mantel. Besonders zu erwähnen ist, dass kleine kupferne Plättchen mit dem christlichen Kreuz an ihrem Halsband eingearbeitet waren, was darauf hindeutet, dass die Frau christlichen Glaubens war. In der gleichen Ausgrabung im Jahre 1968 wurden mehrere Pestgräber gefunden. Die Verstorbenen waren in Kalk eingegossen was zur damaligen Zeit üblich war bei Opfern der Pest.[5]

Erstmals erwähnt wird Bülach 811 in einer Urkunde der Abtei St. Gallen als Pulacha. Der Name geht auf eine nicht belegte Form (prædium) *Pulliācum «Landgut des Pullius» zurück, eine mit dem keltischen Suffix -akos gebildete Ableitung zum lateinischen Personenname Pullius.[3]

Die sich im Hochmittelalter zu einer geschlossenen Siedlung entwickelnde Ortschaft war bereits im 13. Jahrhundert mit Mauern befestigt. Bülach unterstand bis 1376 (spätestens seit dem 13. Jahrhundert) den Freiherren von Tengen. Im Jahr 1384 bekam Bülach anlässlich der Übernahme der Vogtei durch Herzog Leopold III. von Österreich das Stadtrecht mit eigener Gerichtsbarkeit verliehen. Diese Bevorzugung hatte Bülach vor allem der sehr günstigen Verkehrslage zu verdanken. 1386 brannte Bülach während des Sempacher Krieges nieder.[4]

1409 wurde Bülach zunächst an Zürich verpfändet und fiel schliesslich 1419 endgültig an die Stadt; seit 1412 bildete es zusammen mit Bachenbülach, Niederflachs und Nussbaumen eine zürcherische Obervogtei. Bülach hatte bis zur helvetischen Revolution eine beschränkte politische Autonomie (Schultheissenamt und Bürgerversammlung). Während des Alten Zürichkriegs wurde Bülach 1444 ein zweites Mal niedergebrannt; 1506 zerstörte ein weiteres Feuer einen grossen Teil der Landstadt. Das Rathaus wurde 1672-73 neu errichtet.[4]

Das heutige Kirchengebäude stammt aus den Jahren 1508-14. Das Schiff und der Turm wurden im 17. und 19. Jahrhundert mehrmals umgebaut. 1523 hielt die Reformation in Bülach Einzug. Richtig Fuss fassen konnte sie aber erst seit 1528 durch die Berufung Johannes Hallers als Stadtpfarrer. Haller war ein bedeutender Helfer und Mitstreiter Ulrich Zwinglis am Grossmünster in Zürich gewesen. In dieser Zeit wurde die Region und Bülach zu einem wichtigen Stützpunkt des Täufertums, das von der reformierten Zürcher Obrigkeit gewaltsam unterdrückt wurde.[4]

18. und 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altstadt, Ecke Markt-/Rathausgasse, links das Rathaus

1802, zur Zeit der Helvetischen Republik, verlor Bülach das Stadtrecht vorübergehend. Im Jahr 1831 wurde infolge der neuen Kantonsverfassung das bis dahin bestehende Oberamt Embrach in den heutigen Bezirk mit Namen und Hauptort Bülach umgewandelt.

Das Zürcher Unterland war traditionelles Ackerbaugebiet. Aufgrund des Stadtrechts war Bülach der Marktort für die Agrarprodukte des näheren Umlandes. Ausgedehnte Gemeindewälder sowie zahlreiche Gewerbe- und Handwerksbetriebe trugen zum Wohlstand bei. Die Kleiderfabrikation war besonders verbreitet (Schuhmacher, Schneider, Hutmacher). Verglichen mit dem übrigen Unterland setzte die Industrialisierung in Bülach früh ein. Die erste mechanische Spinnerei mit 25 Beschäftigten entstand bereits 1819. 1850 zählte man ca. 150 Handwerker und 20 Händler. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fanden regelmässig Viehmärkte statt. Bachenbülach ward 1849 selbständige Gemeinde.[4]

Die Bahnlinie Bülach–Oerlikon (der Linien Bülach–Regensberg-Bahn) wurde von der Nordostbahn erstellt und 1865 in Betrieb genommen. Die Strecke Bülach-Schaffhausen wurde 1893 eröffnet.[4]

1892 oder 1893 wurde die Obstbaugenossenschaft Heimgarten gegründet. Sie war Vorbild für die Eden Gemeinnützige Obstbau-Siedlung in Oranienburg bei Berlin.

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Kirche (Dreifaltigkeitskirche) wurde 1902 geweiht und 1943 wurde die Kirchengemeinde gegründet.

1890–91 wurde das Glaswerk gebaut. Die Glasfabrik Vetropack AG war bis 2001 zusammen mit den Glaswerken Saint-Prex und Wauwil das grösste Glasverpackungsunternehmen der Schweiz. Im Jahr 1917 nahm die Giesserei Sulzer AG ihren Betrieb auf. Weitere mittelgrosse Industriebetriebe sind im Motoren-, Stahl- und Maschinenbau sowie in der Computerbranche tätig. 1990 waren gut 1 % der Erwerbstätigen im 1. Sektor, 34 % im 2. Sektor und 65 % im 3. Sektor beschäftigt.[4]

Die erste Wasserversorgung von Privathäusern wurde 1884 in Betrieb genommen. Die erste Kanalisationsverordnung trat 1910 in Kraft, wobei ab 1934 eine Anschlusspflicht bestand. Die Kläranlage ist seit 1957 in Betrieb. Die 1967 gebaute Kehrichtverbrennungsanlage (KEZU) wurde aus umweltpolitischen Gründen 1975 wieder geschlossen. Das Kreisspital Bülach besteht seit 1937.[4]

Der Bau einer Mittelschule wurde erstmals 1956 im Kantonsparlament diskutiert; der Schulbetrieb der Kantonsschule Zürcher Unterland (KZU) konnte schliesslich 1972 aufgenommen werden. Die Berufsschule ging 1860 aus der Sonntags- oder Gewerbeschule hervor und bezog 1982 ein eigenes Schulhaus.[4]

1919 kam Eschenmosen, vorher zur Gemeinde Winkel gehörig, zu Bülach.

Seit 1974 hat die Gemeinde neben dem siebenköpfigen Stadtrat, der als Exekutive fungiert, als legislative Behörde ein Parlament mit 28 Sitzen, den Grossen Gemeinderat.[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bülacher Wappen (rechts unten) in der Zürcher Chronik (1485–86) von Gerold Edlibach

Blasonierung

In Rot der silberne Laurentiusrost

Das Wappen bezieht sich auf den heiligen Laurentius, der auf dem Grillrost den Märtyrertod fand. Der heilige Laurentius war der Schutzpatron der in der ersten Erwähnung aus dem Jahr 811 genannten Laurentiuskirche, einem Vorgängerbau der heutigen Reformierten Kirche Bülach. Der Legende nach starb er, nachdem er all seine Habe an die Armen verteilt hatte. Der Rost erscheint seit 1385 im Stadtsiegel und als Wappen erstmals in Edlibachs Chronik (um 1490). Nach der Reformation verschwand das Wappen zugunsten eines schräg rot und weiss zweigeteilten Schildes. Die Wiedereinführung des alten Wappens war in den 1920er Jahren umstritten, wurde aber schliesslich an der Gemeindeversammlung vom 3. Juli 1931 beschlossen.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bülach leben 19'000 Personen (Stand: Mai 2015).[7] 24.5 % der in Bülach gemeldeten Einwohner, das sind 4430 Personen, besitzen keinen Schweizer Pass. Unter den Ausländern haben Personen aus Deutschland den grössten Anteil (1051, 5.6 %), gefolgt von Staatsangehörigen Italiens (796, 4.4 %), Kosovo (361, 2 %), Serbiens (276, 1.5 %) und der Türkei (273, 1.5 %).[8]

Bevölkerungsentwicklung der Stadt Bülach[9]
Jahr 1836 1850 1900 1920 1950 1970 2000 2005 2006 2008 2010 2012 31. Juli 2013 1.1.2015
Einwohner 1'278 1'545 2'175 3'239 4'634 11'043 13'923 14'815 15'571 16'793 17'478 17'928 18'103[7] 18'900[10]
Staatsangehörigkeit (31. Juli 2013)[8]
Schweiz 75.5 %
Deutschland 5.6 %
Italien 4.4 %
Kosovo 2.0 %
Serbien 1.5 %
Türkei 1.5 %
Religionszugehörigkeit (31. Juli 2013)[11]
evangelisch-reformiert 32.3 %
römisch-katholisch 27.3 %
andere oder konfessionslos 40.2 %

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Von 28 Sitzen entfallen auf:

Der Stadtrat, die oberste kommunale Verwaltungsbehörde, bildet die Exekutive der Stadt Bülach. Für die Amtsdauer 2014–2018 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:

  • Mark Eberli (EVP) – Stadtpräsident (Stand 2014)
  • Walter Baur (SVP)
  • Willi Meier (SVP)
  • Ruedi Menzi (SVP)
  • Jürg Hintermeister (FDP)
  • Hanspeter Lienhart (SP)
  • Virginia Locher (FDP)

Stadtschreiber ist Christian Mühlethaler.

Der Gemeinderat ist als Legislative, an Stelle der Gemeindeversammlung und im Rahmen der Gemeindeordnung, gesetzgebendes Organ der Stadt Bülach. Er besteht aus 28 Sitzen.

Im Oktober 2005 waren die Stimmberechtigten von Bülach die ersten in der Schweiz, die per SMS über eine Abstimmungsvorlage entscheiden konnten. Rund 12 % der Abstimmenden nutzten diese Möglichkeit.

Bei den Nationalratswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Bülach: SVP 35.5 %, SP 19.7 %, FDP 13.2 %, glp 6.7 %, EVP 5.7 %, Grüne 5.6 %, EDU 4.1 %, BDP 3.8 %, CVP 3.2 %.[12]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kleinstadt musste in den letzten Jahren massive Arbeitsplatzverluste hinnehmen. So schlossen das Glaswerk der Vetropack und die Eisengiesserei von Sulzer ihre Tore. Die Niederlassung des Medizinaltechnikkonzern Schneider konnte durch eine Übernahme zur Biotronik den Betrieb fortsetzen und wurde dabei redimensioniert.[13]

Der grösste Arbeitgeber ist das Spital Bülach mit über 700 Mitarbeitern (Stand 2008). Darüber hinaus hat die Mageba, ein Hersteller von Brückenlagern, hier ihren Sitz.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S22 nach Singen im Bahnhof Bülach

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Bahnhof Bülach ist die Gemeinde wie alle Zürcher Gemeinden im Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) integriert. Den Anschluss ans Eisenbahnnetz erhielt die Gemeinde am 1. Mai 1865 als Endpunkt der Bülach-Regensberg-Bahn (BR) nach Oerlikon. Die Bahngesellschaft wurde 1877 von der Schweizerischen Nordostbahn (NOB) übernommen und 1902 zu den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) verstaatlicht. Am 1. August 1876 wurde Bülach mit Eröffnung der Hochrheinbahn (WinterthurKoblenz) der NOB zum Eisenbahnknotenpunkt mit einem Keilbahnhof. Mit Eröffnung der NOB-Strecke (Bülach–) EglisauNeuhausen am Rheinfall durch das Rafzerfeld und den Jestetter Zipfel mit Anschluss an die NOB-Rheinfallbahn (Winterthur–AndelfingenSchaffhausen) in Neuhausen, löste ab 1. Juni 1897 die BR-Strecke über Bülach die Rheinfallbahn als Hauptstrecke zwischen Zürich und Schaffhausen sukzessive ab. Die Bahnstrecken sind seit der Verstaatlichung der Privatbahnen im Jahre 1902 Eigentum der SBB. Seit dem Doppelspur-Ausbau 1980 gilt hier ebenfalls der SBB-Taktfahrplan und seit Mai 1990 verkehrt die S-Bahn Zürich im Auftrag des ZVV.

Bülach wird halbstündlich von der S5 (Uster - Zürich HB - Bülach -Rafz, stündlich (Spitzenzeiten halbstündlich) weiter bis Schaffhausen, die SBB-Tochtergesellschaft Thurbo betreibt die S 41 WinterthurBülachZurzachWaldshut , die auf dem Abschnitt Winterthur–Bülach werktags bis etwa 20:00 Uhr halbstündlich verkehrt. Bis am 12. Dezember 2015 betrieb Thurbo auch die S22 nach Rafz-Schaffhausen-Singen, die jetzt von der S9 abgelöst wurde. Hinzu kommen stündliche InterRegios Zürich HB–Schaffhausen) und S-Bahn-Zusatzzüge zur Hauptverkehrszeit.

Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Bülach ist ein regionaler und lokaler Busknotenpunkt. Die von PostAuto Schweiz (Region Zürich, Marktgebiet Unterland) betriebenen regionalen ZVV-Buslinien 515 (Bülach–Stadel b.N.) und 525 (Bülach–Höri–(Dielsdorf)) weisen einen stündlichen Grundtakt auf und die Linie 530 (Bülach–KlotenFlughafen Zürich) verkehrt grundsätzlich tagsüber halbstündlich, abends und am Sonntag stündlich mit einer Reihe von Verdichtungen. Werktags zur Hauptverkehrszeit bildet ein direkter Ast der Linie 530 (Bülach–Flughafen Zürich) faktisch eine Nonstop-Verbindung zum Flughafen. Auf Gemeindegebiet werden neun weitere Haltestellen von den regionalen Buslinien bedient.

Die drei täglich verkehrende Bülacher Ortsbuslinien 501, 503 und 504 fallen ebenfalls in die Zuständigkeit von PostAuto und bedienen neben dem Bahnhof und drei Regionalbus-Haltestellen, weitere 21 Haltestellen auf Gemeindegebiet. Als einzige Buslinie bedient die Linie 501 nicht den Busknoten am Bahnhof, sondern die nahegelegene Haltestelle Bahnhof Ost. Die Linie 504 bedient auch zwei Haltestellen in der Nachbargemeinde Bachenbülach und verkehrt mit einer Haltestelle beim Pistenende für Flugzeugbegeisternde bis Oberglatt ZH.

individualverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westlich an Bülach führt die Unterlandautobahn A51 (Zürich–Flughafen–Bülach) vorbei und erschliesst die Gemeinde mit drei Anschlussstellen, wobei die Autobahn am Anschluss Bülach Nord endet und in die Hauptstrasse 4 (Schaffhausen–Bülach–Zürich) übergeht. Kantonal von Bedeutung ist zudem die Strassenverbindung Dielsdorf–Höri–Bülach–Embrach und regional die Strasse Niederglatt–Höri–Hochfelden–Bülach.

Kirchen und kirchliche Gemeinschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reformierter Kirchturm
Katholischer Kirchturm

In Bülach gibt es folgende Kirchen und kirchliche Gemeinschaften:

Die Evangelisch-reformierte Kirche besitzt in der Altstadt

  • die reformierte Kirche Bülach, deren Vorgängerbauten ab dem 7. Jahrhundert archäologisch nachgewiesen sind. Bedingt durch Kriege und Brände wurde die Kirche im Mittelalter mehrfach neu aufgebaut. Nach der Reformation im Jahr 1528 wurde die Kirche im Jahr 1678 auf die heutige Grösse ausgebaut und erhielt dabei auch den heute freigelegten Dachstuhl aus Schwarzwald-Tannen. Der Kirchturm, wie er sich heute präsentiert, stammt aus dem 19. Jahrhundert. Die fünf farbigen Fenster im Chor wurden vom Künstler Hans Affeltranger im Jahr 1970 gestaltet. Ebenfalls seit 1970 besitzt die Kirche eine Orgel des Orgelbauers Muhleisen aus Strasbourg.[14]

Die römisch-katholische Kirche ist in Bülach mit der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit vertreten.

  • Die Kirche Heilige Dreifaltigkeit befindet sich an der Spitalstrasse in der Nähe des Bahnhofs Bülach und wurde in den Jahren 1900–1902 nach Plänen des Architekten August Hardegger (1858–1927) erbaut. Sie blieb durch die Zeit hindurch in ihrer neogotischen Gestalt fast unverändert erhalten und stellt heute ein historisches Gesamtkunstwerk der vorletzten Jahrhundertwende in seltener Vollständigkeit dar.[15]

Neben den beiden Landeskirchen sind in Bülach folgende kirchliche Gemeinschaften vertreten:

  • Die evangelisch-methodistische Kirche befindet sich an der Nordstrasse an der Ecke zur Hochfelderstrasse in der Nähe des Bahnhofs Bülach.
  • Die neuapostolische Kirche liegt an der Nordstrasse direkt beim Bahnhof Bülach. Die im Jahr 2003 neu erbaute Kirche erhielt 2004 eine Orgel, die von der Orgelbaufirma Rieger stammt und 22 Register besitzt.
  • Die Heilsarmee ist im Zürcher Unterland am Grampenweg in Bülach präsent.
  • Die Freie Evangelische Gemeinde befindet sich in der Altstadt in einem mittelalterlichen Haus an der Rathausgasse.
  • Die Baptistengemeinde Bülach ist an der Schaffhauserstrasse präsent.
  • Das Gemeindehaus der Gemeinde für Christus (Evangelischer Brüderverein) befindet sich ebenfalls an der Schaffhauserstrasse.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Befestigung aus der Zeit um 1290 bestand aus einer rund sechs Meter hohen und einem Meter dicken Mauer mit vorgelagertem Graben und je einem Stadttor Richtung Zürich (Unter- oder Zürchertor) und Eglisau (Obertor). Der fünf Meter breite Graben wurde 1830 zugeschüttet, grosse Teile der Stadtmauer sind noch erhalten, aber kaum erforscht.[16]

Die ursprünglich spätgotische, heute neugotische evangelisch-reformierte Kirche (Kirchenpatron Hl. Laurentius) im Stadtzentrum wurde 1508–1510 erbaut; sie hat einen 75 m hohen Turm. Die katholische Dreifaltigkeitskirche wurde 1902 im neugotischen Stil nach August Hardeggers Plänen erbaut.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kantonsschule Zürcher Unterland

Der Kulturpreis der Stadt Bülach wird jährlich durch den Stadtrat verliehen. Die Auszeichnung ist mit 4000 Schweizer Franken dotiert.[17]

Preisträger
  • 2002: Toni Haas, Maler und Zeichner
  • 2003: Walter Ettmüller, Käferspezialist
  • 2004: Bülacher Kammerorchester
  • 2005: Simon Nagel, Film-Regisseur
  • 2006: Jakub Dzialak, Violinist
  • 2007: Mony Aellen, Tanzlehrerin und Choreographin
  • 2008: Ueli Gantner, Bildhauer
  • 2009: Fredy Preisig
  • 2010: Die Zauberlaterne, Kinderfilmprojekt
  • 2011: Posaunenchor Bülach
  • 2012: Paul René Tantanini, Jazzmusiker
  • 2013: St. Nikolaus-Gesellschaft

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bülach befindet sich die Kantonsschule Zürcher Unterland, die Berufsschule Bülach, die Oberstufenschulhäuser Mettmenriet und Hinterbirch, die Primarschulhäuser Hohfuri, Schwerzgrub, Böswisli und Lindenhof, zudem die Berufswahlschule Bülach (10. Schuljahr)

Sport und Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sämtliche aktive Bülacher Vereine, sind beim Interessengemeinschaft Bülacher Vereine (IGBV) angeschlossen.[18]

  • Der FC Bülach, gegründet 1917, spielt mit der Herrenmannschaft in der Saison 2015/2016 in der 2. Liga regional.
  • Der Unihockeyverein Bülach Floorball spielt in der 1. Liga.
  • Der Eishockeyverein EHC Bülach spielt in der 1. Liga.
  • Die Verkehrskadetten Abteilung Zürcher – Unterland hat in Bülach seit 1988 ihre Einsatzzentrale.[19]
  • Die Jugendmusik Bülach belegt seit Jahren in Nationalen Wettbewerben immer auf die vorderen Rängen.
  • Die Pfadfinderabteilung «Pulacha» findet sehr grossen Anklang bei den Jugendlichen.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das «Neue Bülacher Tagblatt» (NBT) ist eine Tageszeitung und amtliches Publikationsorgan für das Zürcher Unterland. Die Redaktion des NBT ist zugleich die Bülacher Redaktion des «Zürcher Unterländers».

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Töchter und Söhne der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bülach – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  3. a b Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität von Neuchâtel. Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, S. 200.
  4. a b c d e f g h i j k Thomas Hanimann: Bülach (Gemeinde) im Historischen Lexikon der Schweiz
  5. Website der Jubiläumsausstellung «Ans Licht geholt – 1200 Jahre Kirche Bülach» (Memento vom 8. September 2011 im Internet Archive)
  6. Peter Ziegler (Hg.), Die Gemeindewappen des Kantons Zürich, Antiquarische Gesellschaft in Zürich, Wappenzeichnungen von Walter Käch und Fritz Brunner, Zürich 1977, S. 39
  7. a b https://www.buelach.ch/buelach/buelach-aktuell/artikel/buelach_hat_19_000_einwohnerinnen_und_einwohner/
  8. a b Stadt Bülach, Staatsangehörigkeit (abgerufen am 24. August 2013)
  9. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/daten/gemeindeportraet.html (abgerufen am 19. August 2013)
  10. Bevölkerungsprognose Bülach. Stadt Bülach, 07.06.2016, abgerufen am 27.06.2016 (deutsch).
  11. Stadt Bülach, Religionszugehörigkeit (abgerufen am 24. August 2013)
  12. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/wahlen_abstimmungen/wahlen_2015/NRW_2015/resultate.html, Vergleich zur letzten Wahl, zuletzt abgerufen am 12. November 2015
  13. http://www.bilanz.ch/unternehmen/biotronik-das-wunder-von-buelach (abgerufen am 11. September 2013)
  14. Website der Reformierten Kirche Bülach, Abschnitt Kirche. Abgerufen am 25. Juli 2013.
  15. Christian Renfer: Katholische Kirche Bülach. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 1992, S. 12.
  16. NZZ vom 10. Februar 2006: Der mittelalterliche Speicher im neu erbauten Wohnhaus. Geheimnisse der Bülacher Stadtmauer
  17. Stadt Bülach, Offizielle Seite des Kulturpreis Bülach
  18. https://www.igbv.ch/
  19. https://www.vkazu.ch/