Bündnis C – Christen für Deutschland

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Bündnis C – Christen für Deutschland
Partei­vorsitzende Karin Heepen,
Ole Steffes
Stell­vertretende Vorsitzende Mathias Scheuschner,
Klaus-Dieter Schlottmann,
Gerd Peter Herter
Bundes­schatz­meisterin Antje Steffes
Friedemann Hetz (Stellvertreter)
Gründung 1989 (PBC)
2008 (AUF)
2015 (Vereinigung)
Gründungs­ort Karlsruhe (PBC)
Berlin (AUF)
Fulda (Vereinigung)
Haupt­sitz Karlsruhe
Aus­richtung Christdemokratie
Konservatismus
Christlicher Fundamentalismus
Farbe(n) weiß
Bundestagssitze
0/631
Mitglieder­zahl 3.500
Frauen­anteil 45 %
Europapartei ECPM
Website www.buendnis-c.de

Bündnis C – Christen für Deutschland ist eine deutsche Kleinpartei, die nach eigenem Bekunden ihre Politik an christlichen Werten ausrichtet. Die Partei wurde am 28. März 2015 durch die Fusion der christlich-fundamentalistischen Parteien Partei Bibeltreuer Christen und AUF – Partei für Arbeit, Umwelt und Familie gegründet.[1][2] Die fusionierte Partei hat nach eigenen Angaben etwa 3.500 Mitglieder.[3]

Wesentlicher inhaltlicher Schwerpunkt der Partei ist die Bewahrung der Schöpfung. Leitgedanke christlicher Politik ist ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit. Auf europäischer Ebene ist die Partei Mitglied der Europäischen Christlichen Politischen Bewegung (ECPM).

Inhaltliches Profil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inhaltlich weist die sich als christlich bezeichnende Partei programmatisch wie auch personell vor allem ein sozial- und wirtschaftspolitisches Profil auf: Insbesondere sollen Grundwerte der sozialen Marktwirtschaft wie Eigenverantwortung, Leistungsbereitschaft, Dezentralität und unternehmerische Kreativität gestärkt werden. Die Partei wirbt zudem für mehr „Flexibilität“ am regulären Arbeitsmarkt wie etwa beim Kündigungsschutz oder den Tarifbedingungen. Sie fordert eine attraktivere Gestaltung für Existenzgründungen und ein Grundeinkommen durch ein Kombilohn-Modell.[4]

Weiter tritt sie für ein Erziehungsgehalt mit Rentenanspruch ein, um nichterwerbstätige Elternteile mit Erwerbstätigen finanziell gleichzustellen. Durch Senkung von Lohnnebenkosten sollen für Arbeitgeber Anreize geboten werden, Arbeitsplätze zu schaffen. Existenzgründungen sollen gefördert und vereinfacht werden.

Das Bündnis C betont in seiner politischen Orientierung die Maßstäbe einer christlichen Ethik, da deren Fehlen sowohl zum Verlust sozialer Verantwortung und wirtschaftlicher Eigenverantwortung beitrage als auch eine Gefährdung der natürlichen Lebensgrundlagen und des ökologischen Gleichgewichts durch rücksichtslose Ausbeutung natürlicher Ressourcen bedeute.[5] Bündnis C plädiert dafür, Deutschland bis zum Jahr 2030 unabhängig vom Import fossiler Brennstoffe zu machen. Den Ausbau der Kernenergie lehnt sie ab.

Die Partei spricht sich gegen ihrer Meinung nach konstruierte „sexuelle Identitäten“ und „Gender“ aus.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Partei Bibeltreuer Christen (PBC) wurde 1989 von Pastor Gerhard Heinzmann gegründet. Die Partei trat zu Bundestags-, Landtags- und Europawahlen an, konnte aber selten Ergebnisse über 0,5 % erreichen. 2006 wurden der Versuch unternommen, die PBC mit den ebenfalls christlich orientieren Kleinparteien Deutsche Zentrumspartei und Ökologisch-Demokratische Partei unter dem Namen „Aufbruch 2009“ zu fusionieren. Der Versuch scheiterte zunächst, und die Unterstützer der Fusionsidee gründeten die AUF – Partei für Arbeit, Umwelt und Familie (AUF). Nachdem auch die AUF keine nennenswerten Wahlergebnisse einfuhr, kam es ab 2010 wieder zu einer Annäherung der beiden Parteien PBC und AUF, die schließlich zur Fusion unter dem Namen „Bündnis C“ führte. An der Bundestagswahl 2013 nahm die PBC mit Unterstützung der AUF in zwei Bundesländern teil. Auf dem Mitglieder-Parteitag der PBC stimmten über neunzig Prozent für die Fusion, auf dem Parteitag der AUF sprachen sich über achtzig Prozent der Delegierten für die Fusion aus.[7] In den Urabstimmungen stimmten 95,0 % der teilnehmenden Mitglieder der PBC und 78,7 % der teilnehmenden Mitglieder der AUF für die Fusion.[8]

Seit 2015 Bündnis C[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf ihrem Gründungsparteitag in Fulda Ende März 2015 fusionierten die Parteien AUF und PBC zu „Bündnis C – Christen für Deutschland – AUF & PBC“. Ole Steffes aus Dresden (ehemals PBC) und Karin Heepen aus Erfurt (ehemals AUF) wurden zu gleichberechtigten Bundesvorsitzenden gewählt.[9]

Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2016 trat die Partei zum ersten Mal an und erreichte im Landtagswahlkreis Enz 0,7 %. Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2016 erhielt sie 842 Stimmen, was 0,1 % der Stimmen entspricht. Bei der Kommunalwahlen in Niedersachsen 2016 konnte die Partei jeweils in der Wedemark und in Bad Essen ein Mandat erringen. Auf dem Parteitag vom 22. Oktober 2016 beschlossen die Mitglieder den Namenszusatz „AUF & PBC“ zu streichen.[10]

Eine angestrebte Kandidatur an der Bundestagswahl 2017 mit acht Landeslisten scheiterte an fehlenden Unterstützungsunterschriften, so dass die Partei lediglich in vier Wahlkreisen Direktkandidaten aufstellen konnte.[11] Diese erreichten Ergebnisse zwischen 0,2 % und 0,4 % der Erststimmen.[12]

Bundesparteitage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parteitag Datum Ort
Gründungsparteitag 28. März 2015 Fulda
Parteitag (Bundesprogramm, Satzungsänderung) 22. Oktober 2016 Eisenach
Parteitag (Vorstandswahl) 21. Oktober 2017 Hünfeld

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesvorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorsitzende Karin Heepen, Ole Steffes
Stellvertretende Vorsitzende Mathias Scheuschner, Klaus-Dieter Schlottmann, Gerd Peter Herter
Schatzmeister Antje Steffes, Friedemann Hetz (Stellvertreter)
Beisitzer Ute Büschkens-Schmidt, Martin Gohla, Brigitte Kuen, Victoria Schneider, Klaus Reifschneider, Johann Sliwa, Hans-Dieter Völlm, Andreas Wolff

Landesverbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bündnis C hat zurzeit in folgenden 8 Bundesländer Landesverbände gegründet:[13]

Landesverband Vorsitzender Mitgliederzahl Gründungsdatum Kommunale Mandate Ergebnis der letzten Wahl

des Landesparlaments

Ergebnis der letzten

Bundestagswahl 2013 (PBC)

Baden-Württemberg in Baden-Württemberg Jürgen Graalfs 800[14] 2015 0 0,0 % (2016) 0,2 %
Bayern in Bayern Johann Sliwa[15] 2015 0 n.a. n.a.
Hessen in Hessen Immanuel Kühnle[16] 2016 0 n. a. n. a.
Nordrhein-Westfalen in Nordrhein-Westfalen 2016 0 n. a. n. a.
Mecklenburg-Vorpommern in Mecklenburg-Vorpommern Christian Hauser[17] 2015 3 0,1 % (2016) n.a.
Niedersachsen in Niedersachsen Thomas Wiethe 2015 3 0,2 % (PBC, 2013) 0,1 %
Rheinland-Pfalz in Rheinland-Pfalz Andreas Wolff 2015 0 n.a. n.a.
Sachsen in Sachsen 2015 0 n.a. n.a.
Legende
  • n.a. – nicht angetreten

Jugendorganisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jugendorganisation der Partei heißt JuX (Junge Christen).

Wahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landtagswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Tabelle gibt die Landtagswahlen wieder, bei denen die Partei Bündnis C seit ihrer Gründung 2015 angetreten ist.

Wahljahr BW MV
2016 0,0 %1 0,1 %

1) Nur in einem von 70 Wahlkreisen angetreten.

Kommunale Mandate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Vorgängerparteien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mecklenburg-Vorpommern

2004 errang die PBC im Landkreis Güstrow ein Kreistagsmandat. Der Mandatsträger trat später zur AUF über und konnte zuletzt 2014 im neu zugeschnittenen, größer gewordenen Landkreis Rostock das Mandat halten.[18][19] Außerdem verfügt die Partei seit 2009 über 2 Sitze in der Gemeinde Kuchelmiß.

Saarland

Im Saarland erreichte die AUF bei der Kommunalwahl 2014 einen Sitz im Gemeinderat von Mettlach[20] sowie im Mettlacher Ortsteil Wehingen vier Sitze im Ortsrat.[21]

Eigene Mandate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niedersachsen

Bei der Kommunalwahl in Niedersachsen 2016 erreichte das Bündnis C erstmals selbst Mandate. Bei den Gemeindewahlen wurden zwei Sitze erreicht,[22] einer in Bad Essen, der andere in der Wedemark, wo die Partei sechststärkste Kraft wurde. In Hellendorf konnten dabei 11,9 % erreicht werden.[23] Mit 15,3 % bekam die Partei zudem dort einen Ortsratssitz.[24] Das Mandat in Gifhorn, das die PBC bei der Kommunalwahl 2011 erlangt hatte, ging aber verloren.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.bpb.de/politik/wahlen/wer-steht-zur-wahl/bundestag-2013/165525/pbc
  2. http://www.idea.de/politik/detail/zwei-christliche-kleinparteien-haben-sich-vereinigt-90192.html
  3. http://www.atheisten-info.at/infos/info1223.html
  4. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.bpb.deLazaros Miliopoulos, Institut für Europäische Geschichte Mainz auf den Seiten der Bundeszentrale für Politische Bildung
  5. Bündnis C - Grundsätze und Eckpunkte 3/2015 (PDF; 6,72 MB), abgerufen am 5. März 2016.
  6. Start - Bündnis C. In: buendnis-c.de. Abgerufen am 2. November 2015.
  7. AUF-Partei: Christliche Parteien AUF und PBC schließen sich zusammen
  8. PBC/AUF-Partei: Christliche Parteien stellen Weichen für Fusion
  9. Zwei christliche Kleinparteien haben sich vereinigt
  10. https://www.buendnis-c.de/index.php/aktuell/236-bundesparteitag-2016-bericht
  11. Bündnis C: Zur Bundestagswahl 2017
  12. https://www.buendnis-c.de/index.php/aktuell/274-bundestagswahl-2017-ergebnisse-unserer-direktkandidaten
  13. Landesverbände Bündnis C
  14. Mitgliederzahl Landesverband B-W
  15. Landesvorstand Bayern
  16. Landesvorstand Hessen
  17. Landesvorstand M-V
  18. Wahl der Kreistage der Landkreise sowie Stadtvertretungen/Bürgerschaften der kreisfreien Städte in Mecklenburg-Vorpommern am 13. Juni 2004. Landkreis Güstrow. Der Landeswahlleiter des Landes Mecklenburg-Vorpommern; abgerufen am 30. Juni 2011.
  19. Wahl der Kreistage der Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern am 4. September 2011 – Vorläufiges Ergebnis (Wahlgebiet: Mittleres Mecklenburg, Landkreis) (PDF) kreis-gue.de. 5. September 2011. Abgerufen am 23. Oktober 2011.
  20. http://www.mettlach.de/02_verwaltung/gemeinderat.asp
  21. http://www.mettlach.de/02_verwaltung/ortsraete.asp
  22. http://www.aktuelle-wahlen-niedersachsen.de/KW2016/GW/000.html
  23. http://wedemark.wahlen-aktuell.de/kommunalwahlen2016/
  24. http://wedemark.wahlen-aktuell.de/kommunalwahlen2016/orhe.html