Büsing-Park

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Blick vom Büsing-Park auf das Büsing-Palais

Der Büsing-Park ist ein in der Innenstadt von Offenbach am Main gelegener Volkspark, der sich entlang der Berliner Straße bis zur Kaiserstraße erstreckt. Der Park umgibt das Büsing-Palais, in dem auch die Stadtbibliothek Offenbach untergebracht ist, und grenzt an den Lili-Park mit dem dortigen Lili-Tempel, welcher 1775 von Johann Wolfgang von Goethe und seiner Geliebten Lili Schönemann als Sommerresidenz genutzt wurde. Der Park ist gemeinsam mit dem Büsing-Palais Kulturdenkmal nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der heutige Büsing-Park wurde 1790 im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt und gehörte als privater Garten zum Herrenhaus, welches die Fabrikantenfamilien Bernard und d’Orville errichteten. Die im Park zahlreich wachsenden Stieleichen stammen vermutlich noch aus dieser Zeit.[1] Der Hamburger Kaufmann Adolf Büsing, ein Nachkomme der Familie d´Orville, erwarb das Grundstück 1890. Er ließ um die dem Erwerb folgende Jahrhundertwende im Zuge des Umbaus des Herrenhauses den mittlerweile verwilderten Park neu gestalten. 1921 erwarb die Stadt Offenbach das Palais zur Nutzung als Rathaus. Seitdem ist der Park öffentlich zugänglich und trägt den Namen Büsing-Park.[2]

Zwischen 2006 und 2007 wurde der Park neu gestaltet. So wurden unter Berücksichtigung der historischen Strukturen aus dem 19. Jahrhundert unter anderem die Wegeführungen verändert.[3]

Einrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monopteros

Etwa 1790 entstand auf einer kleinen Anhöhe ein ursprünglich wohl als Bühne für Musikdarbietungen gedachter, 2004 mit finanzieller Unterstützung des Landesamtes für Denkmalpflege sanierter, offener Rundtempel im Rokokostil. Ursprünglich war der Tempel innen mit aufwändigen Stuckarbeiten ausgestattet und wies wahrscheinlich auch Malereien auf. Im Inneren des Hügels soll es einen Keller gegeben haben, in dem Stühle aufbewahrt werden konnten.[4]

Hin zur Kaiserstraße findet sich ein Scheintor. Dieses war niemals Portal, sondern als Sitznische gedacht und wurde um 1900 errichtet. Architekt war Wilhelm Manchot. Der Park steht gemeinsam mit dem Büsing-Palais unter Denkmalschutz.[4]

Im Park finden sich viele Kunstwerke, darunter Plastiken von Hans Mettel, Wilhelm Rietschel und Karlgeorg Hoefer[5]. Ein Spielplatz, ein Bouleplatz, Wasserspiele, ein Springbrunnen und viele Parkbänke runden das Freizeitangebot des Parks ab.

Lichterfest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das alljährlich im August stattfindende Lichterfest wird von der Stadt Offenbach organisiert und von Vereinen, Initiativen, Kirchen sowie religiösen Gruppierungen gestaltet. 2014[6] und 2015[7] wurden jeweils 70.000 Kerzen im Park zu verschiedenen Motiven angeordnet. Neben einem umfangreichen kulinarischen Angebot ist das musikalische Rahmenprogramm mit der Neuen Philharmonie Frankfurt Höhepunkt und fester Bestandteil des Festes.

Das Lichterfest fand am 18. August 2004 aus Anlass des 50-jährigen Großstadtjubiläums zum ersten Mal statt.[8] Die Neue Philharmonie gab aus diesem Anlass ein Dankeschönkonzert, da sie von der Stadt das Capitol als Probedomizil zur Verfügung gestellt bekommen hatte. Aufgrund des Erfolgs der Zusammenarbeit hat sich das Konzert als fester Bestandteil des Festes etabliert.[9]

Seit 2014 ist aus Sicherheitsgründen die Besucherzahl auf etwa 7000 bis 8000 Personen begrenzt. Um dies zu gewährleisten, wird seitdem ein Eintritt in Höhe von 2.– bis 3.– Euro erhoben.[10][11]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Büsing-Park befinden sich der Regina-Jonas-Weg[12], der Max-Dienemann-Weg[13], sowie der Salomon-Formstecher-Weg[14]. Diese Benennung erinnert an drei Rabbiner, deren Wirken mit der Stadt Offenbach sowie der in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen ehemaligen Synagoge verbunden ist.

Zwischen Büsing-Park und Lili-Park wurde 2005 der Sophie-von-Laroche-Platz angelegt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Büsing-Park – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Offizieller Internetauftritt der Stadt Offenbach am Main zum Büsing-Park

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Scheller: Die Offenbacher Baumwelt. In: ovfn.de. Offenbacher Verein für Naturkunde, Mai 1970, S. 10 ff., S. 12, abgerufen am 23. November 2015 (PDF-Datei; 1,45 MB).
  2. Der Büsing-Park – Garten im Herzen der Stadt. Auf: offenbach.de, vom 2. Oktober 2006, abgerufen am 4. Mai 2016.
  3. Drucksache DS I (A) 34. In: pio.offenbach.de. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Offenbach am Main, 22. Juni 2006, abgerufen am 23. November 2015.
  4. a b Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Herrnstraße 80-84/Kaiserstraße 83. In: DenkXweb, Online-Ausgabe von Kulturdenkmäler in Hessen.
  5. Leonore Blume und Angelika Amborn-Morgenstern: Offenbach Blickfang Kunst. Offenbacher Editionen, Berthold 1998, S. 30ff., ISBN 978-3-9806334-1-3.
  6. Lichterfest 2014. In: offenbach.de. Stadt Offenbach, 2014, archiviert vom Original am 4. März 2016, abgerufen am 4. Mai 2016 (PDF; 253 kB).
  7. Markus Terharn: Tatort Büsingpark: 70.000 Kerzen für Lichterfest und Konzert in Offenbach übergeben. In: op-online.de. 28. Juli 2015, abgerufen am 4. Mai 2016.
  8. Drucksache I (A) 724. In: pio.offenbach.de. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Offenbach am Main, 9. September 2004, abgerufen am 4. Mai 2016.
  9. Lichterfeste im Offenbacher Büsingpark. Auf: bistummainz.de, abgerufen am 4. Mai 2016.
  10. Lichterfest im Büsingpark: Besucherzahl wird begrenzt und Eintritt fällig. In: op-online.de. 6. Juni 2014, abgerufen am 4. Mai 2016.
  11. Markus Terharn: Lichterfest 2015 in Offenbach lockt fast 8000 Besucher in den Büsingpark. In: op-online.de. 3. August 2015, abgerufen am 4. Mai 2016.
  12. Benennung eines Weges im Büsing-Park nach Rabbinerin Regina Jonas. In: Frankfurter Rundschau, Ausgabe 4, vom 14. August 2002, Seite I. Zitiert nach: dienemann-formstecher.de, abgerufen am 17. Oktober 2014.
  13. Lehrer wider den Ungeist. In: fr-online.de. 8. April 2009, abgerufen am 17. Oktober 2014.
  14. Ehrung für Regina Jonas und Salomon Formstecher: Wegbennenung in der Offenbacher Innenstadt. Auf: judentum.net. Vom 12. August 2002, abgerufen am 17. Oktober 2014.

Koordinaten: 50° 6′ 27″ N, 8° 45′ 33″ O