Březiny

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Březiny (Begriffsklärung) aufgeführt.
Březiny
Březiny führt kein Wappen
Březiny (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Pardubický kraj
Bezirk: Svitavy
Fläche: 720 ha
Geographische Lage: 49° 41′ N, 16° 7′ O49.6916.116111111111605Koordinaten: 49° 41′ 24″ N, 16° 6′ 58″ O
Höhe: 605 m n.m.
Einwohner: 158 (1. Jan. 2013) [1]
Postleitzahl: 569 95 - 572 01
Kfz-Kennzeichen: E
Verkehr
Straße: Křižánky - Telecí
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Stanislav Mešťan (Stand: 2009)
Adresse: Březiny 36
572 01 Polička
Gemeindenummer: 577898
Website: www.breziny.net
Blick von Friedhof gegen Ost
Blick vom Friedhof gegen West

Březiny (deutsch Brzezina, 1939-45 Birkicht) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt elf Kilometer westlich von Polička und gehört zum Okres Svitavy.

Geographie[Bearbeiten]

Die Streusiedlung Březiny befindet sich im Südosten der Saarer Berge. Der Ort erstreckt sich an den Hängen linksseitig der Svratka. Nördlich erheben sich die Rybenské Perníčky (748 m), südöstlich der Hatě (655 m), im Süden der Vysoký kopec (806 m), westlich die Čtyří Palice (732 m) und Milovské Perníčky (732 m) sowie im Nordwesten der Zkamenělý zámek (775 m) und Bubnovaný kopec (780 m). Die zu Böhmen gehörige Ansiedlung liegt unmittelbar nördlich der durch den Lauf der Svratka gebildeten historischen Landesgrenze zu Mähren.

Nachbarorte sind Damašek im Norden, Pustá Rybná und Landráty im Nordosten, Světy, Maděra und Telecí im Osten, Krásné und Mrhov im Südosten, Daňkovice, Zálesí und Podlesí im Süden, České Milovy im Südwesten, Křižánky im Westen sowie Česká Cikánka, Moravská Cikánka und Karlštejn im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Der zur böhmischen Herrschaft Richenburg gehörige Ort entstand im 17. Jahrhundert. Alte Überlieferungen berichten dass während des Dreißigjährigen Krieges die Bewohner umliegender Dörfer vor den Schweden in das morastige und unzugängliche Gebiet flüchteten und sich hier verbargen. Auf den auf verschiedenen Stellen in die Wälder gehauenen Schlägen legten sie Felder an. Andere Quellen geben an, dass nach der Schlacht am Weißen Berg Protestanten in den abgelegenen Wäldern Zuflucht gesucht hatten. Eine dörfliche Struktur entstand dabei nicht. Am gegenüberliegenden mährischen Ufer befand sich das Dorf Bezděkov, das von den Schweden oder während der Türkeneinfälle niedergebrannt wurde. Es wurde nicht mehr aufgebaut und seine Fluren bewaldeten wieder.

1696 gründeten die Herren Berka von Dubá und Lipá in der Brzezina eine herrschaftliche Glashütte. Die erste schriftliche Erwähnung der Siedlung Brzezina erfolgte 1702. Die Berkahütte hatte ihre Blütezeit zwischen 1750 und 1800, als sie durch flache bemalte oder geschliffene Flaschen bekannt wurde. In dieser Zeit bestanden in Brzezina drei Eisenhämmer, wovon einer auf der mährischen Seite der Svratka gelegen war. Außerdem lebten die Bewohner von der Holzfällerei und Köhlerei für die Hammerwerke. Im 19. Jahrhundert erloschen alle drei Hämmer, der Bedarf an Holzkohle konnte durch die zunehmende Abholzung der Laubwälder nicht mehr gedeckt werden.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Březiny 1850 eine Gemeinde im politischen Bezirk Polička. 1896 lebten in dem Dorf 715 Menschen. Um 1900 lebten die meisten der Bewohner des Ortes von der Landwirtschaft. In den Wintermonaten arbeiteten sie im Forst und verarbeiteten Flachs zu Leinzeug, das sie in Borová verkauften. In den 1930er Jahren hatte Březiny 574 Einwohner, darunter waren auch die 180 Slowaken, die in den Wäldern halfen, die Folgen der Schneebruchkatastrophe von 26. und 27. Oktober 1930 zu beseitigen. In den 1950er und 1960er Jahren erfolgte ein starker Rückgang der Einwohnerzahl durch Abwanderung. 1961 kam der Ort zum Okres Svitavy.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Josef Václav Justin Michl (1810–1862), Pseudonym Drašar, der Priester und Schriftsteller verlebte sein Lebensende in einer kleinen Chaluppe in Březiny und ist auf dem örtlichen Friedhof beigesetzt. Tereza Nováková beschreibt in ihrem Roman "Drašar", die tragische Geschichte Michls, der sich als Lehrer am Piaristenkolleg von Pest geringgeschätzt fühlte und nach Březiny zog. Hier verliebte er sich in Josefa Maděrová, die bei der Geburt seiner Tochter starb.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Luňáček-Linde
  • Naturreservate Milovské Perníčky, Rybenské Perníčky, Zkamenělý zámek und Čtyří Palice
  • Geschützte Luňáček-Linde (Luňáčkova lípa), die 300-500 jährige Winterlinde hat einen Stammumfang von 6 m und ist 30 m hoch.
  • sogenannte Falze, Vierseithöfe in Blockbauweise aus der Zeit der deutschen Kolonisation
  • Kapelle des hl. Rochus
  • Drašar-Linde (Drašarova lípa), neben der Chaluppe am Rande der Ansiedlung in der Drašar das Ende seine Lebens verbrachte
  • Gedenktafel für Drašar auf dem Friedhof

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Březiny – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2013 (PDF; 543 KiB)