Březová nad Svitavou

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Březová nad Svitavou
Wappen von Březová nad Svitavou
Březová nad Svitavou (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Pardubický kraj
Bezirk: Svitavy
Fläche: 1270 ha
Geographische Lage: 49° 39′ N, 16° 31′ OKoordinaten: 49° 39′ 8″ N, 16° 30′ 51″ O
Höhe: 383 m n.m.
Einwohner: 1.666 (1. Jan. 2018)[1]
Postleitzahl: 569 02
Verkehr
Straße: SvitavyLetovice
Bahnanschluss: Brno–Česká Třebová
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Martin Kiss (Stand: 2007)
Adresse: Moravské náměstí 1
569 02 Březová nad Svitavou
Gemeindenummer: 505145
Website: www.brezova.cz

Březová nad Svitavou (deutsch Brüsau) ist eine Stadt im Okres Svitavy in Tschechien.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt und Umgebung

Die Kleinstadt liegt in Mähren 13 Kilometer südlich von Svitavy (deutsch: Zwittau) an der Svitava und befindet sich in der Böhmisch-Mährischen Höhe am linken Ufer der Svitava.

Östlich erhebt sich der 535 m hohe Farský kopec. Durch den Ort führt die Europastraße 461/Staatsstraße 43 von Svitavy nach Letovice (Lettowitz).

Nachbarorte sind Dlouhá im Norden, Horní Hynčina im Nordosten, Rudná und Želívsko im Osten, Horákova Lhota, Dobrošov und Sibíř im Südosten, Zářečí, Mariánské Údolí, Moravská Chrastová, Podlesí und Brněnec im Süden, Nová Amerika und Bělá nad Svitavou im Südwesten sowie Banín im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bartholomäuskirche
Wohnhäuser
Straßenzug

Die erste urkundliche Erwähnung des zur bischöflichen Herrschaft Svitavy gehörigen Dorfes Bresovia erfolgte im Jahre 1295 in einer Urkunde des Bistums Olmütz. Vladislav II. verlieh dem Ort am 1. August 1497 die Stadtrechte sowie das Privileg zur Abhaltung eines achttägigen Jahrmarktes. Zur Stadt gehörten die Dörfer Mährisch Wiesen und Mußlau, letzteres wurde 1850 eingemeindet.

In dem Städtchen spielte das Handwerk eine große Rolle. Schon seit dem 16. Jahrhundert besaßen die Schuhmacher ihre Zunft und die Schneider-, Bäcker-, Schmiede-, Metzger- und Weberinnungen entstanden im nachfolgenden Jahrhundert. Daneben trieb das Wasser der Svitava Mühlen an und das Brüsauer Mehl genoss einen guten Ruf.

Einen wirtschaftlichen Aufschwung brachte der Bau der Eisenbahn von Prag über Brünn nach Wien, auf der am 1. Jänner 1849 der erste Zug rollte. Es siedelten sich in der Folge Textilfabriken, eine Papierfabrik und ein Sägewerk an. Am 4. November 1869 begann der zweigleisige Verkehr auf der Eisenbahnhauptstrecke.

Seit 1850 gehörte die Stadt zum politischen Bezirk Mährisch Trübau und zum Gerichtsbezirk Zwittau. 1880 lebten in Brüsau 1918 Menschen. Zwischen 1911 und 1913 entstand in Mußlau das I. Brüsauer Wasserwerk zur Trinkwasserversorgung von Brünn. Nach dem Münchner Abkommen wurde Brüsau, dessen Einwohner zu etwa 2/3 Deutsche waren, ins Deutsche Reich eingegliedert und gehörte von 1939 bis 1945 zum Landkreis Zwittau, Regierungsbezirk Troppau, im Reichsgau Sudetenland.

Nach Kriegsende erfolgte die Vertreibung der deutschen Bevölkerung und 1945 wurden die Stadtrechte nicht erneuert. 1948 wurde der Ortsteil Muzlov zur Vergrößerung des Trinkwasserschutzgebietes ausgesiedelt und renaturiert; lediglich ein Haus und die Kapelle blieben erhalten. 1972 begann der Bau der II. Wasserwerkes, das 1975 vollendet wurde.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1900 1.735 deutsche Einwohner[2]
1930 1.506 [3]
1939 1.286 [3]
Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs[4]
Jahr 1970 1980 1991 2001 2003
Einwohner 1.490 1.500 1.376 1.379 1.518

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Březová nad Svitavou sind keine Ortsteile ausgewiesen. Zur Stadt gehören die Ortslagen Dlouhá (Böhmisch Wiesen), Moravská Dlouhá (Mährisch Wiesen), Muzlov (Mußlau) und Zářečí (Hinterwasser).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Bartholomäus

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Březová nad Svitavou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2018 (PDF; 421 KiB)
  2. Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 3, Leipzig und Wien 1905, S. 507.
  3. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Zwittau. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  4. http://www.czso.cz Czeski Urząd Statystyczny