BAA 1946/47

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Basketball Association of America
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Dauer 1. November 1946 –
31. März 1947
Saisonspiele je Team Zwischen 60 und 61
Anzahl der Teams 11
Top Seed
Beste Bilanz Washington Capitols
Top scorer Joe Fulks (Philadelphia Warriors)
Playoffs
Eastern Division-Champion Philadelphia Warriors
Western Division-Champion Chicago Stags
Finals
BAA-Meister Philadelphia Warriors

Die BAA-Saison 1946/47 war die erste Saison der Basketball Association of America, die später mit der National Basketball League zur National Basketball Association fusioniert wurde. Daher gilt die Saison auch als erste Saison der NBA. In der ersten Saison gehörten 11 Mannschaften zur Liga und jede Mannschaft bestritt 60 Spiele. Das erste Spiel fand am 1. November 1946 vor 7090 Zuschauern in den Maple Leaf Gardens statt. Die New York Knicks besiegten die Toronto Huskies mit 68:66 und Ossie Schectman von den Knicks erzielte den ersten Korb in diesem Spiel, der heute als erster Korb der NBA-Geschichte zählt.[1]

Die reguläre Saison begann am 1. November 1946 und endete nach 331 Spielen am 31. März 1947. Für die Play-offs qualifizierten sich insgesamt sechs Teams. Die Postseason begann am 2. April und endete am 22. April mit 4—1 Finalsiegen der Philadelphia Warriors über die Chicago Stags.

Saisonnotizen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Besitzer einigten sich auf die Empfehlungen, keinen Collegespieler vor seiner erwarteten Graduierung zu verpflichten und die Teams nach Städten statt Firmen zu benennen (die Fort Wayne Pistons gaben ihren Namen Fort Wayne Zollner Pistons erst spät in den 1950er Jahren vor dem Umzug nach Detroit auf).
  • Die Besitzer einigten sich vor der Saison auf 12-Minuten-Viertel, eine Gehaltsgrenze von 55.000 Dollar inklusive Coach und Trainer, eine Essenspauschale von 4 Dollar bei Auswärtsspielen, sowie eine maximale Teamstärke von zwölf Spielern, von denen mindestens acht antreten mussten, wobei Toronto die Erlaubnis hatte, zwei zusätzliche kanadische Spieler zu verpflichten, um das Interesse am Spiel zu steigern.
  • Bei den Eigentümertreffen vor der Saison gab es auch eine Anfrage nach Regelungen, die „in Hinsicht auf die Verpflichtung von Spielern als diskriminierend ausgelegt werden könnten“ und der Vorstand bestimmte, dass eine solche Regelung nicht existierte. Wahrscheinlich wurde auf die Gentlemen's Agreements der Major League Baseball und der National Football League angespielt.[2]
  • Die 331 Spiele wurden von durchschnittlich 3142 Zuschauern besucht. Wegen der schlechten Zuschauerzahlen erwog man Doubleheader, was sich in der laufenden Saison als schwierig erweisen sollte und als Alternative dazu wurde sogar die Möglichkeit von 15-Minuten-Vierteln diskutiert.

Abschlusstabellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pl. = Rang,  = Für die Playoffs qualifiziert, Sp = Anzahl der Spiele, S—N = Siege—Niederlagen, % = Siegquote (Siege geteilt durch Anzahl der bestrittenen Spiele), GB = Rückstand auf den Führenden der Division in Anzahl der Siege, Heim = Heimbilanz, Ausw. = Auswärtsbilanz, Div. = Bilanz gegen die Divisionsgegner

Eastern Division[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BAA 1946/47 (USA)
Washington
Washington
Philadelphia
Philadelphia
New York
New York
Providence
Providence
Boston
Boston
Toronto
Toronto
Chicago
Chicago
St. Louis
St. Louis
Cleveland
Cleveland
Detroit
Detroit
Pittsburgh
Pittsburgh
BAA 1946/47: Western Division in Rot, Eastern Division in Blau
Pl. Mannschaft Sp S—N % GB Heim Ausw. Div.
1. Washington Capitols 60 49—11 .817 29—10 20—10 21—50
2. Philadelphia Warriors 60 35—25 .583 14 23—70 12—18 19—11
3. New York Knickerbockers 60 33—27 .550 16 18—12 15—15 11—17
4. Providence Steamrollers 60 28—32 .467 21 19—11 09—21 12—18
5. Boston Celtics 60 22—38 .367 27 14—16 08—22 11—19
6. Toronto Huskies 60 22—38 .367 27 15—15 07—23 10—20

Western Division[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pl. Mannschaft Sp S—N % GB Heim Ausw. Div.
1. Chicago Stags 61 29—19 .639 22—90 17—13 17—80
2. St. Louis Bombers 61 38—23 .623 1 22—80 16—15 20—50
3. Cleveland Rebels 60 30—30 .500 8,5 17—13 13—17 10—14
4. Detroit Falcons 60 20—40 .333 18,5 12—18 08—22 08—16
5. 00Pittsburgh Ironmen00 60 15—45 .250 23,5 11—19 04—26 06—18

Führende Spieler in Einzelwertungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorie Spieler Mannschaft Wert
Punkte Joe Fulks Philadelphia Warriors 1389
Wurfquote Bob Feerick Washington Capitols 40,1 %
Freiwurfquote Fred Scolari Washington Capitols 81,1 %
Assists Ernie Calverley Providence Steamrollers 202
200 Körbe nötig.
125 Freiwürfe nötig. Scolari traf 146 von 180.
  • Mit 208 beging Stan Miasek von den Detroit Falcons die meisten Fouls.
  • Joe Fulks machte durchschnittlich 23,8 Punkte pro Spiel. Seine Freiwurfquote betrug 73 %. Er traf 439 von 601. Insgesamt fünf der Top Ten-Freiwerfer erzielten mehr Freiwürfe als Scolari.
  • Bis zur Saison 1968/69 wurden den Statistiken in den Kategorien „Punkte“ und „Assists“ die insgesamt erzielten Leistungen zu Grunde gelegt und nicht die Quote pro Spiel. Rebounds werden erst seit der Saison 1950/51 erfasst.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Playoffs-Baum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  Viertelfinals Halbfinals BAA-Finals
                           
  E1  Washington Capitols 2    
  W1  Chicago Stags 4  
    E2  Philadelphia Warriors 4
  W1  Chicago Stags 1
  W2  St. Louis Bombers 1      
E2  Philadelphia Warriors 2  
  E2  Philadelphia Warriors 2
  E3  New York Knickerbockers 0  
W3  Cleveland Rebels 1
 
  E3  New York Knickerbockers 2  

Playoffs-Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bestplatzierten Teams beider Divisionen spielten ein Halbfinale, bei dem die Washington Capitols auf Grund der besseren Saisonbilanz Heimrecht hatten. Die Halbfinals der Divisionsbesten und die BAA-Finals wurden nach dem Modus „Best of Seven“ ausgetragen. Die Viertelfinals und die Halbfinals der Verfolger hingegen nach dem „Best of Three“-Modus. In den Halbfinals wurden die Divisionssieger ermittelt. Die Playoffs begannen am 2. April.

Viertelfinals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philadelphia Warriors 2, St. Louis Bombers 1
Mittwoch, 2. April: Philadelphia 73 — 68 St. Louis
Sonnabend, 5. April: St. Louis 73 — 51 Philadelphia
Sonntag, 6. April: St. Louis 59 — 75 Philadelphia

New York Knickerbockers 2, Cleveland Rebels 1
Mittwoch, 2. April: Cleveland 77 — 51 New York
Sonnabend, 5. April: New York 86 — 74 Cleveland
Mittwoch, 9. April: New York 93 — 17 Cleveland

Halbfinals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chicago Stags 4, Washington Capitols 2
Mittwoch, 2. April: Washington 65 — 81 Chicago
Donnerstag, 3. April: Washington 53 — 69 Chicago
Dienstag, 8. April: Chicago 6755 Washington
Donnerstag, 10. April: Washington 76 — 69 Chicago
Sonnabend, 12. April: Chicago 55 — 67 Washington
Sonntag, 13. April: Chicago 66 — 61 Washington

Philadelphia Warriors 2, New York Knickerbockers 0
Sonnabend, 12. April: Philadelphia 82 — 73 New York
Montag, 14. April: New York 53 — 72 Philadelphia

BAA-Finals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philadelphia Warriors vs. Chicago Stags[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die Team-Foul-Grenze erst Mitte der 50er Jahre eingeführt wurde, sind die Finals aus heutiger Sicht auf Grund der Rekordzahl an Fouls bemerkenswert. Nie gab es in einer Finalserie von fünf Spielen mehr Disqualifikationen, nämlich neun durch Philadelphia und acht durch Chicago. Den persönlichen Rekord hält dabei Art Hillhouse mit fünf vor Chuck Gilmur aus Chicago mit vier Disqualifikationen, beides Leistungsträger ihrer Teams. Der Warrior Hillhouse stellte mit seinen 25 individuellen Fouls in dieser Serie einen bis 1953 geltenden Rekord auf.

Die meisten Finalserienpunkte eines Rookies pro Spiel erzielte Joe Fulks aus Philadelphia am 16. und 22. April 1947 mit 37 und 34 Punkten. Dabei handelte es sich um einen Rekord, der erst 1980 durch Magic Johnson gebrochen werden sollte.

Die Finalergebnisse:
Mittwoch, 16. April: Philadelphia 84 — 71 Chicago
Donnerstag, 17. April: Philadelphia 85 — 74 Chicago
Sonnabend, 19. April: Chicago 72 — 75 Philadelphia
Sonntag, 20. April: Chicago 74 — 73 Philadelphia
Dienstag, 22. April: Philadelphia 83 — 80 Chicago

Die Philadelphia Warriors werden mit 4—1 Siegen zum ersten Mal BAA-Meister. Da die NBA als Kontinuum der BAA angesehen wird, gilt der Meistertitel historisch ebenso als NBA-Meisterschaft.

Die Meistermannschaft der Philadelphia Warriors[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philadelphia Warriors
Angelo Musi, Jerry Fleishman, Jerry Rullo, George Senesky, Ralph Kaplowitz, Joe Fulks, Howie Dallmar, Matt Guokas Sr., Petey Rosenberg, Art Hillhouse

Head Coach: Edward Gottlieb

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • BAA 1946/47 in der Datenbank von basketball-reference.com

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Do you know who scored THE FIRST BASKET in the NBA?. thefirstbasket.com. Archiviert vom Original am 25. Juni 2003. Abgerufen am 7. Juni 2012.
  2. N.N.: Basketball Association of America League Minutes 1946-1949. Auf: Association of Professional Basketball Research—Website; 29. Mai 2006. Abgerufen am 7. November 2018 (in Englisch).