Siegfried PharmaChemikalien Minden

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Siegfried PharmaChemikalien Minden GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1935
(Handelsregistereintrag als Chemische Werke Minden GmbH)

2000
(Ausgliederung aus Knoll AG als BASF Pharmachemikalien GmbH & Co. KG)

Sitz Minden, Deutschland
Leitung Gerwin Specka (Geschäftsführer)
Mitarbeiter rund 340[1]
Branche Pharma
Werk der Siegfried PharmaChemikalien Minden GmbH
Werk der Siegfried PharmaChemikalien Minden GmbH

Die Siegfried PharmaChemikalien Minden GmbH ist ein chemisches Werk im nordrhein-westfälischen Minden, Deutschland. Als Tochter der Siegfried Holding AG aus Zofingen in der Schweiz produziert sie Chemikalien für die Pharmaindustrie.

Die Pharmaproduktion in Minden geht auf ein durch die Knoll AG aus Ludwigshafen am Rhein im Jahr 1939 eingerichtetes Werk zurück, welches bis ins Jahr 2000 als Knoll-Zweigwerk betrieben wurde. Im August 2000 entschied jedoch der BASF-Konzern, zu dem die Knoll AG inzwischen gehörte, den Bereich Pharmachemikalien als BASF PharmaChemikalien GmbH & Co. KG auszugliedern. Das Unternehmen zählte zuletzt zum BASF-Unternehmensbereich „Nutrition & Health“, bis es im Jahr 2015 von der BASF AG an die heutige Muttergesellschaft verkauft wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Führung der Knoll AG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Knoll AG geht auf den Firmengründer, den Chemiker Albert Knoll, zurück. Er erfand eine Möglichkeit, Morphin chemisch in Codein umzuwandeln und damit eine wesentlich billigeres Verfahren, diesen Wirkstoff gegen Husten und Schmerzen herzustellen. Die Produktion nahm die von ihm gegründete Knoll AG bereits 1886 in Ludwigshafen auf. Eine Kommission des Heeres-Sanitätsinspekteurs forderte 1935 eine Verlagerung der Produktion an einen sicheren Standort. Die bisherige Fertigung der Knoll AG lag aus deren Sicht zu nahe an der Grenze nach Frankreich und man hielt die Gefahr für zu groß, dass französische Truppen die Produktion wichtiger Medikamente stören könnten. Die Kommission bezeichnete Osnabrück - Minden als solche sichere Region. Minden bekam den Vorzug, weil es guten Anschluss an die Bahnstrecke Köln - Berlin und an den Mittellandkanal hatte. Das Werk wurde noch im selben Jahr ins Handelsregister eingetragen. 1939 nahm es an der Karlsstraße die Produktion auf; die Fabrikanlagen wurden aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit einer Kläranlage und einem neuen Verwaltungsgebäude erweitert.[2]

Im September 1975 übernahm die BASF AG aus Ludwigshafen die Aktienmehrheit und führte das Unternehmen als Tochtergesellschaft unter dem bisherigen Namen weiter.

BASF PharmaChemikalien GmbH & Co. KG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Umstrukturierung der BASF ist das Werk Minden im Juni 2000 als BASF PharmaChemikalien GmbH & Co. KG aus der BASF Tochter Knoll ausgegliedert und dem Bereich „BASF Feinchemie“ unterstellt worden. Unter diesem Namen wurden Pharmawirkstoffe innerhalb der BASF-Gruppe hergestellt. Der Unternehmenssitz war am Standort der Muttergesellschaft in Ludwigshafen am Rhein. Weil das Werk Minden bereits aus der Knoll AG ausgegliedert war, verblieb es auch weiter im BASF-Konzern, als im Jahr 2001 der gesamte übrige, durch die Tochter Knoll geführte pharmazeutische Bereich an die amerikanische Abbott Laboratories verkauft wurde.

Im Jahr 2012 waren am Standort rund 350 Mitarbeiter beschäftigt.[3] Im selben Jahr wurden in Minden 21 Auszubildende in den Berufen Chemikant, Laborant und Produktionsfachkraft Chemie ausgebildet.[4] Die Leitung des Werks übernahm am 14. Februar 2012 Marco Millies vom zuvor langjährigen Geschäftsführer Werner Biffar.

Siegfried PharmaChemikalien Minden GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr 2015 wurde bekannt, dass die BASF ihr Geschäft mit Pharmawirkstoffen bis zum Herbst an Siegfried Holding verkaufen wird. Von der Transaktion war neben den Produktionsstandorten Evionnaz, Schweiz und Saint-Vulba in Frankreich auch das Werk in Minden betroffen.[5]

Die neue Eigentümerin änderte am 15. Oktober 2015 den Namen in Siegfried PharmaChemikalien Minden GmbH und verlegte gleichzeitig den Sitz der Firma von Ludwigshafen am Rhein ins westfälische Minden.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier werden 80 Einzelstoffe hergestellt. Es werden vor allem Chemikalien der Wirkstoffgruppen Ephedrine und Purine für die Pharmaindustrie und Koffein für die Lebensmittelindustrie produziert.

Wirtschaftsdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Standort Minden arbeiten etwa 350 Mitarbeiter, davon 19 Auszubildende (2013). Mit den im Werk hergestellten Produkten erzielte die BASF einen jährlichen Umsatz von annähernd 140 Millionen Euro.

Im September 2006 wurde ein Plan zur Sanierung des Standortes Minden bekannt gegeben. Der Standort wird neu ausgerichtet.

Im Jahr 2012 wurde bekannt, dass die BASF die Produktion von Kolliphor aus Kankakee, IL (USA) nach Minden verlegt. Dadurch entsteht in Minden eine zentrale Produktionsanlage.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Siegfried PharmaChemikalien Minden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Facts & Figures auf der Webseite der Siegfried AG, abgerufen am 22. März 2017
  2. Stadt Minden (Hrsg.): Minden, Zeugen und Zeugnisse seiner städtebaulichen Entwicklung. Minden 1979, S.115.
  3. Positive Impulse für den Standort Minden. In: Mindener Tageblatt, 12. Mai 2012
  4. Das beste Team, Interview mit Geschäftsführer PD Dr. Marco Millies. In: Mindener Tageblatt, 20. Oktober 2012, abgerufen am 8. Januar 2013
  5. BASF verkauft Teile des Pharmageschäfts. In: Handelsblatt, 7. Mai 2015, abgerufen am 30. Januar 2016
  6. Mindener Tageblatt: Positive Impulse für den Standort Minden, Ausgabe vom 12. Mai 2012

Koordinaten: 52° 17′ 53,5″ N, 8° 56′ 30″ O