BBC micro:bit

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Rückseite des BBC micro:bit

Der BBC micro:bit ist ein preiswerter Einplatinencomputer, der von der British Broadcasting Corporation im Juli 2015 vorgestellt wurde. Vorrangiges Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Schulbildung im Bereich der Informationstechnik. Das Gerät ist als Einplatinencomputer auf der Basis eines ARM-Mikrocontrollers realisiert und kann mittels verschiedener webbasierter Entwicklungsumgebungen programmiert werden.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der BBC micro:bit wurde ab 2012 von der BBC entwickelt und im Juli 2015 vorgestellt. Nachdem ursprünglich die Auslieferung im Oktober des gleichen Jahres beginnen sollte, ist das Gerät nach Verzögerungen seit März 2016 verfügbar. Seitdem wurden mit Unterstützung verschiedener Partner mehr als eine Million Geräte kostenlos an 11- bis 12-jährige Schüler in Großbritannien verteilt. Vergleichbare Initiativen gibt es außerdem in den Niederlanden und in Island.

Der Name des Geräts nimmt Bezug auf den Heimcomputer BBC Micro des britischen Computerunternehmens Acorn, der in den 1980er Jahren verfügbar war und von der BBC für Lehrzwecke unterstützt wurde. Die Verantwortung für die weitere Verbreitung und Unterstützung des BBC micro:bit, der über verschiedene Elektronikhändler auch für Privatpersonen erhältlich ist, wurde ab Oktober 2016 an eine gemeinnützige Stiftung mit dem Namen Micro:bit Educational Foundation übertragen.

Mit dem Calliope mini ist seit August 2017 über den Cornelsen Verlag ein vergleichbarer, deutlich teurerer Computer erhältlich, der in Deutschland entwickelt wurde. Dieser ist Code-kompatibel zum BBC micro:bit, besitzt jedoch zusätzlich zu dessen Hardware-Ausstattung weitere Bauteile wie einen Lautsprecher, ein Mikrofon und eine RGB-Leuchtdiode.

Der Preis des BBC micro:bit für Privatanwender beträgt je nach Anbieter rund 11–13 £ beziehungsweise rund 16–30 (Stand August 2017).

Hardware[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem BBC micro:bit sind in Form eines eingebetteten Systems alle relevanten Hardwarekomponenten vorhanden. Auf einer beidseitig bestückten Platine mit den Abmessungen 43 mm × 52 mm befindet sich als Prozessor ein Mikrocontroller vom Typ ARM Cortex-M0 (Nordic nRF51822) mit 32-Bit-Architektur und 16 MHz Taktfrequenz einschließlich 256 KB Flash-Speicher und 16 KB statischem RAM sowie Unterstützung für die Funktechnik Bluetooth Low Energy.

Zur Datenein- und Ausgabe stehen zwei Taster für programmierbare Benutzerinteraktionen und 25 in einem 5×5-Raster angeordnete Leuchtdioden zur Verfügung. Über einen weiteren Taster erfolgt das Zurücksetzen beziehungsweise Neustarten des Systems. Das Gerät ist außerdem mit einem Beschleunigungssensor (NXP/Freescale MMA8652) und einem Magnetometer (NXP/Freescale MAG3110) ausgestattet.

Darüber hinaus ist auf der Platine eine Platinensteckerleiste mit GPIO-Anschlüssen vorhanden, von denen drei einen Kontakt mittels Krokodilklemmen oder Bananensteckern ermöglichen. Verschiedene dieser Anschlüsse sind über einen Analog-Digital-Umsetzer als analoge Eingänge sowie für eine Kommunikation über I²C oder SPI nutzbar. Zwei weitere über Krokodilklemmen beziehungsweise Bananenstecker zugängliche Kontakte (3V/GND) stellen eine Stromversorgung für externe Hardware bereit.

Die Stromversorgung des BBC micro:bit erfolgt über eine Buchse für einen Batteriehalter, über die 3V/GND-Kontakte an der Steckerleiste oder über einen Micro-USB-Anschluss, der auch zur Datenübertragung genutzt wird.

Software[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Programmierung des BBC micro:bit erfolgt über verschiedene Entwicklungsumgebungen, die unter anderem JavaScript und MicroPython unterstützen und teilweise eine blockbasierte visuelle Softwareentwicklung ermöglichen, zum Beispiel Open Roberta vom Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme. Die Entwicklungsumgebungen laufen als Webanwendungen in einem Webbrowser.

Nach dem Anschluss an einen PC über die USB-Schnittstelle wird der BBC micro:bit als USB-Datenträger verwaltet, auf welchen die Programme übertragen werden. Diese starten unmittelbar nach dem Einschalten beziehungsweise Neustart des Systems.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]