BMW-Niere

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BMW 303, erstes Auto mit geteiltem Kühlergrill, als Cabriolet, 1934
Ein BMW E60 mit verchromten Nieren, ab 2003
BMW-Elektroauto mit nur noch zitierten Nieren, Studie von 2017

Die BMW-Nieren, der zweigeteilte abgerundete Kühlergrill, sind seit langer Zeit charakteristisches Merkmal aller BMW-Kraftwagenmodelle.

Werksseitig setzte BMW erstmals 1933 im BMW 303 nierenförmige Kühlergrills ein. In einer Unternehmensgeschichte schrieb Horst Mönnich über Fritz Fiedler, der 1932 als Chefkonstrukteur von Horch zu BMW gekommen war: „Beim Kühler merkte man die Handschrift Fiedlers. Er hatte ihn in leicht geneigter Form angelegt und die Ecken abgerundet, um den Luftwiderstand zu verringern, was wie von selbst die sogenannte BMW-Niere ergab.“[1]

Seit 1962, der Einführung des BMW 1500, haben alle Modellreihen mehr oder minder abgewandelt diese Form. Die vertikalen Streben sind ab Werk in den Vierzylindermodellen schwarz (z. B. im BMW 520d E60) und in den übrigen Fahrzeugen verchromt. Beim BMW E32 waren die Zwölfzylindermodelle und ab Modelljahr 1992 auch die Achtzylindermodelle durch breitere Nieren gekennzeichnet. Beim BMW E34 hatten die Achtzylindermodelle ebenfalls breitere Nieren. Ab Modelljahr 1995 erhielten alle Fahrzeuge der Baureihe die breiteren Nieren.

Bei dem 2013 vorgestellten Elektroauto BMW i3 sind die zwei Nieren erstmals vollständig geschlossen, da bei luftgekühlten Elektromotoren kein Kühlergrill nötig ist. Die Niere bleibt nur noch als Gestaltungselement.

Die Form wurde angeblich vom Karosseriebauer Ihle, Bruchsal, eingeführt, der damit auch Aufbauten für Fahrgestelle anderer Fabrikate anfertigte.[2] Tatsächlich begann die Fertigung der Ihle-Roadsterkarosserien jedoch erst 1934, zwei Jahre nach Produktionsende des BMW 3/15 und fünf Jahre nach dem letzten Dixi 3/15, ursprünglich mit dem bis dahin bei Ihle üblichen rechteckigen Kühlergrill, der nach unten etwas schmaler wurde, ab ca. 1936 dann in deutlicher Anlehnung an den BMW 303 und BMW 315/1 mit Nierenform.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Horst Mönnich, BMW. Eine deutsche Geschichte. Neuausgabe München 1991, S. 225, ISBN 3-492-11441-5
  2. Halwart Schrader: BMW Automobile (Band 1) – Vom Wartburg und Dixi zum Mille Miglia Rennsportwagen 1898–1940 Bleicher Verlag, Gerlingen, 1978/1994, ISBN 3-88350-168-9, Seite 67