BMW F 850 GS

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BMW
BMW F 850 GS, Baujahr 2018 (2019-04-14).jpg
BMW F 850 GS, Baujahr 2018
F 850 GS
Hersteller BMW
Produktionszeitraum ab 2018
Klasse Motorrad
Bauart Enduro
Motordaten
Wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor
Hubraum (cm³) 853
Leistung (kW/PS) 70/95 bei 8250 min−1
Drehmoment (N m) 92 bei 6250 min−1
Höchst­geschwindigkeit (km/h) über 200
Getriebe 6-Gang
Antrieb Kettenantrieb
Bremsen Zweischeibenbremse vorne Ø 305 mm, Einscheibenbremse hinten Ø 265 mm, ABS
Radstand (mm) 1593
Sitzhöhe (cm) 860 mm (niedrige Sitzbank: 835 mm, Tieferlegung: 815 mm)
Leergewicht (kg) 229 kg
Vorgängermodell BMW F 800 GS

Die BMW F 850 GS ist ein Mittelklasse-Motorrad vom Typ Allround-Enduro der Marke BMW. Das Modell wurde im Jahr 2018 als der Nachfolger der BMW F 800 GS vorgestellt.

Historie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die BMW F 850 GS sowie das Schwestermodell BMW F 750 GS sind die jüngsten Vertreter der F-GS-Reihe von BMW. Die F-Reihe begann 1993 mit der gemeinsam mit Aprilia produzierten BMW F 650 mit einem Einzylinder-Viertaktmotor von Rotax mit 652 cm³ Hubraum. Es folgte zwischen 2000 und 2007 die BMW F 650 GS mit gleichem Motor von Rotax, jedoch mit Einspritzung statt Vergaser. Zwischen 2008 und 2012 wurde die F 650 GS mit dem Rotax-Parallel-Twin-Zweizylinder mit 798 cm³ Hubraum ausgerüstet, der seit 2006 in ähnlicher Form in der BMW F 800 S und ST, und ab 2008 auch in der Enduro BMW F 800 GS verwendet wurde. 2012 folgte dann das leistungsreduzierte Schwestermodell BMW F 700 GS mit gleichem Parallel-Twin-Motor. Seit 2018 werden die beiden motorgleichen und auch in weiteren Details sehr ähnlichen Modelle F 850 GS und F 750 GS produziert.

Das Präfix „F“ steht, wie bei BMW üblich, für „Fun“ bzw. „Funduro“ und das Suffix GS für Gelände und Straße.

Motor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die F 850 GS hat einen wassergekühlten Zweizylinder-Viertaktmotor mit vier über Schlepphebel betätigten Ventilen pro Zylinder, zwei obenliegenden Nockenwellen und Trockensumpfschmierung. Die Zylinderbohrung von 84 mm und der Kolbenhub von 77 mm ergeben einen Hubraum von 853 cm³. Die Höchstdrehzahl beträgt 9000 min−1. Mit einem geregelten 3-Wege-Katalysator erfüllt der Motor die Abgasnorm Euro 4.[1]

Die Vorgängermodelle F 800 GS und F 700 GS waren mit einem 798-cm³-Zweizylinder-Reihentwin-Motor mit 360° Zündversatz, also gleichlaufenden Kolben, ausgestattet. In den seit 2018 produzierten Modellen F 850 GS und F 750 GS ist es nun ein 853-cm³-Zweizylinder-Reihentwin mit 90 Grad Hubzapfenversatz und einem Zündversatz von 270[2] und 450 Grad. Dieser Motor hat Ausgleichswellen.[3] Durch diese Bauweise und Zündfolge hat der Motor ein ähnliches Verhalten wie ein V2-Motor.

Das leistungsschwächere Schwestermodell F 750 GS ist durch eine geänderte Motorsteuerung auf eine Leistung von 57 kW (77 PS) begrenzt, ansonsten sind die Motoren und Getriebe bei beiden Modellen gleich. Der Motor wurde von BMW konstruiert, wird aber bei BMWs Kooperationspartner Loncin in China[4] gefertigt.

Das Motorrad kann auch mit auf 35 kW (48 PS) reduzierter Leistung für den Motorradführerschein A2 ausgeliefert werden.

Konstruktive Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statt eines Gitterrohrrahmens wie beim Vorgängermodell hat die F 850 GS einen Brückenrahmen mit Stahlprofilen in Schalenbauweise, der eine höhere Torsionssteifigkeit bietet. Auch ist der Tank nicht unter der Sitzbank, sondern über dem Motor eingebaut.[2]

Serienausstattung (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • E-Gas (Ride-by-Wire)
  • ABS, abschaltbar
  • ASC (Automatic Stability Control), abschaltbar
  • Fahrmodi Rain und Road
  • Instrumentenkombination mit Bordcomputer Pro
  • LED Rücklicht mit dynamischem Bremslicht
  • LED-Scheinwerfer (Abblend- und Fernlicht)
  • Elektronische Wegfahrsperre (EWS)
  • Upside-Down Gabel vorn (Ø 43 mm)
  • Motorschutz

Sonderausstattung (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterschiede zwischen F 750 GS und F 850 GS[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motor, Getriebe, Rahmen und viele weitere Teile der beiden Schwestermaschinen sind vollkommen gleich, die Ersatzteilnummern oft identisch. Die Unterschiede liegen vor allem darin, dass die F 750 GS ein wenig mehr auf Straße, die F 850 GS mehr auf Gelände ausgelegt ist. Die wesentlichen Unterschiede sind:[2]

Motor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Motoren beider Maschinen sind gleich. Die gegenüber der F 850 GS reduzierte Leistung der F 750 GS wird nur durch die geänderte Motorsteuerung erreicht.

F 750 GS F 850 GS
Leistung 57 kW/77 PS bei 7500 min−1 70 kW/95 PS bei 8250 min−1
Drehmoment 83 Nm bei 6000 min−1 92 Nm bei 6250 min−1
Höchstgeschwindigkeit 190 km/h > 200 km/h

Die Leistungs- und Drehmomentdiagramme beider Maschinen zeigen, dass die F 850 GS nur bei hohen Drehzahlen ab ungefähr 6000 min−1 ein höheres Drehmoment und damit mehr Leistung hat.

Fahrwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

F 750 GS F 850 GS
Radführung Vorderrad Teleskopgabel Ø 41 mm Upside-Down-Gabel Ø 43 mm
Federwege vorn/hinten 151/177 mm 204/219 mm
Vorderrad 2,50 x 19" 2,15 x 21"

Das Hinterrad ist bei beiden Maschinen gleich mit 4,25 x 17".

Sitzhöhe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

F 750 GS F 850 GS
Sitzhöhe in Standardausführung 815 mm 860 mm
Minimal mögliche Sitzhöhe (mit Tieferlegung) 770 mm 815 mm
Maximal mögliche Sitzhöhe (mit Komfortsitzbank) 830 mm 875 mm

Die größere Sitzhöhe der F 850 GS resultiert vor allem aus dem mit 21" größeren Vorderrad sowie den größeren Federwegen vorn und hinten. Die Sitzposition mit den Füßen auf den Fußrasten ist wegen der identischen Rahmen beider Maschinen nahezu gleich.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Man sieht es der neuen BMW F 850 GS vielleicht nicht auf den ersten Blick an, aber sie ist tatsächlich eine völlige Neukonstruktion. Sowohl das Stahlchassis als auch der Antrieb wurden geändert, der Motor auf 853 Kubik vergrößert und mit dem 90 Grad-Hubzapfenversatz noch druckvoller ausgelegt. Damit präsentiert sich die neue F 850 GS eher souverän als aufgeregt und überzeugt sowohl auf der Straße als auch im Gelände. Das ganz Besondere an der BMW ist die Möglichkeit, sie dank umfangreichem Zubehörprogramm genau auf die persönlichen Bedürfnisse abzustimmen - es gibt eigentlich kein derzeit erhältliches Feature, das man nicht auf seiner F 850 GS bekommen könnte. Das treibt allerdings auch den Preis in die Höhe.“

1000ps.de[5]

„Wer eine einfach zu fahrende, hübsche Reiseenduro sucht, der bekommt hier nun eine weitere Alternative. Die Stärken der F 850 GS liegen im Komfort, der Unkompliziertheit, dem niedrigen Verbrauch und im extrem reichhaltigen Programm an Extras und Zubehör. Zu den Schwächen zählt der Windschutz ...“

Peter Schönlaub: motorrad-magazin.at[6]

„Die 850er ist deutlich erwachsener geworden und näher an die Boxer-Schwester gerückt. Den Komfort- und Souveränitäts-Gewinn gibt es nicht umsonst, beim Rangieren und langsamen Offroad-Passagen ist die F 850 GS spürbar träger als die 30 Kilo leichtere Vorgängerin.“

Erik Förster: motorrad.net[7]

„Die Baby-GS ist deutlich näher an ihre große Schwester gerückt. Der kultiviertere Motor und das hochwertige Fahrwerk sind der 800er klar überlegen. Doch der Abenteuergeist ging beim Wandel verloren.“

Peter Mayer: Motorrad (Zeitschrift)[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.f800-forum.de/speicher/Bedienungsanleitung_DE_F850GS.pdf Betriebsanleitung BMW F 850 GS
  2. a b c BMW Medieninformation von 02/2018 "Die neue BMW F 750 GS und F 850 GS"
  3. heise.de November 2017, Die neue BMW F 850 GS, abgerufen am 2. Juli 2019.
  4. adac.de vom 9. Mai 2019, Fahrbericht BMW F 750 GS und F 850 GS, abgerufen am 2. Juli 2019.
  5. https://www.1000ps.de/testbericht-3004189-bmw-f-850-gs-test-2018 BMW F 850 GS Test 2018
  6. https://www.motorrad-magazin.at/motorrad-magazin.at/artikel/1/85/3254/BMW+F+850+GS+IM+REISETEST:2400+KILOMETER++IN+ACHT+TAGEN BMW F 850 GS im Reisetest
  7. https://www.motorrad.net/besser-denn-je-bmw-f-850-gs-im-test/ Besser denn je? BMW F 850 GS im Test
  8. https://www.motorradonline.de/enduro/bmw-f-800-gs-und-bmw-f-850-gs-im-test-was-kann-die-nachfolgerin/ BMW F 800 GS und BMW F 850 GS im Test