BMW R 26

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BMW R 26 Bj. 1960
BMW R 26 im Mai 2008

Die BMW R 26 ist ein von BMW von 1955 bis 1960 hergestelltes Einzylinder-Motorrad.

Vorgängerversion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorgänger der R 26 war das Modell R 25/3 mit 9 kW Nennleistung, Teleskopgabel und Geradweg-Hinterradfederung. Von dieser unterscheidet sich die ab 1955 gebaute R 26 durch einen stärkeren Motor und einen Vollschwingen-Rahmen. Nachteilig ist das hohe Gewicht der Maschine in Verbindung mit der trotz Steigerung verhältnismäßig geringen Leistung. Ein Vorzug der R 26 ist ihre Solidität.

Konstruktionsmerkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rahmen ist aus Stahlrohr geschweißt und hat seitlich angebrachte Kugelköpfe für den Seitenwagenbetrieb, der eine spezielle Zahnradübersetzung des Kardanantriebes erfordert. Bei späteren R-26-Modellen (ab Fahrgestellnummer 344637) musste ein Hilfsrahmen für den Beiwagenanschluss montiert werden. Der LS 200 und der S 250 von Steib sind geeignete Seitenwagentypen. Motorblock und Getriebegehäuse bestehen aus Aluminiumguss. Der Motor der BMW R 26 ist in Gummibuchsen an zwei Stellen des Rahmens gelagert. Der Auspufftopf ist elastisch gelagert, um Vibrationen vom Rahmen abzuhalten.

Motor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Motor ist wie beim Vorgängermodell R 25/3 ein längs eingebauter Einzylinder-Viertakt-OHV-Motor mit seitlicher Nockenwelle und außen neben dem Zylinder in verchromten Schutzrohren laufenden Stoßstangen. Diese bedienen die im Zylinderkopf befindlichen Kipphebel, die ihrerseits die hängenden Ventile betätigen. Die Kipphebel sind wie der Kolbenbolzen in Bronzebuchsen gelagert, das untere Pleuellager ist ein Rollenlager. Die Nockenwelle wird über eine im Ölbad laufende Einfachkette von der Kurbelwelle angetrieben. Die Ölpumpe befindet sich in der Ölwanne; sie ist als einfache Zahnradpumpe ausgebildet, die über einen Schneckentrieb (Untersetzung) von der Nockenwelle angetrieben wird.

Auf dem vorderen Kurbelwellenstumpf sitzt hinter dem Stahlblech-Deckel die spritzwasserdicht gekapselte Gleichstrom-Lichtmaschine. Auf dem hinteren Kurbelwellenstumpf sitzt die schwere Schwungscheibe (mit im Schauloch einsehbarer Zündeinstellmarkierung), die die Einscheibentrockenkupplung aufnimmt. Die Kupplung wird mit Axiallager über eine Druckstange betätigt, die durch die hohle Getriebehauptwelle verläuft.

Der Vergaser ist ein Bing-Schwimmerkammervergaser mit 26 mm Durchlass-Durchmesser und konischer Nadel im Rundschieber. Der Luftfilter befindet sich auf dem rechten Seitendeckel. Es handelt sich um einen Nassluftfilter, dessen Sieb bei Verschmutzung gewaschen und mit Öl benetzt wird. Unter dem linken Seitendeckel stecken die Elektrik und der Bleiakkumulator.

Antrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Antriebsstrang hat am Getriebeausgang ein winkelbewegliches Drehmoment-Übertragungselement. Dazu ist eine elastische Vierlochscheibe aus Gummi (Hardyscheibe) am Zweifingerflansch des Getriebes aufgeschoben, die das Drehmoment der Getriebeausgangswelle auf die Zweifingeraufnahme der Kardanwelle überträgt. Eine Alu-Kappe umschließt die Hardyscheibe. Die Kardanwelle, eigentlich eine starre Welle, zum Hinterrad läuft trocken im Stahlrohr der Hinterradschwinge, die am Ende das Winkelgetriebe mit Hypoidverzahnung (90° Umlenkung) in einem Alugussgehäuse aufnimmt. Dadurch ist der gesamte Antriebsstrang gegen Verschmutzungen und Feuchtigkeit gekapselt. Die Hypoidzahnräder des Umlenkgetriebes laufen in einem speziellen Schwergetriebeöl für hohe Flankenpressungen (Hypoidöl).

Bau-Ende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgelöst wurde die R 26 im Jahr 1960 durch das Modell BMW R 27, wiederum mit leistungsgesteigertem Motor (13 kW/18 PS) und einer komplett neu konzipierten elastischen Aufhängung der Motor-Getriebe-Einheit.

BMW R 26 als Behördenmotorrad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Modell R 26 wurde auch in der Bundeswehr in Bundeswehr-Standard-Lackierung, beim Roten Kreuz in cremefarbener Lackierung und bei den Polizei-Behörden in Polizeigrün (dem alten dunklen Polizeigrün) beschafft, zumeist zu Ausbildungszwecken. Zehntausende von Soldaten der 1960er- und 1970er-Jahre erlernten das Motorradfahren auf R 26 und R 27.

Siehe auch den übergreifenden Artikel Vollschwingen-BMW und zum Nachfolgemodell BMW R 27.

Interessant sind die Farboptionen der Maschine: schwarz, rot, blau, weiß, zum Teil sogar zweifarbig, immer mit zwei umlaufenden, verschieden dicken handlackierten, in der Regel weißen Zierlinien. Die originale Farbgebung war zumeist schwarz mit weißer Linierung, seltener weiß mit schwarzer Linierung. Rot soll optional mit schwarzer oder mit weißer Linierung verkauft worden sein.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenngrößen R 26
Bauart Einzylinder mit Kardan
Motor Viertakter OHV
Bohrung (mm) 68
Hub (mm) 68
Hubraum (cm³) 247
Leistung (kW/PS) 11/15 bei 6400/min
Verdichtungsverhältnis 1 : 7,5
Normverbrauch (l/100 km) 3,9
Vmax (km/h) 128/mit Seitenwagen 90
Radstand (mm) 1390
Leergewicht (kg) 158
Gesamtgewicht (kg) 325/mit Seitenwagen 480
Tankinhalt (Liter) 15
Bauzeit 1955/1956–1960
Stückzahl 30.236

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: BMW R26 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien