BR-Klassik

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BR-Klassik
BR-KLASSIK Logo (2016)
Allgemeine Informationen
Empfang analog terrestrisch, Kabel, Satellit, DAB+, Livestream
Sendegebiet BayernBayern Bayern
Sendeanstalt Bayerischer Rundfunk
Intendant Ulrich Wilhelm
Sendestart 4. Oktober 1980
Rechtsform Öffentlich-rechtlich
Programmtyp Klassiksender
Liste der Hörfunksender

Unter BR-Klassik (bis 30. September 2009 Bayern 4 Klassik; Eigenschreibweise: BR-KLASSIK) präsentiert der Bayerische Rundfunk seine Angebote im Bereich der klassischen Musik in Hörfunk, Fernsehen und im Internet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1980: Start als Spartenradio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als die Klassikwelle des Bayerischen Rundfunks am 4. Oktober 1980 auf Sendung ging, war es die erste reine Klassik-Hörfunkwelle in Deutschland. Später wurde es unter Herausnahme der bis dahin übernommenen abendlichen ARD-Gastarbeiterprogramme zum Ganztagesprogramm ausgebaut.

2009: Klassik-Dachmarke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Oktober 2009 sind sämtliche Klassik-Angebote des Bayerischen Rundfunks unter der neu geschaffenen Dachmarke BR-Klassik zusammengefasst. Unter der Marke präsentierten sich das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Münchner Rundfunkorchester sowie der Chor des Bayerischen Rundfunks als BR-Klangkörper sowie Musica viva, BR-Klassik CDs, TV-Sendungen im BR-Fernsehen und der ARD-Musikwettbewerb.

2015: Trimediale Plattform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit November 2015 ist BR-Klassik auf einer neu gestalteten Homepage im Online-Angebot des Bayerischen Rundfunks und in sozialen Netzwerken vertreten.[1] Auf dieser Webseite präsentiert die Klassikwelle sämtliche Klassik-Aktivitäten des Bayerischen Rundfunks in Radio, Fernsehen, Internet, in Konzerten und sonstigen Veranstaltungen. Neben Nachrichten aus der Welt der klassischen Musik bietet die Webseite Konzert- und Opernmitschnitte, Videos, Live-Streams, Kommentare und das laufende Klassik-Radioprogramm. Mit der Internet-Plattform möchte der BR Nutzern einen Zugang in die Welt der klassischen Musik bieten, durch den sie tiefer in die jeweiligen Themen einsteigen können. Der Musikkritiker der Süddeutschen Zeitung Reinhart J. Brembeck sagt über das Potential der neuen Webseite:

„Wer nicht selbst musiziert, in Konzerte geht und sonst ein Musikspezialist ist, dem präsentiert sich die neue Webseite von ihren Möglichkeiten her als das Nonplusultra der Klassik-Vermittlung. Oder könnte zumindest dazu werden[2].“

Hörfunkprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hörfunkprogramm wird täglich zwischen 6 und 24 Uhr präsentiert. In der übrigen Zeit wird das ARD-Nachtkonzert ausgestrahlt, das seit dem 4. Juli 2011 ausschließlich von BR-Klassik produziert wird. Bis dahin wurde das ARD-Nachtkonzert nur in der Nacht von Donnerstag zu Freitag von BR-Klassik gestaltet und an den restlichen Tagen von anderen ARD-Kulturwellen.

Tagsüber versteht sich BR-Klassik als Musikprogramm, das sowohl in Begleitfunktion als auch in konzentrierter Form genutzt werden kann.

Das z. T. moderierte Tagesprogramm umfasst ein vielfältiges Angebot aus großen Werkzyklen sowie kürzeren Auszügen aus einzelnen Werken. Es bietet auch Operettenmelodien und leichten Jazz, ergänzt durch Programmhinweise, Veranstaltungstipps, Nachrichten und aktuelle Meldungen. Den „Operettenboulevard“ nahm der Sender zum 22. Januar 2013 von Bayern 1 ins Abendprogramm.

Das Abendprogramm setzt täglich andere Schwerpunkte: Kammerkonzert, Opernabend, Geistliche Musik, Chormusik, Alte Musik, Zeitgenössische Musik und Jazz haben ihre festen Stammplätze. Regelmäßig werden Opern und Konzerte live übertragen.

2003 führte Bayern 4 Klassik „Do Re Mikro“, eine Musiksendung für Kinder, und das junge Musikmagazin „U21 – Wir auf Vier“ ein, das heute "SWEET SPOT - neugierig auf Musik" heißt.[3] Beide Formate werden einmal wöchentlich ausgestrahlt, Höhepunkte dieser Kinder- und Jugendarbeit sind die jährlichen Kinder- bzw. Jugendradiotage mit Live-Konzerten und interaktiven Spielen, in denen BR-Klassik sein Tagesprogramm komplett den jungen Hörern zur Verfügung stellt. Außerdem läuft seit 2011 einmal im Monat die Kindersendung „Eine kleine Wunschmusik“.

Verschiedene Spezialsendungen widmen sich neben ernster Musik auch dem Jazz und der Musik aus aller Welt. Das Programm enthält darüber hinaus Diskussionssendungen, Künstlerporträts, Dokumentationen und Features, die verschiedene Bereiche des musikalischen Lebens aktuell, künstlerisch und journalistisch beleuchten.

Fernsehprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im BR Fernsehen werden Sonntagvormittags sowie Dienstagnachts Konzerte, Opern und Dokumentationen unter dem Titel BR-KLASSIK gesendet. Im Bildungsprogramm ARD-alpha werden Sonntags um 20:15 Uhr thematische Konzertreihen präsentiert.

BR-Klassik produziert zwei TV-Magazine. KlickKlack mit Sol Gabetta und Martin Grubinger bringt seit 2010 aktuelle Themen aus Klassik, Jazz und zeitgenössischer Musik. Das Magazin SWEET SPOT (vorher U21vernetzt) startete im Januar 2018[4] und richtet sich an ein junges Publikum mit Livemusik und Talkgästen aus der Klassikwelt.

Hörfunkverbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausstrahlung von BR Klassik erfolgt bayernweit über UKW. Das Programm wird außerdem in alle bayerischen Kabelnetze eingespeist. Darüber hinaus ist das Programm über DAB+ und DVB-S sowie im Internet verfügbar. In Südtirol wird BR-Klassik von der Rundfunk-Anstalt Südtirol im Standard DAB+ ausgestrahlt.

Frequenztausch mit der Jugendwelle Puls[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2014 wurde im BR diskutiert, die UKW-Ausstrahlung des Klassikprogramms zu Gunsten des Jugendradios Puls Anfang 2016 einzustellen. Der Bayerische Musikrat initiierte daraufhin eine Online-Petition zur Beibehaltung der UKW-Ausstrahlung.[5][6] Dem Vorschlag des BR-Intendanten, BR-Klassik ab 2018 von UKW auf DAB+ zu verlegen, stimmte der BR-Rundfunkrat am 10. Juli 2014 zu, mit dem Vorbehalt, dass bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.[7] Daraufhin klagten im Februar 2015 60 lokale Privatsender und der landesweite Privatsender Antenne Bayern vor dem Landgericht München.[8] Die Klage wurde am 7. Juni 2016 abgewiesen, mit der Begründung „welcher Schwerpunkt auf welchem Übertragungsweg ausgestrahlt wird, ist weder nach dem Rundfunkstaatsvertrag noch nach dem Bayerischen Rundfunkgesetz in irgendeiner Form vorgeschrieben“.[9] Am 8. Dezember 2017 gab der Bayerische Rundfunk bekannt, von dem Frequenztausch absehen zu wollen. Der BR begründete dies mit nachhaltig veränderten Rahmenbedingungen. [10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Relaunch von BR-Klassik auf br.de, aufgerufen am 16. Dezember 2015
  2. Amorevole - Der BR hat seiner Klassikwelle eine Webseite eingerichtet, Reinhard J.Brembeck in der Süddeutschen Zeitung vom 29. Dezember 2015, abgerufen am 29. Dezember 2015
  3. Bayerischer Rundfunk: Sweet Spot.: Neugierig auf Musik | BR-Klassik. 27. März 2018 (br-klassik.de [abgerufen am 29. März 2018]).
  4. Bayerischer Rundfunk: U21 wird zu SWEET SPOT: Junge Klassik unter neuer Marke | BR.de. 22. Februar 2018 (br.de [abgerufen am 29. März 2018]).
  5. Online-Petition "BR-Klassik muss bleiben!", abgerufen am 12. April 2014.
  6. Pressemitteilung des Bayerischen Rundfunks "Informationen zum Thema BR-Klassik", abgerufen am 12. April 2014.
  7. radioszene.de: PULS bekommt UKW-Frequenzen von BR-Klassik 2018
  8. SZ: Privatsender klagen gegen "Tausch Jugend gegen Klassik", aufgerufen am 10. Februar 2015
  9. Gerichtsentscheid: Klage privater Radiosender gegen den BR abgewiesen. Bayerischer Rundfunk, 7. Juni 2016, abgerufen am 7. Juni 2016.
  10. BR entscheidet gegen Frequenztausch PULS/BR-Klassik. In: Radioszene. 8. Dezember 2017, abgerufen am 8. Dezember 2017.