BSt Bauart 1924

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T 24
T 24 auf der Treskowbrücke im Jahr 1955
T 24 auf der Treskowbrücke im Jahr 1955
Nummerierung: 5701–6000, 6001II–6003II, 6004–6200 (T 24); 5700 (T 25)
1II–500II (B 24)
501II–803II (B 25)
Anzahl: 501 Triebwagen
803 Beiwagen
Hersteller: WUMAG, LHW, Busch, HAWA, AEG, SSW, BBC, Wismar
Baujahr(e): 1924–1926
Ausmusterung: 1967 (Original)
1996 (als Reko-Wagen)
Achsformel: Bo (Triebwagen)
2 (Beiwagen)
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Kupplung: 10.876 mm (Triebwagen)
10.867 mm (Beiwagen)
Länge: 10.000 (Wagenkasten)
Höhe: 3.973 mm (Triebwagen)
3.350 mm (Beiwagen)
Breite: 2.200 mm
Drehgestellachsstand: 2.800 mm
Leermasse: 13,2 t (Triebwagen)
07,2 t (Beiwagen)
Höchstgeschwindigkeit: 30 km/h
Stundenleistung: 120 kW
Stromübertragung: Oberleitung
Anzahl der Fahrmotoren: 2
Antrieb: Einachs-Querantrieb
Steuerung: Nockenschaltwerk
Sitzplätze: 24
Stehplätze: 35 (Triebwagen)
46 (Beiwagen)
(bei je 6,7 Pers./m²)
Fußbodenhöhe: 810 mm (Triebwagen)
790 mm (Beiwagen)

Die Triebwagen der Bauart 1924 (ab 1934: T 24 und T 25) sowie die dazugehörigen Beiwagen (ab 1934: B 24 und B 25) bildeten in ihrer Einsatzzeit zwischen den 1920er- und 1960er-Jahren bei der Berliner Straßenbahn mit 501 Trieb- und 803 Beiwagen den größten einheitlichen Straßenbahnfahrzeugbestand in Deutschland. Ein Großteil der nach dem Krieg auf Ost-Berliner Seite verbliebenen Fahrzeuge wurde später in so genannte Rekowagen umgebaut, welche bis Mitte der 1990er Jahre, also etwa 70 Jahre, im Einsatz waren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wagen 5964 vor dem ehemaligen Depot der Straßenbahn der Gemeinde Heiligensee an der Havel

Zu Beginn der 1920er Jahre wurden, nicht zuletzt infolge des Groß-Berlin-Gesetzes, die auf Berliner Gebiet verkehrenden Straßenbahnbetriebe in der Berliner Straßenbahn vereinigt. Der aus verschiedenen Fahrzeugen bestehende Wagenpark, welcher teilweise noch aus Pferdebahnzeiten stammte, sollte im Zuge dieses Zusammenschlusses vereinheitlicht werden. Mit den so genannten HAWA-Wagen von 1920 wurde eine erste rund 240 Wagen umfassende Serie konstruiert. Technische Neuerungen verhinderten einen Weiterbau, woraufhin ein neuer Einheitstyp entworfen wurde. Der neue Einheitswagen wurde von Bruno Paul gestaltet. Zunächst wurden je 500 Trieb- und Beiwagen beschafft, ein Jahr darauf noch ein Triebwagen sowie 303 Beiwagen. Die Fahrzeuge stellten daraufhin mit rund 1300 Wagen den größten einheitlichen Straßenbahnbestand in Deutschland dar. Die Fahrzeuge wurden ab 1934 gemäß dem BVG-Typenschlüssel als T 24 bzw. B 24 bezeichnet. Die später ausgelieferten Fahrzeuge erhielten die Bezeichnung T 25 beziehungsweise B 25.

Während des Zweiten Weltkrieges gingen etwa 100 Wagen verloren. Nach Teilung der Berliner Verkehrsbetriebe in zwei auf die jeweilige Stadthälfte beschränkte Verkehrsbetriebe wurde der Wagenpark entsprechend ebenfalls geteilt. Die BVG-Ost erhielt dabei je 164 Trieb- und Beiwagen des Typs T 24 sowie einen Trieb- und 90 Beiwagen des Typs T 25.

Auf beiden Seiten wurden anschließend einige der Wagen modernisiert. Während die West-Berliner Wagen neue Fahrschalter und Motoren erhielten und fortan als T 24/49 liefen, wurden in Ost-Berlin mehrere Wagen mit neuen Wagenkästen versehen, aus ehemaligen Güterloren zurückgebaut und mit neuer elektrischer Ausrüstung versehen. Letztere 90 Wagen wurden nach Abschluss dieser Arbeiten als T 24 E weitergeführt. 75 weitere Wagen wurden zwischen 1953 und 1956 bei LEW in Hennigsdorf sowie bei LOWA in Berlin-Johannisthal umgebaut, als wesentlichste Neuerung erhielten diese Wagen Schiebetüren. Im Berliner Volksmund wurden diese intern als T 24 U, wobei das U für Umbau steht, bezeichneten Wagen „Schweinebuchten“ genannt. Wagen 6096, welcher zunächst zum T 24 E umgebaut wurde, erhielt im etwa gleichen Zeitraum ebenfalls einen neuen Wagenkasten. Da dieser gerundeter war als normalerweise und durch seine bullige Stirnfront auffiel, erhielt er den Spitznamen „Ochsenkopf“. Es blieb bei diesem Unikat.

Ab 1959 erfolgte der Umbau von T 24 in Reko-Wagen der Reihe TE 59

Ab 1959 begannen das Reichsbahnausbesserungswerk Berlin-Schöneweide, welches die Funktion einer Hauptwerkstatt bei der Ost-Berliner Straßenbahn innehatte, und die Waggonfabrik Gotha mit dem Umbau in Rekowagen des Typs TE 59 bzw. BE 59. Die Bezeichnung bedeutete Einheits-Trieb- bzw. -Beiwagen. Dabei wurden fast alle T 24 in das Reko-Programm mit einbezogen, ebenso die Sonderumbauten der 1950er Jahre. Neben den Fahrgestellen wurden meist die Bremsanlagen sowie die Motoren beibehalten. Wesentliche Unterschiede bestanden im Wagenkastenaufbau, der nun wesentlich gerundeter war, sowie der Austausch der Albertkupplungen durch Scharfenbergkupplungen. Die Fahrzeuge wurden für den Einrichtungs-Betrieb konstruiert, die Türen auf der linken Wagenseite entfielen also.

Während in West-Berlin das Einsatzende 1967 durch die Stilllegung des dort vorhandenen Netzes zustande kam, versahen die Rekowagen ihren Dienst noch bis in die Nachwendezeit. Erst durch den Ersatz von tschechischen Tatrawagen der Typen KT4D/KT4Dt und T6A2D in den 1980er Jahren sowie den Rückgang der Verkehrsleistungen nach der Wende konnte die BVG die letzten Wagen bis 1996 aus dem Verkehr ziehen. Ihr letztes Einsatzgebiet war das Köpenicker Teilnetz, vornehmlich die Uferbahn nach Schmöckwitz.

Neben einigen Rekowagen, die auf den Fahrgestellen der T 24 gebaut wurden, existieren einige originale Exemplare der ehemaligen West-Berliner Straßenbahn. Triebwagen 5725 und Beiwagen 1 stehen in der Monumentenhalle des Deutschen Technikmuseum Berlin, Triebwagen 5984 und der Beiwagen 339 wurden vom Denkmalpflege-Verein Nahverkehr Berlin aufbereitet und werden für historische Sonderfahrten gelegentlich eingesetzt. Triebwagen 5964 ist im Hannoverschen Straßenbahn-Museum im Einsatz. Er war im September 2008 beim Jubiläum "700 Jahre Heiligensee" vor dem ehemaligen Straßenbahnbetriebshof Berlin-Heiligensee ausgestellt. Schließlich existiert noch Triebwagen 5954 im National Capital Trolley Museum in Colesville, Maryland, USA.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wagen 6200 als Motiv einer Briefmarke der Deutschen Bundespost Berlin von 1971

Die Wagenkästen hatten eine einheitliche Länge von exakt zehn Metern bei 2,2 Metern Breite. Hinsichtlich der Wagenkasten- sowie der Fußbodenhöhe unterschieden sich Trieb- und Beiwagen voneinander. Der Wagenkasten als solcher ist in gemischter Stahl-/Holzkonstruktion ausgeführt. Er verfügt über die geschlossenen Berliner Einheitsplattformen sowie je zwei Türen je Wagenende und -seite. Für das Absperren der jeweils nicht zugänglichen Türen – also die in Fahrtrichtung links liegenden – wurden Umsetztüren sowie Klappfenster verwendet.

Die Fahrzeuge waren jeweils zweiachsig mit starrem Fahrgestell ausgeführt. Die Fahrzeuge wurden über ein Nockenschaltwerk gesteuert. Die Leistung betrug je Fahrmotor etwa 60 Kilowatt (zum Beispiel der SSW-Motor vom Typ Dy492a und AEG-Fahrschalter vom Typ FB III[1]). Angesichts der großen Stückzahl wurden jedoch auch Versuche mit größeren Motorleistungen oder einem Kardanantrieb unternommen. Diese Erprobungen wurden in der Serie jedoch nicht vollständig umgesetzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Denkmalpflege-Verein Nahverkehr Berlin e. V. (Hrsg.): Historische Nahverkehrsfahrzeuge Berlin und Brandenburg. Verlag GVE, Berlin 2001, ISBN 3-89218-027-X, S. 48.
  • Sigurd Hilkenbach, Wolfgang Kramer: Die Straßenbahn der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG-Ost/BVB) 1949–1991. transpress Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-613-71063-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit und Geschichte: Ein Jubilar Triebwagen 5984 wurde 75 Jahre. (PDF) Denkmalpflege-Verein Nahverkehr Berlin e.V., abgerufen am 15. Februar 2015.