Bab Mansour

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Bab Mansour in Meknès

Die überaus repräsentative Bab Mansour oder Bab Mansour el Aleuj genannte Toranlage in der marokkanischen Stadt Meknès gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und des ganzen Landes. Als Bestandteil der Ville Impériale gehört es seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe.[1]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tor befindet sich auf der Grenze zwischen der mittelalterlichen Altstadt (medina) von Meknès und der im frühen 18. Jahrhundert von einer separaten Stampflehmmauer umgebenen riesigen Festungs- und Palaststadt (kasbah). Etwa 60 Meter südwestlich befindet sich ein weiteres Tor (Bab Jemaa en Nouar), welches erheblich kleiner, aber doch in ähnlicher Weise dekorativ gestaltet ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bab Mansour wurde nach der Verlegung der Hauptstadt Marokkos von Fès nach Meknès im frühen 18. Jahrhundert auf Befehl des Sultans Mulai Ismail begonnen, aber erst fünf Jahre nach seinem Tod (1727) in den Jahren 1731/32 von dessen Sohn und zeitweisem Nachfolger Moulay Abdallah vollendet. Als Architekt der Toranlage wird ein zum Islam übergetretener christlicher Gefangener angenommen – der Beiname el Aleuj (‚der Abtrünnige‘) lässt darauf schließen. Auf dem Hintergrund der sich anschließenden Krisenjahre des marokkanischen Sultanats verfiel das Bauwerk in den Folgejahren und wurde erst während der französischen Kolonialzeit restauriert.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bab Mansour (1931)

Das eigentliche Tor befindet sich in der Mitte des nach einem Triumphbogenschema gestalteten Bauwerks und ist nicht wie die Jahrhunderte älteren almohadischen Tore in Rabat und Marrakesch verwinkelt angelegt, sondern verfügt über einen geradlinig verlaufenden Durchgang. Dieser hat außen wie innen leicht angespitzte Hufeisenbogen, dazwischen befindet sich eine hochgezogene Flachdecke. Ungewöhnlich sind die nach außen vorgezogenen Seitenteile des Tores, die trotz ihrer Optik keinerlei Durchgangsfunktion haben; sie ruhen auf mächtigen Säulen, die wahrscheinlich aus der etwa 25 Kilometer nördlich gelegenen Römerstadt Volubilis stammen. Die gesamte Toranlage ist über und über mit dekorativen Stuckpaneelen überzogen, die sich aus überschneidenden Bögen im unteren Bereich entwickeln und ein potentiell unendliches Dekormuster ergeben, welches mit Kachelmosaiken gefüllt ist. Oberhalb dieser Zone befinden sich querrechteckige Felder mit kalligraphischen Schriftzügen. Ganz oben schließt das Tor mit einem Kranz aus abgetreppten Zinnen ab, die sich auf den seitlich anschließenden Lehmmauern als einfache Zinnen fortsetzen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bab Mansour in Meknes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).

Koordinaten: 33° 53′ 33″ N, 5° 33′ 53″ W