Babenhausen (Bielefeld)

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Babenhausen
Koordinaten: 52° 3′ 23″ N, 8° 28′ 39″ O
Höhe: 110 m
Fläche: 3,53 km²
Einwohner: 4778 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte: 1.354 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Vorwahl: 0521
Karte
Lage von Babenhausen in Dornberg
Stadt Bielefeld

Babenhausen ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Bielefeld in Nordrhein-Westfalen und gehört zum Stadtbezirk Dornberg. Bis zur Eingemeindung zum 1. Januar 1973 war Babenhausen eine Gemeinde im Amt Dornberg des Kreises Bielefeld.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Bielefeld ist unterhalb der zehn Bezirke nicht weiter in administrative oder politische Einheiten gegliedert. Stadtteile sind in Bielefeld daher nur informelle Teilgebiete, deren Abgrenzung sich meist auf das Gebiet einer Altgemeinde bezieht. Zu statistischen Zwecken ist Bielefeld jedoch in 92 „statistische Bezirke“ eingeteilt. Die Altgemeinde Babenhausen entspricht dabei in etwa den statistischen Bezirken Babenhausen und Babenhausen-Ost, die heute in etwa die Grenzen des informellen Stadtteils Babenhausen definieren.

Babenhausen grenzt an die Bielefelder Stadtbezirke Jöllenbeck und Schildesche sowie an die Ortsteile Großdornberg und Niederdornberg-Deppendorf aus dem Stadtbezirk Dornberg. Fließgewässer in Babenhausen sind der Johannisbach und der Babenhausener Bach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die erste Erwähnung Babenhausens gibt es in der Geschichte zwei unterschiedliche Vermutungen: In einem Tauschvertrag vom 19. April 974 wird erstmals der Name Pavenhusen genannt. Am 26. März 1252 ist in einem Lehnsvertrag von Pavenhosen die Rede. Seit dem 13. Jahrhundert wurden in Lehnsregistern Höfe auf dem heutigen Gebiet von Babenhausen verzeichnet.

Im Mittelalter war Babenhausen eine Bauerschaft in der Grafschaft Ravensberg. Kirchlich gehörte Babenhausen seit jeher zum Kirchspiel Dornberg. Verwaltungstechnisch gehörten die Bauerschaften des Kirchspiels Dornberg zunächst zur Vogtei Brackwede und ungefähr seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts zur Vogtei Werther. 1739 erhielten alle Dornberger Bauernhöfe Steuer- und Hausnummern, die nach der Größe der Höfe vergeben wurden.

Ab 1807 gehörte Babenhausen zunächst zum Kanton Werther im Distrikt Bielefeld des Königreichs Westphalen, das von Jérôme, dem Bruder Napoleons regiert wurde.[1] 1811 änderte sich die Verwaltungsgliederung, da der Norden des Distrikts Bielefeld vom Königreich Westphalen nach Frankreich umgegliedert wurde. Babenhausen verblieb im Königreich Westphalen und gehörte nun zum Kanton Schildesche.[2]

Nach der Napoleonischen Zeit gehörte Babenhausen seit 1816 zum Kreis Bielefeld. Im Rahmen der Einführung der neuen Westfälischen Landgemeindeordnung wurde 1843 das Amt Dornberg gegründet und 1845 Babenhausen eine der fünf Gemeinden des Amtes.[3][4]

Am 1. Oktober 1930 fiel der nördliche Teil der Gemeinde Gellershagen an Babenhausen, wodurch sich Fläche und Bevölkerungszahl der Gemeinde deutlich vergrößerten.[5][6] Nach 1945 wurden die alten Hausnummern durch straßenbezogene Nummern ersetzt.

In den 1950er-Jahren begann in den an die Stadt Bielefeld grenzenden Gebieten von Babenhausen eine rege Neubautätigkeit. 1961 wurde das an der Dürerstraße gelegene Wohngebiet Babenhausen-West von Babenhausen in die Stadt Bielefeld umgegliedert. Durch das Gesetz zur Neugliederung des Raumes Bielefeld wurde die Gemeinde Babenhausen am 1. Januar 1973 nach Bielefeld eingemeindet[7] und ist seitdem Teil des Stadtbezirks Dornberg. Babenhausen-West kam ebenfalls zum Stadtbezirk Dornberg.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andreaskirche Babenhausen
Jahr Einwohner Quelle
1812 560 [8]
1843 552 [9]
1925 534 [10]
1933 940 [10]
1961 1418 [7]
1966 2274 [11]
1972 2392 [7]
1974 2659 [12]
2008 4751 [13]
2014 4778 [14]

Gebäude und Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Babenhausen gehört unter anderem die evangelische Andreaskirche aus dem Jahr 1967,[15] der evangelische Kindergarten Babenhausen und die Grundschule Babenhausen.[16] Babenhausen besitzt mit dem SC Babenhausen einen eigenen Sportklub, zu dem auch eine Fußballabteilung gehört.[17] Mit der Löschabteilung Babenhausen besitzt der Ort auch eine Freiwillige Feuerwehr.[18]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigste Straßenverbindung von Babenhausen in die Bielefelder Innenstadt führt über die Babenhauser Straße, die in die Jöllenbecker Straße einmündet.

Im öffentlichen Nahverkehr wird Babenhausen durch die Buslinien 57 und 58 erschlossen, die von der Endhaltestelle Babenhausen-Süd der Stadtbahn-Linie 3 durch Babenhausen und weitere Dornberger Ortsteile zur Endhaltestelle Lohmannshof der Stadtbahnlinie 4 führen. Die Endhaltestelle Babenhausen-Süd liegt trotz ihres Namens nicht in Babenhausen, sondern östlich von Babenhausen an der Jöllenbecker Straße im Stadtbezirk Schildesche. Das Wohngebiet Babenhausen-Ost an der Dürerstraße ist durch die Buslinien 25 und 26 direkt mit der Bielefelder Innenstadt verbunden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintheilung derjenigen Cantons des Districtes Bielefeld, im Weser-Departement, enthält, in welchen zwei Municipalitäten seyn sollen. 18. Mai 1808, S. 140 f, abgerufen am 23. April 2010 (Digitalisat).
  2. Territorial-Eintheilung des Districts Bielefeld. In: Gesetz-Bülletin des Königreichs Westphalen Band 2. 20. November 1812, S. 423 ff, abgerufen am 13. April 2010 (Digitalisat).
  3. Verordnung Nr. 46. In: Amtsblatt der Regierung Minden. 10. Januar 1844, S. 21, abgerufen am 22. April 2010 (Digitalisat).
  4. Gemeinde-Eintheilung des Amts Dornberg. In: Amtsblatt der Regierung Minden. 8. September 1845, abgerufen am 22. April 2010.
  5. Gesetz über die Erweiterung des Stadtkreises Bielefeld. In: Gesetz-Sammlung für die Königlichen Preußischen Staaten. 11. Juni 1930, S. § 1, abgerufen am 14. April 2010 (pdf; 7 kB).
  6. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 212.
  7. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 320.
  8. Westfalen unter Hieronymus Napoleon. 1812, S. 47, abgerufen am 20. April 2010 (Digitalisat).
  9. Seemann: Geographisch-statistisch-topographische Übersicht des Regierungsbezirks Minden. 1843, S. 52-57, abgerufen am 23. April 2010 (pdf; 802 kB).
  10. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 22. April 2010.
  11. Landkreis Bielefeld (Hrsg.): 150 Jahre Landkreis Bielefeld. 1966.
  12. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 97 f.
  13. Sozialleistungsbericht 2008. Stadt Bielefeld, 31. Dezember 2008, S. 185, abgerufen am 25. Mai 2010 (pdf; 9,5 MB): „Einwohnerzahl der Statistischen Bezirke 453 Babenhausen-Ost und 454 Babenhausen“
  14. Statistische Bezirke Babenhausen und Babenhausen Ost. Stadt Bielefeld Amt für Demographie und Statistik, abgerufen am 13. Oktober 2015.
  15. Kirchengemeinde Babenhausen. In: kirche-bielefeld.de. Abgerufen am 16. Oktober 2013.
  16. Grundschule Babenhausen. In: grundschule-babenhausen.de. Abgerufen am 16. Oktober 2013.
  17. SC Babenhausen. In: scbabenhausen.de. Abgerufen am 16. Oktober 2013.
  18. Löschabteilung Babenhausen. In: feuerwehr-bielefeld.de. Abgerufen am 16. Oktober 2013.