Baby Driver (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Baby Driver
Originaltitel Baby Driver
Produktionsland USA,
Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2017
Länge 113 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
JMK 14[2]
Stab
Regie Edgar Wright
Drehbuch Edgar Wright
Produktion Tim Bevan,
Eric Fellner,
Nira Park
Musik Steven Price
Kamera Bill Pope
Schnitt Jonathan Amos,
Paul Machliss
Besetzung
Synchronisation

Baby Driver ist ein US-amerikanisch-britischer Action-Thriller von Edgar Wright, der am 11. März 2017 im Rahmen des South by Southwest Film Festivals seine Premiere feierte. Am 28. Juni 2017 kam der Film in die US-amerikanischen und am 27. Juli 2017 in die deutschen Kinos.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein junger Mann hat ein besonderes Talent, das darin besteht, dass er äußerst gut Autofahren kann. Weil er so jung aussieht, wird er von allen Baby genannt und arbeitet, seit einem Autounfall seiner Eltern in seiner Kindheit verwaist, in Atlanta als Fluchtwagenfahrer verschiedener Crews des Gangbosses Doc, dem er nach einem Autodiebstahl eine große Menge Geld schuldet. Weil Baby einen Tinnitus hat, trägt er fast immer Kopfhörer im Ohr und versucht mit der Musik auf seinen iPods das durchgehende Piepen zu übertönen.

Baby hat seine Schulden bei Doc fast abbezahlt und sieht eine Chance, sein kriminelles Leben hinter sich zu lassen, auch auf Drängen seines tauben Adoptivvaters Joseph. Er verliebt sich in Debora, die als Kellnerin in einem Diner arbeitet, erzählt ihr aber nichts von seiner Kriminalität. Er deutet lediglich an, als Fahrer zu arbeiten und lässt sie im Glauben, er würde für Prominente arbeiten. Nachdem er seine Schulden getilgt hat drängt Doc ihn durch offene Drohungen jedoch zu weiteren Raubüberfällen.

Nach mehreren Raubzügen plant Doc nun in der Hoffnung auf leere Zahlungsanweisungen in hohem Wert einen Überfall auf ein Büro der Post. Die neue Crew besteht dabei aus dem extrovertierten Waffennarren Bats, dem Schönling und Wall-Street-Experten Buddy und dessen Freundin Darling, die Baby bereits getrennt voneinander bei mehreren vorigen Überfällen gefahren hat.

Bei einem Waffengeschäft mit dem „Butcher“, einem Kontaktmann Docs, beginnt Bats eine Schießerei, nachdem er die Waffenhändler korrekt als Polizisten erkannt hat. Doc, für den der Kontakt zu den korrupten Polizisten grundlegend für sein Geschäft war, will nun wütend den Überfall abbrechen, wobei jedoch Bats, Buddy und Darling nicht auf ihn hören und den Überfall dennoch durchführen wollen. Baby versucht unterdessen nachts aus dem Quartier der Crew zu fliehen, wird davon jedoch von Buddy und Bats abgehalten.

Während des Überfalls sieht Baby aus dem Auto eine Angestellte des Postbüros, die er zuvor beim Ausspähen des Büros getroffen hatte. Er hält sie durch Gesten davon ab, an ihren Arbeitsplatz zu gehen. Nachdem Bats vor seinen Augen einen Wachmann erschießt, weigert er sich, bedroht von seinen Komplizen, loszufahren. Stattdessen fährt er den Wagen auf einen parkenden Laster, wodurch ein überstehendes Stahlteil durch die Frontscheibe dringt und den auf dem Beifahrersitz sitzenden Bats tötet. Baby, Buddy und Darling fliehen getrennt voneinander zu Fuß, wobei Darling und Buddy das Feuer auf die ankommenden Polizisten eröffnen. Auf einem Parkplatz treffen sie wieder aufeinander, bei einem Schusswechsel mit der Polizei wird Darling getötet, woraufhin Buddy auch auf Baby feuert.

Baby gelingt die Flucht, er bringt Joseph in einer Einrichtung für betreutes Wohnen unter und trifft Debora im Diner. Hier wartet bereits auch Buddy mit der Absicht, beide zu ermorden, auf ihn. Baby gelingt es, Buddy anzuschießen und schließlich zu Doc zu fliehen. Hier geraten sie jedoch in der Tiefgarage in einen Hinterhalt der Männer des Butchers, die dabei von Doc getötet werden können. Dieser wird jedoch während des Schusswechsels angeschossen und schließlich am selben Ort von Buddy, der unterdessen einen Polizeiwagen gestohlen hat, überfahren und getötet. Nach einer Jagd durch das Parkhaus lauern ihm Baby und Debora auf und schieben seinen Wagen über den Rand des Parkhauses in die Tiefe. Bevor Buddy, der vor dem Fall aus dem Fahrzeug entkommen konnte, den von ihm überwältigten Baby erschießen kann, wird er von Debora mit einem Brecheisen angegriffen, wodurch es Baby gelingt ihn anzuschießen und so über die Kante des Parkhauses, auf das nun explodierende Auto, stolpern zu lassen.

Nach der gelungenen Flucht aus der Stadt, gerät das nun von Debora gesteuerte Auto in eine Straßensperre der Polizei, wobei Debora von Baby an einem erneuten Fluchtversuch gehindert wird. Baby wird festgenommen. Im anschließenden Prozess sagen verschiedene Zeugen des Raubes für ihn aus und bezeugen seinen positiven Charakter. Am Ende des Prozesses wird Baby zu 25 Jahren Haft, die jedoch mit der Aussicht auf vorzeitige Entlassung nach fünf Jahren verbunden sind, verurteilt. Nach seiner Entlassung wartet Debora mit einem Auto auf ihn.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stab, Besetzung und Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansel Elgort, hier bei der Premiere des Films in Australien, übernahm die Titelrolle von Baby

Regie führte Edgar Wright, der auch das Drehbuch zum Film schrieb. Es handelt sich um das erste Drehbuch, das er vollständig alleine erarbeitete.[3] Die erste Seite des Drehbuchs hatte Wright vor der Premiere des Films veröffentlicht.[4] Bei einer Pressekonferenz im Rahmen einer Vorabvorführung des Films sagte er, dass er bereits im Jahr 1995 erstmals von einem Car-Chase-Jukebox-Filmmusical geträumt habe, als sein Hauptdarsteller Ansel Elgort gerade geboren war, und dank der gesicherten Finanzierung ab 2007 vier Jahre Zeit hatte, Recherchen zu betreiben und mit Ex-Sträflingen und echten Bankräubern zu sprechen, wodurch er sicherstellen wollte, dass die Filmhandlung so realistisch wie möglich wirkt.[5] In einem Interview mit Entertainment Weekly im Dezember 2016 sagte Wright: „Ich wollte immer einen Actionfilm machen, der von Musik angetrieben wird.“ Dies sei bereits bei seinen vorherigen Filmen ein zentrales Element gewesen, so Wright, und er habe das Ganze auf die Spitze treiben wollen, indem er mit Baby eine Figur in den Mittelpunkt der Handlung stellt, die die ganze Zeit Musik hört und daher ständig Stöpsel in den Ohren trägt, um so einen Tinnitus zu überschallen.[6] Weiter sagt Wright über die Figur, Baby spreche nur sehr wenig, weil er in einer „Art von Audio-Existenz“ lebe.[7] Den Namen erhielt die Figur in Anlehnung an das Lied Baby Driver aus dem Album Bridge over Troubled Water von Simon & Garfunkel[8], das auch im Film gespielt wird.[9]

Wright hatte bereits im Jahr 2003 ein Musikvideo für das Lied Blue Song der Band Mint Royale mit einer ähnlichen Hauptfigur gedreht, in dem Noel Fielding den musikbegeisterten Fluchtwagenfahrer einer Gruppe Bankräuber spielte.[10] Dieses Musikvideo diente auch Baby Driver als Inspiration.[3]

Ansel Elgort übernahm die titelgebende Hauptrolle von Baby. Der zweifache Oscar-Preisträger Kevin Spacey, mit dem Elgort bereits für den Film Beverly Hills Boys Club[11] gemeinsam vor der Kamera stand, spielt den Gangsterboss Doc. Der ebenfalls mit einem Oscar ausgezeichnete Schauspieler Jamie Foxx übernahm die Rolle von Bats, der Baby bei einem gefährlichen Auftrag begleitet. Zu den weiteren Begleitern gehören auch Jon Hamm und Eiza González, die in den Rollen von Buddy und seiner Freundin Darling zu sehen sind. Der tätowierte Verbrecher J.D. wird von dem koreanisch-amerikanischen Schauspieler Lanny Joon gespielt. Lily James spielt Babys große Liebe Debora und CJ Jones seinen taubstummen Mitbewohner Joseph. Lance Palmer spielt Babys Vater und Sky Ferreira seine Mutter. Als Junge wird Baby in Rückblenden von Hudson Meek gespielt. Der Kinderdarsteller Brogan Hall spielt Docs achtjährigen Neffen Samm.

In der deutschen Synchronisation wird Baby von David Turba gesprochen. Till Hagen spricht Doc, Charles Rettinghaus spricht Bats, Thomas Nero Wolff spricht Buddy, Rubina Nath spricht Darling und Martin Kautz spricht wie üblich Jon Bernthal. Die Synchronisation von Babys neuer Freundin Debora erfolgte durch Victoria Frenz.

Dreharbeiten und Choreografie der Actionszenen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden unter anderem auf der Interstate 85 statt, die sich in Atlanta mit der Interstate 75 verbindet

Wright arbeitete für Baby Driver mit dem Kameramann Bill Pope zusammen, mit dem er erstmals bei dem Film Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt zusammengearbeitet hatte. Die Dreharbeiten fanden in Atlanta und New Orleans statt. Zudem entstanden Außenaufnahmen in der in Georgia gelegenen Stadt Dunwoody.[12] Die Verfolgungsjagden auf der Autobahn wurden mitten am Tag auf der Interstate 85 in Atlanta gedreht[13], die hierfür zweimal abschnittsweise gesperrt wurde.[14] Der Name der Bank, der fiktiven Perimeter Trust, die Docs Bande im Film ausrauben will, wurde in Anlehnung an das in Atlanta befindliche Perimeter Center und den Perimeter Center Parkway gewählt.[15] Baby fährt im Film einen roten Subaru WRX STI.[16] Für den Film waren keine Nachbearbeitungen am Computer notwendig, und es kamen auch fast keine Green-Screen-Aufnahmen zum Einsatz.[13] Allerdings fügte Wright an mehren Stellen Schwarz-Weiß-Phantasien von Baby in den Film ein, in denen dieser sich vorstellt, wie er selbst aus heikelsten Situationen entkommt.[3] Zu den Schwierigkeiten bei den Dreharbeiten sagte Wright, diese hätten sich oft dann ergeben, wenn sie im Kommandovan den anderen Fahrzeugen folgten und das Übertragungssignal gestört war, wodurch er nicht mehr direkt zu den Schauspielern sprechen konnte.[13]

Die Choreografie der Actionszenen übernahm der Performance-Künstler, Choreograf, Designer und Gründer des Tanzlabors Sweat Spot Ryan Heffington, der bereits für mehrere Musikvideos ausgezeichnet wurde, die er choreografierte, so unter anderem für das Video zu Chandelier von Sia, das im Rahmen der MTV Video Music Awards 2014 eine Auszeichnung erhielt.[13] Das Tempo der Choreografie der Szenen, in denen Stunts mit Autos gezeigt werden, wurde durch den Soundtrack des Films vorgegeben.[17] Bereits bei anderen Filmen wie Shaun of the Dead hatte Wright solche Szenen zur Musik choreografiert, in Shaun of the Dead zum Lied Don’t Stop Me Now.[7]

Filmmusik und Sound Design[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Baby Driver (Soundtrack)

Die Filmmusik komponierte der Oscar-Preisträger Steven Price. Zudem hört der Zuschauer die Musik, die Baby im Film hört. Die Tracks, die Baby hört, bilden gleichzeitig den Soundtrack zum Film.[18] Normalerweise wählen Regisseure für den Soundtrack eines Films Musikstücke, die das untermalen sollen, was auf der Leinwand geschieht. In Baby Driver lässt Wright seinen Titelhelden jedoch solche Musik hören, die über sein Schicksal zu entscheiden scheint, so Peter Debruge von Variety.[19] Carsten Baumgardt von Filmstarts erklärt, die obligatorische Musikuntermalung erschalle, wie normalerweise in Filmen, nicht im Hintergrund, sondern sei permanent und penetrant ein aktiver Bestandteil der Handlung. Die Hauptfigur Baby gebe durch die Auswahl der Songs, die von dem zentralen Stück Easy von The Commodores über Jazz und Blues bis zu Barry White reicht, selbst den Takt für die folgenden Szenen vor, so Baumgardt, egal ob es sich dabei um eine rasante Fluchtfahrt oder einen entspannten Spaziergang zum Kaffeeholen handelt.[20] Auch Eric Kohn von IndieWire sagt, Wright selbst habe Baby Driver zwar als einen Autofilm beschrieben, der von Musik angetrieben wird, doch sei es mehr ein Musikfilm geworden, der um Autos herum gestrickt wurde. Die im Film unaufhörlich gespielte Musik umfasst unter anderem Songs von Lionel Richie, Isaac Hayes und Queen, die die Geschichte des Films mitgestalten und stellt für Kohn den besten Soundtrack zu einem Film des Jahres dar.[3] Bei dem Eröffnungslied handelt es sich um den Song Bellbottoms von The Jon Spencer Blues Explosion.[13] Das im Film zu hörende Lied Baby Driver von Simon & Garfunkel gab dem Protagonisten und dem Film seinen Namen.[9] Darüber hinaus ist ein Stück von Dave Brubeck zu hören.[7] Bereits der erste Trailer zum Film beginnt mit Brubecks Unsquare Dance. Der Soundtrack umfasst 30 Musikstücke[21] und wurde am 23. Juni 2017 von Columbia Records auf CD und als Download veröffentlicht.[22]

An einigen Stellen des Films wurde ein heller Piepston in das Sound Design eingefügt, der den Tinnitus zum Ausdruck bringen soll, unter dem Baby leidet.

Marketing und Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Fotos wurden im Dezember 2016 veröffentlicht.[23] Anfang März 2017 folgte ein erster Trailer zum Film[24], am 11. April 2017 wurde ein weiterer deutscher Trailer veröffentlicht, der mit dem Song Radar Love von Golden Earring unterlegt war.[25] Das frühzeitig veröffentlichte Logo des Films zeigt den stilisierten Baby, der seine Kopfhörer trägt, vor einer in Schwarz gehaltenen Stadtansicht von Atlanta.[26] Ein erstes in den Farben Pink und Schwarz gehaltenes Poster zum Film zeigte eine Pistole, aus der ein Auto anstelle eines Geschosses austritt.[27][28] Im Mai 2017 folgte ein Motion Poster.[29][30] Die verschiedenen Logos und Plakate zum Film zogen eine Welle von Fankunst nach sich, die häufig an diese Motive angelehnt war und insbesondere das Hören der Musik zum Gegenstand hatte, die Baby im Film über seine Kopfhörer hört.[31] Im Mai 2017 wurde auch das Making-of Stunt Driving Featurette veröffentlicht[32], das die Autofahrten während der Dreharbeiten und die Schauspieler bei den Stunts zeigt.[33] Anfang Juni 2017 folgte ein neuer deutscher Trailer mit der Bezeichnung TeKillYah, der viele dieser Fahrmanöver beinhaltet.[34] In einem im Juni 2017 veröffentlichten Featurette erklärt Edgar Wright, wie er das Drehbuch mit dem Soundtrack im Kopf geschrieben und es dann samt Soundtrack an seine Darsteller verschickt hat, damit sie es zur Musik lesen und sich eine Vorstellung davon verschaffen konnten, wie er es sich gedacht hatte.[35]

Am 11. März 2017 feierte der Film im Rahmen des South by Southwest Film Festivals seine Premiere. Ab 3. Juli 2017 wurde der Film beim Filmfestival Karlovy Vary vorgestellt[36] und am 8. Juli 2017 als Abschlussfilm beim Neuchâtel International Fantastic Film Festival gezeigt. Am 28. Juni 2017 kam der Film in die US-amerikanischen[37] und am 27. Juli 2017 in die deutschen Kinos. In der Schweiz hat Sony Pictures Releasing Switzerland den Kinostart von Baby Driver ebenfalls auf den 27. Juli 2017 gelegt.[38] Nach einer achtwöchigen Pause für ausländische Filme soll Baby Driver am 24. August 2017 in die chinesischen Kinos kommen.[39][40]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altersfreigabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den USA erhielt der Film von der MPAA wegen der Darstellung von Gewalt und blutigen Schusswechseln ein R-Rating, was einer Freigabe ab 17 Jahren entspricht.[41][42] In Deutschland ist der Film FSK 16. In der Freigabebegründung heißt es: „Der Film ist mit zahlreichen genretypischen Elementen erzählt und weist eine klare Unterteilung in Gut und Böse auf. Im Lauf der Handlung steigern sich Intensität und Drastik der Action, wobei die Gewalt nie selbstzweckhaft betont wird. [...] Musikalische und humorvolle Momente sorgen immer wieder für Entlastung. Auch die letztlich moralische Haltung des Protagonisten wie des Films sorgen für genug emotionalen Halt.“[43]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edgar Wright, hier bei der Premiere des Films in Australien, führte beim Film Regie und schrieb auch das Drehbuch

Der Film konnte bislang 94 Prozent der Kritiker bei Rotten Tomatoes überzeugen und erhielt hierbei eine durchschnittliche Bewertung von 8,1 der möglichen 10 Punkte.[44] Einige Kritiker erkannten in Baby Driver wegen der zentralen Rolle der Musik und der lebendigen Stadtansichten eine Neuauflage von La La Land.[13][45]

Doris Kuhn von der Süddeutschen Zeitung erklärt, Edgar Wright erlaube sich, das Zentrum des Films eigenwillig zu verschieben, denn die Überfälle, um die das Genre sonst kreist, blieben auf der Seitenlinie und er konzentriere sich auf die Psychologie seines Fluchtfahrers: „Baby lebt bei einem taubstummen Schwarzen, er muss also nicht sprechen, sondern kann entspannt in der Popgeschichte verschwinden. Was er da findet, reicht für seine Bedürfnisse: Mit dem Mitbewohner kann er kommunizieren, weil der die Finger an den Lautsprecher legt, um zu spüren, welche Stimmung da gerade herauskommt.“[46]

Eric Kohn von IndieWire sagt, Baby Driver präsentiere sich in Gestalt eines eleganten, schnellen Feuerwerks, einer Synthese von Bewegung und Klang, und man erkenne leicht, warum es so lange dauerte, den Film fertigzustellen.[3] William Bibbiani von Crave beschreibt Baby Driver als einen supercoolen Heist-Movie, der Musik so verwendet, wie der Rest von uns die Luft, und sieht in ihm das Potenzial, einer der besten Autoverfolgungsfilme überhaupt zu werden.[47]

Jens Balzer von Zeit Online bemerkt hingegen, die spektakuläre Verbindung von filmischen und musikalischen Rhythmen beginne sich schnell abzunutzen, vor allem aber leide der Film an seiner immer exzessiver werdenden Lust an der Brutalität: „Wie erst den selbstbezüglichen Bild-Sound-Montagen durch das Eindringen der Sprache die semiotische Unschuld genommen wird, so kommt der gesamten Geschichte durch das Einsickern von Blut, durch die realistischen Bilder tatsächlich verwundbarer Körper die moralische Unschuld abhanden.“[48] Auch Chris Weiß von Musikexpress meint, obwohl die Musik weiter im Mittelpunkt stehe, fehle dem Rest des Films das Irre, das Durchgeknallte und das Geniale des Einstiegs.[49]

Einspielergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Nordamerika übertraf der Film, der dort am 28. Juni 2017 in 3.226 Kinos gestartet war, die Erwartungen des Studios und spielte bis zum Unabhängigkeitstag, dem 4. Juli, rund 39 Millionen US-Dollar ein.[50] Den Produktionskosten von 34 Millionen US-Dollar, die der Film bereits in seiner ersten Woche nach Kinostart einspielte, stehen bislang weltweite Einnahmen aus Kinovorführungen in Höhe von 213,7 Millionen US-Dollar gegenüber.[51] In Deutschland verzeichnet der Film bislang 408.708 Besucher.[52]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Golden Trailer Awards 2017

  • Auszeichnung in der Kategorie Best Action[53]

Indiewire Critics’ Poll Awards 2016

  • Platz 5 in der Kategorie Most Anticipated of 2017[54]

South by Southwest Film Festival 2017

  • Auszeichnung mit dem Publikumspreis in der Sektion Headliners (Edgar Wright)[55]

Teen Choice Awards 2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Baby Driver – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Baby Driver. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüfnummer: 169013/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Alterskennzeichnung für Baby Driver. Jugendmedien­kommission.
  3. a b c d e Eric Kohn: 'Baby Driver' Review: Edgar Wright’s Brilliant Car Chase Musical Casts Ansel Elgort As an Outlaw Fred Astaire – SXSW 2017 In: indiewire.com, 12. März 2017.
  4. Justin Cook: Edgar Wright shares first pages of Baby Driver script In: flickeringmyth.com, 4. Februar 2017.
  5. Jada Yuan: Everyone at SXSW Agrees Baby Driver Is Awesome In: vulture.com, 12. März 2017.
  6. Clark Collis: 'Baby Driver': Edgar Wright shares sneak peek at his new movie In: Entertainment Weekly, 23. Dezember 2017.
  7. a b c Audra Schroeder: Edgar Wright on the music of 'Baby Driver' and its unexpected influences In: dailydot.com, 11. März 2017.
  8. Im Lied Baby Driver heißt es: „And I was born one dark gray morn, With music coming in my ears, In my ears. They call me Baby Driver, And once upon a pair of wheels...“ (auf deutsch: „Und ich wurde an einem dunkelgrauen Morgen geboren, mit Musik, die in meine Ohren ging, In meinen Ohren. Sie nennen mich Baby Driver. Es war einmal, da war ich auf zwei Rädern unterwegs...“)
  9. a b Michael Nordine: ‘Baby Driver’: Edgar Wright’s Super-Diverse Soundtrack Is Your New Favorite Playlist In: yahoo.com, 12. März 2017.
  10. Baby Driver In: moviepilot.de. Abgerufen am 10. März 2017.
  11. Billionaire Boys Club (2017). Abgerufen am 17. Juni 2017.
  12. https://teaser-trailer.com/baby-driver-movie/
  13. a b c d e f Jada Yuan: Everyone at SXSW Agrees 'Baby Driver' Is Awesome In: vulture.com, 12. März 2017.
  14. Brian Brooks: 'Baby Driver' (And The Trailer) Hits Fast Lane With SXSW Premiere In: deadline.com, 11. März 2017.
  15. Jennifer Brett: Ansel Elgort, fake shootout at Perimeter-area 'Baby Driver' set In: ajc.com, 17. März 2016.
  16. Baby Driver Movie Will Make Subaru Fanbois Lose Their Minds In: shiftinglanes.com, 13. März 2017.
  17. Joanna Robinson: Baby Driver Will Be Music to Edgar Wright Fans’ Ears In: Vanity Fair, 12. März 2017.
  18. Ursula Schmied: Neuer Heist-Movie 'Baby Driver': Vier Typen und schnelle Autos In: gq-magazin.de, 13. März 2017.
  19. Peter Debruge: SXSW Film Review: ‘Baby Driver’ In: Variety, 12. März 2017.
  20. Carsten Baumgardt: Baby Driver In: filmstarts.de. Abgerufen am 10. Juni 2017.
  21. Tom Connick: Queen, Blur, The Beach Boys and more join 'Baby Driver' soundtrack In: nme.com, 2. Juni 2017.
  22. 'Baby Driver' Soundtrack Details In: filmmusicreporter.com, 1. Juni 2017.
  23. http://www.filmstarts.de/filme/bildergalerien/bildergalerie-18509374/2
  24. https://trailer-track.com/2017/03/02/in-the-pipeline-first-trailer-for-edgar-wrights-baby-driver-coming-up/
  25. Edgar Wrights "Baby Driver": Im neuen Trailer geht's um Sex, Geld und Action zu rasanten Rhythmen In: filmstarts.de, 11. April 2017.
  26. http://www.slashfilm.com/baby-driver-script/
  27. Sinéad McCausland: Movie Posters In the Age of the Internet: With the release of new 'Free Fire' and 'Baby Driver' posters, we ask: what role does a movie’s poster play in the digital age? In: filmschoolrejects.com, 6. April 2017.
  28. http://www.filmstarts.de/filme/bildergalerien/bildergalerie-18511080/
  29. http://screenrant.com/baby-driver-motion-poster-soundtrack/
  30. http://www.kinonews.de/index.php/home/news/9198-exklusives-motion-poster-zu-baby-driver.html
  31. https://www.theverge.com/tldr/2017/5/16/15646288/baby-driver-fan-art-snapchat-geofilter-contest-edgar-wright
  32. http://www.darkhorizons.com/baby-driver-stunt-driving-featurette/
  33. http://www.slashfilm.com/baby-driver-stunt-driving/
  34. Tobias Mayer: 'Baby Driver': Ansel Elgort, Jamie Foxx und Kevin Spacey im vielleicht fetzigsten Trailer des Jahres In: filmstarts.de, 2. Juni 2017.
  35. Gib Gas, hab Spaß! 'Baby Driver' im neuen Trailer + Soundtrack Infos In: moviejones.de, 11. Juni 2017.
  36. Baby Driver In: kviff.com. Abgerufen am 20. Juni 2017.
  37. Rebecca Ford: Edgar Wright's film will now open in the heart of summer movie season In: The Hollywood Reporter, 27. März 2017.
  38. Edgar Wrights 'Baby Driver' kommt in die Schweizer Kino In: outnow.ch, 24. Mai 2017.
  39. http://chinafilminsider.com/baby-driver-passes-chinese-censors/
  40. http://variety.com/2017/film/asia/dunkirk-sets-china-release-date-after-summer-blackout-1202493187/
  41. Baby Driver In: imdb.com. Abgerufen am 29. Juni 2017.
  42. Baby Driver In: parentpreviews.com. Abgerufen am 29. Juni 2017.
  43. Freigabebegründung für Baby Driver In: Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. Abgerufen am 27. Juli 2017.
  44. Baby Driver In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 17. August 2017.
  45. Valentin Aschenbrenner: Baby Driver: Edgar Wright macht mit seinem neuen Film Ryan Gosling Konkurrenz In: ign.com, 13. März 2017.
  46. Doris Kuhn: 'Baby Driver' im Kino: Der Nerd unter den Fluchtfahrern In: Süddeutsche Zeitung, 27. Juli 2017.
  47. William Bibbiani: SXSW 2017 Review: 'Baby Driver', I Love Your Way In: craveonline.com,
  48. Jens Balzer: 'Baby Driver': Rasende Fahrt in den Gewaltexzess In: Zeit Online, 25. Juli 2017.
  49. Chris Weiß: „Baby Driver“-Kritik: Die aufregendsten fünf Minuten des Kinojahres 2017 In: Musikexpress, 25. Juli 2017.
  50. Brad Brevet: 'Despicable Me 3' #1; 'Baby Driver' Outperforms and 'Wonder Woman' Tops $700M Worldwide In: boxofficemojo.com, 2. Juli 2017.
  51. Baby Driver In: boxofficemojo.com. Abgerufen am 12. September 2017.
  52. Top 100 Deutschland 2017 In: insidekino.com. Abgerufen am 12. September 2017.
  53. Patrick Hipes: 'Wonder Woman', 'Lego Batman' & Warner Bros Top Winners At Golden Trailer Awards In: deadline.com, 6. Juni 2017.
  54. Steve Greene: 2016 IndieWire Critics Poll: Full List of Results In: indiewire.com, 19. Dezember 2016.
  55. Greg Evans: SXSW Audiences Give Top Honors To 'Light Of The Moon', 'Baby Driver', 'Dealt' In: deadline.com, 18. März 2017.
  56. Rebecca Rubin und JD Knapp: Teen Choice Awards 2017: 'Riverdale', Fifth Harmony Shut Out Competition In: Variety, 13. August 2017.