Bachhagel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bachhagel
Bachhagel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bachhagel hervorgehoben

Koordinaten: 48° 38′ N, 10° 19′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Dillingen an der Donau
Verwaltungs­gemeinschaft: Syrgenstein
Höhe: 471 m ü. NHN
Fläche: 19,74 km2
Einwohner: 2249 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner je km2
Postleitzahl: 89429
Vorwahl: 09077
Kfz-Kennzeichen: DLG, WER
Gemeindeschlüssel: 09 7 73 112
Gemeindegliederung: 5 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Ringstraße 35
89428 Syrgenstein
Website: www.bachhagel.de
Erster Bürgermeister: Ingo Hellstern (CSU)
Lage der Gemeinde Bachhagel im Landkreis Dillingen an der Donau
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Über dieses Bild

Bachhagel ist eine Gemeinde im Landkreis Dillingen an der Donau in Bayern und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Syrgenstein.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bachhagel liegt im Bachtal, einem Ausläufer der Schwäbischen Alb. Durch den Ort fließt der in Staufen entspringende Zwergbach. Die Gemeinde ist Teil der Planungsregion Augsburg.

Gemeindegebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt fünf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Bachhagel, Burghagel und Oberbechingen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind die Stadt Giengen an der Brenz (Landkreis Heidenheim) und die Gemeinden Syrgenstein, Zöschingen, Dischingen (Landkreis Heidenheim), Wittislingen und Haunsheim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gründung der Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herren von Hagel, die als Reichsministerialen erstmals 1145 erwähnt sind, waren die ersten nachweisbaren Besitzer der Burg Hagel. Bachhagel wird erstmals 1269/71 als Hagel erwähnt und bedeutet Hügel oder Steinhaufen. Das benachbarte Pfarrdorf Burghagel trug ebenfalls den Namen Hagel. Zur Unterscheidung nannte sich der am Bach gelegene Ort Bachhagel, der bei der Burg gelegene Burghagel. Burg Hagel wurde 1447 oder 1462 zerstört und nicht wieder aufgebaut. Die Hofmark Oberbechingen war von 1581 bis 1622 im Besitz der Ulmer Patrizierfamilie Roth von Schreckenstein. Hans Caspar Roth von Schreckenstein erbaute hier 1584 das Schloss Oberbechingen. Das heutige Gemeindegebiet gehörte zum Herzogtum Neuburg-Sulzbach und dessen Gericht Höchstädt; seit 1777 war das Gebiet Teil des Kurfürstentums Bayern. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 entstanden die Gemeinden Bachhagel, Burghagel und Oberbechingen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Mai 1978 die Gemeinden Burghagel und Oberbechingen eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1544 Einwohner[3]
  • 1970: 1564 Einwohner[3]
  • 1987: 1788 Einwohner
  • 1991: 1973 Einwohner
  • 1995: 2139 Einwohner
  • 2000: 2314 Einwohner
  • 2005: 2410 Einwohner
  • 2010: 2288 Einwohner
  • 2015: 2192 Einwohner

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1833 auf 2213 um 380 Einwohner bzw. um 20,7 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus dem ersten Bürgermeister und den Gemeinderatsmitgliedern. Die 14 Gemeinderatsmitglieder werden seit Mai 2020 von folgenden Gruppierungen gestellt:[4]:

Parteien und

Wählergemeinschaften

2020[5] 2014[6]
% Sitze % Sitze
Bürgerblock Bachhagel 40,8 6 48,7 7
Wählergemeinschaft Burghagel 20,6 3 16,1 2
Wählergemeinschaft Oberbechingen 18,1 2 6,3 1
Bündnis 90/Die Grünen Bayern 11,0 2
SPD 9,5 1 14,7 2
Bürgerblock Junge Bürger Oberbechingen 14,2 2
Gesamt 100,0 14 100,0 14
Wahlbeteiligung in % 59,4 60,9

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 wurde unter zwei Bewerbern Ingo Hellstern (CSU) mit 80,4 % der Stimmen zum Ersten Bürgermeister gewählt. Vorgänger von 1996 bis 2008 war Ludwig Seeger jun. (SPD/Unabhängige Bürger). Da die Wahlen am 2. März 2008 zu keinem Ergebnis führten, wurde am 16. März 2008 in einer Stichwahl Ingrid Krämmel (CSU) als Nachfolgerin gewählt. Der Amtswechsel erfolgte wie bei Regelkommunalwahlen in Bayern üblich am 1. Mai 2008. Bei der Kommunalwahl 2014 wurde Ingrid Krämmel mit 84,3 % der Stimmen im Amt bestätigt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Bachhagel.svg
Blasonierung: „Von Schwarz und Gold gespaltene, eingeschweifte Spitze, darin auf gesenktem blauen Wellenbalken eine silberne Burg mit Zinnenturm und roten Dächern, gespalten von Gold und Schwarz, vorne ein schräger schwarzer Sperrhaken, hinten ein steigendes, rotbewehrtes, silbernes Einhorn mit roter Mähne und rotem Schwanz.“[7]

1988 verliehen.

Wappenbegründung: Der schwarze Sperrhaken stammt aus dem Wappen der Herren von Hagel, die Burg im Wappen erinnert an die Burg Hagel. Das Einhorn war im ehemaligen Ortswappen von Oberbechingen zu finden und ist das Wappensymbol der Familie Roth von Schreckenstein.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Bachhagel
  • Katholische Friedhofskapelle St. Georg in Bachhagel
  • Katholische Pfarrkirche St. Peter in Burghagel
  • Katholische Pfarrkirche St. Michael in Oberbechingen
  • Schloss Oberbechingen

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft zehn, im produzierenden Gewerbe 85 und im Bereich Handel und Verkehr 40 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 37 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 845. Im verarbeitenden Gewerbe gab es acht, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 38 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1233 ha, davon waren 937 ha Ackerfläche und 295 ha Dauergrünfläche.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1.039.000 €, davon waren umgerechnet 149.000 € (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergarten
  • Bachtal-Volksschule (Grund- und Teilhauptschule) Syrgenstein-Bachhagel mit Schulgebäuden in Syrgenstein und Bachhagel

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Agreda Dirr (1880–1949), Taubstummenpädagogin aus Oberbechingen
  • Ulrich Graf (1878–1950), nationalsozialistischer Politiker, Parteifunktionär und Mitglied in SA und SS
  • Hubert Schonger (1897–1978), Filmregisseur und Filmproduzent.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bachhagel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Bachhagel in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 31. August 2019.
  3. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 770.
  4. Ergebnisse. Abgerufen am 6. März 2021.
  5. Kommunalwahlen in Bayern am 15. März 2020. Abgerufen am 1. Mai 2021 (Fehler im Dokument: CSU und Grüne vertauscht).
  6. Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014. Abgerufen am 1. Mai 2021.
  7. Eintrag zum Wappen von Bachhagel in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte