Emmershausen

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Emmershausen
Gemeinde Weilrod
Wappen von Emmershausen
Koordinaten: 50° 21′ 52″ N, 8° 22′ 37″ O
Höhe: 244 m ü. NHN
Fläche: 6,52 km² [LAGIS]
Einwohner: 477 (Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 61276
Vorwahl: 06083
Karte
Lage von Emmershausen in Weilrod

Emmershausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Weilrod im südhessischen Hochtaunuskreis.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emmershausen liegt im Weiltal des östlichen Hintertaunus. Das Dorf liegt im Naturpark Taunus. Höchste Erhebungen bei Emmershausen sind der Hardtküppel mit 384 Metern über NN und der Scheid mit 408 Meter über NN.

Wolfenhausen Langenbach Winden
Haintchen Nachbargemeinden Gemünden
Hasselbach Rod an der Weil

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der frühere Name des heutigen Ortsteils lautete Heimershusen und geht auf den Namen eines Grafen im Lahngau im Jahr 779 zurück. Im Jahr 1326 erfolgte die Ersterwähnung. Seit 1659 gehörte Emmershausen zu Nassau-Usingen.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die Gemeinde Emmershausen am 1. August 1972 kraft Landesgesetz mit mehreren anderen Gemeinden zur Gemeinde Weilrod zusammengeschlossen.[2]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen basiert auf einem Ortssiegel aus dem 19. Jahrhundert. Es symbolisiert eine Eisenfabrik, die die Grafen von Nassau 1590 hier an die Stelle einer alten Schmiede gebaut hatten. Die neue Fabrik war bis in das 19. Jahrhundert von großer Wichtigkeit für die Region.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche von Emmershausen

Grundlage der Kirche war ein befestigtes Haus der Grafen von Diez aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde das Haus durch die Grafen von Nassau zerstört. Die dazugehörige Burgkapelle die offenbar auf Burg Emmershausen zurückzuführen ist blieb jedoch bestehen. Mit der Einführung der Reformation wurde die Kapelle evangelisch. Die Kapelle wurde später nicht mehr genutzt und spätestens ab 1910 wurde über einen Abriss diskutiert. 1951 wurde die Kirche aber durch die Dorfgemeinde saniert. Die Evangelische Kirchengemeinde Emmershausen wurde 1953 selbstständig.

Die Bögen über den Fenstern lassen den romanischen Ursprung erkennen. Die Kirche besitzt ein rechteckiges Schiff und einen quadratischen Chorraum. Der Kanzelkorb stammt von 1608.[4]

Backhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Backes

Von den ursprünglich zwei Backhäusern des Ortes ist nur noch eines erhalten. Nachdem die Nutzung der Backhäuser stark zurückgegangen war, wurde eines der Backhäuser bereits nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen. Das heutige "Backes" wurde ebenfalls kaum genutzt und verfiel im Laufe der Zeit. 1987 wurde das Haus durch die Freiwillige Feuerwehr renoviert. Die Materialkosten von 1.500 DM wurden durch den Verkauf einer alten Viehwaage gedeckt. Im Rahmen der Dorferneuerung 2010 wurde das Backhaus und der Vorplatz erneut saniert. Heute wird im Rahmen des Backesfestes nach traditioneller Art im Backhaus für die Dorfgemeinschaft gebacken.[5]

Emmershäuser Mühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Rand von Emmershausen befindet sich ein Gebäudekomplex mit wechselhafter Nutzung: Die Emmershäuser Mühle. Als Mühle wird sie 1565 erstmals urkundlich erwähnt. Basis des Mühlenbetriebs ist das früher aufgestaute Wasser der Weil. Der Mühlbetrieb endete nach dem Ersten Weltkrieg als die Gewerkschaft IG Bau-Steine-Erden die Gebäude und die dazugehörigen landwirtschaftlichen Flächen erwarb und das Anwesen zu einem Schulungs- und Erholungszentrum umbaute. Das Schulungszentrum wurde nicht nur von der Gewerkschaft genutzt. Insbesondere die gewerkschaftseigene Bank für Gemeinwirtschaft führte hier ihre Mitarbeiterschulungen durch, bis sie in den 1980er Jahren ihr eigenes Schulungszentrum in Oberursel (Taunus) errichtete. In den neunziger Jahren wurde der Komplex als Auffanglager für Spätaussiedler und später für Asylbewerber genutzt. Heute sind die Gebäude heruntergekommen und stehen leer.

Emmershäuser Hütte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Emmershäuser Hütte war eine Eisenhütte, die seit der frühen Neuzeit bekannt ist. 1403 kaufte Henne von Hattstein die Hälfte der Waldschmiede zu Emmershausen von Diel Winter von Büdesheim und verpachtete sie ein Jahr später an den Waldschmied Künkel aus Heimstein. Am 11. November 1588 für die Schmiede zu Emmershausen an Peter und Henrich Sorg(e) verliehen. 1590 errichtete Henrich Sorg dort einen Hochofen. In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges verfiel die Anlage. 1664 verkaufte Hattstein die Anlage an Graf Walrad. 1707 wurde Melchior Bäppler aus Lützelinden Platzmeister. Seine Nachfahren standen auch in den nächsten Jahrzehnten an der Spitze der Hütte. 1807/08 erbaute man einen neuen Hochofen. 1818 pachtete Anselm Lossen die Hütte. Nach dem Tod von Anselm Lossen übernahm sein Sohn Joseph Lossen 1821 die Emmershäuser Hütte. 1867 wurde der Betrieb eingestellt.[6][7][8]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter von Emmershausen

  • Max Lossen (1842–1898), deutscher Historiker und Gründer von Studentenverbindungen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Emmershausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Emmershausen im Internetauftritt der Gemeinde Weilrod, abgerufen am 25. März 2018.
  2. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung des Obertaunuskreises und des Landkreises Usingen (GVBl. II 330-18) vom 11. Juli 1972. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 227, § 1 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  3. Emmershausen - Wappen von Emmershausen (coat of arms). In: www.ngw.nl. Abgerufen am 29. Oktober 2016.
  4. Kirchenführer Hochtaunus (Online S. 76/77 (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive)) (PDF; 4,8 MB). Abgerufen am 14. Januar 2016
  5. Cornelia Geratsch: Dorferneuerung in Emmershausen; in: Jahrbuch des Hochtaunuskreises 2011, ISBN 978-3-7973-1231-0, Seite 320–321
  6. Otto Renkhoff: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten. 2. Auflage. Wiesbaden 1992. ISBN 3-922244-90-4, Biographie von Anselm Lossen, Ziffer 2648, S. 477–478
  7. Otto Renkhoff: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten. 2. Auflage. Wiesbaden 1992. ISBN 3-922244-90-4, Biographie von Joseph Lossen, Ziffer 2652, S. 478
  8. Otto Renkhoff: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten. 2. Auflage. Wiesbaden 1992. ISBN 3-922244-90-4, Biographie von Peter Sorg(e), Ziffer 4192, S. 766