Bad Dürrenberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Dürrenberg
Bad Dürrenberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Dürrenberg hervorgehoben
51.30194444444412.07104Koordinaten: 51° 18′ N, 12° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Saalekreis
Höhe: 104 m ü. NHN
Fläche: 36,13 km²
Einwohner: 11.728 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 325 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06231
Vorwahl: 03462
Kfz-Kennzeichen: SK, MER, MQ, QFT
Gemeindeschlüssel: 15 0 88 020
Adresse der
Stadtverwaltung:
Fichtestraße 6
06231 Bad Dürrenberg
Webpräsenz: www.stadt-bad-duerrenberg.de
Bürgermeister: Christoph Schulze (CDU)
Lage der Stadt Bad Dürrenberg im Saalekreis
Sachsen Thüringen Burgenlandkreis Halle (Saale) Landkreis Anhalt-Bitterfeld Landkreis Mansfeld-Südharz Salzlandkreis Bad Dürrenberg Bad Lauchstädt Barnstädt Braunsbedra Farnstädt Kabelsketal Landsberg (Saalekreis) Leuna Wettin-Löbejün Merseburg Mücheln (Geiseltal) Nemsdorf-Göhrendorf Obhausen Petersberg (Saalekreis) Querfurt Salzatal Schkopau Schraplau Steigra TeutschenthalKarte
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Bad Dürrenberg (bis 1935 Dürrenberg) ist eine Stadt im Saalekreis im Land Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt Bad Dürrenberg liegt an der Saale zwischen Leipzig, Merseburg und Weißenfels. Im Süden der Stadt mündet der Ellerbach rechtsseitig in die Saale.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Ortschaft Einwohner Ortsteile
Nempitz Bad Dürrenberg Tollwitz Oebles-Schlechtewitz SaalekreisDistricts of Bad Dürrenberg.svg
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Bad Dürrenberg 10.805 Bad Dürrenberg, Balditz, Goddula, Keuschberg, Kirchfährendorf, Lennewitz, Ostrau, Porbitz-Poppitz und Vesta
Nempitz 293 Nempitz, Oetzsch und Treben
Oebles-Schlechtewitz 209 Oebles-Schlechtewitz
Tollwitz 1.175 Ellerbach, Kauern, Ragwitz, Teuditz, Tollwitz und Zöllschen

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Leuna im Norden, Markranstädt (Landkreis Leipzig) im Osten, Lützen (Burgenlandkreis) im Süden und Weißenfels (Burgenlandkreis) im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Bürger- und Vereinshaus mit Touristinformation

Der Stadtteil Keuschberg ist der älteste Teil der Stadt. Am 5. Juli 993 wurde der Ort durch Otto I. erstmals urkundlich erwähnt. Vesta, ein mit Wällen befestigter Königshof, wurde 1197 im Naumburger Urkundenbuch erstmals genannt. Für die anderen Stadtteile von Bad Dürrenberg sind folgende Ersterwähnungsdaten überliefert: Kirchdorf: 1248, Goddula (später: Klein- und Groß-Goddula): 1263, Lennewitz: 1267, Balditz: 1317 und Fährendorf 1320.[2] Zu dieser Zeit muss bereits eine namensgebende Fähre in Fährendorf existiert haben. Dürrenberg wurde 1431 erwähnt, als Christoph von Schidingen ein Lehnbrief des Merseburger Bischofs Johann II. Bose für Dürrenberg und Puhrendorff (?) nebst Kirchdorff erhielt.[3] Das Standesamt, das ehemalige Salzamt, ist das älteste Steingebäude der Stadt und ist bereits in Urkunden aus dem Hochmittelalter als Königsgut nachgewiesen.

Bahnhof
Kurpark

Das Gebiet der heutigen Ortschaft Bad Dürrenberg gehörte bis 1815 zum Gebiet des Hochstifts Merseburg, das seit 1561 unter kursächsischer Hoheit stand und zwischen 1656/57 und 1738 zum Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Merseburg gehörte. Während Dürrenberg, Balditz, Keuschberg, Vesta, Groß- und Klein-Goddula zum Amt Lützen gehörten, unterstanden Kirchdorf, Fährendorf, Lennewitz, Ostrau, Porbitz und Poppitz der Verwaltung des Amts Merseburg.[4] 1741 unternahm der kurfürstlich-sächsische Bergrat Johann Gottfried Borlach bei Keuschberg Bohrversuche. Die Bohrung war erst 1763 erfolgreich, seitdem gibt es dort einen ständigen Solefluss mit 10,63 % Salzgehalt. Über diesem ersten Solebrunnen entstand 1765 ein wuchtiger Soleförderturm, der nach ihm benannte Borlachturm befindet sich in unmittelbarer Nähe der Gradierwerke. Das Museum im Turm würdigt die Leistungen von Borlach und dokumentiert die Geschichte der Salzgewinnung, die Verarbeitung der Dürrenberger Sole zu Siedespeisesalz und die Entwicklung Dürrenbergs zum Badeort.[5]

Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen die zwölf Orte der heutigen Ortschaft Bad Dürrenberg im Jahr 1815 zu Preußen. Sie wurden 1816 dem Kreis Merseburg[6] im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt. Im 19. Jahrhundert wurden folgende Orte erwähnt, die aus mehreren Orten entstanden sind: Kirchfährendorf (aus Kirchdorf und Fährendorf), Porbitz-Poppitz (aus Porbitz und Poppitz), Goddula (aus Groß-Goddula, Klein-Goddula und Vesta).

Erstmals an das Eisenbahnnetz angebunden werden sollte der Ort im Jahr 1826 mit der Errichtung einer Pferdeeisenbahn von Leipzig nach Dürrenberg; die Pläne wurden jedoch verworfen. Im Jahr 1836 wurde die 4,5 Kilometer lange Tollwitz-Dürrenberger Eisenbahn mit einer Spurweite von 585 mm und der erste, 133 m lange Eisenbahntunnel Deutschlands errichtet. Am 22. März 1856 nahm die Bahnstrecke von Leipzig nach Corbetha über Barneck, Markranstädt, Kötschau und Dürrenberg ihren Betrieb auf.

Spätgotische Kirche in Kirchfährendorf
Evangelische Kirche
St. Bonifatius

Die Errichtung des ersten Badehauses erfolgte 1845, die erste Saalebrücke wurde 1920 erbaut. Im selben Jahr wurde die Rössener Straßenbahnstrecke in Etappen über Daspig und Spergau bis Fährdorf verlängert, sechs Jahre später dann bis zum Bahnhof Bad Dürrenberg.

Die „Großgemeinde Dürrenberg“ entstand am 1. Juli 1930 durch Zusammenschluss der Landgemeinden Dürrenberg, Keuschberg, Porbitz-Poppitz, Ostrau, Lennewitz und Balditz. Seit der Verleihung des Prädikates „Bad“ im Jahr 1935 nennt sich Dürrenberg Bad Dürrenberg. Das Stadtrecht wurde dem Ort im Jahr 1946 verliehen.[7] Am 1. Juli 1950 wurden die Orte Kirchfährendorf und Goddula-Vesta nach Bad Dürrenberg eingemeindet.[8] Die Verwaltungsgemeinschaft Bad Dürrenberg mit Oebles-Schlechtewitz, Tollwitz sowie seit 1998 Spergau und seit 2006 Nempitz wurde 1994 gebildet.

Blick durch das Gradierwerk in den Kurpark

Der Badebetrieb in Bad Dürrenberg wurde 1964 eingestellt, die Produktion von Siedesalz bereits ein Jahr zuvor. Ein neuer Solebrunnen wurde am 24. Juni 2000 in Betrieb genommen. 2003 sanierte man die ehemalige Trinkhalle im Kurpark, die anschließend wieder für Soleanwendungen geöffnet wurde. 2008 wurde der Stadt das Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“ verliehen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Oebles-Schlechtewitz wurde am 1. Juli 2008 in die Stadt Bad Dürrenberg eingemeindet.[9] Am 1. Januar 2010 folgten die Eingemeindungen von Nempitz und Tollwitz[10], was die Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Bad Dürrenberg nach sich zog.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1995 Stichtag 31. Dezember)

Jahr Einwohner
1990 13.0081
1995 12.214
2000 11.902
2005 11.391
2006 11.287
2012 11.844

1 3. Oktober

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister (seit 1990)[Bearbeiten]

  • bis 2001 Thomas Heilmann
  • bis 2008 Jürgen Elste
  • bis 2015 Árpád Nemes
  • seit 2015 Christoph Schulze

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Bad Dürrenberg hat 29 stimmberechtigte Mitglieder. Er setzt sich aus 28 Stadträten und dem Bürgermeister der Stadt Bad Dürrenberg zusammen.

Die Mandate verteilen sich seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 wie folgt:

  • CDU: 8 Mitglieder
  • FDP: 5 Mitglieder
  • Die Linke: 5 Mitglieder
  • SPD: 2 Mitglieder
  • Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG): 2 Mitglieder
  • Allgemeine Freie Liste (AFL): 2 Mitglieder
  • Wählergemeinschaft Pro Bad Dürrenberg (WG-PBD): 2 Mitglieder
  • Wählergemeinschaft Handwerker und Gewerbetreibende (WG-HuG): 1 Mitglied
  • Neues Forum: 1 Mitglied

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 15. April 1947 durch den Minister des Innern der Provinzialregierung Sachsen-Anhalt genehmigt.

Blasonierung: „In Rot über blauem Wasser ein silbernes Gebäude mit turmartigem Dach, schwarzen Fenstern, Tür und silberner Eingangstreppe.“

Flagge von Bad Dürrenberg

Das Gebäude im Wappen der Stadt stellt das Wahrzeichen von Dürrenberg, den sogenannten Kunst- oder Borlachturm dar. Die Wellen deuten die geografische Lage der Stadt an der Saale an.[11]

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Stadt Bad Dürrenberg ist weiß - rot (1:1) gestreift.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Bad Dürrenberg unterhält Partnerschaften zu Caudebec-lès-Elbeuf in Frankreich, Ciechocinek in Polen, Encs in Ungarn und Melle in Niedersachsen (Deutschland).[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gradierwerk
Borlachmuseum
  • Kurpark (10 ha)
  • Größtes zusammenhängendes Gradierwerk Deutschlands (636 m lang)
  • Borlachturm
  • Borlachmuseum über die Geschichte des Salzes in der Region
  • Heimatstube
  • Vogel- und Palmenhaus
  • Naturlehrpfad mit Lehrtafeln; führt durch ein Naturschutzgebiet
  • Trimmpfad
  • Spätgotische Kirche im Ortsteil Fährendorf
  • Saale-Radwanderweg (7 km auf der Gemarkung)
  • Radweg Sole, Kohle und Geschichte vom Geiseltalsee nach Lützen
  • Erster Eisenbahntunnel Deutschlands (nach heutigem Maß 177 Meter lang)
  • Kirche "St. Bonifatius" (der sakrale Rundbau besticht durch eine ungewöhnliche Glasmosaik-Darstellung des Gekreuzigten Christus im Altarraum)

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

Hunnenstein
  • Kriegerdenkmal auf dem Borlachplatz zur Erinnerung an die 151 Gefallenen des Ersten Weltkrieges, eingeweiht am 23. August 1925
  • Grabstätten für 14 Zwangsarbeiter auf dem Städtischen Friedhof
  • Grabstätten von 18 Zwangsarbeitern auf dem Neuen Friedhof
  • Denkmal aus dem Jahre 1959 auf dem Alten Friedhof für 41 Zwangsarbeiter aus mehreren Nationen
  • Kriegerdenkmal vor der evangelischen Kirche zum Andenken an die Teilnehmer und Gefallenen des deutsch-französischen Krieges 1870/71
  • Kriegerdenkmal an der Kirchfährendorfer Straße im Ortsteil Fährendorf für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges
  • Denkmal auf dem OdF-Platz zur Erinnerung an die „Opfer des Faschismus und des imperialistischen Krieges“
  • Hunnenstein mit dem sagenhaften Abdruck der Hand König Heinrichs I. zur Ungarnschlacht 933
  • Bauernstein

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Brunnenfest: Jeweils drei Tage am letzten Juni-Wochenende; zu den Brunnenfesten wird traditionell das Kleine Borlachspiel aufgeführt. Dabei wird die Erschließung der Quelle dargestellt und es findet eine öffentliche Solemessung statt.
  • Kurkonzerte Mai bis September im Kurpark
  • Ostermarkt am Karsamstag vor dem Palmen- und Vogelhaus
  • Bauernmarkt am ersten Samstag im September, auf dem Borlachplatz/Apothekerberg vor dem Palmen- und Vogelhaus
  • Weihnachtsmarkt am zweiten Adventwochenende, vor dem Palmen- und Vogelhaus
  • Ausstellungen regionaler Künstler im Wasserturm des Zweckverbandes für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung (ZWA)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Eisenbahnbrücke bei Bad Dürrenberg über die Saale
Straßenbahnlinie 5

Bad Dürrenberg verfügt über einen Haltepunkt an der Strecke Leipzig – Großkorbetha mit stündlich verkehrenden Regionalbahnlinien SE17 und RB15 nach Leipzig, Erfurt und Saalfeld. Zudem ist die Stadt mit der Straßenbahnstrecke Halle-Ammendorf–Bad Dürrenberg (Halle – Kröllwitz – Merseburg – Leuna – Bad Dürrenberg) an den Nahverkehr der HAVAG angebunden. Die darauf verkehrende Linie 5 ist mit ca. 30 Kilometern die längste Straßenbahnlinie in den Neuen Bundesländern. Busverbindungen gibt es unter anderem nach Markranstädt, Merseburg, Günthersdorf und Kleinkorbetha.

Weiterhin liegt die Stadt direkt an der A 9, an der sie eine eigene Anschlussstelle hat.

In Bad Dürrenberg gibt es eine Saaleschleuse.

Tourismus[Bearbeiten]

Das ehemalige Salzamt wurde zum Hostel umgebaut, daneben gibt es drei weitere Hotels. Außerdem gibt es das Sole Spa (Gesundheit, Wellness und Entspannung) direkt im Kurpark und das Gesundheitszentrum mit Sole Bewegungsbad (Veranstaltungs- und Dienstleistungszentrum Bad Dürrenberg gGmbH).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Borlach-Gedenkplakette

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Dürrenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Dürrenberg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2014 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. Geschichte der Ortsteile von Bad Dürrenberg
  3. N. I Fol. 2b Rep. A 30 a I Nr. 385, Lehnbuch Bischof Johannes Bose, Rittergutsarchiv Wernigerode
  4. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas, Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0;S. 84 f.
  5. Vollständiger Artikel auf Suite101.de über Bad Dürrenberg an der Saale
  6. Der Landkreis Merseburg im Gemeindeverzeichnis 1900
  7. Geschichte der Stadt Bad Dürrenberg
  8. Bad Dürrenberg und seine Ortsteile auf gov.genealogy.net
  9. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2008
  10. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  11. Lexikon Städte und Wappen der DDR 1979 Seite 99 ff.
  12. Partnerschaften