Bad Füssing

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bad Füssing
Bad Füssing
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bad Füssing hervorgehoben

Koordinaten: 48° 21′ N, 13° 19′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Höhe: 320 m ü. NHN
Fläche: 55,06 km2
Einwohner: 7658 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 139 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94072
Vorwahl: 08531
Kfz-Kennzeichen: PA
Gemeindeschlüssel: 09 2 75 116
Gemeindegliederung: 40 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 6
94072 Bad Füssing
Website: www.gde-badfuessing.de
Erster Bürgermeister: Tobias Kurz (WG Würding[2])
Lage der Gemeinde Bad Füssing im Landkreis Passau
Landkreis DeggendorfLandkreis Rottal-InnLandkreis Freyung-GrafenauPassauWitzmannsbergWindorfWegscheidVilshofen an der DonauUntergriesbachTittlingTiefenbach (bei Passau)ThyrnauTettenweisSonnenSalzwegRuhstorf an der RottRudertingRotthalmünsterPockingOrtenburgObernzellNeukirchen vorm WaldNeuhaus am InnNeuburg am InnMalchingKößlarnKirchham (Landkreis Passau)HutthurmHofkirchen (Donau)HauzenbergHaarbachBad Griesbach im RottalFürstenzellFürstensteinEging am SeeBüchlbergBreitenberg (Niederbayern)BeutelsbachBad FüssingAldersbachAidenbachAicha vorm WaldÖsterreichKarte
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Bad Füssing (bis 1969 Füssing) ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Passau und ein Kurort im Niederbayerischen Bäderdreieck. Das Thermalbad Füssing ist der wirtschaftliche Mittelpunkt der 1971 aus den Gemeinden Safferstetten, Egglfing am Inn, Würding und Aigen neu gebildeten Gemeinde Bad Füssing.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im südlichen Landkreis Passau in der flachen Pockinger Heide und am Inn, über den eine Brücke ins österreichische Obernberg am Inn führt. Der Ort befindet sich rund 30 Kilometer südlich von Passau, 20 Kilometer südwestlich von Schärding, gut 20 Kilometer nordwestlich von Ried im Innkreis, 25 Kilometer östlich von Simbach am Inn und etwa 150 Kilometer östlich der bayerischen Landeshauptstadt München sowie etwa rund 100 Kilometer westlich der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz.

Niederbayerisches Bäderdreieck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Bad Griesbach im Rottal und Bad Birnbach bildet Bad Füssing das Niederbayerische Bäderdreieck.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat 40 Ortsteile[3]:

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Europa Therme
Europa Therme: Anlage und Bäder im Außenbereich
Die katholische Pfarrkirche Hl. Geist, im Vordergrund der katholische Pfarrkindergarten St. Christophorus
Evangelische Christuskirche in Bad Füssing
Die Spielbank Bad Füssing
Das Große Kurhaus
Der Kurpark

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 735 schenkte Bayernherzog Hugibert das Gut Saferstetten dem Fürsterzbistum Salzburg. 1441 tauschte das Chorherrenkapitel zu Mattighofen mit dem Passauer Bischof Leonhard von Laiming die Hofmark Safferstetten gegen die Hofmark Reding.

Der Ortsteil Aigen am Inn wurde um das Jahr 1010 erstmals in historischen Urkunden erwähnt und ist für seine Leonhardifahrt bekannt, die jährlich am ersten Sonntag im November Reiter aus Bayern und den Alpenländern anzieht. Bereits seit dem Mittelalter ist die Verehrung des heiligen Leonhard in Aigen bezeugt. Die Ortschaft gilt als Keim der in Niederbayern weit verbreiteten Verehrung dieses Heiligen.

Bis zum Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803, mit dem die seit 1175 passauische Herrschaft Riedenburg sowie das gesamte Hochstift Passau zum Kurfürstentum und späteren Königreich Bayern kamen, gehörte vom Gemeindegebiet nur der Weiler Füssing dem Kurfürstentum Bayern an, der Rest war passauisch. Mit dem bayerischen Gemeindeedikt von 1818 entstanden die politischen Gemeinden Safferstetten, Egglfing am Inn, Würding und Aigen.

Nachdem 1937/38 bei der Suche nach Öl im damaligen Safferstettener Ortsteil Füssing Thermalquellen gefunden wurden, begann in den 1950er-Jahren der Kurbetrieb. 1969 wurde dem Ortsteil Füssing der Titel „Bad“ verliehen. Mit der Gemeindegebietsreform wurde am 1. April 1971 aus den Gemeinden Safferstetten, Egglfing am Inn und Würding die Gemeinde Bad Füssing neu gebildet. Aigen kam am 1. Januar 1972 hinzu.[4] 1999 eröffnete in Bad Füssing eine konzessionierte Spielbank.

Bad Füssing entwickelte sich binnen weniger Jahrzehnte mit über zwei Millionen Übernachtungen pro Jahr zu einem bedeutenden Kurort.

Brunnen in Bad Füssing
Eingangsbereich Johannesbad

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 5.190 auf 7.572 um 2.382 Einwohner bzw. um 45,9 % – der höchste prozentuale Zuwachs im Landkreis im genannten Zeitraum.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Bad Füssing besteht aus 20 Mitgliedern und dem ersten Bürgermeister. Die Wahl am 15. März 2020 hatte folgendes Ergebnis:[5]

Sitze Stimmenanteil
CSU 6 29,22 %
Bündnis 90 / Die Grünen 1 7,24 %
SPD 1 2,99 %
Wählergemeinschaft Bürgerliche Einigkeit Würding 4 19,89 %
Wählergemeinschaft Aigen a.Inn 3 12,43 %
Wählergemeinschaft Einigkeit Egglfing 2 10,46 %
Unabhängige Bürgergemeinschaft 1 6,23 %
Wählergemeinschaft Bad Füssing 1 7,07 %
Wählergemeinschaft Irching 1 4,48 %
Gesamt 20 100,00 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2020 Tobias Kurz (Wählergemeinschaft Bürgerliche Einigkeit Würding); er wurde bei der Stichwahl am 29. März 2020 mit 54,8 % der Stimmen gewählt. Martin Neun ist 2. Bad Füssinger Bürgermeister, Brigitte Steidele ist dritte Bürgermeisterin.

Vorgänger von Kurz war vom 1. Mai 2002 bis 30. April 2020 Alois Brundobler (CSU/Wählergemeinschaften).

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber über einer nach dem unteren Schildrand gelegten blauen fünfzehngliedrigen Kette mit offenen Schellen an beiden Enden ein roter zweischaliger Brunnen mit konischer Zentralsäule und blauer mittiger Fontäne aus der kleinen oberen Schale, in zwei Strahlen sich in die untere Schale ergießend.“

Wappenerklärung: Der heraldisch stilisierte Brunnen symbolisiert das Thermalbad Füssing, entstanden 1972 aus den Gemeinden Safferstetten, Egglfing am Inn, Würding und Aigen und steht somit auch für den Namenszusatz „Bad“. Die Kette ist ein Attribut des heiligen Leonhard von Noblat und erinnert an die über lange Zeit bestehende Leonhardiwallfahrt nach Aigen. Bad Füssing führt das Wappen seit 1973 aufgrund des Gemeinderatsbeschlusses und Zustimmung der Regierung von Niederbayern mit Schreiben vom 20. Februar 1973.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arbeitsplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 gab es in der Gemeinde 3744 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 2185 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Einpendler um 1559 Personen größer als die der Auspendler. 137 Einwohner waren arbeitslos.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Staatsstraße 2110 und 2117 ist die Gemeinde mit der Bundesstraße 12 verbunden, die durch die Nachbargemeinden führt. Diese Bundesstraße soll zur Bundesautobahn 94 ausgebaut werden. Etwa 15 km entfernt verläuft die Bundesautobahn 3.

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nächstgelegener Personenbahnhof ist der ca. 8 km entfernte Bahnhof Pocking an der Bahnstrecke Passau–Mühldorf. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 war auf dieser Bahnstrecke an Samstagen noch einer der letzten Urlaubs-Intercitys von und nach Hamburg durchgebunden.[7]

Zwischen 1894 und 1996 durchquerte die Bahnstrecke Simbach am Inn–Pocking das Gemeindegebiet mit einem bis zum 1. Juni 1969 bedienten Halt in Aigen am Inn. Diese wurde bis 2002 vollständig abgebaut und zu einem Radweg umgestaltet.

In Österreich führt die Salzkammergutbahn mit den Halten Hart im Innkreis und Antiesenhofen ca. 10 km an Bad Füssing vorbei. Diese verbindet Schärding mit Ried im Innkreis.

Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Regionalbusverkehr in der Gemeinde ist in die Verkehrsgemeinschaft Landkreis Passau integriert. Sie ist dabei das Linienende der Verbindung Passau–Pocking–Bad Füssing die im Taktverkehr bedient wird. Daneben bietet das lokale Busunternehmen Eichberger einen Ortsbusverkehr mit fünf Linien an.

Von Montag bis Samstag ist der Thermalkurort durch einen Direktbus der DB-Tochter RBO mit dem Hauptbahnhof München verbunden.

Entwicklung des Fremdenverkehrs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1947 hatte Safferstetten 80 landwirtschaftliche Anwesen, der Weiler Füssing bestand aus sechs Gehöften.

Entwicklung des Fremdenverkehrs (bis 1965 Safferstetten, dann Bad Füssing)
Jahr Einwohner Betten Übernachtungen
1947 476
1957 707 230 14.060
1960 708 730 113.800
1965 806 1530 306.949
1975 6.056 1.565.000
1985 6.423 11.695 2.570.508
2004 6.463 14.692 2.626.837
2008 6.569 14.733 2.611.683
2012 12.524 2.372.280
2014 12.029 2.291,029

Die Marke von zwei Millionen Übernachtungen pro Jahr erreichte Bad Füssing erstmals 1979.

Kureinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Marketing-Logo der Gemeinde Bad Füssing

Das 56 Grad warme Thermalwasser hilft unter anderem bei Arthritis, Wirbelsäulenleiden, Osteoporose und Stoffwechselkrankheiten wie Gicht. Auch für die Nachbehandlung von chirurgischen Eingriffen und zur Rehabilitation nach einem Herzinfarkt werden Kuraufenthalte in Bad Füssing empfohlen.

Es gibt folgende öffentliche Kureinrichtungen:

Daneben sind mehrere Hotels an die Thermalwasser-Ringleitung angeschlossen und bieten hauseigene Bewegungs- und/oder Sprudelbäder an.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2018 gab es in der Gemeinde laut amtlicher Statistik

  • vier Kindertageseinrichtungen mit insgesamt 263 Plätzen und 246 Kindern
  • eine Volksschule mit acht Klassen und 192 Schülern.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche Heilig Geist (katholisch) in Bad Füssing
  • Christuskirche (evangelisch) in Bad Füssing
  • Spielbank Bad Füssing
  • Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt zu St. Leonhard in Aigen
  • Leonhardi-Museum in Aigen, Heimatmuseum unter anderem zur Geschichte der Leonhardi-Wallfahrt
  • Bernsteinmuseum Bad Füssing
  • 2 preisgekrönte Kinos[8][9]: Filmgalerie & Kino im Grossen Kurhaus[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1976: Karl Freiherr von Moreau (†), Bezirkstagspräsident von Niederbayern 1970–1978
  • 1984: Max Frankenberger (†), Bürgermeister der Gemeinde Bad Füssing (vorher Safferstetten) 1960–1984
  • 1997: Sebastian Schenk (†), Bezirkstagspräsident von Niederbayern 1978–1998
  • 1997: Alfred Hanel (†), Lehrer

Mit Bad Füssing verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eduard Zwick (1921–1998), Mediziner und Unternehmer, genannt der "Bäderkönig", förderte den Aufstieg Bad Füssings zum Badekurort
  • Joachim Kardinal Meisner (1933–2017), emeritierter Erzbischof von Köln, verstorben in Bad Füssing
  • Johannes Zwick (* 1955), Mediziner und Unternehmer (Johannesbad Unternehmensgruppe)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bad Füssing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Bad Füssing – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Bad Füssing: 1. Bürgermeister. Abgerufen am 23. Mai 2020.
  3. Gemeinde Bad Füssing in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 30. August 2018.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 474.
  5. Gemeinderatswahl 2020, abgerufen am 15. Juli 2020
  6. Partnerschaft
  7. Bahnchef Grube: Es bleibt bei der Streichung des Rottal-IC. Passauer Neue Presse, 7. April 2014, abgerufen am 29. Mai 2014.
  8. 415.000 Euro Programmprämien für 60 bayerische Filmtheater – Spitzenpreis an Breitwand Kino Gauting. Abgerufen am 13. Januar 2020.
  9. HDF KINO e.V: 59 Kinoprogrammpreise für HDF KINO-Mitglieder. In: HDF KINO e.V. 31. Oktober 2019, abgerufen am 13. Januar 2020 (deutsch).
  10. Filmgalerie Bad Füssing. Abgerufen am 13. Januar 2020.