Bad Grund (Harz)

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Ortsteil, der ehemals freien Bergstadt siehe Bergstadt Bad Grund (Harz)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bad Grund (Harz)
Bad Grund (Harz)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bad Grund (Harz) hervorgehoben
Koordinaten: 51° 49′ N, 10° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Göttingen
Höhe: 295 m ü. NHN
Fläche: 41,19 km2
Einwohner: 8638 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 210 Einwohner je km2
Postleitzahl: 37539
Vorwahlen: 05327, 05522
Kfz-Kennzeichen: GÖ, DUD, HMÜ, OHA
Gemeindeschlüssel: 03 1 59 002
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile, 5 Siedlungen
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
An der Mühlenwiese 1
37539 Bad Grund
Webpräsenz: www.gemeinde-bad-grund.de
Bürgermeister: Harald Dietzmann (Parteilos)
Lage der Gemeinde Bad Grund (Harz) im Landkreis Göttingen
Niedersachsen Staufenberg Hann. Münden Scheden Bühren Niemetal Jühnde Dransfeld Adelebsen Friedland Rosdorf Göttingen Bovenden Gleichen Landolfshausen Seulingen Waake Seeburg Ebergötzen Duderstadt Obernfeld Rollshausen Rüdershausen Rhumspringe Wollershausen Gieboldehausen Wollbrandshausen Bodensee Krebeck Walkenried Bad Sachsa Bad Lauterberg im Harz Herzberg am Harz Herzberg am Harz Herzberg am Harz Hattorf am Harz Hattorf am Harz Wulften am Harz Elbingerode Hörden am Harz Osterode am Harz Bad Grund (Harz) Harz (Landkreis Göttingen) Harz (Landkreis Göttingen) Harz (Landkreis Göttingen) Landkreis Goslar Landkreis Northeim Landkreis Northeim Hessen Thüringen Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild
Blick auf die Bergstadt Bad Grund vom Aussichtspunkt Fritze's Ruh

Bad Grund (Harz) ist eine Einheitsgemeinde im westlichen Harz im Landkreis Göttingen, Niedersachsen und ein Heilklimatischer Kurort mit Heilstollen-Kurbetrieb. Der Verwaltungssitz befindet sich im Ortsteil Windhausen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Grund liegt im Naturpark Harz zwischen Seesen im Nordnordwesten, Clausthal-Zellerfeld im Osten und Osterode am Harz im Süden. Nördlich befindet sich an der Bundesstraße 242 der Hübichenstein und nordnordöstlich dieser Straße der Iberg. Durch Bad Grund führt der Harzer Försterstieg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Bad Grund besteht aus sechs Ortsteilen. Die folgende Tabelle enthält die sechs Ortsteile mit den dazugehörigen Siedlungen und ihre Einwohnerzahl am 30. Juni 2013:[2]

Ortsteil Einwohnerzahl
Bergstadt Bad Grund (Harz)* 2.398
Gittelde** 1.888
Badenhausen*** 1.882
Eisdorf 1.345
Windhausen 994
Willensen 317
Gemeinde Bad Grund 8.824

* mit Laubhütte und Taubenborn

** mit Teichhütte

*** mit Neuhütte und Oberhütte

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Bad Grund grenzt im Norden an die Stadt Seesen (Landkreis Goslar), im Süden an die Stadt Osterode am Harz (Landkreis Göttingen) und im Westen an die Gemeinde Kalefeld (Landkreis Northeim). Weitere Grenzen besitzt die Gemeinde mit den zwei gemeindefreien Gebieten Harz (Landkreis Goslar) im Nordwesten und Nordosten sowie Harz (Landkreis Göttingen) im Osten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Ortsgeschichte des namensgebenden Ortsteils siehe Bergstadt Bad Grund (Harz) #Geschichte

Zum 1. März 2013 schlossen sich die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Bad Grund (Harz) zur neuen Einheitsgemeinde Bad Grund (Harz) zusammen.

Seit dem Zusammenschluss der Landkreise Osterode am Harz und Göttingen am 1. November 2016 gehört Bad Grund (Harz) zum Landkreis Göttingen.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Ortsnamen von Grund waren in den Jahren 1317 Fundo, 1321 Grunt, 1322 Grunt, 1405 Grund, 1504 Grunde, 1505 Grunde, 1505 Grunde und 1519 Grunde. Zugrunde liegt dem Ortsnamen der Grund im Sinne von Niederung. Im Hoch- wie im Niederdeutschen ist dies gleichermaßen bezeugt, zum Beispiel althochdeutsch 'grunt', altsächsisch grund für „Grund“, „Boden“. In Nordwestsachsen bezeichnet das Wort einen „tiefen, allmählich auslaufenden Geländeeinschnitt“. Mittelniederdeutsch ist es als grunt, also „Tiefe“, „Tal“, „Talgrund“, „Talsohle“ bekannt. Norddeutsch bedeutet grund „eine Niederung zwischen Bergen“, „ein kleines Tal“.[3]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische St.-Antonius-Kirche befindet sich im Zentrum der Bergstadt Bad Grund am Markt, die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Clausthal-Zellerfeld. In der ab den 1950er Jahren errichteten Siedlung Taubenborn wurde am 12. Juni 1960 die Kapelle am Taubenborn (Am Rösteberg) geweiht.

Die katholische St.-Barbara-Kirche wurde 1961/62 an der Danziger Straße erbaut. Zur Pfarrgemeinde gehörten auch die Orte Lautenthal und Wildemann. Am 6. Februar 2010 erfolgte die Profanierung. Heute befindet sich die nächstgelegene katholische Kirche im acht Kilometer entfernten Badenhausen.

Die 1926 erbaute neuapostolische Kirche im Hübichweg 12 wurde 2007 geschlossen. Das Kirchengebäude wurde verkauft und wird inzwischen als Wohngebäude genutzt. Die nächstgelegene neuapostolische Kirche befindet sich im neun Kilometer entfernten Gittelde.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewahl 2016[4]
Wahlbeteiligung: 53,69 (2013: 60,18 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,86 %
28,09 %
13,23 %
4,47 %
3,35 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2013
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+0,95 %p
-1,87 %p
+2,94 %p
-1,09 %p
+1,07 %p
-2,00 %p
Sitzverteilung im Gemeinderat
    
Von 22 Sitzen entfallen auf:

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat der Gemeinde Bad Grund (Harz) besteht aus 22 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 8.001 und 9.000 Einwohnern.[5] Die 22 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit beginnt am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Harald Dietzmann (parteilos).

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis (Veränderungen zu 2013):

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Bad Grund ist Harald Dietzmann (parteilos). Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 20. Januar 2013 wurde er ohne Gegenkandidaten mit 76,68 % der Stimmen gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,27 %.[6] Dietzmann trat sein Amt am 1. März 2013 an.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergbaumuseum „Schachtanlage Knesebeck“

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • regelmäßig Heimatabende (Harzer Folklore)

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laufe jeden Jahres gehören die Osterfeuer am Karsamstag und die Walpurgisnacht-Feier am 30. April zu den viel besuchten Veranstaltungshöhepunkten. Das Lichterfest Teich in Flammen in der Siedlung Taubenborn, das seit den 1970er Jahren jeweils am dritten Samstag im August stattfindet, hat sich inzwischen zu einer der größten Veranstaltungen in Bad Grund entwickelt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Iberger Kaffeehaus (1907)

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Grund war vor allem durch den Erzbergbau geprägt. 1992 schloss das letzte Erzbergwerk, aus dem sechs Millionen Tonnen Erz und 2500 Tonnen Silber gewonnen wurden.

Die Zirbus technology GmbH fertigt in Bad Grund mit rund fünfzig Mitarbeitern Sterilisatoren, Gefriertrocknungsanlagen und Autoklaven-Behälter zur Sterilisation von Instrumenten und Materialien.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Landesstraße 524 hat Bad Grund Anschluss an die Bundesstraße 243 nach Osterode am Harz und die Bundesstraße 242 nach Clausthal-Zellerfeld und Seesen und damit die Autobahn 7.

Bad Grund ist mit Bussen des ÖPNV zu erreichen. Bis 1971 hielten hier auch Züge der Bahnstrecke Gittelde–Bad Grund.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bad Grund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Grund (Harz) – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. gemeinde-bad-grund.de: Bevölkerungszahlen per 30. Juni 2013 der Gemeinde Bad Grund (Harz)
  3. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  4. Webseite der Kommunalen Dienste Göttingen, abgerufen am 29. September 2016
  5. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 14. März 2016
  6. Schnellmeldung zur Bürgermeisterwahl 2013 am 20. Januar 2013, abgerufen am 14. März 2015