Bad Hofgastein

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Bad Hofgastein
Wappen von Bad Hofgastein
Bad Hofgastein (Österreich)
Bad Hofgastein
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: St. Johann im Pongau
Kfz-Kennzeichen: JO
Fläche: 103,75 km²
Koordinaten: 47° 10′ N, 13° 6′ OKoordinaten: 47° 10′ 16″ N, 13° 6′ 26″ O
Höhe: 859 m ü. A.
Einwohner: 6.884 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 66 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5630
Vorwahl: 06432
Gemeindekennziffer: 5 04 02
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kurpromenade 2
5630 Bad Hofgastein
Website: www.badhofgastein.salzburg.at
Politik
Bürgermeister: Fritz Zettinig (ÖVP)
Gemeinderat: (2014)
(25 Mitglieder)
13
10
2
13 10 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Bad Hofgastein im Bezirk St. Johann im Pongau
Bad Gastein Altenmarkt im Pongau Bad Hofgastein Bischofshofen Dorfgastein Eben im Pongau Filzmoos Flachau (Salzburg) Forstau Goldegg im Pongau Großarl Hüttau Hüttschlag Kleinarl Mühlbach am Hochkönig Pfarrwerfen Radstadt St. Johann im Pongau St. Martin am Tennengebirge Sankt Veit im Pongau Schwarzach im Pongau Untertauern Wagrain (Pongau) Werfen Werfenweng SalzburgLage der Gemeinde Bad Hofgastein im Bezirk St. Johann im Pongau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Bad Hofgastein ist eine Marktgemeinde mit 6884 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) im Salzburger Land im Bezirk St. Johann im Pongau in Österreich. Sie ist eine Kur- und Wintersportgemeinde.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Gasteinertal im Pongau im Salzburger Land. Bis Ende 2002 gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Gastein, seit 2003 ist sie Teil des Gerichtsbezirks Sankt Johann im Pongau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom erhöhten Ortsteil Anger am Angertal auf Bad Hofgastein in Richtung Norden. Im Vordergrund gelegen der Ortsteil Hundsdorf; im Hintergrund der Hauptort mit Kirche

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 10 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Anger (1350)
  • Bad Hofgastein (2740)
  • Breitenberg (252)
  • Gadaunern (210)
  • Harbach (288)
  • Heißingfelding (694)
  • Laderding (181)
  • Vorderschneeberg (641)
  • Weinetsberg (116)
  • Wieden (238)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Bad Hofgastein, Harbach, Heißingfelding, Vorderschneeberg und Wieden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfgastein
Rauris Nachbargemeinden Großarl
Bad Gastein Hüttschlag

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte Bad Hofgasteins reicht in die Römerzeit zurück, denn dieser Ort war das Zentrum des Silber- und Goldbergbaus am Radhausberg, im Angertal und im Pochkar. Bad Hofgastein liegt an der breitesten Stelle des Tals, weshalb die Siedlung auch zum Hauptort Gasteins wurde. Hier befand sich auch die erste Pfarre des Tals und der Gerichtssitz (Gerichtshof) der Region Gastein. So erhielt die Ortschaft die Bezeichnung Hof in der Gasstein, später wurde daraus Hofgastein.

Im Hochmittelalter war Hofgastein das Zentrum des Warenaustausches zwischen Italien und Österreich bzw. Deutschland ober die beiden Gasteiner Tauern. Auf dem schon von den Römern ausgebauten Weg über den Korntauern gelangten Südfrüchte, Wein und andere Erzeugnisse in dieses Gebirgstal, um gegen Gold und Silber eingetauscht zu werden. Das Marktrecht wurde im 13. Jahrhundert verliehen.

Die Pfarrkirche wurde 894 als kleines Kirchlein errichtet, und erhielt ihr heutiges gotisches Aussehen im 15. Jahrhundert.

Der Verfall der Goldpreise, Naturkatastrophen, der Ausbruch der Pest 1574 sowie die sozialen und religiösen Auseinandersetzungen während und nach dem Dreißigjährigen Krieg führten zu einem völligen Niedergang des Ortes.

Eine zweite Blüte erreichte Hofgastein nach der Aufhebung des Erzbistums Salzburg und dem Anschluss an Österreich seit 1807 als Heilbad. 1820 erfolgte die Verleihung des "immerwährenden" Thermalwasserbezugsrechtes aus den Quellen von Bad Gastein durch Kaiser Franz I. Das Wildbad (heute gibt es ein "Felsenbad") in Badgastein ist überlaufen, ein dort beabsichtigter Erweiterungsbau kommt nach Verwüstung des Geländes durch ein Hochwasser 1828 nicht zustande. Anfangs wurde das Wasser von Bräuer Moser,[2] der einen Badesaal in seiner Brauerei einrichtete, mit Wagen in Fässern nach Bad Hofgastein herbeigeschafft. Pläne des Bergbeamten und Technikers Joseph Gainschnigg (1759-1835), Sohn des Böcksteiner Mesners,[3] für eine Thermalwasserleitung existierten schon länger. Ladislaus Pyrker (Erzbischof von Erlau, Patriarch von Venedig[4]) schlägt den Bau einer solchen Leitung vor, Juni 1825 wird das Projekt Gainschnigg kommissioniert, erst am 23. August 1828 entschied sich der Kaiser per Resolution dafür. Eine Aktiengesellschaft von 34 Bürgern zur Aufbringung der Kosten wird 1828 gegründet, Pyrker schließt sich mit einem hohen Betrag an und übernimmt den Vorsitz. 1828 bis 1830 wird die 7250 m lange Leitung aus 2235 Fichten- und Lärchenstämmen – ein Stamm je 3,24 m Länge – mit beim Einlauf 6 und dann 5 Zoll (etwa 13 cm) Bohrdurchmesser und durchschnittlich 3,24 m Länge errichtet; teils zutage liegend, teils nur wenig in die Erde gebettet. Die Regierung unterstützte das Projekt mit der Lieferung von 500 Stämmen. So flossen täglich rund 200 Kubikmeter die 140 m Höhenunterschied mit rund 3,3 Promille Gefälle von Bad Gastein herunter. Ab 1843 wurden begonnen die über Erde liegenden Holzrohre durch Tonröhren zu ersetzen. Im selben Jahr besteht die Leitung aus 372 Holzröhren weniger und aus 3000 Tonröhren (eine je 40 cm Länge). Das Wasser ist 2 1/4 Stunden unterwegs wird mit Sandelholzspänen getestet und kühlt auch bei anhaltendem Schlechtwetter im Sommer von eingangs 38°R (47,5°C) nur auf 28°R (35°C) ab. In der wärmeren Jahreszeit lässt man das dann zu warme Wasser durch Stehen über 10–12 Stunden um 5–6°R abkühlen. Durch die Filialbadeanstalt nimmt Bad Hofgastein einen wirtschaftlichen Aufschwung. Pyrker stiftet Kaiser Franz I. 1847 ein Denkmal am Hauptplatz/Kaiser-Franz-Platz. Die Holzrohre werden mit der Zeit ganz durch Tonröhren ersetzt, 1879 fließt doppelt so viel Wasser pro Tag durch die Leitung. Die Länge blieb bis zum Neubau 1953 gleich. Heute fließen 1000 m3 Thermalwasser pro Tag nach Hofgastein, die ergiebigste Quelle in Badgastein schüttet mehr und mit fast 47°C.[5][6]

Ab 1828 durfte der Ort den Zusatz Heilbad führen. Seit 1936 führt der Ort die Bezeichnung Bad Hofgastein.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde ist: Im geteilten Schild oben in Gold Hammer und Schlägel in natürlichen Farben schräg übereinander gekreuzt und unten in silbernem Felde eine naturfarbene hölzerne Badewanne.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2009 der Skischulbesitzer Fritz Zettinig von der ÖVP. Sein Vorgänger war der Hotelier Benedikt Lang. Die Gemeindevertretung hat 25 Mitglieder, davon sind 13 ÖVP, 10 SPÖ und 2 FP.

  • Einwohnerentwicklung: 2005 hatte Bad Hofgastein 7009 Einwohner.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Pfarrkirche zu Unseren Lieben Frauen auf dem Gries: Die Liebfrauenkirche, eine dreischiffige Staffelkirche, wurde in den Jahren 1498 bis 1507 errichtet. Der spitz behelmte Turm stammt aus dem Jahr 1602. Das prunkvolle Herzstück der Kirche stellt der prächtige Barockaltar dar, der als das herausragende Hauptwerk des Malers Josef Andrä Eisl und des Bildhauers Paul Mödlhammer gilt. Das Zentrum des Hochaltars bildet die gotische Darstellung einer thronenden Madonna, das Gnadenbild der Hofermutter aus der Zeit um 1500. Die Kanzel und die Seitenaltäre stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
  • Evangelische Heilskirche (erbaut 1960)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bad Hofgastein

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Hofgastein ist eine international bekannte Kur- und Wintersportgemeinde mit etwa 145.000 Gästen pro Jahr und Kur-, Kongress- und Veranstaltungseinrichtungen sowie einer Fußgängerzone mit Geschäften, Hotels, Cafes und Restaurants. Daneben gibt es die Alpen Therme Gastein mit dem Alpen-Kurpark und der seit Jahrhunderten bekannten Gasteiner Radon-Thermalkur (Radonbalneologie).

Das gemeinsame Schigebiet von Bad Hofgastein und Bad Gastein, die Skischaukel Schloßalm-Angertal-Stubnerkogel, ist Teil der Skiregion Gasteinertal des Schiverbunds Ski amadé, und bietet über 80 km Piste, mit gesamt 5 Seilbahnen, 7 Sessel- und 7 Schleppliften. Es zieht sich aus dem Ort auf die Schloßalm (2.050 m) und die Hohe Scharte (2300 m ü. A.) unterhalb der Türchlwand, von dort in das Skizentrum Angertal auf 1.175 m und den Stubnerkogel (2250 m ü. A.) über Bad Gastein.[7][8]

In der Gemeinde gibt es 120 bäuerliche Betriebe mit 7.200 Hektar Almflächen und 28 Almen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bad Hofgastein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Gasteinertal – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Hofgastein – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. http://www.badhofgastein.salzburg.at/system/web/zusatzseite.aspx?menuonr=218598498&detailonr=219353033 Karl Heinz Karpf: Geschichte: Das Thermalwasser - Lebensader des Kurortes. Website der Gemeinde Bad Hofgastein, abgerufen 11. Mai 2016.
  3. http://www.salzburg2016.at/programm-24/geld-und-gold-191/ Geld und Gold Bergbau nach der Zeit der Salzburger Erzbischöfe unter Oberkunstmeister Joseph Gainschnigg, Landesausstellung Salzburg 2016, "Bischof. Kaiser. Jedermann.", 7. Mai 2016, abgerufen 11. Mai 2016. – Porträt.
  4. http://www.hotel-rauscher.com/geschichte.php Hotel Rausche und Paracelsus, Geschichte, abgerufen 11. Mai 2016.
  5. http://www.gasteinertal.com/gasteiner-thermalwasser/ Gasteiner Thermalwasser, gasteinertal.com, Portal von Michel-EDV.at, Gerhard Michel, Gastein, abgerufen 11. Mai 2016.
  6. http://gastein-im-bild.info/doku/dthermlt.html Gastein im Bild –Dokumentation: Anton Ernst Lafenthaler: Thermalwasserleitung. 2. Jänner 2008, abgerufen 11. Mai 2016. – Mit Bezug auf: Sebastian Hinterseer: Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins (1977); Zimburg: Die Geschichte Gasteins und des Gasteiner Tales; S. Hinterseer, L. Krisch: Gastein und seine Geschichte. Verlag F. und Ch. Feichter, Badgastein 1996.
  7. Skiregion Gasteinertal: Skigebiet Schloßalm-Angertal-Stubnerkogel. Ski amadé
  8. Bad Hofgastein. bergfex.at – mit Pistenkarte