Bad Homburg vor der Höhe

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe
Bad Homburg vor der Höhe
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe hervorgehoben
Koordinaten: 50° 14′ N, 8° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Hochtaunuskreis
Höhe: 194 m ü. NHN
Fläche: 51,16 km²
Einwohner: 53.244 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 1041 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 61348, 61350, 61352
Vorwahl: 06172
Kfz-Kennzeichen: HG, USI
Gemeindeschlüssel: 06 4 34 001
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
61348 Bad Homburg v. d. Höhe
Webpräsenz: www.bad-homburg.de
Oberbürgermeister: Alexander Hetjes (CDU)
Lage der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe im Hochtaunuskreis
Frankfurt am Main Lahn-Dill-Kreis Landkreis Limburg-Weilburg Main-Taunus-Kreis Rheingau-Taunus-Kreis Wetteraukreis Wiesbaden Bad Homburg vor der Höhe Friedrichsdorf Glashütten (Taunus) Grävenwiesbach Königstein im Taunus Kronberg im Taunus Neu-Anspach Oberursel (Taunus) Schmitten (Hochtaunus) Steinbach (Taunus) Usingen Weilrod WehrheimKarte
Über dieses Bild
Logo der Stadt Bad Homburg vor der Höhe

Bad Homburg vor der Höhe (amtlich Bad Homburg v. d. Höhe)[2] ist die Kreisstadt des Hochtaunuskreises und eine von sieben Städten mit Sonderstatus im Land Hessen. Bad Homburg ist ein Heilbad und gemäß hessischem Landesentwicklungsplan als Mittelzentrum ausgewiesen. Die Stadt versteht sich als Kur- und Kongressstadt und wirbt für sich mit dem Motto „Champagnerluft und Tradition“.

Die Stadt Bad Homburg mit ihren knapp 53.000 Einwohnern liegt im Ballungsraum Rhein-Main und grenzt direkt an Frankfurt am Main. Der Zusatz „Bad“ wird seit 22. November 1912 geführt. International bekannt ist Bad Homburg als Kurstadt und für seine Spielbank, das „Mutter von Monte-Carlo“ genannt wird. Zudem ist die Stadt für ihre teure Wohnlage mit einer Reihe von Villengebieten bekannt. Die Kurstadt ist, wie einige weitere Taunusstädte, bevorzugtes Wohngebiet für in Frankfurt tätige und meist gut verdienende Pendler. Zugleich ist Homburg Sitz einer Reihe von Unternehmen, deren Belegschaft aus mehr Auswärtigen als Einheimischen besteht. Die Stadt ist Sitz des Bundesausgleichsamtes und verfügt über einen Dienstsitz des Bundesamtes für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen.

Bad Homburg wies im Jahr 2012 einen weit überdurchschnittlichen Kaufkraftindex von 156 Prozent[3] des Bundesdurchschnitts auf und belegte damit einen bundesweiten Spitzenwert. Im Hochtaunuskreis haben lediglich Königstein mit 191 Prozent und Kronberg mit 179 Prozent einen höheren Wert.[4][5]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panorama von Bad Homburg vom Kirdorfer Feld aus, im Hintergrund die Skyline von Frankfurt am Main, Juni 2006
Kurhaus im Zentrum

Die Stadt Bad Homburg liegt in 137 bis 250 m ü. NN, im Mittel bei 194 Metern.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaiser-Wilhelms-Bad im Kurpark, September 2009

Bad Homburg grenzt im Norden an die Gemeinde Wehrheim und die Stadt Friedrichsdorf, im Osten an die Städte Rosbach vor der Höhe und Karben (beide Wetteraukreis), im Süden an die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main, im Südwesten an die Stadt Oberursel (Taunus), im Westen (zu einem minimalen Teil) an die Gemeinde Schmitten sowie im Nordwesten an die Stadt Neu-Anspach.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss-Eingang Herrngasse
Blick auf die Dorotheenstraße und die Innenstadt, September 2009
Schloss mit Turm im Winter
Weißer Turm
Bad Homburg – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Kurhaus Bad Homburg – anlässlich des Jubiläums 100 Jahre BAD Homburg v. d. Höhe „alt“ verhüllt
Umgebung von Homburg, 1893

Der Name der Stadt Homburg leitet sich von der Burg Hohenberg ab. „Die Höhe“ ist der traditionelle Name des Taunus, dessen heutige Bezeichnung sich erst ab dem 18. Jahrhundert durchsetzte.

Die Stadt Homburg, das heutige Bad Homburg, ist urkundlich erstmals um 1180 nachgewiesen. Archäologische Untersuchungen haben für den gleichen Zeitraum Nachweise von Besiedlung erbracht. Die Zuschreibung einer Erwähnung Villa Tidenheim = „Dietigheim“ im Lorscher Codex aus dem Jahr 782 für die Stadt ist daher unwahrscheinlich.

Für die Annahme, Homburg habe um 1330 Stadt- und Marktrecht erhalten, gibt es ebenfalls keine eindeutigen Beweise, denn eine entsprechende Urkunde liegt nicht vor. 1335 gestattete allerdings Kaiser Ludwig IV., genannt der Bayer, den Herren von Eppstein, in dem zu ihrem Territorium gehörenden „Dal und Burg zu Hoenberg“ ebenso wie in Steinheim und Eppstein je zehn Juden anzusiedeln. Da Ludwig den beiden ebenfalls genannten Orten bereits Stadtrechte verliehen hatte,[6] wird angenommen, dass dies auch für Homburg zutraf; im 15. Jahrhundert wird Homburg nur noch Stadt genannt.

1486 verkaufte Gottfried X. von Eppstein Burg, Amt und Stadt Homburg für 19.000 Gulden an Graf Philipp I. von Hanau-Münzenberg. 1504/1521 verlor Hanau Homburg in Folge des Landshuter Erbfolgekriegs, bei dem es auf der Seite der Verlierer stand, wiederum an die Landgrafschaft Hessen. Mit deren Teilung nach dem Tod des Landgrafen Philipp I. fiel Homburg an Hessen-Darmstadt, 1622 an die Nebenlinie Hessen-Homburg. 1866 fiel Homburg nach dem Aussterben des Landgrafengeschlechts von Hessen-Homburg an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt zurück, wurde jedoch im gleichen Jahr infolge des Preußisch-Österreichischen Kriegs preußisch.

Mit Aufkommen des Kurbetriebs ab Mitte des 19. Jahrhunderts, der sehr von der Einrichtung einer Spielbank profitierte, wandelte sich die Stadt zu einem international berühmten Bad.

Nach 1888 wurde Bad Homburg Sommerresidenz von Kaiser Wilhelm II.

Horex war eine bekannte deutsche Motorradmarke der Horex – Fahrzeugbau, die 1923 von Fritz Kleemann in Bad Homburg gegründet wurde. In Bad Homburg entstand daher ein Horex-Museum. Der 1,6 Millionen Euro teure Neubau in der Nähe der inzwischen abgetragenen Horex-Fabrik wurde im September 2012 eröffnet.[7][8]

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Bad Homburg am 30. März 1945 von Truppen der 3. US-Armee besetzt.[9]

Der Kurbetrieb in Bad Homburg ging vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem auch das Kurhaus durch Bomben schwer beschädigt wurde, stark zurück. Führende Hotels wurden zudem von der Militärregierung beansprucht. Die Bedeutung der Stadt als Sitz von Behörden und Verwaltungen nahm zu. Schon im Herbst 1946 ordnete die Militärregierung die Gründung bizonaler Behörden an. Sitz der Verwaltungsstelle für Finanzen wurde Bad Homburg. Hier richtete am 23. Juli 1947 der Wirtschaftsrat der Bizone zur Vorbereitung der Währungsreform die „Sonderstelle Geld und Kredit“ ein, deren Leiter Ludwig Erhard wurde. Nach der Gründung der Bundesrepublik mit der Hauptstadt Bonn blieben in Bad Homburg noch die Bundesschuldenverwaltung, die 2002 in Bundeswertpapierverwaltung umbenannt wurde und seit 1. August 2006 Teil der Deutschen Finanzagentur ist, das Amt für Wertpapierbereinigung und das Bundesausgleichsamt.

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts war Bad Homburg zu einem bevorzugten Wohnsitz wohlhabender Frankfurter Familien geworden, eine Tendenz, die sich als Folge der Kriegszerstörungen in Frankfurt verstärkte. Am 30. November 1989 wurde der in Bad Homburg wohnende Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, durch eine Bombe getötet, die Terroristen bei seinem vorbeifahrenden Dienstwagen zündeten.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eingemeindung der umliegenden Dörfer setzt 1901 mit Kirdorf ein, 1937 folgt Gonzenheim. Am 31. Dezember 1971 wurden im Zuge der Gebietsreform in Hessen Ober-Eschbach sowie Dornholzhausen auf freiwilliger Basis eingegliedert.[10] Am 1. August 1972 wurde Ober-Erlenbach per Landesgesetz eingegliedert.[11][12]

Für das Gebiet der eingegliederten Gemeinden Dornholzhausen, Ober-Eschbach und Ober-Erlenbach wurden per Hauptsatzung Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher errichtet. Die Grenzen der Ortsbezirke Ober-Eschbach und Ober-Erlenbach folgen den seitherigen Gemarkungsgrenzen. Der Ortsbezirk Dornholzhausen umfasst neben der Gemarkung Dornholzhausen die Teile der Gemarkungen Bad Homburg v. d. Höhe und Kirdorf, die westlich der Bundesstraße 456 (Saalburgchaussee/Hohemarkstraße) liegen.

Bereits in mittelalterlicher Zeit kam es zur Übernahme des Dorfes Mittelstedten, wobei hier lediglich die Bevölkerung in die Stadt umgesiedelt und das Dorf aufgegeben wurde.

Neben den Eingemeindungen sind vor allem die in der Zeit der Hugenottenansiedlung von Homburg ausgehende östlich gelegene heute selbständige Neugründung Friedrichsdorf, sowie die Wiederbesiedlung des Gebietes der Wüstung Dornholzhausen, das heute wieder Stadtteil von Bad Homburgist, zu nennen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[13] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[14][15]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
        
Von 43 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften 2016 2011 2006 2001
Anteila Sitze Anteila Sitze Anteila Sitze Anteila Sitze
Christlich Demokratische Union CDU 44,2 22 40,3 20 42,2 21 38,3 23
Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD 14,9 7 14,6 7 16,9 8 19,1 11
Bündnis 90/Die Grünen Grüne 11,4 6 23,6 12 11,2 6 12,4 7
Freie Demokratische Partei FDP 10,7 5 7,1 3 10,7 5 8,8 5
Bürgerliste Bad Homburg BLB 6,6 3 6,1 3 8,6 4 12,1 7
Alternative für Deutschland AfD 5,9 3
Peter für Bad Homburg PfB 2,8 1
Die Linke Linke 2,7 1 2,0 1
Die Republikaner REP 1,0 1 1,7 1 2,3 1 3,5 2
Neue Homburger Union NHU 4,7 2 6,3 3
Die Linke WASG Die Linke ­WASG 1,8 1
Freie Homburger Wähler FHW 5,9 4
prozentualer Anteil ungültiger Stimmabgaben 2,9 3,9 3,3 2,4
Sitze gesamt 49 49 49 49
Wahlbeteiligung 49,6 % 49,5 % 44,5 % 50,9 %
a prozentualer Anteil an den abgegebenen gültigen Stimmen

Oberbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bad Homburger Rathaus
Oberbürgermeister von Bad Homburg
Oberbürgermeister Partei Amtszeit Anmerkung
Karl Tettenborn 1892–1901 seit 1900 mit Titel Oberbürgermeister
Ernst Ritter von Marx 1901–1905 seit 1902 mit Titel Oberbürgermeister
Konrad Maß 1905–1907 seit 1905 mit Titel Oberbürgermeister
Walter Lübke DVP 1907–1924 seit 1909 mit Titel Oberbürgermeister
Georg Eberlein DVP 1924–1933 Bürgermeister
Richard Hardt NSDAP 1933–1934
Erich Meusel NSDAP 1933–1945
Georg Eberlein FDP 1945–1948 mit Titel Oberbürgermeister
Karl Horn CDU 1948–1962 mit Titel Oberbürgermeister
Armin Klein CDU 1962–1980 seit 1979 mit Amtsbezeichnung Oberbürgermeister
Wolfgang Assmann CDU 1980–1998 Oberbürgermeister
Reinhard Wolters CDU 1998–2003 Oberbürgermeister; seine Wahl wurde nachträglich für ungültig erklärt, Wolters war dadurch offiziell nie Oberbürgermeister. Die von ihm getroffenen Entscheidungen blieben aber alle in Kraft.
Ursula Jungherr CDU 2003 bis 17. September 2009 Oberbürgermeisterin
Michael Korwisi Grüne 18. September 2009 bis 17. September 2015 Oberbürgermeister
Alexander Hetjes CDU seit 18. September 2015 Oberbürgermeister

Bad Homburg war nie eine kreisfreie Stadt und hatte daher zunächst keinen Oberbürgermeister. Kaiser Wilhelm II., der regelmäßig im Schloss residierte, verlieh den seit 1892 amtierenden Bürgermeistern als persönliche Auszeichnung den Titel Oberbürgermeister, wenn auch zum Teil erst ein bis zwei Jahre nach ihrem Amtsantritt als Bürgermeister. Nach dem Ende der Monarchie wurde diese Bezeichnung den Stadtoberhäuptern nicht mehr verliehen.

Georg Eberlein durfte nach 1945 aufgrund Bestimmung der Besatzungsbehörden die Dienstbezeichnung Oberbürgermeister führen; seinem Nachfolger Karl Horn gestattete das die Landesregierung. Seit 1979 tragen alle Stadtoberhäupter die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister, da Bad Homburg zu einer „Stadt mit Sonderstatus“ wurde.

Oberbürgermeisterwahl 2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursula Jungherr (CDU) war von Dezember 2003 bis September 2009 Oberbürgermeisterin. Seit der letzten Kommunalwahl im Jahr 2006 regiert eine schwarz-gelbe Koalition. Bei der Oberbürgermeisterwahl am 26. April 2009 erhielt Ursula Jungherr 39,0 Prozent, der Herausforderer Michael Korwisi (Grüne), der als Unabhängiger angetreten war, 39,3 Prozent. Der Kandidat der Sozialdemokraten, Karl Heinz Krug, erzielte 21,7 Prozent der Stimmen. Am 10. Mai 2009 kam es zu einer Stichwahl zwischen Ursula Jungherr und Michael Korwisi. Bei dieser erreichte Ursula Jungherr 40,5 Prozent, Herausforderer Michael Korwisi 59,5 Prozent der Bad Homburger Wählerstimmen. Die Wahlbeteiligung war mit 45,8 Prozent einige Prozentpunkte höher als beim ersten Wahlgang.[16] Die Amtszeit von Michael Korwisi begann am 18. September 2009. Nach der Kommunalwahl 2011 schmiedete Korwisi ein Minderheiten-Bündnis aus Grünen, SPD, BLB und NHU, das mit Hilfe der Linken einen neuen Bürgermeister und einen neuen hauptamtlichen Stadtrat wählte. Im Sommer 2014 zerbrach das Bündnis aufgrund geheimer Gespräche der SPD mit der CDU.[17] Seither wurde in der Stadtverordnetenversammlung mit wechselnden Mehrheiten regiert.

Oberbürgermeisterwahl 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Oberbürgermeisterwahl am 14. Juni 2015 erhielt Michael Korwisi, der erneut als Unabhängiger angetreten war, 29,8 Prozent der Stimmen. Bürgermeister Krug (SPD) kam auf 22,2 Prozent und der Fraktionsvorsitzende der CDU in der Stadtverordnetenversammlung, Alexander Hetjes, 48,0 Prozent.[18] In der Stichwahl am 28. Juni 2015 erzielte Alexander Hetjes 61,5 Prozent der Stimmen. Amtsinhaber Michael Korwisi kam auf 38,5 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 46,1 Prozent und damit fast auf dem Niveau des ersten Wahlgangs. Die Amtszeit von Alexander Hetjes begann am 18. September 2015.[18]

Partnerstädte/Patenstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte sind:[19]

Projektpartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Partnerstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1956 wurde eine Städtepartnerschaft zwischen Bejaia und Bad Homburg vor der Höhe vereinbart. Es war damals die einzige Städtepartnerschaft mit Algerien und nur eine von sechs zwischen Deutschland und Afrika. Mit der Machtergreifung Ben Bellas 1963 wurde diese Städtepartnerschaft von algerischer Seite beendet. Der Versuch einer Reaktivierung der Städtepartnerschaft durch den Bürgermeister Bejaias im Jahr 1975 scheiterte.[20]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktplatz

Bad Homburg verfügt über einen weit überdurchschnittlichen Kaufkraftindex von 156 Prozent.[3] Die überdurchschnittlich hohe Kaufkraft der ansässigen Bevölkerung ist für den Bad Homburger Einzelhandel sehr vorteilhaft, ein geringer Teil fließt in den angrenzenden Frankfurter Einzelhandel ab. Politisch wird die Innenstadt attraktiv gehalten; Ansiedlungen, zum Beispiel von Discountmärkten in Stadtrandlage, sind verboten. Dies führte zu einer rapiden Expansion der an das Bad Homburger Stadtgebiet angrenzenden Industriegebiete in den Frankfurter Stadtteilen Nieder-Eschbach und Kalbach-Riedberg. Inzwischen überragt gemessen an Nachbarorten mit ebenfalls hoher Kaufkraft Bad Homburg, rund 96 von 100 Euro werden auch hier ausgegeben. Zum Verlgleich sind es in Oberursel knapp 66 Euro, in Königstein 51 Euro und in Kronberg 30 Euro.

Die als besonders hoch angesehene Lebensqualität Bad Homburgs führt dazu, dass die Bodenpreise in der Kurstadt zu den höchsten in der ganzen Bundesrepublik zählen.

Bad Homburg ist Sitz einer Reihe von Unternehmen, deren Belegschaft aus mehr Auswärtigen (rund 27.000 Einpendler) als Einheimischen (rund 12.000 Auspendler) besteht. In der Stadt haben unter anderem Amadeus Germany, die Basler Securitas Versicherung, Bridgestone Deutschland, Delton, die Deutsche Leasing, Feri Finance, Fresenius, Hewlett-Packard, Ixetic, Lilly Deutschland, Kawasaki Gas Turbine Europe, Kewill, Linotype, MEDA Pharma, PIV-Drives, Ringspann (ein Unternehmen der Antriebs- und Spanntechnik), die Verwaltung der Quandt-Gruppe sowie die Syzygy ihren Sitz.

Daneben ist die Stadt Sitz der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs, der AOK Hessen und der Spielbank Bad Homburg. Ferner ist hier einer der Sitze der Taunus Sparkasse.

Mit der Landgräflich Hessischen concessionierten Landesbank in Homburg war Bad Homburg zwischen 1855 und 1876 Sitz einer Notenbank. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten das Bundesausgleichsamt und die Bundesschuldenverwaltung ihren Sitz in Bad Homburg.

Kurbetrieb und Fremdenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elisabethenbrunnen

Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist der Kurbetrieb, der auf die zahlreich vorhandenen Heilquellen gründet. Zentrum des Kurbetriebs ist das 1982 bis 1984 errichtete, postmoderne neue Kurhaus. Das traditionelle Kaiser-Wilhelms-Bad liegt im Kurpark Bad Homburg, einem 44 Hektar großen Park im englischen Landschaftsstil nach einem Entwurf von Peter Joseph Lenné am Ostrand der Innenstadt. Der untere Teil des Parks ist vor allem für die vielen Brunnen bekannt, die relativ dicht beieinander liegen, aber zum Teil sehr unterschiedliche Mineraliengehalte aufweisen.

Eine Reihe von Kliniken bieten Heilbehandlungen aller Art an. Neben den Hochtaunus-Kliniken, den Kliniken des Hochtaunuskreises sind dies unter anderem die Wickerklinik, Klinik Wingertsberg, Klinik Dr. Baumstark und die Paul-Ehrlich-Klinik.

Neben dem Kurbetrieb bietet Stadt und Umgebung insbesondere Tagesgästen bekannte Sehenswürdigkeiten:

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alter Bahnhof (links) und Luisenstraße mit Straßenbahn um 1900
Bahnhof
Hessenring – die Anbindung zur A 661

Bad Homburg ist durch die S-Bahn-Linie S5, der Homburger Bahn, mit Frankfurt verbunden. Der Bahnhof Bad Homburg ist weiterhin der Endbahnhof der kommunalen Taunusbahn, die die Kreisstadt mit den Orten des Hintertaunus verbindet und in den Hauptverkehrszeiten nach Frankfurt Hauptbahnhof weitergeführt wird. In Bad Homburg existiert ein Stadtbusnetz, welches zehn Tages-, sechs Abend- und sieben Schulbuslinien umfasst, sowie an Wochenenden drei Nachtbuslinien nach Frankfurt, Friedrichsdorf und Usingen/Neu-Anspach. Betreiber der Busse war vom 1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2015 die Verkehrsgesellschaft Mittelhessen. Zuvor war die Connex-Tochter Alpina Bad Homburg Betreiber im Auftrag der Stadt. Sie hat, als Transdev, am 1. Januar 2016 den Betrieb zunächst für ein Jahr wieder übernommen.

Des Weiteren bestehen acht Regionalbuslinien, die die Stadt mit Schmitten, Weilrod, Grävenwiesbach, Friedrichsdorf, Karben, Bad Vilbel, Weilmünster, Weilburg, Kronberg und Königstein verbinden. Seit 1995 sind alle Verkehrslinien im Rhein-Main-Verkehrsverbund zusammengefasst.

Von 1899 bis 1935 gab es die elektrische Straßenbahn Bad Homburg vor der Höhe der Elektrizitäts-AG vormals W. Lahmeyer & Co. Dazu gehörte die 1900 eröffnete Saalburgbahn zum Römerkastell Saalburg im Taunus. Von 1910 bis 1962 fuhren elektrische Züge der Frankfurter Lokalbahn von Frankfurt kommend entlang der Louisenstraße bis zum Markt, dann nur noch zum Alten Bahnhof, dem heutigen Rathaus. Die Strecke wird seit dem 19. Dezember 1971 von der Stadtbahnlinie U2 nur noch bis Gonzenheim befahren. Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren, um diese Stadtbahnlinie bis zum 1907 im wilhelminischen Stil errichteten Bad Homburger Bahnhof weiterzuführen.

Frühere Überlegungen, die U-Bahn durch Bad Homburg bis zum Sportzentrum Nordwest und sogar über die Saalburg in den Hintertaunus zu verlängern, um den Pendlern auf der überlasteten Bundesstraße 456 einen Anreiz zum Umstieg auf den öffentlichen Personennahverkehr zu geben, werden derzeit nicht mehr verfolgt.

Bad Homburg liegt am Fuß des Saalburgpasses, der Straßenverbindung zwischen Frankfurt und dem Usinger Land. Heute verläuft hier die vielbefahrene Bundesstraße 456. Der Umbau der Peters-Pneu-Kreuzung in Bad Homburg, durch eine Tunnellösung zur Vermeidung des täglichen Staus, ist in Bad Homburg politisch hoch umstritten. Drei Abfahrten der Bundesautobahn 661 erschließen Bad Homburg. Das Bad Homburger Kreuz stellt die Kreuzung zwischen der A 661 und A 5 dar.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außerdem war Bad Homburg von 2003 bis 2014 Standort des regionalen Fernsehsenders Rheinmaintv für das Rhein-Main-Gebiet.

Behörden, Gerichte und Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Homburg verfügt über folgende Behörden, Gerichte und Einrichtungen:

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaiserin-Friedrich-Gymnasium
Humboldtschule – Gymnasium

Grundschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich-Ebert-Schule, Gonzenheim
  • Grundschule Dornholzhausen
  • Grundschule im Eschbachtal, Ober-Eschbach
  • Hölderlin-Schule, Bad Homburg
  • Ketteler-Francke-Schule, Kirdorf
  • Landgraf-Ludwig-Schule, Bad Homburg
  • Paul-Maar-Schule, Ober-Erlenbach

Weiterführende Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstige Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen, Freikirchen und Religionsgemeinschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirchengemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Bistum Limburg gehören:

  • Pfarrei St. Marien mit den Filialkirchen Herz Jesu und Heilig Kreuz
    • St. Marienkirche in der Stadtmitte, erbaut von Ludwig Becker
    • Heilig-Kreuz-Kirche in Gonzenheim, erbaut 1952/1953, mit 1867 vom englischen Hersteller J. W. Walker für die Englische Kirche erbauten Orgel, die dann 1953 von der Stadt Bad Homburg der Heilig-Kreuz-Gemeinde geschenkt wurde
    • Herz-Jesu-Kirche in der Gartenfeldsiedlung
    • St. Johanneskirche in Kirdorf
    • Gemeindezentrum St. Franziskus in Kirdorf
    • Italienische Gemeinde Bad Homburg

Zum Bistum Mainz gehören:

  • St. Elisabeth in Ober-Eschbach
  • St. Martin in Ober-Erlenbach

Evangelische Kirchengemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erlöserkirche

Russisch-Orthodoxe Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freikirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindezentrum der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde in der Sodener Straße

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Synagogendenkmal

In Bad Homburg bestand seit dem späten Mittelalter eine jüdische Gemeinde. 1639 werden elf Juden gezählt. Die Zahl der Juden stieg im weiteren Verlauf deutlich an. 1803 waren es 105 Familien und um 1925 bestand die jüdische Gemeinde aus etwa 400 Personen, rund 2,5 Prozent der damals etwa 16.000 Einwohner.[22]

Die jüdische Gemeinde hörte nach der Zerstörung der Synagoge in der Pogromnacht 1938 und der Deportation der letzten Bad Homburger Juden im Jahre 1942 auf zu existieren. Im Jahre 2010 lebten nur wenige Juden in der Stadt.[23]

Am Standort der ehemaligen Synagoge in der Elisabethenstraße befindet sich heute eine Freifläche, die als Spielplatz genutzt wird. Ein Denkmal und eine Bronzetafel erinnern an die Synagoge und die jüdischen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

weitere Religionsgemeinschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur, Sport, Soziales und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte kulturelle Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Night Glow“ bei der Montgolfiade

Seit 1997 findet alle zwei Jahre im Kurpark eine Skulpturenausstellung mit renommierten Bildhauern der Gegenwart verbunden mit einem Förderpreiswettbewerb unter dem Namen Blickachsen statt. Außerdem wird seit 1989 jedes Jahr am 6. Juni, dem Vortodestag Friedrich Hölderlins, zusammen mit einem Förderpreis der Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg verliehen.

Seit 1995 findet alle zwei Jahre Fugato, ein internationales Orgelfestival mit weltbekannten Musikern sowie einem weiteren Förderpreis statt. Außerdem findet seit 1935 (zwischenzeitlich wegen des Zweiten Weltkrieges unterbrochen) immer am ersten Septemberwochenende das Laternenfest Bad Homburg statt.

Bad Homburger Stiftungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bad Homburg existieren die Bleib-Gesund-Stiftung, die den Oskar-Kuhn-Preis verleiht, die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung, die Flersheim Stiftung, die Fritz-Acker-Stiftung zur Förderung der medizinischen Forschung zum Nutzen der Allgemeinheit, die Herbert-Quandt-Stiftung der Altana, die Johanna-Quandt-Stiftung, die Martin-Carl-Adolf-Böckler-Stiftung, die die „Homburger Gespräche“ organisiert, die gemeinnützige Patienten-Heimversorgung, sowie die Stiftung, die Johann Christian Rind 1776 testamentarisch verfügte. Außerdem die Rotary-Bad Homburg-Schloss-Stiftung und die Werner-Reimers-Stiftung.

Sportveranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gordon-Bennett-Rennen 1904 rückte Bad Homburg in den Mittelpunkt der Sportwelt.

Sportvereine in Bad Homburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • AFC Bad Homburg Sentinels, American Football
  • Bad Homburger Rock’n’Roll Tanzzentrum Acht nach Sechs, gegründet 1981
  • Bad Homburger Schwimmclub 1927
  • Baseball- und Softballverein Bad Homburg Hornets, gegründet 7. Juli 1992, Baseball-Bundesliga
  • Budokan Bad Homburg, gegründet 1957, ältester Karateverein in Deutschland
  • DJK SV Helvetia Bad Homburg-Kirdorf 1920
  • FC Bomber Bad Homburg
  • Hockey-Club Bad Homburg, gegründet am 10. Juli 1921
  • Homburger Golf Club 1899, der Old Course im Kurpark ist der älteste Golfplatz in Deutschland. Er wird seit 1889 bespielt[24]
  • Homburger Reit- und Fahrverein, gegründet 1898
  • Homburger Schützengesellschaft 1390
  • Homburger Turngemeinde, gegründet 1846
  • Luftsportclub Bad Homburg, Betreiber des Flugplatzes Anspach
  • RSG Fichtenhof, Reitsportzentrum Fichtenhof
  • Schachklub Bad Homburg 1927
  • SGK Bad Homburg 1890
  • SpVgg Bad Homburg
  • Tennisclub im Kurpark, gegründet 1876, der älteste Tennisclub auf dem Festland
  • TSG Ober-Eschbach
  • TSV Vatanspor Bad Homburg
  • TV Gonzenheim 1894
  • TSV Ober-Erlenbach
  • TTC Ober-Erlenbach 1987, Tischtennis

Sportstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Seedammbad und Taunus-Therme
Seedammbad geöffnet

Bad Homburg verfügt über zwei bekannte Freizeitbäder: das Seedammbad und die Taunus-Therme.

Das Seedammbad ist ein stadteigenes Erlebnis- und Freizeitbad. Im Hallenbereich stehen ganzjährig neben Solarien und Saunaangeboten ein 50-Meter-Sportbecken, eine Wassertretanlage, Whirlpools, mehrere Kinderbecken und eine Röhrenrutsche zur Verfügung. Die Besonderheit des Seedammbades ist das sogenannte „Abenteuerbecken“. Dieses Becken mit Wasserpilzen, Spritzen, Massagedüsen, Rutschen, Karussell, Tunnel und Strömungskanal befindet sich als Teil des Hallenbades unter einer Glaskuppel, die bei gutem Wetter geöffnet werden kann. Bei geöffneter Kuppel ist dieses Becken Teil des großen Freibades. Das Freibad verfügt über zusätzliche drei Schwimmbecken, Sprungturm, Kinderbecken, Kinderspielplatz und riesige Liegewiesen. Zur Beliebtheit des Bades trägt bei, dass die Eintrittspreise durch die Stadt hochsubventioniert sind.

Die Taunus-Therme liegt dem Seedammbad direkt gegenüber am Rande des Kurparks. Das privat betriebene Bad bietet neben Sauna, Solarium und verschiedenen Schwimmbecken medizinische Anwendungen, Gastronomie und zwei Kinos an.

Soziale Vereine in Bad Homburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skulpturenallee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Skulpturenallee zwischen Bahnhof und Rathaus in Bad Homburg ist eine Grünanlage neben dem Gebäude der ehemaligen Bundesschuldenverwaltung, dem heutigen Technischen Rathaus der Stadtverwaltung, in dem eine Reihe von Skulpturen namhafter Künstler ausgestellt sind.

Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstätte zur Ermordung Alfred Herrhausens an der Attentatsstelle

Um das Schloss Bad Homburg erstreckt sich der Schlosspark Bad Homburg, ein nach englischem Vorbild entstandener Landschaftsgarten und Teil der Landgräflichen Gärten Bad Homburg, die sich bis zum Gotischen Haus aufreihen.

Im Kurpark stehen unter anderem Denkmäler für Friedrich Hölderlin, Peter Joseph Lenné, Wilhelm Filchner, Maximilian Oskar Bircher-Benner, die Kaiser Wilhelm I., Wilhelm II. und Friedrich III. sowie seiner Gattin Victoria.

Ein Mahnmal in der Elisabethenstraße erinnert an die 1938 während des Novemberpogroms zerstörte neue Synagoge von 1864 und die Deportation der Bad Homburger Juden im Jahr 1942.

Im Forstgarten befindet sich das Naturdenkmal Krausbäumchen, eine Süntel-Buche. Das heutige junge Bäumchen ist allerdings nur eine Ersatzpflanzung für das ursprüngliche Exemplar, das 1966 einem Sturm zum Opfer fiel. Die Felsengruppe Rabenstein, ebenfalls ein Naturdenkmal, ist bei Kirdorf zu finden. An der Gemarkungsgrenze zwischen Kirdorf und Bad Homburg befindet sich der Gluckenstein.

Auf dem Waisenhausplatz wurde 1875 das Kriegerdenkmal 1870/71 errichtet.

Zwischen Taunus-Therme und Seedammbad erinnern drei Basaltstelen an den an dieser Stelle ermordeten Alfred Herrhausen.

Etwa sieben Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums erhebt sich mit 591 Metern der Herzberg mit einem Aussichtsturm.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Homburg als Romanstoff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Roman „In Sachen Mensch“, geschrieben von der seit 1948 dort lebenden Ursula Rütt, ihr Mann Walter leitete die örtliche Kriminalpolizeistelle, erschien 1955 im Zürcher Steinberg-Verlag. Seine knapp 300 Seiten erregten erhebliches Aufsehen und standen zwischen 1955 und 1958 im Mittelpunkt dreier Gerichtsverfahren; der Titel wurde zeitweise beschlagnahmt. Die Autorin, wegen Beleidigung und Verleumdung angeklagt, wird später freigesprochen, die Beschlagnahme des Buches aufgehoben. Rütt schildert in ihrem Buch das Agieren der Stadtverwaltung und anderer lokaler Behörden sowie das Leben in der Stadt, die nie mit Namen genannt wird. Rütt benutzt für die handelnden Figuren Decknamen und betont die „unheilvolle Mixtur aus Vetternwirtschaft und Korruption, Ehebruch und Homosexualität“. Nach dem Erscheinen des Buches war, so der Lokalhistoriker Dieter Metz, „der Alltag für viele der Betroffenen nicht mehr auszuhalten“.[25] Das Ehepaar Rütt starb 2002 unter ungeklärten Umständen in der Provence, wo es seit einigen Jahren gelebt hatte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Grosche: Geschichte der Juden in Bad Homburg vor der Höhe: 1866 bis 1945. Kramer, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-7829-0412-5.
  • Erich Gunkel: Bad Homburg v.&nbspd. Höhe: Impressionen einer Stadt. Gehlen, Bad Homburg v. d. Höhe, 1990. ISBN 3-441-00152-4
  • Friedrich Hofmann: Lebendiges Bad Homburg vor der Höhe: Seine Vergangenheit u. Gegenwart. Das Viergespann, Bad Homburg v. d. Höhe 1960.
  • Andreas Mengel: Sammeln, Ordnen, Aufbewahren, Auswerten: aus der Geschichte des Stadtarchivs Bad Homburg v. d. Höhe. Bad Homburg vor der Höhe 2002, ISBN 3-933921-05-8.
  • Hilde Miedel (Hrsg.): Bad Homburg vor der Höhe 782–1982: Beitr. zur Geschichte, Kunst und Literatur. Bad Homburg 1983.
  • Walter Söhnlein: Bad Homburg vor der Höhe&nbsp– 150&nbspJahre öffentlicher Verkehr und Stadtstruktur. Verlag Zeit und Eisenbahn, Landsberg-Pürgen 1978, ISBN 3-921304-41-6.
  • Walter Söhnlein, Gerta Walsh: Bahn frei!&nbsp– Schienenwege in den Taunus. Frankfurt 2010, ISBN 978-3-7973-1223-5.
  • Rolf Palm: Ich schenk’ dir Monte Carlo: Gründung der Bad Homburger Spielbank durch François Blanc. Luebbe Verlagsgruppe, ISBN 3-404-00598-8.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Portal: Frankfurt Rhein-Main – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Frankfurt Rhein-Main

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung in Hessen nach Gemeinden am 31.12.2015 (XLS-Datei)(Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gesetz zur abschließenden Regelung von Einzelfragen aus Anlaß der kommunalen Neugliederung (Neugliederungsschlußgesetz) vom 26. Oktober 1976. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen Teil I 1976/Nr.23
  3. a b Bad Homburg in Kürze: Zahlen, Daten, Fakten. Stadt Bad Homburg v. d. Höhe. Abgerufen am 23. Juli 2013.
  4. Wirtschaftsdaten. Stadt Königstein im Taunus. Abgerufen am 23. Juli 2013.
  5. Wirtschaftsstrukturanalyse für die Stadt Oberursel (Taunus) (Memento vom 14. Juni 2011 im Internet Archive) (PDF-Datei; 3 MB), S. 11. Stadt Oberursel (Taunus). Abgerufen am 23. Juli 2013.
  6. F. Lotz: Geschichte der Stadt Bad Homburg vor der Höhe. Bd. 1, Frankfurt am Main 1977, S. 159.
  7. Miriam Keilbach: Neues vom Kulturbahnhof. Frankfurter Rundschau vom 4. Juni 2012, abgerufen am 4. Juni 2012.
  8. Ein schickes Heim für die Horex. Frankfurter Rundschau vom 20. Juli 2012, abgerufen am 24. September 2012.
  9. Evelyn Brockhoff, Bernd Heidenreich, Sönke Neitzel (Hrsg.): [www.hlz.hessen.de/fileadmin/pdf/polis/polis45web.pdf Polis Nr. 45: 1945: Kriegsende und Neuanfang.] HLZ (PDF-Datei; 2,1 MB) S. 43ff.
  10. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 373.
  11. Gesetz zur Neugliederung des Obertaunuskreises und des Landkreises Usingen vom 11. Juli 1972. In: GVBl. I 1972, 227.
  12. K.-H. Gerstenmeier: Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen 1977. S. 267.
  13. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  14. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Gemeindewahlen von 2011 und 2006.
  15. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Gemeindewahlen von 2001 und 1997.
  16. Ergebnis Oberbürgermeister-Stichwahl 2009. Stadt Bad Homburg v. d. Höhe
  17. Fabian Böker: Bad Homburg: Karasu will kein „Stimmvieh“ sein. Frankfurter Rundschau, 31. Juli 2014, abgerufen am 28. April 2016.
  18. a b Oberbürgermeisterwahl 2015. Stadt Bad Homburg v. d. Höhe
  19. Partnerstädte. Stadt Bad Homburg v. d. Höhe. Abgerufen am 7. April 2014.
  20. Johannes Latsch: Sackgasse nach Afrika. In: Jahrbuch des Hochtaunuskreises 2008, ISBN 978-3-7973-1049-1, S. 164–166.
  21. Vgl. Art. 1 Abs. 2 der Verfassung des BEFG. Die zentrale Geschäftsstelle des BEFG befindet sich inzwischen in Wustermark-Elstal, während in Bad Homburg nur noch einige bestimmte Aufgabenbereiche verblieben sind.
  22. Alemannia Judaica: Die Synagoge in Bad Homburg v. d. Höhe. Abgerufen am 29. September 2016.
  23. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 4. September 2010, S. 55.
  24. Bereit für Steffi Graf und Barack Obama. In: FAZ vom 7. Februar 2012, S. 39
  25. Olaf Velte: Details aus dem Beamtenleben. Der Skandalroman „In Sachen Mensch“ versetzte vor 60 Jahren Bad Homburg in Aufregung. In: Frankfurter Rundschau vom 28.&nbspOktober 2015, S. D7.