Bad Lausick

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Lausick
Bad Lausick
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Lausick hervorgehoben

Koordinaten: 51° 9′ N, 12° 39′ O

Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Leipzig
Verwaltungs­gemeinschaft: Bad Lausick
Höhe: 164 m ü. NHN
Fläche: 70,03 km2
Einwohner: 7984 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner je km2
Postleitzahl: 04651
Vorwahlen: 034345, 034341 (Thierbaum, Ebersbach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: L, BNA, GHA, GRM, MTL, WUR
Gemeindeschlüssel: 14 7 29 010
Stadtgliederung: 12 Ortschaften
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
04651 Bad Lausick
Website: www.bad-lausick.de
Bürgermeister: Michael Hultsch
Lage der Stadt Bad Lausick im Landkreis Leipzig
Sachsen-AnhaltThüringenLandkreis MittelsachsenLandkreis NordsachsenLeipzigBennewitzBöhlen (Sachsen)BornaBorsdorfBrandisColditzFrohburgGrimmaGroitzschGroßpösnaKitzscherLossatalMachernMarkkleebergMarkranstädtNeukieritzschNeukieritzschThallwitzTrebsen/MuldeBad LausickOtterwischGeithainBelgershainNaunhofParthensteinElstertrebnitzPegauPegauRegis-BreitingenWurzenZwenkauRöthaKarte
Über dieses Bild

Bad Lausick – umgangssprachlich auch Laus’sch, bis 1913 offiziell Lausigk – ist eine Stadt im Landkreis Leipzig in Sachsen und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Bad Lausick. Sie hat seit 1913 den Status einer Kurstadt (mit dem Namenszusatz „Bad“) und ist staatlich anerkannter Kurort im Freistaat Sachsen (Heilbad).[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kleinstadt Bad Lausick liegt mitten im Sächsischen Burgen- und Heideland, am Rande des Landschaftsschutzgebietes Colditzer Forst, südlich der Stadt Grimma (13 km), östlich der Kreisstadt Borna (13 km) und westlich von Colditz (zwölf Kilometer). Die Parthe entspringt auf dem Gebiet des Ortsteils Glasten.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otterwisch Grimma
Kitzscher Nachbargemeinden Colditz
Frohburg, Geithain Königsfeld

Die Gemarkung Bad Lausick, zu der neben Bad Lausick auch Köllsdorf gehört, grenzt im Norden an Lauterbach, im Westen an Etzoldshain, im Südosten an Reichersdorf, im Südwesten an Heinersdorf, im Westen an Wüstungsstein und im Nordwesten an Steinbach.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiterhin gehören die wiederbesiedelten Wüstungen Wüstungsstein (Ortsteil Heinersdorf) und Köllsdorf (Ortsteil Bad Lausick) zu Bad Lausick.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung vom 11. bis zum 18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Kilian-Kirche

Im Jahr 1096 wurde Bad Lausick als „Luzke“ erstmals urkundlich erwähnt. In weiteren Dokumenten erscheinen die Namen „Luzic“ (1181), „Luzich“ (1219) und „Lußigk“ (1414). Im Jahr 1497 wurde der Ort erstmals als „Laussigk“ bezeichnet. Im Jahr 1106 begann der durch Wiprecht von Groitzsch veranlasste Bau der St.-Kilian-Kirche und eines kleinen Klosters. Er stand unter der Aufsicht des Klosters Pegau. 1158 wurde der Ort unter dem Namen „Luzeche“ als befestigter Marktfleck bezeichnet. Es wird außerdem eine "Feste Lausick" (Burg Lausick) neben anderen Burgen und befestigten Königshöfen 1158 in einem Tafelgüterverzeichnis des königlichen Reichslandes Pleißenland unter Friedrich Barbarossa erwähnt[3]. Seit dem 12. Jahrhundert hatte Lausigk eine zentrale Funktion für die Region. Nach der Leipziger Teilung gehörte Laussigk ab 1485 zu Kursachsen mit dessen Hauptstadt Wittenberg. Nach der Einführung der Reformation im Jahr 1521 wurde 1529 erstmals der Schulbetrieb aufgenommen.

Bezüglich der Grundherrschaft unterstand das „Städtlein“ Lausigk im Jahr 1548 dem kursächsischen Amt Colditz. Im Jahre 1605 wurde dem Ort das Stadtrecht verliehen und im gleichen Jahr wurde der Ort bei einem Stadtbrand vollständig zerstört. Die Grundherrschaft lag in der Folgezeit beim Rat der Stadt. Während des Dreißigjährigen Krieges brach im Jahr 1633 im Ort die Pest aus und machte ihn fast unbewohnbar. 1637 und 1641 plünderten kaiserliche Truppen die Stadt. Nach historischen Aufzeichnungen brachen in den Jahren 1649, 1667, 1693 und 1719 weitere Stadtbrände aus, die immer große Schäden hinterließen. Bei dem Brand 1693 wurde die Stadt bis auf 22 kleine Häuser zerstört, 1719 blieben lediglich acht Häuser und 21 Scheunen nutzbar. Im Jahr 1736 wurde erstmals das alte Schulhaus vor der Kirche erwähnt. 1739 wurde das alte Rathaus gebaut und der Turm der Kirche errichtet. 1772 litt die Stadt wegen einer Missernte unter einer großen Hungersnot.

Veränderung durch die Braunkohle im 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Herrmannsbad 1820
Bahnhof Bad Lausick, Empfangsgebäude

Um 1800 wurde mit dem Kohleabbau begonnen und erste Kalkbrennereien nahmen die Produktion auf. Beim Braunkohleabbau wurden 1820 Heilquellen entdeckt. Bereits ein Jahr später wurde mit dem nach seinem Gründer Gottlieb Friedrich Herrmann benannten Herrmannbad das erste Heilbad eröffnet. 1840 begann am Untermarkt der Bau einer Schule mit vier Klassenzimmern für 500 Schüler und vier Lehrerwohnungen.

Lausigk gehörte bis 1856 zum kurfürstlich-sächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Colditz.[4] Bei den im 19. Jahrhundert im Königreich Sachsen durchgeführten Verwaltungsreformen wurden die Ämter aufgelöst. Dadurch wurde Lausick im Jahr 1856 Sitz des Gerichtsamts Lausick. Ab 1875 gehörte die Stadt zur Amtshauptmannschaft Borna.[5] Im Jahr 1867 hatte Lausigk 3456 Einwohner, dazu gehörten auch 250 Söldner. 1878 ist als Blütezeit des Kohleabbaus und der Kalkbrennerei in und um Lausigk in den Annalen verzeichnet. In Köllsdorf gab es 36 Gruben und über 20 Kalkbrennöfen. 1882 ging das Herrmannsbad nach einem Ratsbeschluss in städtisches Eigentum über, es entwickelte sich zu einer für den Ort wichtigen Einrichtung. Der Kurpark wurde bereits 1880 im englischen Stil angelegt. Am 18. März 1882 gründete Johann Gottfried Becker das Traditionsunternehmen Textilhaus J. G. Becker in der Innenstadt. Der Neubau einer Bürgerschule mit 15 Klassenzimmern für 900 Kinder wurde 1886 begonnen.

Im Jahr 1887 erhielt Lausigk durch den Bau der Bahnstrecke Leipzig–Geithain Anschluss an das Eisenbahnnetz. 1890 hatte der Ort 3977 Einwohner, in diesem Jahr wurden bei einem Brand des Rathauses große Archivbestände vernichtet. Mit 25 Betrieben stand die Filzwarenproduktion in der Blüte. Es gab noch elf Braunkohlenwerke und fünf Kalkbrennereien. Weiterhin bestanden 30 Landwirtschaftsbetriebe, darüber hinaus verzeichnete die Statistik 20 Bäckereien, 25 Schuhmacher, 25 Schneider, 17 Weber, 10 Fleischer und 43 sonstige Handwerker sowie 23 Gaststätten. Ab etwa 1895 entwickelte sich die Tonindustrie, aus der später das Silikatwerk hervorging. Im Jahre 1897 wurde das neue Rathaus mit Postamt erbaut. Ein Jahr danach erfolgte der Bau eines Amtsgerichts.

20. Jahrhundert bis zur Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1913 trägt die Stadt, nach über 100 Jahren Kurbetrieb, den Namen Bad Lausick. 1920 begann der Bau der Bahnstrecke Borna–Großbothen (Querbahn) auf dem Abschnitt Bad Lausick–Großbothen. 1928 wurde das Hermannsbad umgestaltet und modernisiert. Nach der Eingemeindung von Reichersdorf und Heinersdorf im Jahre 1935 hatte die Stadt 5083 Einwohner. 1937 wurde der Bahnabschnitt Bad Lausick–Neukirchen-Wyhra fertiggestellt. Seit Oktober 1937 verkehrten Personenzüge von Borna über Bad Lausick nach Großbothen, wodurch der Bahnhof Bad Lausick zu einem Umsteigebahnhof wurde. Bad Lausick entwickelte sich zu einem gut besuchten Kurort. 1939 wurde im Hermannsbad ein Lazarett der Wehrmacht eingerichtet, das dort bis 1945 bestand. Die Stadt blieb im Zweiten Weltkrieg von Luftangriffen verschont und erlitt keine Kriegszerstörungen. Ab 1948 wurde die Querbahn als Reparationsleistung abgebaut. Lediglich das Gleis von Bad Lausick nach Bad Lausick West (Heinersdorf) blieb als Anschlussgleis für ein Schamottewerk erhalten, es wurde bis zum Oktober 1952 noch befahren.

Bad Lausick gehörte seit der zweiten Kreisreform in der DDR im Jahr 1952 zum Kreis Geithain im Bezirk Leipzig und wurde Sitz des Kreisgerichts. Als größte Einkaufsstätte wurde 1956 ein Konsum-Landwarenhaus am Markt eröffnet. 1957 konnte der ursprüngliche romanische Zustand der St.-Kilian-Kirche wiederhergestellt werden, sie erhielt eine Silbermann-Trampeli-Orgel von 1722. 1958 hatte die Stadt 7449 Einwohner und beging auf Grund einer Urkunde von Friedrich I. (Barbarossa) die 800-Jahr-Feier. In den Jahren bis 1962 wurde das nun als „Eisenvitriol- und Moorbad“ bezeichnete Kurbad grundlegend modernisiert. 1964 ersetzte der Fußgängertunnel die baufällige „Elefantenbrücke“ an der Badstraße, die später durch eine neue Brücke ersetzt wurde. In den Jahren 1967 und 1968 wurde die Schule an der Frohburger Straße mit acht Klassenzimmern und zwei Fachräumen erweitert. Ab 1972 wurde das Kurbad „Sanatorium für Herz-Kreislauf-Krankheiten“. Aus ehemals halbstaatlichen Betrieben entstanden der VEB Heimschuh und der VEB Mühlenwerke. Die landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) von Bad Lausick, Ballendorf, Buchheim und Ebersbach wurden 1976 zur LPG Ernst Thälmann vereinigt. 1978 entstanden daraus die LPG (P) Karl Liebknecht und die LPG (T) Ernst Thälmann. Zwischen 1979 und 1988 wurde das Silikatwerk modernisiert und erweitert. 1987 feierte die Stadt das hundertjährige Bestehen der Eisenbahnlinie Leipzig–Geithain und begann 1988 die Umsetzung eines komplexen Wohnungsbauvorhabens im Neubauviertel, das 270 Wohnungen, eine Schule, eine Turnhalle und eine Kaufhalle umfasste.

Während der Wende-Zeit demonstrierten am 25. Oktober 1989 nach einem Friedensgebet rund 300 Personen mit Kerzen und Transparenten. Zeitgleich fand eine Stadtverordnetenversammlung statt, bei der die Demonstranten ihre Forderungen vortrugen und gegen die SED demonstrierte. Am 7. November 1989 demonstrierten rund 1000 Bürger in Bad Lausick und forderten auf Transparenten Reformen, Reisezahlungsmittel und freie Wahlen. Am 29. Januar 1990 fand der zweite Runde Tisch in Bad Lausick ohne Vertreter der SED-PDS statt. Dabei ging es um Amtsmissbrauch und Korruption, Fragen der Sicherheit und Bauvorhaben. Die damalige Bürgermeisterin bot an, Vertreter des Neuen Forums und der Sozialdemokratischen Partei in der DDR (SPD) in die Stadtverordnetenversammlung aufzunehmen.[6]

Seit 1990 gehörte Bad Lausick zum sächsischen Landkreis Geithain. Am 1. Januar 1994 erfolgte die Umgliederung von Bad Lausick mit seinen Stadt- und Ortsteilen in den Landkreis Grimma, der am 1. August 1994 im Muldentalkreis aufging. Ebenfalls im Jahr 1994 erfolgte die Eingemeindung der Ortsteile Ballendorf, Buchheim, Ebersbach, Etzoldshain, Glasten, Lauterbach und Thierbaum. Im Jahr 1995 wurde das Kurhaus mit Kurmittelhaus, das Kurhotel und das Kur- und Freizeitbad „RIFF“ eröffnet. 1996 wurde auf Grund der Ersterwähnung im Jahr 1096 die 900-Jahr-Feier ausgerichtet. Ein neuer Thermalwasserbrunnen wurde zwei Jahre später erbohrt. Die Orte Steinbach, Beucha, Kleinbeucha und Stockheim wurden im Jahr 1999 eingemeindet. 2005 feierte die St.-Kilian-Kirche ihr 900-jähriges Bestehen, das 8. Landeserntedankfest und das 5. Landesblasmusikfest fanden in Bad Lausick statt. 2008 wurde ein Kur- und Stadtmuseum eingerichtet. Im August des gleichen Jahres wurde im Rahmen einer weiteren Kreisreform in Sachsen der Muldentalkreis aufgelöst und der Ort dem neuen Landkreis Leipzig zugeordnet.

Am 20. September 2011 entgleiste ein Regionalexpress auf der Strecke Chemnitz-Leipzig im Ortsteil Lauterbach durch die Kollision mit einem Auto auf dem Bahnübergang. Bei dem schweren Zugunglück wurden 49 Personen verletzt.[7]

Die Kommune umfasst ein Areal von fast 70 Quadratkilometern und hat etwa 8750 Einwohner, der Kurbetrieb ist heute wieder der wichtigste Erwerbszweig der Stadt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Glasten
Kirche in Beucha
Kirche in Lauterbach

Bereits 1840, 1935, 1967 und 1972 gab es auf dem Gebiet der jetzigen Stadt Bad Lausick Gebietszusammenschlüsse. 1994 wurden sechs ehemals selbstständige Gemeinden eingegliedert. Thierbaum wurde von Nauenhain nach Bad Lausick umgegliedert, Steinbach folgte 1999.

Ehemalige Gemeinde bzw. Gutsbezirk Datum Anmerkung
Ballendorf[8] 1. März 1994
Beucha[9] 1. Januar 1967 Zusammenschluss mit Steinbach zu Beucha-Steinbach
Beucha-Steinbach[9] 1. Oktober 1972 Zusammenschluss mit Stockheim zu Steinbach
Buchheim[8] 1. Januar 1994
Ebersbach[8] 1. Januar 1994
Etzoldshain[8] 1. Januar 1994
Glasten[8] 1. Januar 1994
Heinersdorf (mit Wüstungsstein)[10] 1. Oktober 1935
Köllsdorf[11] 1840
Lauterbach[8] 1. Januar 1994
Reichersdorf[10] 1. Oktober 1935
Staatsforstrevier Glasten, Gutsbezirk 11. Dezember 1948[12]
21. Januar 1949[12]
Teileingliederung nach Glasten
Teileingliederung nach Ballendorf, Etzoldshain und Glasten im Zuge der Bodenreform
Steinbach[9][8] 1. Januar 1967
1. Oktober 1972
1. Januar 1999
Zusammenschluss mit Beucha zu Beucha-Steinbach,
Wiedererrichtung,
Eingemeindung
Stockheim[9] 1. Oktober 1972 Zusammenschluss mit Beucha-Steinbach zu Steinbach
Thierbaum[9][8] 1. Januar 1974
1. Januar 1994
Eingemeindung nach Nauenhain,
Umgliederung nach Bad Lausick

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1697: 500
  • 1790: 816
  • 1867: 3456
  • 1890: 3977
  • 1925: 3823
  • 1935: 5083
  • 1939: 5398
  • 1958: 7449
  • 2007: 8754
  • 2009: 8509
  • 2010: 8486
  • 2012: 8233
  • 2013: 8133
  • 2014: 8057
  • 2015: 8090

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2019[13]
Wahlbeteiligung: 63,8 % (2014: 48,3 %)
 %
40
30
20
10
0
31,7 %
22,4 %
22,4 %
17,7 %
5,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
+15,5 %p
+11,1 %p
−14,8 %p
−7,9 %p
−3,9 %p
Sitzverteilung im Stadtrat von Bad Lausick
     
Insgesamt 18 Sitze
Rathaus

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Gemeinderatswahl am 26. Mai 2019 verteilen sich die 18 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Partei / Liste Sitze
Unabhängige Wählervereinigung (UWV) 6 Sitze
AfD 4 Sitze
CDU 4 Sitze
LINKE 3 Sitze
SPD 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Hultsch (parteilos); gewählt 7. Juni 2015, Amtsantritt August 2015

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1990 ist das oberfränkische Baunach in Bayern Partnerstadt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kureinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Braunkohleabbau wurde im Jahre 1820 im heutigen Gelände des Kurparks ein Heilwasser gefunden. Ein Jahr darauf begann bereits der Kurbetrieb im „Herrmannsbad“, benannt nach dem Entdecker des Wassers, dem Amtsrichter Gottlieb Friedrich Herrmann. Aus diesem Bad entstand später ein Herz-Kreislauf-Sanatorium. Nach der Wende wurde das Heilbad in „Herrmannsbadklinik“ umbenannt, die 1993 geschlossen wurde; das Kurhaus wurde abgerissen#. 1995 konnten die ersten Gäste das neue Kurhaus mit Kurmittelhaus und Kurhotel, das neu errichtete Kur- und Freizeitbad „Riff“ sowie das Haus Herrmannsbad (zur benachbarten Sachsenklinik gehörend) besuchen. Die Freilichtbühne „Schmetterling“ steht im Kurpark an der Stelle des alten Kurhauses. Der Thermalwasserbrunnen „Aqua Vitales“ wurde 2007 eingeweiht. Im Dezember des Jahres 2010 erhielt die Stadt Bad Lausick die Neuprädikatisierung als Heilbad.[14]

Kliniken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1993 wurden zwei private Rehakliniken eröffnet, die Median Klinik für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Orthopädie und die Sachsenklinik für Orthopädie, Neurologie und Psychosomatik als Tochter der Michels Kliniken.

Sonstige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • rotstahl GmbH - Hochwertige Stahlmöbel
  • Kerma Verbandstoff GmbH, gegründet am 4. April 1886 in Lausick.
  • Reuter & Schreck Gebäudereinigung, gegründet am 1. April 1990
  • BioSal Anlagenbau GmbH
  • Jabitherm Rohrsysteme AG, Niederlassung Bad Lausick
  • RWZ Solarenergie GmbH
  • Textilhaus J. G. Becker OHG, gegründet am 18. März 1882

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelische Schule für Sozialwesen „Luise Höpfner“ – Seminar für kirchlichen Dienst, gegründet 1953
  • Oberschule „Werner Seelenbinder“, gegründet 1886
  • Grundschule Bad Lausick, gegründet 1992
  • Die Sächsische Bläserphilharmonie und die Deutsche Bläserakademie haben ihren Sitz in Bad Lausick.[15]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der KSV Bad Lausick e. V. ist ein Kraftdreikampfverein. Einige der hier wirkenden Sportler sind Mitglied im Kraftdreikampf-Nationalkader und nehmen regelmäßig an nationalen sowie internationalen Sportveranstaltungen im Kraftdreikampf teil. Der Verein wurde 1982 gegründet und richtet jährlich eine Vielzahl von Wettkämpfen aus.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 176 führt durch das Stadtgebiet von Bad Lausick. Die Stadt liegt im Verbundgebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes und ist durch die Regionalbus Leipzig sowie die THÜSAC Personennahverkehrsgesellschaft mit einer PlusBus- sowie weiteren Regionalbuslinien angebunden. Des Weiteren hat Bad Lausick mit dem Bahnhof Bad Lausick an der Bahnstrecke Leipzig–Geithain Eisenbahnanschluss. Dieser wird jeweils stündlich von der Regionalexpresslinie RE6 Leipzig–Chemnitz sowie der Regionalbahnlinie RB113 Leipzig–Geithain bedient. Von 1937 bis 1947 war der Bahnhof an die heute abgebaute Bahnstrecke Borna–Großbothen angebunden. An dieser existierte im Ortsteil Heinersdorf zusätzlich der Haltepunkt Bad Lausick West.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurmuseum
Schloss Steinbach
Herrenhaus in Glasten
Fachwerkbau und Taubenhaus in Glasten
Ballendorfer Windmühle

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Bauer: Bad Lausick. In: Sächsische Heimatblätter (ISSN 0486-8234), Jahrgang 1957, Heft 5, S. 339–341.
  • Karlheinz Blaschke: Lommatzsch und Lausick. Zwei „Kirchstädte“ in Sachsen. In: Peter Johanek (Hrsg., unter Mitarbeit von Uwe John): Stadtgrundriß und Stadtentwicklung. Forschungen zur Entstehung mitteleuropäischer Städte. Ausgewählte Aufsätze von Karlheinz Blaschke. (= Städteforschung, Reihe A, Darstellungen, Band 44.) Böhlau, Köln/Weimar/Wien 1997, ISBN 3-412-06897-7, S. 342–351. (2. unveränderte Auflage, 2001, ISBN 3-412-02601-8)
  • Johannes Christoph Cordes, Gottfried Becker, Walter Heimann: Bad Lausick. (= Tourist Wanderheft, Band 31.) Tourist Verlag, Berlin/Leipzig 1983.
  • Kur- und Verkehrsverein Bad Lausick (Hrsg.): Bad Lausick. Erinnerungen in Bildern. Geiger Verlag, Horb am Neckar 1993, ISBN 3-89264-769-0.
  • Friedrich Pohl: Das Hermannsbad bei Lausigk unweit Leipzig. Wienbrack, Leipzig 1822. (Digitalisat)
  • Rudolf Priemer, Peter Franke: Bad Lausick. Die Kurstadt und ihre Umgebung. Sax-Verlag, Beucha 1997, ISBN 3-930076-32-2.
  • Rat der Stadt Bad Lausick (Hrsg.): 800 Jahre Bad Lausick. Festschrift anlässlich der 800-Jahrfeier vom 13. bis 16. Juni 1958. Bad Lausick 1958.
  • Stadtverwaltung Bad Lausick (Hrsg.): 900 Jahre Bad Lausick 1096–1996. Sax-Verlag, Beucha 1996, ISBN 3-930076-31-4.
  • Stadtgeschichte Bad Lausick (Hrsg.): Geschichte der Stadt Bad Lausick.
  • Richard Steche: Lausigk. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 15. Heft: Amtshauptmannschaft Borna. C. C. Meinhold, Dresden 1891, S. 72.
  • Eine Überlieferung des Stadtgerichts Lausick für den Zeitraum 1659–1833 zu Lokalverwaltung, Zivil- und Freiwilliger Gerichtsbarkeit, Kirchen- und Schulangelegenheiten und Gerichtsbüchern befindet sich im Sächsischen Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig, Bestand 20609 Stadt Lausick (Stadtgericht).[19]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bad Lausick – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Bad Lausick – Reiseführer
Wikisource: Bad Lausick – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung des Freistaates Sachsen nach Gemeinden am 31. Dezember 2019 (Hilfe dazu).
  2. Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr über die Änderung der Liste der Kur- und Erholungsorte im Freistaat Sachsen gemäß § 3 Abs. 5 SächsKurG vom 20. Januar 2014
  3. Walter Schlesinger, nachbearbeitet von Thomas Lang: "Die geschichtlichen Voraussetzungen der Glauchauer Stadtgründung", In: Beiträge zur Geschichte der Stadt Glauchau. Hrsg. von Enno Bünz. Thelem Verlag, Dresden 2010, "Feste Lausick" S. 44.
  4. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 58 f.
  5. Die Amtshauptmannschaft Borna im Gemeindeverzeichnis 1900
  6. Michael Richter: Die friedliche Revolution. Aufbruch zur Demokratie in Sachsen 1989–90. Band 2, Seite 549, Seite 692 und Seite 1280.
  7. Regionalexpress in Sachsen entgleist. In: Handelsblatt vom 20. September 2011
  8. a b c d e f g h Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  9. a b c d e Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  10. a b Das Sachsenbuch. Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden 1943
  11. Landtags-Akten von den Jahren 1869–1870, Beilage zur dritten Abteilung, 1. Band, 1. Teil, Seite 283
  12. a b Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber Ministerium des Innern des Landes Sachsen
  13. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2019
  14. Kurgeschichte der Stadt Bad Lausick
  15. Kontakt, Sächsische Bläserphilharmonie
  16. Orgelporträt (Memento vom 17. Mai 2014 im Internet Archive) auf der Webseite der Gottfried Silbermann-Gesellschaft, abgerufen am 9. April 2013.
  17. [1]
  18. Eckart Roloff, Karin Henke-Wendt: Wer fit werden wollte, wurde festgeschnallt. (Das Kur- und Stadtmuseum Bad Lausick) In: Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie. Band 1, Norddeutschland. Verlag S. Hirzel, Stuttgart 2015, S. 177–179, ISBN 978-3-7776-2510-2
  19. Stadt Lausick (Stadtgericht). In: Staatsarchiv Leipzig. Abgerufen am 26. März 2020. (Infotext zum Bad Lausicker Stadtgericht unter „Einleitung“)