Bad Liebenstein (Gemeinde)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Liebenstein
Bad Liebenstein (Gemeinde)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Liebenstein hervorgehoben
Koordinaten: 50° 49′ N, 10° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Wartburgkreis
Höhe: 344 m ü. NHN
Fläche: 48,81 km2
Einwohner: 7884 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 162 Einwohner je km2
Postleitzahl: 36448
Vorwahl: 036961
Kfz-Kennzeichen: WAK, SLZ
Gemeindeschlüssel: 16 0 63 099
Stadtgliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bahnhofstrasse 22
36448 Bad Liebenstein
Webpräsenz: www.bad-liebenstein.de
Bürgermeister: Michael Brodführer
Lage der Stadt Bad Liebenstein im Wartburgkreis
Bad LiebensteinBad SalzungenBarchfeld-ImmelbornBerka/WerraBerka vor dem HainichBischofrodaBrunnhartshausenButtlarCreuzburgDankmarshausenDermbachDiedorfDippachEbenshausenEmpfertshausenEttenhausen an der SuhlFrankenrodaFrauenseeGeisaGerstengrundGerstungenGroßenseeHallungenHörselberg-HainichIftaKaltennordheimKrauthausenLauterbachLeimbachKrayenberggemeindeMarksuhlMihlaMoorgrundNazzaNeidhartshausenOechsenRuhlaSchleidSeebachStadtlengsfeldTiefenortTreffurtUnterbreizbachUrnshausenVachaWeilarWiesenthalWolfsburg-UnkerodaWutha-FarnrodaZellaThüringenKarte
Über dieses Bild
Schloss Altenstein

Bad Liebenstein ist eine Kleinstadt im Wartburgkreis in Thüringen. Sie wurde am 31. Dezember 2012 durch Auflösung der bis dahin eigenständigen Gemeinden Bad Liebenstein, Schweina und Steinbach neu gebildet.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Liebenstein befindet sich im nordwestlichen Bereich des Thüringer Waldes. In der naturräumlichen Gliederung wird dieser Teil als Ruhlaer Thüringer Wald bezeichnet, der zum Brotteroder Thüringer Wald übergeht. Eingerahmt in einer kesselartigen Tallage von Aschenberg (452 m), Antoniusberg (395 m) und Heidelberg (400 m) im Salzunger Werrabergland, steigen die Höhen zum Rennsteig hin bis zur Birkenheide (717 m), zum Gerberstein (728 m) und zum Großen Weißenberg (746 m) an.

Zur Bestimmung der Höhe wird die Lage des ehemaligen Bahnhofes herangezogen. Dieser liegt bei 344 m. Der tiefste Punkt der Gemeinde liegt bei Meimers mit 267 m, während der höchste Punkt sich am Großen Weißenberg befindet.

Größere Städte wie Eisenach im Norden, Meiningen im Süden sind etwa 30 Kilometer entfernt. Etwa 15 Kilometer entfernt befinden sich Bad Salzungen im Westen und Schmalkalden im Südosten. Die Thüringer Landeshauptstadt Erfurt ist etwa 60 Kilometer nordöstlich entfernt.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durchschnittliche Temperatur für Bad Liebenstein
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 1 3 7 12 17 20 22 22 17 11 5 1 Ø 11,5
Min. Temperatur (°C) -2 -2 0 4 8 11 12 13 9 5 1 -2 Ø 4,8
Niederschlag (mm) 55,1 45,2 42,9 45,6 55,0 60,6 81,3 62,0 60,8 55,7 57,0 58,5 Σ 679,7
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3
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-2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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55,1
45,2
42,9
45,6
55,0
60,6
81,3
62,0
60,8
55,7
57,0
58,5
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

„Die Stadt befindet sich in einer kesselartigen Tallage, deren umgebende Berge im Osthalbraum bis ca. 450 m ü. NN ansteigen. Großklimatisch gehört Bad Liebenstein zum Mitteldeutschen Berg- und Hügellandklima, das im Nordosten in das deutsche Mittelgebirgsklima übergeht. Der Jahresniederschlag liegt im Mittel bei 730 Millimeter. Beim Vorhandensein feuchter Luftmassen und südwestlicher Winde gelangt die Stadt in das Staugebiet des Thüringer Waldes mit trübem, regnerischem Wetter. Bei nordöstlicher Luftzufuhr machen sich Föhneinflüsse bemerkbar. Am häufigsten tritt Schönwetter auf (32 % des Jahres), gefolgt von Schauerwetter (26 %), Schlechtwetter (23 %) und Eintrübung (19 %). Sommertage wurden 21 mal pro Jahr gezählt, Heiße Tage durchschnittlich drei. Insgesamt bietet Bad Liebenstein milde bis sehr milde klimatische Reize. In der kalten Jahreszeit sind die Klimareize stärker, jedoch sorgt hier der Windschutz der Tallage, dass ausgesprochen kalte Tage nur zu einem Drittel auftreten. Während klarer, ruhiger Nächte kommt es zur Entstehung eines Kaltluftsees, dessen Abflussmöglichkeiten durch das Grumbachtal sehr gering sind. Allerdings kommt es gelegentlich auch nachts zur Zerstörung des Kaltluftsees durch vom Thüringer Wald talwärts wehende Winde.“

Meteorologischer Dienst der DDR[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Gemeindefusion zum 1. Januar 2013 hat die Stadt folgende Nachbargemeinden im Uhrzeigersinn im Südwesten beginnend: Barchfeld-Immelborn, Moorgrund und Ruhla im Wartburgkreis sowie Brotterode-Trusetal und Breitungen/Werra im Landkreis Schmalkalden-Meiningen.

Moorgrund, OT Etterwinden Ruhla Brotterode-Trusetal, OT Brotterode
Moorgrund, OT Gumpelstadt Nachbargemeinden Brotterode-Trusetal, OT Laudenbach
Barchfeld-Immelborn, OT Barchfeld Breitungen Brotterode-Trusetal, OT Trusetal

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Orte Schweina, Steinbach und Liebenstein als Altensteiner Oberland ist eng miteinander verknüpft.

Bereits am 1. Oktober 1923 erfolgte erstmals die Gründung einer Großgemeinde Bad Liebenstein durch den Zusammenschluss von Bad Liebenstein, Bairoda, Steinbach, Marienthal und Schweina, die bereits im Juli 1924 wieder aufgelöst wurde. Vom 1. Juli 1950 an gehörten Bairoda und Schweina erneut zur Gemeinde Bad Liebenstein, in dieser Zeit hieß Schweina postamtlich Bad Liebenstein 2. Diese existierter bis zum 31. März 1974. Am 1. April 1974 wurde Schweina wieder eine selbstständige Gemeinde – lediglich der Ortsteil Altenstein mit dem gleichnamigen Schloss verblieb beim Kurort Bad Liebenstein –, während Bairoda nach Meimers umgegliedert wurde. Am 13. August 1993 wurde Meimers eingemeindet.

Ab 2000 gab es erneute Planungen zum Zusammenschluss von Bad Liebenstein, Schweina und Steinbach zum „Altensteiner Oberland“, welcher 2004 zunächst durch einen Bürgerentscheid in Schweina abgelehnt wurde. 2011 lehnte der Freistaat Thüringen die Bildung einer Landgemeinde aus den Gemeinden Schweina und Steinbach ohne die Einbeziehung von Bad Liebenstein ab,[3] woraufhin am 2. November 2011 durch die Bürgermeister aller drei Gemeinden ein Vertrag über die Bildung einer Einheitsgemeinde geschlossen wurde.[4] Mit dem Thüringer Gesetz zur freiwilligen Neugliederung kreisangehöriger Gemeinden im Jahr 2012 wurden zum 31. Dezember 2012 die Gemeinden Bad Liebenstein, Schweina und Steinbach aufgelöst und eine neue Stadt gebildet, die den Namen Bad Liebenstein trägt.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt- und Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt gliedert sich in die Ortsteile Bad Liebenstein, Schweina, Steinbach, Meimers und Bairoda, wobei Bad Liebenstein, Meimers und Bairoda eine gemeinsame Ortsteilverfassung erhalten.[6]

Zum Ortsteil Bad Liebenstein gehören die Siedlungen Raboldsgrube, Sorga, Wolfsberg und Altenstein. Zum Ortsteil Schweina gehören die Kleinsiedlungen und Siedlungsteile Glücksbrunner Werke, Profisch, Marienthal und Glücksbrunn, zu Steinbach die Kleinsiedlung Atterode.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der ersten Bürgermeisterwahl am 10. März 2013 traten der frühere Bürgermeister von Bad Liebenstein, Dr. Michael Brodführer (parteilos, CDU-Kandidat), und der frühere Bürgermeister von Schweina, Jürgen Holland-Nell (SPD), gegeneinander an. Michael Brodführer gewann die Wahl deutlich mit 70,1 % der Stimmen.[7]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Stadtratswahl am 10. März 2013 führte zu folgender Verteilung der 20 Sitze im Stadtrat:[8]

Parteien und Wählergemeinschaften Stimmen
2013
%
2013
Sitze
2013
Stadtratswahl 2013
Wahlbeteiligung: 62,4 %
 %
50
40
30
20
10
0
47,69 %
14,81 %
13,14 %
11,69 %
7,17 %
5,50 %
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 000000000005968.00000000005.968 47,7 10
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 000000000001854.00000000001.854 14,8 3
FWG Freie Wählergemeinschaft Bad Liebenstein 000000000001645.00000000001.645 13,1 3
LINKE Die Linke 000000000001463.00000000001.463 11,7 2
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 000000000000897.0000000000897 7,2 1
BVB/FDP Bürgerverein Bad Liebenstein/Freie Demokratische Partei 000000000000688.0000000000688 5,5 1
gesamt 000000000012515.000000000012.515 100,0 20
Wahlbeteiligung in % 62,4

Im Stadtrat stimmberechtigt ist zusätzlich der Bürgermeister.

Wahlergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle der Wahlergebnisse für die Stadt Bad Liebenstein ist der Landeswahlleiter Thüringens.[9]

Partei Bundestag
2013
Bundestag
2017
Landtag
2014
CDU 38,7 % 29,1 % 37,1 %
Die Linke 23,1 % 17,3 % 29,7 %
SPD 19,3 % 15,1 % 11,9 %
AfD 5,3 % 22,1 % 9,1 %
Grüne 4,0 % 3,3 % 3,5 %
NPD 3,7 % 1,4 % 4,3 %
FDP 1,9 % 6,7 % 1,9 %
Piraten 1,8 % 0,4 %
Freie Wähler 1,5 % 2,0 % 1,3 %
Nach Anzahl der gültigen Zweitstimmen

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte Bad Liebensteins sind seit 1990 Melsungen[10] in Hessen und seit 1992 Tréon in der französischen Region Centre-Val de Loire.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgruine Liebenstein

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glasbachrennen 2017, Startbereich

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überregional bekannt ist das seit 2011 jährlich stattfindende Glasbachrennen, das oberhalb des Ortsteiles Steinbach über 5,5 km und 260 m Höhenunterschied bis zum Rennsteig hinauf gefahren wird und sich als Deutschlands längste Bergrennstrecke etabliert hat.

Die SG Glücksbrunn Schweina ist der bedeutendste Fußballverein der Stadt; er spielt derzeit (Saison 2017/18) in der sechstklassigen Thüringenliga.

Im Ortsteil Steinbach befindet sich eine 1934 eingeweihte, inzwischen stillgelegte Skischanzen-Anlage.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewerbe und Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisch war im Gebiet der heutigen Einheitsgemeinde, vor allem um Steinbach und Atterode, der Bergbau von Bedeutung, mit welchem sich auch eine Schleifwarenindustrie entwickelte, die in Steinbach bis heute in begrenztem Umfang Bestand hat. Industrieansiedlungen des 19. und 20. Jahrhunderts, vor allem in Bad Liebenstein (Leuchtmittelwerk) und Marienthal (Metallverarbeitende Industrie) wurden bis Ende des 20. Jahrhunderts zum größten Teil stillgelegt und die Betriebsstätten zu Beginn des 21. Jahrhunderts abgerissen. Die Stadt ist heute vor allem touristisch geprägt, der Stadtteil Bad Liebenstein ist als Kurstandort bedeutsam.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet befinden sich drei Kindergärten, zwei Grundschulen und die staatliche Regelschule „Altensteiner Oberland“. Die TÜV-Akademie Altenstein bietet Lehrgänge und Kurse in der Erwachsenenqualifizierung. Die beiden nächstgelegenen Gymnasien sind seit der Schließung des Herzog-Georg-Gymnasiums in Bad Liebenstein im Jahr 2007 das Albert-Schweitzer-Gymnasium in Ruhla und das Gymnasium in Bad Salzungen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesautobahn 4 führt nördlich am Thüringer Wald vorbei. Die nächsten Abfahrten, um Bad Liebenstein zu erreichen, sind Waltershausen und Sättelstädt. Die beiden Bundesstraßen 19 und 62 führen bei Barchfeld an der Gemeinde vorbei und sind somit schon nach wenigen Kilometern Landstraße zu erreichen.

Regelmäßige Wartburgmobil-Busverbindungen gibt es von Bad Liebenstein nach Bad Salzungen (über Barchfeld-Immelborn), nach Eisenach (über Ruhla), nach Gotha sowie zum Kleinen Inselsberg. Die Linie 133, auch inoffiziell als Stadtlinie bezeichnet, verbindet den Stadtteil Bad Liebenstein mit Meimers, Bairoda, Schweina, Steinbach und dem Altenstein.

Nachdem der Verkehr auf der Bahnstrecke Immelborn–Steinbach 1968 eingestellt worden ist, sind die nächstgelegenen Bahnstationen der Bahnhof Immelborn an der Werrabahn und der Bahnhof Eisenach an der Thüringer Bahn. Eisenach besitzt einen ICE-Systemhalt, so dass von dort aus stündlich deutschlandweite Verbindungen gegeben sind.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bad Liebenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Bioklimatisches Gutachten für Bad Liebenstein vom Meteorologischen Dienst der DDR, FI für Bioklimatologie Berlin-Buch, den 29. Oktober 1968
  3. Der geplanten Landgemeinde zwischen Schweina und Steinbach wird durch die Thüringer Landesregierung nicht zugestimmt, aufgerufen am 7. Februar 2013
  4. Gemeinsames Oberland: Vertrag unterzeichnet. auf: insuedthueringen.de 3. November 2011, aufgerufen am 4. November 2011
  5. § 11 Thüringer Gesetz zur freiwilligen Neugliederung kreisangehöriger Gemeinden im Jahr 2012 vom 11. Dezember 2012 (GVBl. S. 446)
  6. http://daten.verwaltungsportal.de/dateien/rechtsgrundlagen/kmbt_c20020130207185315.pdf Hauptsatzung der Stadt Bad Liebenstein vom 24. Januar 2013
  7. http://www.insuedthueringen.de/lokal/bad_salzungen/fwstzslzlokal/Deutliche-Mehrheit-fuer-Michael-Brodfuehrer-in-Bad-Liebenstein;art83434,2418637
  8. http://www.wahlen.thueringen.de/kommunalwahlen/..%5Cdownloads%5CeinzelneGW%5CErgebnisGW_63099_BadLiebenstein.pdf
  9. Thüringer Landesamt für Statistik – Landeswahlleiter
  10. Städtepartnerschaftsverein Bad Liebenstein, abgerufen am 13. Oktober 2017