Bad Neuenahr

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Koordinaten: 50° 32′ 31″ N, 7° 8′ 18″ O

Bad Neuenahr
Wappen der ehemaligen Stadt Bad Neuenahr
Höhe: 90 m ü. NHN
Einwohner: 11.842 (31. Jan. 2011)
Eingemeindung: 7. Juni 1969
Postleitzahl: 53474
Vorwahl: 02641
Bad Neuenahr (Rheinland-Pfalz)
Bad Neuenahr

Lage von Bad Neuenahr in Rheinland-Pfalz

Bad Neuenahr um 1899
Bad Neuenahr um 1900
Bad Neuenahr, Luftaufnahme (2015)
Stolperstein für Lieselotte Friesem, Jesuitenstraße 28, 1942 nach Izbica deportiert

Bad Neuenahr ist ein Stadtteil und Ortsbezirk von Bad Neuenahr-Ahrweiler im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Nach der Zahl seiner Einwohner ist Bad Neuenahr der größte Einzelort im Landkreis (knapp zehn Prozent der Bevölkerung des Kreises).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Neuenahr liegt im mittleren Ahrtal am nördlichen und südlichen Ufer des Flusses. Nördlich des Stadtteils liegt die Gemeinde Grafschaft, östlich die Stadtteile Heimersheim und Heppingen, südlich die Ortsgemeinden Königsfeld und Schalkenbach sowie westlich die Stadtteile Ahrweiler und Bachem.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der heutige Stadtteil Bad Neuenahr ist aus dem Kirchspiel Wadenheim, zu dem auch die Dörfer Hemmessen (beide nördlich der Ahr) und Beul (südlich der Ahr) gehörten, entstanden. Wadenheim findet erstmals im Jahre 992, Hemessen im Jahre 1106 und Beul im Jahre 1374 Erwähnung.

Der Name „Neuenahr“, der aber erst im 19. Jahrhundert als Ortsname für diese drei Dörfer existiert, entstand im 13. Jahrhundert. Um 1225 wurde die Burg Neuenahr und die Grafschaft Neuenahr (Newenare) durch die Grafen von Are-Nürburg errichtet. Die Grafschaft Neuenahr umfasste neben dem heutigen Stadtteil den Stadtteil Ramersbach sowie die heutige Gemeinde Grafschaft. 1343 erhielten die Herzöge von Jülich die Grafschaft Neuenahr als Lehen. Mit dem Tod des Grafen Wilhelm von Neuenahr starb 1352 das Geschlecht in der männlichen Linie aus, weshalb es in der Folge zu schweren Erbstreitigkeiten kam. 20 Jahre später griff der Kölner Erzbischof und Kurfürst Friedrich von Saarwerden in den Streit ein. Die Burg Neuenahr wurde zerstört und Kurköln, das bereits das benachbarte Ahrweiler besaß, wurde zum Mitbesitzer der Grafschaft Neuenahr. Das Herzogtum Jülich eroberte die Grafschaft Neuenahr 1546 zurück und fügte selbige als Amt Neuenahr in das eigene Territorium ein. Das Amt Neuenahr fiel 1685 gemeinsam mit der gesamten Herrschaft Jülich-Berg an die Kurpfalz.

1794 wurde das linke Rheinufer durch die französische Armee besetzt. Im Jahr 1798 ging das Amt Neuenahr im Kanton Ahrweiler auf, der zum Arrondissement Bonn im Rhein-Mosel-Département gehörte, nachdem alle linksrheinischen Gebiete zu französischem Staatsgebiet erklärt worden waren. Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft und aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress wurde das Rheinland dem Königreich Preußen zugeordnet. Unter der preußischen Verwaltung wurden 1816 der Kreis Ahrweiler im Regierungsbezirk Koblenz neu gebildet, die Gemeinde Wadenheim mit den Ortschaften Beul und Hemmessen wurden von der gleichzeitig neu gebildeten Bürgermeisterei Ahrweiler verwaltet.

Der Ahrweiler Winzer Georg Kreuzberg entdeckte 1852 in Wadenheim den Apollinarisbrunnen. 1856 wurden im Dorf Heilquellen erschlossen und 1858 das Heilbad eröffnet. Der Landrat des Kreises Ahrweiler, Wilhelm Freiherr von Hövel, beantragte 1857 bei der preußischen Regierung das Heilbad „Neuenahr“ nennen zu dürfen, was auch genehmigt wurde.[1]

Im Jahre 1874 beantragte der Gemeindevorsteher von Wadenheim, der Gemeinde ebenfalls der Namen „Neuenahr“ zu geben. Dieser Antrag wurde am 9. Juni 1875 genehmigt. Die drei Ortschaften Wadenheim, Beul und Hemmessen bekamen den gemeinschaftlichen Namen „Gemeinde Neuenahr“.[1] Im selben Jahr wurde die Bürgermeisterei Ahrweiler, der die Stadt Ahrweiler seit 1857 nicht mehr angehörte, in Bürgermeisterei Neuenahr umbenannt (ab 1927 Amt Bad Neuenahr). Eine Bahnanbindung Neuenahrs gab es ab 1880 mit der Ahrtalbahn, die damals zwischen Remagen und Ahrweiler verkehrte. Im Zeitraum von 1899 bis 1901 wurde das Thermal-Badehaus erbaut. 1927 wurde der Heilcharakter der Quellen staatlich anerkannt, woraufhin aus Neuenahr Bad Neuenahr wurde.

Mit der Bildung des Landes Rheinland-Pfalz 1946 blieb Bad Neuenahr Sitz des gleichnamigen Amtes, das neben Bad Neuenahr die heutigen Stadtteile Ehlingen, Gimmigen, Green, Heimersheim, Heppingen, Kirchdaun und Lohrsdorf verwaltete. Einige Beherbergungsbetriebe in Bad Neuenahr wurden nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland in Bonn 1949 von der französischen Hochkommission beansprucht, darunter das Hotel Kaiserhof als Dienststelle des service d'études et renseignements und das Hotel Flora als Residenz des Finanzberaters von Hochkommissar François-Poncet.[2] Im Bad Neuenahrer Kurhotel war vorläufig die Gesandtschaft der Republik Kuba ansässig (→ Eintrag in Botschaftsliste).

1951 wurden Bad Neuenahr die Stadtrechte verliehen. Der Zusammenschluss von Bad Neuenahr und Ahrweiler zu einer Stadt erfolgte am 7. Juli 1969,[3] jedoch sind bis auf den heutigen Tag zwei voneinander getrennte städtische Identitäten mental in der Bevölkerung festzustellen. Im Zeitraum zwischen 1991 und 1993 wurden in Bad Neuenahr südlich der Ahr die Ahrthermen gebaut.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bad Neuenahr gibt es zwei Gymnasien: das immer schon im Stadtteil Bad Neuenahr ansässige Are-Gymnasium (G8GTS) und das bis 1999 im Stadtteil Ahrweiler ansässige Peter-Joerres-Gymnasium (heute in Bad Neuenahr). Neben den Gymnasien gibt es in Bad Neuenahr eine berufsbildende Schule (BBS) und eine Grundschule (Grundschule Bad Neuenahr).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bad Neuenahr – Sammlung von Bildern
 Wikisource: Bad Neuenahr – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jakob Rausch: Der Name Neuenahr in geschichtlicher Schau in Heimatjahrbuch 1958 Kreis Ahrweiler (Online-Ausgabe)
  2. Helmut Vogt: Wächter der Bonner Republik: Die Alliierten Hohen Kommissare 1949–1955, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2004, ISBN 3-506-70139-8, S. 51, 102.
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 170 (PDF; 2,6 MB)