Bad Oldesloe

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Oldesloe
Bad Oldesloe
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Oldesloe hervorgehoben
Koordinaten: 53° 49′ N, 10° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Stormarn
Höhe: 9 m ü. NHN
Fläche: 52,6 km²
Einwohner: 24.699 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 470 Einwohner je km²
Postleitzahl: 23843
Vorwahl: 04531
Kfz-Kennzeichen: OD
Gemeindeschlüssel: 01 0 62 004
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 5
23843 Bad Oldesloe
Webpräsenz: www.badoldesloe.de
Bürgermeister: Tassilo von Bary (parteilos)
Lage der Stadt Bad Oldesloe im Kreis Stormarn
Hamburg Kreis Herzogtum Lauenburg Kreis Ostholstein Kreis Segeberg Lübeck Ahrensburg Ahrensburg Ammersbek Bad Oldesloe Badendorf Bargfeld-Stegen Bargteheide Barnitz Barsbüttel Braak Brunsbek Delingsdorf Elmenhorst (Stormarn) Elmenhorst (Stormarn) Feldhorst Glinde Grabau (Stormarn) Grande Grönwohld Großensee (Holstein) Großhansdorf Hamberge Hamfelde (Stormarn) Hammoor Heidekamp Heilshoop Hohenfelde (Stormarn) Hoisdorf Jersbek Klein Wesenberg Köthel (Stormarn) Lasbek Lütjensee Meddewade Mönkhagen Neritz Nienwohld Oststeinbek Pölitz Rausdorf (Holstein) Rehhorst Reinbek Reinfeld (Holstein) Rethwisch (Stormarn) Rümpel Siek (Holstein) Stapelfeld Steinburg (Stormarn) Tangstedt (Stormarn) Todendorf Travenbrück Tremsbüttel Trittau Trittau Trittau Wesenberg (Holstein) Westerau Witzhave ZarpenKarte
Über dieses Bild

Bad Oldesloe (gesprochen [ˌbatˀɔldəsˈloː] mit Dehnungs-e, niederdeutsch Bad Oschloe) ist die Kreisstadt des Kreises Stormarn in Schleswig-Holstein (Deutschland).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oldesloe um 1895, mit Blick auf die Peter-Paul Kirche
Altes Panorama

Das Gebiet ist bereits in der Steinzeit besiedelt gewesen. Hier gefundene Feuersteinwerkzeuge wurden auf die Zeit 6000–4500 v. Chr. datiert und sind unter dem Namen Oldesloer Stufe bekannt.

Nach einer geodätischen Deformationsanalyse zum Ort Treva aus dem antiken Kartenwerk der Geographike Hyphegesis, die das Institut für Geodäsie der Technischen Universität Berlin im Rahmen eines Forschungsprojekts der Deutschen Forschungsgemeinschaft 2007 bis 2010 durchführte, befand sich dieser historische Ort auf der Gemarkung des heutigen Bad Oldesloe.[2]

Oldesloe wurde erstmals 1163 als „Tadeslo“ erwähnt. Die Schauenburger Grafen von Holstein-Stormarn entwickelten den Ort, der im sächsisch-slawischen Grenzgebiet an einem Traveübergang an der Nordsee-Ostsee-Straße von Lübeck nach Hamburg liegt, zu einem wichtigen Umschlagplatz. Bereits für 1175 ist eine Zollstation belegt. Um 1238 erhielt Oldesloe das lübische Stadtrecht, 1370 von Graf Adolf VIII. das Marktrecht. Seit dem Jahr 1289 war vor dem Hamburger Tor der Stadt ein Siechenhaus für Leprakranke nachweisbar, das als Siechenhaus St. Jürgen bekannt war.[3]

Im Jahr 1515 entstand aufgrund eines königlichen Privilegs an den Lübecker Kaufmann Mathias Mulich der erste von mehreren Kupferhämmern an der Beste. 1529 folgte die Inbetriebnahme des Alster-Beste-Kanals und Oldesloe lag bis zur Einstellung der Schifffahrt um 1550 an der Binnenschifffahrtsverbindung zwischen Hamburg und Lübeck. Mit dem 1972 eingemeindeten Rethwischfeld gehört das Gelände des 1699 erbauten Schlosses Rethwisch heute zu Oldesloe. Hier residierten bis 1729 die zwei Herzöge von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön-Rethwisch.

Am 22. Mai 1798 vernichtet ein Stadtbrand drei Viertel der Stadt.

Badewanne aus dem Kurbad von 1813; als Baudenkmal im Kurpark ausgestellt

Im Jahr 1813 wurde ein modernes Kurbad (Sol-, Moor- und Schwefelbad) in Betrieb genommen. Die Verleihung des Titels „Bad“ erfolgte jedoch erst im Jahr 1910, als der Umfang des Kurbetriebs schon fast wieder bedeutungslos war. Trotz der heute nicht mehr vorhandenen Anerkennung als Heilbad und der eindeutigen Regelung der schleswig-holsteinischen Gemeindeordnung[4] trägt Oldesloe aber weiterhin den Namenszusatz „Bad“. Der letzte der Saline Oldesloe gehörende Salzspeicher an der Trave in Lübeck wurde 1839 verkauft.

Mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz im Jahr 1865 (Hamburg–Oldesloe–Lübeck) wurde die bis dahin für diese Strecke bedeutsame Traveschifffahrt eingestellt. Die 1907 eröffnete Bahnstrecke nach Elmshorn (über Ulzburg und Barmstedt) wurde auf dem Streckenstück Ulzburg–Blumendorf 1973 stillgelegt.

In den 1930er Jahren kämpfte Bürgermeister Friedrich Wilhelm Kieling vergeblich für eine Verlegung der Kreisverwaltung des Kreises Stormarn aus der kreisfreien Stadt Wandsbek nach Oldesloe, was zu schweren Zerwürfnissen mit Landrat Constantin Bock von Wülfingen führte. Im Zweiten Weltkrieg verlegte man dann nach der katastrophalen Bombardierung Hamburgs im Sommer 1943 die Kreisverwaltung provisorisch von Wandsbek nach Oldesloe. Auch Bad Oldesloe selbst war ab 1940 vom Luftkrieg betroffen. Der schwärzeste Tag der Stadtgeschichte kam kurz vor Kriegsende. Ein Angriff der Royal Air Force am 24. April 1945 forderte über 700 Menschenleben. Mehrere hundert Gebäude waren total zerstört bzw. schwer beschädigt worden. Seit 1949 befindet sich die Kreisverwaltung offiziell in Oldesloe.

Blumendorf

Das Bauerndorf Blumendorf wurde erstmals 1314 urkundlich genannt. Es gehörte zum Gut Fresendorf, bis es 1635 Hans von Buchwald zu Schadehorn erwarb. Dieser wandelte es in ein Adliges Gut um.

1755 erbaute der damalige Gutsbesitzer Jacob Levin von Plessen das heutige Herrenhaus mit Torhaus und Gartenanlage. Die Leibeigenschaft wurde 1795 durch den damaligen Gutsbesitzer Nicolaus von Luckner aufgehoben. 1889 kam der Gutsbezirk kommunalrechtlich zum Amtsbezirk Fresenburg. 1907 erhielt Blumendorf eine Bahnstation an der Elmshorn-Barmstedt-Oldesloer Eisenbahn. Seit Einstellung des Personenbetriebs 1973 findet auf dem Reststück Blumendorf ↔ Bad Oldesloe noch Güterverkehr statt. 1928 wurde der Gutsbezirk aufgelöst und nach Bad Oldesloe eingemeindet. Blumendorf hatte damals 307 Einwohner. Ab 1950 entstanden auf 149 Hektar Neusiedlungen für Flüchtlinge und Vertriebene aus dem deutschen Osten. In Jahren um 1958 wurde das Schloss als Krankenhaus genutzt.

Fresenburg

Fresenburg geht auf eine slawische Burg des 8. Jahrhunderts zurück. Urkundlich erwähnt wurde es aber erst 1263 als ein Adliges Gut, zu dem neben den Höfen Alt- und Neufresenburg, Poggensee und Schadehorn auch die Dörfer Poggensee und Seefeld gehörten. Der Gutsbesitzer Bartholomäus von Ahlefeld siedelte 1544 Mennoniten, die vor der religiösen Verfolgung in ihrer Heimat geflohen waren, in Schadehorn an. Auch Menno Simons fand hier eine Heimat. Sein Wohnhaus, die Mennokate, kann bis heute besichtigt werden. 1710 kaufte die Familie derer von Buchwaldt das Gut. Hugo von Buchwaldt ließ 1791 das noch bestehende Herrenhaus von Christian Frederik Hansen erbauen. Die Leibeigenschaft wurde erst 1804 aufgehoben. Mit Einführung der preußischen Kommunalverfassung 1889 bildete der Gutsbezirk gemeinsam mit dem Gutsbezirk Blumendorf den Amtsbezirk Fresenburg. Bei Auflösung der Gutsbezirke wurde Fresenburg 1928 nach Bad Oldesloe eingemeindet, es hatte damals 638 Einwohner. Während der Bodenreform nach dem Zweiten Weltkrieg wurden große Teile des ehemaligen Gutsgeländes aufgesiedelt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1928 wurde Blumendorf eingegliedert. Fresenburg folgte ein Jahr später.[5] Am 1. Januar 1972 kam Rethwischfeld hinzu. Mit der Eingliederung von Sehmsdorf wurde am 1. August 1976 die Reihe der Eingemeindungen abgeschlossen.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohnerzahl
1939 08.281
1954 14.953
1961 15.988[6]
1970 18.360[6]
2002 23.744
2005 24.019
2006 24.071
2007 24.172
2008 24.175
2010 24.322[7]
2011 24.461[7]
2012 24.557[7]
2013 24.477[7]
2014 24.699[7]
2015 24.949[7]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der ersten urkundlichen Erwähnung 1163 ist auch das Vorhandensein einer Petrus-Kirche belegt, die der Vorgängerbau der heutigen Peter-Paul Kirche ist. 1426 gehörten bereits 34 Ortschaften zum Oldesloer Kirchspiel. Seit 1525 gilt in Oldesloe die Reformation lutherischer Ausgestaltung. Die Täuferbewegung hatte Mitte des 16. Jahrhunderts mit dem Zuzug von Menno Simons großen Zulauf. Im 18. Jahrhundert gab es kurzfristig eine Herrnhuter Brüdergemeine namens Pilgerruh in Oldesloe.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzten vier Kommunalwahlen am 26. Mai 2013, am 25. Mai 2008, am 2. März 2003 und am 22. März 1998 führten zu folgenden Ergebnissen:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2013
[8]
Sitze
2013
[8]
%
2008
[9]
Sitze
2008
[9]
%
2003
[10]
Sitze
2003
[10]
%
1998
[10]
Gemeindewahl 2013
Wahlbeteiligung: 42,42 % (2008: 45,37 %)
 %
40
30
20
10
0
33,26 %
29,82 %
14,69 %
14,10 %
5,36 %
2,77 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-2,67 %p
-3,89 %p
+0,25 %p
+14,10 %p
-10,56 %p
+2,77 %p
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,26 9 35,93 8(*) (10) 54,37 15 39,89
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 29,82 8 33,71 9 26,67 7 44,10
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 14,69 4 14,44 4 10,29 3 5,78
FBO Freie Bürger für Bad Oldesloe 14,10 4 2(*) (—)
FDP Freie Demokratische Partei 5,36 1 15,92 4 8,67 2 5,59
LINKE Die Linke 2,77 1
ödp Ökologisch-Demokratische Partei 4,64
gesamt 100,0 27 100,0 27 100,0 27 100,0
Wahlbeteiligung in % 42,42 45,37 52,62

(*) Nach ihrem Austritt aus der CDU gründeten Heinz Drenkberg und Patricia Rohde im Mai 2011 die Fraktion Freie Bürger für Bad Oldesloe[11] und traten mit der gleichnamigen Wählergemeinschaft zur Kommunalwahl 2013 an.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot das silberne holsteinische Nesselblatt, darin als Brustbild der nimbierte, blau gekleidete heilige Petrus, der einen aufrechten schwarzen Schlüssel hält.“[12]

In der vor 1978 von der Stadt geführten Fassung des Wappens hält Petrus einen goldenen Schlüssel und der Nimbus (Heiligenschein) ist ebenfalls golden.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Solidaritätsbündnisse
Namenspatenschaften
Doppelstock-Steuerwagen Bad Oldesloe im Bahnhof Berlin-Charlottenburg

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater und Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mennokate

Die unter Denkmalschutz stehende Mennokate aus dem 16. Jahrhundert ist heute ein Museum zum Gedenken an Menno Simons, den Gründer und Namensgeber der Mennoniten, eine Freikirche der Täuferbewegung. In diesem Gebäude wurden einige seiner Bücher gedruckt.

Das Heimatmuseum (im Gebäude der Stadtbibliothek) bietet eine beachtliche Sammlung von den ältesten nacheiszeitlichen Funden bis zur Neuzeit.

Bad Oldesloe hat kein festes Theatergebäude, aber zwei Vereine, die mit ihren Produktionen an verschiedenen Orten auftreten. Der Verein Oldesloer Bühne führt seit 1966 hochdeutsche und plattdeutsche Stücke auf.[13] Der 2002 gegründete Verein Bad Oldesloe macht Theater ging aus dem Projekt Hagelstein – Bad Oldesloe macht Theater hervor, das nach der Idee, dem Konzept und der Grundinszenierung des englischen Regisseurs Tim Page entstand. Der Verein veranstaltet aufwendige Freiluft-Theaterprojekte in der Stadt, darunter 2004 der Salzgraf (Regie: Frank Schröder)[14] sowie 2007 Die Witwe von der Hude (Regie: Sebastian Urs Syrbe)[15]. 2011 wurde unter der Regie von Sven Lange im Kulturhof das Stück Marke Bölck uraufgeführt, das sich mit dem Fabrikanten Friedrich Bölck beschäftigte.[16][17] Derselbe Regisseur und Autor, nun als Sven Lenz[18], inszenierte am selben Ort im Mai 2015 das Stück 1848 – Freiheit für Oldesloe, in dem der Freiheitskampf der Oldesloer unter dänischer Herrschaft thematisiert wird.[19][20]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. März 2006 ist die lokale Musikszene als „Klangstadt1“ organisiert. Momentan sind 20 lokale Bands in dieser Gruppe organisiert, die bereits zahlreiche Events auf die Beine gestellt hat. Am 14./15. Juli 2007 fand zum ersten Mal das Bad Oldesloe Open Air statt, das sich seit 2008 KlangStadt Open Air nennt[21].

Musikvereine wie z. B. die Marchingband Stormarn Magic e.V., der Spielmannszug Oldesloer Stadtgarde oder die Marchingband The Blue-White Devils finden in Bad Oldesloe ihr Puplikum.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fußgängerzone in der Hindenburgstraße

Die Grundstruktur der seit dem Mittelalter an Beste und Trave herangewachsenen Stadt ist noch recht gut erkennbar, die ursprünglichen Hauptstraßen Besttorstraße, Mühlenstraße und Lange Straße (seit 1930 nach Paul von Hindenburg benannt) sind heute Fußgängerzone. Abbrüche und Neubebauung vor allem seit den 1960er Jahren haben das alte Stadtbild allerdings erheblich beeinträchtigt. Lediglich im Heiligengeistviertel lässt sich noch Altstadt-Atmosphäre verspüren. Sehr gut kommt hingegen die Einbettung der Altstadt in ihre natürliche Umgebung zur Geltung. An den zahlreichen Wasserläufen und Flüssen lässt sich die Stadt ebenso zu Fuß erkunden wie in den daran anschließenden Parkanlagen. Obwohl der Kurbetrieb längst stillgelegt ist, vermittelt Bad Oldesloe gerade in den Parkanlagen noch immer die Atmosphäre einer Kurstadt.

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am nordwestlichen Stadtrand (Richtung Fresenburg) liegt das Brenner Moor, das größte binnenländische Salzmoor in Schleswig-Holstein.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Oldesloe bietet drei Stadien (Travestadion, Wendumstadion, Kurparkstadion), einen Hockey- und mehrere Tennisplätze im Kurpark, eine Schwimmhalle und das Naturfreibad Poggensee. Beide Bäder werden von der Vereinigte Stadtwerke GmbH betrieben, die auch die Strom-, Gas- und Wasserversorgung in Bad Oldesloe betreibt.

Am Exer gibt es die kleine Skate-Anlage „SkateLand“ sowie eine Fahrradsportanlage, den sogenannten „Dirtpark“, einen Minigolfplatz mit Verein, einen Wohnmobil-Parkplatz mit Übernachtungsmöglichkeit, eine Sporthalle und seit Oktober 2013 einen Kunstrasen-Fußballplatz.

Verschiedene Vereine, die auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sind, wie z. B. der VfL Oldesloe, der THC „Blau-Weiß“ Bad Oldesloe, die Bürgerschützengilde, der SV Türkspor Bad Oldesloe, der SC Union Oldesloe oder Spiridon-Club Bad Oldesloe bieten vielfältige Gelegenheit zur sportlichen Betätigung.

Fußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bad Oldesloe gibt es drei Sportvereine mit einer Fußballsparte.

SV Türkspor Bad Oldesloe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der SV Türkspor Bad Oldesloe 2005 e.V. hat zwei Herrenmannschaften. Die 1. Herren spielen in der Kreisklasse A und die 2. Herren in der Kreisklasse C. Beide Mannschaften tragen ihre Heimspiele im Kurparkstadion aus.[22]

SC Union Oldesloe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fußballsparte des SC Union Oldesloe bildet momentan eine Spielgemeinschaft mit dem TSV Grabau v. 1949 e.V. Unter dem Namen SG Union/Grabau spielen die 1. Herren in der Kreisklasse A, die 2. Herren in der Kreisklasse C und die 3. Herren in der Kreisklasse D.[23]

VfL Oldesloe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der VfL Oldesloe verfügt mit derzeit drei Herrenmannschaften, zwei Frauenmannschaften und zahlreichen Jugendmannschaften über die größte Fußballabteilung in der Kreisstadt. Die 1. Herren spielen aktuell in der Kreisliga und sind damit die am höchsten spielende Herrenmannschaft in Bad Oldesloe. Die 2. Herren spielen drei Ligen tiefer in der Kreisklasse C und die 3. Herren in der Kreisklasse D.

Nach der Auflösung des FFC Oldesloe 2000 am 30. Juni 2014[24] und der Eingliederung der Mannschaften in den VfL Oldesloe, spielten die 1. Frauen in der Saison 2014/2015 in der Schleswig-Holstein-Liga. Ihr gelang es jedoch nicht, die Klasse zu halten, so dass die Mannschaft ab der Saison 2015/2016 in der Verbandsliga antritt.[25]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das alle zwei Jahre stattfindende Stadtfest fand zuletzt 2014 statt. Das Fest zieht jedes Mal tausende Besucher von überall her in die Kleinstadt an der Trave.

Zu den alljährlichen großen Veranstaltungen zählen u. a. das Kindervogelschießen und das Schützenfest. Beide Feste werden mit einem traditionellen Umzug durch die Stadt eingeleitet und auf dem ehemaligen Exerzierplatz (kurz: Exer) gefeiert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Oldesloe ist Hauptsitz des Reinigungsgeräteherstellers Hako, des Brandschutz-Unternehmens Minimax und der Brennerei August Ernst. Die HEROSE GMBH ist führend bei der Herstellung von Armaturen für die Tieftemperaturtechnik. Der südafrikanische Pharmakonzern Aspen Pharmacare betreibt ein Werk in der Stadt. Die Lindal Group stellt Ventile und Sprühkappen her. Der Geschenkartikelgroßhandel Michel Toys unterhält hier ein großes Distributionszentrum. Feige GmbH, Abfülltechnik ist führender Hersteller von Abfüllanlagen für flüssige und pastöse Produkte. In Bad Oldesloe haben ferner die Sparkasse Holstein (weiterer Sitz: Eutin) und die Volksbank Stormarn ihren Sitz.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bad Oldesloe befinden sich die Redaktionen des „Stormarner Tageblatt“ als Lokalausgabe des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z) sowie der Lokalausgabe der Lübecker Nachrichten. Auch das Hamburger Abendblatt veröffentlicht eine Lokalausgabe für den Kreis Stormarn, deren Redaktion jedoch in Ahrensburg beheimatet ist. In Bad Oldesloe werden kostenlos die Zeitungen Markt, Wochenblatt, Blickpunkt und der bote verteilt. Im Internet gibt es das Portal IN oldesloe und die Online-Tageszeitung "Stormarnlive.de", welche regelmäßig aus Bad Oldesloe berichten.

In Bad Oldesloe gibt es nach jahrelangen Engpässen eine große Auswahl an Breitbandinternetdiensten, die jedoch nicht überall gleichermaßen verfügbar sind sondern oft nur als jeweils einzige Lösung zur Verfügung stehen.

In Bad Oldesloe kann TV via DVB-T und über 30 UKW-Hörfunkprogramme per Antenne empfangen werden. Kabel Deutschland betreibt in Bad Oldesloe ein flächendeckendes Kabelnetz.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das alte Rathaus mit dem Gänselieselbrunnen im Vordergrund
Finanzamt in Bad Oldesloe

Seit der Ausbombung Wandsbeks 1944 beherbergt Bad Oldesloe die Kreisverwaltung des Kreises Stormarn. Außerdem sitzt auch die Verwaltung des Amt Bad Oldesloe-Land in der Stadt, die selbst aber dem Amt nicht angehört.

Daneben ist Bad Oldesloe Sitz des Finanzamtes Stormarn und der Familienkasse Lübeck/Stormarn. Die Bundesagentur für Arbeit und die Deutsche Rentenversicherung Bund unterhalten je einen Verwaltungssitz in Bad Oldesloe. Die Polizeidirektion Ratzeburg betreibt in Bad Oldesloe eine Polizeiinspektion mit einem Bezirksrevier, einer Kriminalpolizeistelle sowie einem Autobahnrevier.

Die Stadt Bad Oldesloe verfügt über vier Freiwillige Feuerwehren in den Ortsteilen Seefeld, Poggensee, Rethwischfeld und Bad Oldesloe, sowie über einen Ortsverband des THW.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt drei Grundschulen (Stadtschule, Klaus-Groth-Schule und Grundschule West). Weiter gibt es drei Gemeinschaftsschulen (Theodor-Storm-Schule, Schule am Masurenweg (Grund- und Gemeinschaftsschule) sowie die Ida-Ehre-Schule, eine ehemalige Integrierte Gesamtschule) ein Gymnasium (Theodor-Mommsen-Schule) und eine Förderschule (Schule am Kurpark).

In Bad Oldesloe befindet sich seit 1889 die Berufliche Schule des Kreises Stormarn. Von 1898 bis 1994 gab es außerdem eine Landwirtschaftsschule. Das Gebäude der Landwirtschaftsschule wird heute von der Beruflichen Schule des Kreises Stormarn genutzt, die derzeit zu einem Regionalen Berufsbildungszentrum (RBZ) umstrukturiert wird. Im Gebäude der alten Stadtschule von 1839 ist seit 1977 die Stadtbibliothek Bad Oldesloe untergebracht.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Bad Oldesloe

Bad Oldesloe ist durch die 1865 eröffnete Bahnstrecke Hamburg–Lübeck per Eisenbahn erreichbar. Seit dem 15. Dezember 2002 fährt die Nordbahn zwischen Neumünster und Bad Oldesloe über Bad Segeberg im Stundentakt. Die zwei Jahrzehnte zuvor bediente die DB die Strecke im Pendelverkehr nur zwischen Bad Oldesloe und Bad Segeberg.

In der Vergangenheit war der Bahnhof Bad Oldesloe ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt. Der östliche Streckenabschnitt der Privatbahn Elmshorn-Barmstedt-Oldesloer Eisenbahn wurde nach 1973 zwischen Blumendorf und Ulzburg Süd als Eisenbahn aufgegeben und in einen Radweg umgebaut. Erhalten geblieben ist ein Streckenrest innerhalb von Bad Oldesloe zur Erschließung des Industriegebiets bei Blumendorf. Darüber hinaus gab es die vor dem Zweiten Weltkrieg bedeutende Verbindung auf der Kaiserbahn Richtung Ratzeburg (Stilllegung Personenverkehr 1962, Güterverkehr 1971) und die Strecke nach Schwarzenbek (Stilllegung Personen- und Güterverkehr 1976). Auch diese Strecken wurden abgebaut und teilweise in Radwege umgewandelt. In Betrieb ist die Strecke Bad Oldesloe – Bad Segeberg – Wahlstedt – Neumünster.

Bad Oldesloe ist über die Linien RE8, RE80, RB81 sowie der Linie RB82 an das Verkehrsnetz des Hamburger Verkehrsverbunds HVV angeschlossen. Die Linie RB82 startet hier und endet in Neumünster. Für die Linien RE8, RE80, RB81 im HVV ist Bad Oldesloe Durchgangsbahnhof, der Tarifbereich des HVV endet in Reinfeld. Die Züge fahren weiter bis Lübeck, jedoch hier nicht im HVV-Tarif, sondern im Schleswig-Holstein-Tarif. Von Mai bis Oktober verkehrt der RE8 an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen zudem weiter bis Lübeck-Travemünde Strand.

Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der städtische Busverkehr wird durch ein Busverkehrsunternehmen betrieben, das hier im Auftrag der Stadtwerke Bad Oldesloe verkehrt.

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1937 ist die Stadt durch die heutige Bundesautobahn 1 an das überregionale Straßennetz angeschlossen. Seit Dezember 2004 können von der A 1 auch schnell die Städte Rostock und Schwerin über die neue Ostseeautobahn A 20 erreicht werden. Westlich der Stadt verläuft die A 21 mit der die Städte Bad Segeberg und die Landeshauptstadt Kiel schnell zu erreichen sind. Ferner wird über diese Autobahn auch der Anschluss an die A 24 erreicht und damit die Verbindung Richtung Berlin. Ebenso verläuft die B 75 (parallel zur A 1) durch die Kreisstadt. Die B 208 bindet die Stadt an den angrenzenden Kreis Herzogtum Lauenburg an. Die Nordtangente entlastet seit 1978 die Innenstadt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Bölck (1877–1940), deutscher Unternehmer (Direktvertrieb von Margarine und anderer Lebensmittel), finanzieller Förderer des „Gänselieselbrunnens“ auf dem Oldesloer Marktplatz und der Massenhochzeit 1927
  • Dietrich Buxtehude (um 1637–1707), Organist und Komponist
  • Joachim Erbslöh (1909–2006), deutscher Hochschulprofessor, Gynäkologe, Wissenschaftler und Buchautor
  • Axel Hager (* 1969), Beach-Volleyballer, errang 2000 bei den Olympischen Spielen in Sydney die Bronzemedaille, wuchs in Bad Oldesloe auf
  • Raimund Harmstorf (1939–1998), Schauspieler, in Bad Oldesloe bestattet
  • Heino Jaeger (1938–1997), Maler, Graphiker und Satiriker, in Bad Oldesloe bestattet
  • Klaus Klingner, ehemaliger Justizminister Schleswig-Holsteins (1988–1996), lebt in Bad Oldesloe
  • Michael Michalsky (* 1967), deutscher Modeschöpfer und Designer, wuchs in Bad Oldesloe auf
  • August Mommsen (1821–1913), Althistoriker
  • Tyll Necker (1930–2001), Unternehmer und langjähriger Präsident des BDI
  • Menno Simons (1496–1561), Begründer der Mennoniten, starb in Wüstenfelde bei Bad Oldesloe
  • Gerhard Stoltenberg (1928–2001), CDU-Politiker, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein (1971–1982), viele Jahre Bundesminister, besuchte die TMS und legte dort in Bad Oldesloe sein Abitur ab
  • Frank Schepke (* 1935) Olympiasieger 1960 im Rudern (Deutschland-Achter)
  • Roman Rossa (* 1972), Schauspieler, ging in Bad Oldesloe zur Schule

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sylvina Zander: Oldesloe – Die Stadt, die Trave und das Wasser. Wachholtz-Verlag, Neumünster 2008, 416 Seiten, zahlreiche, teils farbige Abbildungen und Karten. ISBN 3-529-07130-7
  • Sylvina Zander: Oldesloe und sein Bad 1813-1938. XVI + 239 Seiten, Husum 2013
  • Wolf Gütschow, Marion Schnitzler: Bad Oldesloe – Kreisstadt zwischen Trave und Beste. 98 S., 2002.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bad Oldesloe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Oldesloe – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2014 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Andreas Kleineberg, Christian Marx, Eberhard Knobloch und Dieter Lelgemann (Hrsg.): Germania und die Insel Thule. Die Entschlüsselung von Ptolemaios' „Atlas der Oikumene“, dort: Seite 29 zu Treva, als am Ort von Bad Oldesloe liegend. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2010, ISBN 978-3-534-23757-9.
  3. siehe Übersicht der Gesellschaft für Leprakunde über die mittelalterlichen Leprosorien in Schleswig-Holstein unter http://www.muenster.org/lepramuseum/tab-shh.pdf . Davon abgeleitete Bezeichnungen existieren nicht mehr.
  4. § 11 Abs. 2 GO i.d.F. vom 23. Feb. 2003
  5. http://www.kreis-stormarn.de/kreis/gemeinden/entwicklung_kommunen.html
  6. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 186.
  7. a b c d e f Daten und Fakten. Stadt Bad Oldesloe, abgerufen am 24. Mai 2016.
  8. a b http://www.badoldesloe.de/Homepage_Stadt_OD/HPContent_Politik/Wahlen/Kommunalwahl_2013/Wahlergebnisse.php
  9. a b http://www.badoldesloe.de/Homepage_Stadt_OD/HPContent_Politik/Wahlen/Kommunalwahl_2008/Wahlergebnisse.php
  10. a b c http://www.badoldesloe.de/Homepage_Stadt_OD/HPContent_Politik/Wahlen/Kommunalwahl_2003/wahlen/gemeinde2003.html
  11. http://www.lokalinfo.eu/Bad_Oldesloe/2151/aktuelles_detail.html
  12. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  13. Oldesloer Bühne: Das sind wir, abgerufen am 8. August 2010
  14. Jens Peter Meier im Hamburger Abendblatt am 1. Juni 2004: Salzgraf begeistert im Kurpark, abgerufen am 8. August 2010
  15. Susanna Fofana in Lübecker Nachrichten: Nasser Abschied von der Witwe, abgerufen am 8. August 2010
  16. Martina Tabel im Hamburger Abendblatt vom 27. Oktober 2009: Friedrich Bölck – der Mann war eine Marke, abgerufen am 8. August 2010
  17. Bad Oldesloe macht Theater e.V.: Verein, abgerufen am 8. August 2010
  18. Impressum/Vita. Sven Lenz, abgerufen am 23. Mai 2015.
  19. Andreas Olbertz: Bad Oldesloe: Umjubelte Uraufführung. In: Stormarner Tageblatt. 16. Mai 2015, abgerufen am 23. Mai 2015.
  20. Projekte. Bad Oldesloe macht Theater e.V., abgerufen am 23. Mai 2015.
  21. Lübecker Nachrichten: Klangstadt: Baden und Bands am Poggensee 11. Juli 2010, abgerufen am 21. November 2010
  22. http://www.svt-badoldesloe.de/
  23. http://www.scunion-oldesloe.de/index.php
  24. http://www.shz.de/lokales/stormarner-tageblatt/ffc-mitglieder-beschliessen-aufloesung-id6251021.html
  25. http://www.vfl-oldesloe.org/