Bad Salzuflen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Salzuflen
Bad Salzuflen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Salzuflen hervorgehoben
52.08758.750555555555672Koordinaten: 52° 5′ N, 8° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Lippe
Höhe: 72 m ü. NHN
Fläche: 100,05 km²
Einwohner: 52.121 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 521 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 32105, 32107, 32108
Vorwahlen: 05222, in Grenzgebieten 0521, 05221, 05232, 05266, 05208, 05228Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LIP
Gemeindeschlüssel: 05 7 66 008
Stadtgliederung: 11 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rudolph-Brandes-Allee 19
32105 Bad Salzuflen
Webpräsenz: www.stadt-bad-salzuflen.de
Bürgermeister: Wolfgang Honsdorf (SPD)
Lage der Stadt Bad Salzuflen im Kreis Lippe
Niedersachsen Bielefeld Kreis Gütersloh Kreis Herford Kreis Minden-Lübbecke Kreis Paderborn Kreis Höxter Augustdorf Bad Salzuflen Barntrup Blomberg Detmold Dörentrup Extertal Horn-Bad Meinberg Kalletal Lage (Lippe) Lemgo Leopoldshöhe Lügde Oerlinghausen Schieder-Schwalenberg Schlangen (Gemeinde)Karte
Über dieses Bild

Bad Salzuflen ist eine Stadt und ein Thermal-Heilbad im Kreis Lippe, Nordrhein-Westfalen in Deutschland. Seit August 2013 ist Bad Salzuflen als Kneipp-Kurort zertifiziert.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Bad Salzuflen liegt am östlichen Rand der Ravensberger Mulde, am Zusammenfluss von Salze und Bega mit der Werre. Im Vergleich zu anderen nordlippischen Gemeinden ist es dicht besiedelt. Dörflich geprägte Ortsteile mit landwirtschaftlichen Nutzflächen umgeben das Stadtzentrum. Nordöstlich von Werre und Bega durchzieht ein großteils bewaldeter Hügelstrang des Lipper Berglands mit Erhebungen bis zu 250 Metern das Stadtgebiet. Tiefster Punkt liegt bei der Werre an der Grenze zu Herford auf etwa 34 Metern. Seit 2008 gehört das Stadtgebiet zum Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge.

Geologie[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet ist durchzogen von den Flussauen der Werre, Bega und Salze. Podsol- und Pseudogley-Braunerden herrschen als Bodentypen vor. Die Podsolböden befinden sich überwiegend auf Unterlagen aus dem Tertiär, die von Bruchfalten aus dem Mesozoikum durchzogen sind.

Charakteristisch für Bad Salzuflen sind die an diesen Falten austretenden salzhaltigen Quellen, denen die Region den Namen „Heilgarten Deutschlands“ verdankt.

Daten der Mineralquellen in Bad Salzuflen[Bearbeiten]

Geothermische Karte von Bad Salzuflen
Name erbohrt Tiefe [m] Temperatur [°C] Verwendung Bild
Paulinenquelle 1802 63 12,2 Inhalation
Gradierung
Paulinenquelle BS.jpg
Loosequelle 1889/91 400 14,25 Trinkkur Loosequelle BS.jpg
Leopold-
Thermalsprudel
1904/6 534 21,7 Bäder D-NW-Bad Salzuflen - Leopoldsprudel.jpg
Neubrunnen 1913 54 12,2 Bäder Neubrunnen BS.JPG
Gustav Horstmann
Thermalsprudel
1919/27 1018 38,0 Bäder Gustav Horstmann Thermalsprudel BS.jpg
Inselquelle 1936 52,4 12,6 Trinkkur Inselbrunnen BS.jpg
Sophienbrunnen 1953 12,5 11,7 Trinkkur
Thermalsprudel III 1956/60 412,75 21,4 Bäder Therme III BS.jpg
Sophienquellen
(a und b)
1962 49,6
9,0
13,05
13,55
Gradierung
Bäder
Sophienquelle BS.jpg

Die Gegend eignet sich gut bis sehr gut zur Nutzung von geothermischen Wärmequellen mittels Erdwärmesonde und Wärmegewinnung durch Wärmepumpe (vgl. dazu die nebenstehende Karte).[2]

Ausdehnung und Nutzung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Luftbild Bad Salzuflen

Die als „große Mittelstadt“ klassifizierte Stadt Bad Salzuflen erstreckt sich über eine Fläche von 100,06 km². Das Stadtgebiet weist eine in etwa ovale Form auf mit einer maximalen Ausdehnung in Ost-West Richtung von etwa 13 km und in Nord-Süd Richtung von 11 km.

Fläche
nach Nutzungsart[3]
Landwirt-
schafts-
fläche
Wald-
fläche
Gebäude-,
Frei- und
Betriebsfläche
Verkehrs-
fläche
Wasser-
fläche
Sport- und
Grünfläche
sonstige
Nutzung
Summe
Fläche 57,51 km² 15,01 km² 17,20 km² 6,30 km² 1,22 km² 2,42 km² 0,40 km² 100,06 km²
Anteil an Gesamtfläche 57,47 % 15,00 % 17,19 % 6,30 % 1,22 % 2,42 % 0,40 % 100,00 %

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Bad Salzuflen grenzt im Osten an die Stadt Lemgo, im Süden an Lage und im Südwesten an Leopoldshöhe. Alle drei Gemeinden gehören zum Kreis Lippe.

Im Westen liegt die kreisfreie Stadt Bielefeld und im Nordwesten die Stadt Herford. Im Norden grenzt Bad Salzuflen an Vlotho im Kreis Herford. Zusammen mit Herford gehört Bad Salzuflen zur Agglomeration Bielefeld.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Ortsteile Bad Salzuflens

Die Stadt gliedert sich in die zwölf Ortsteile Bad Salzuflen, Biemsen-Ahmsen, Ehrsen-Breden, Grastrup-Hölsen (mit Hölserheide), Holzhausen (mit Sylbach), Lockhausen, Papenhausen, Retzen (mit Volkhausen), Schötmar, Werl-Aspe (mit Knetterheide), Wülfer-Bexten und den flächenmäßig größten Ortsteil Wüsten (mit Frettholz, Glimke, Hellerhausen, Hollenstein, Pehlen, Pillenbruch, Voßhagen und der Waldemeine). Die bevölkerungsreichsten Ortsteile sind Bad Salzuflen mit etwa 19.500 Einwohnern, Schötmar mit 8700, Werl-Aspe mit 7400 und Wüsten mit 3800 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013).[4] Zusammen machen diese vier Ortsteile gut 70 % der Bad Salzufler Bevölkerung aus. Die Ortsteile Bad Salzuflen, Schötmar, Werl-Aspe, Holzhausen und Ehrsen-Breden bilden eine durchgängige Siedlungsfläche.

Klima[Bearbeiten]

Bad Salzuflen zeigt das für Mitteleuropa typische gemäßigte vollhumide Klima mit seinem Niederschlagsmaximum im Sommer. Die Jahresmitteltemperatur von 9,3 °C entspricht der Breiten- und der Höhenlage, jedoch liegt die Jahressumme der Niederschläge mit 743 mm einerseits etwas höher als der norddeutsche (640 mm) bzw. der deutsche Durchschnittswert (690 mm), andererseits aber aufgrund der Lage im Regenschatten des Teutoburger Waldes etwas niedriger als der lippische Durchschnittswert (877 mm).

Bad Salzuflen
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
68
 
3
-1
 
 
57
 
5
-1
 
 
62
 
8
1
 
 
58
 
13
4
 
 
72
 
18
8
 
 
83
 
21
11
 
 
73
 
22
13
 
 
68
 
22
13
 
 
64
 
19
10
 
 
53
 
14
7
 
 
66
 
8
3
 
 
78
 
5
0
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: DWD[5] (1961–1990); wetterkontor.de[6]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Bad Salzuflen
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3 5 8 13 18 21 22 22 19 14 8 5 Ø 13,2
Min. Temperatur (°C) −1 −1 1 4 8 11 13 13 10 7 3 0 Ø 5,7
Temperatur (°C) 1,3 1,9 4,7 8,3 12,8 15,8 17,2 17,0 13,9 10,2 5,4 2,5 Ø 9,3
Niederschlag (mm) 68,1 57,3 62,2 58,4 72,3 82,8 72,9 67,8 63,7 53,4 66,1 78,3 Σ 803,3
Sonnenstunden (h/d) 1,4 2,6 3,3 5,0 5,2 6,3 5,9 6,0 4,4 3,6 1,7 1,2 Ø 3,9
Regentage (d) 17 15 12 15 13 13 15 15 13 14 16 15 Σ 173
Luftfeuchtigkeit (%) 83 80 77 72 71 73 74 75 80 82 83 84 Ø 77,8
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
3
−1
5
−1
8
1
13
4
18
8
21
11
22
13
22
13
19
10
14
7
8
3
5
0
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
68,1
57,3
62,2
58,4
72,3
82,8
72,9
67,8
63,7
53,4
66,1
78,3
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: DWD[7] (1961–1990); wetterkontor.de[8]

Geschichte[Bearbeiten]

Ansicht der Stadt Salzuflen im Jahre 1647
Verlauf der Stadtmauer

Mitte des 11. Jahrhunderts werden die Siedlung „Uflon“ und eine dort befindliche Salzstätte erstmals schriftlich erwähnt. „Uflon“ bedeutet in Altniederdeutsch „am Wald“. Später wurde daraus „Uflen“, auch „Mitteluflen“ oder „Dorf Uflen“.[9]

Die Nutzung der salzhaltigen Paulinenquelle führte im Mittelalter zur Errichtung der ersten Saline. Diese Salzwerkstätten befanden sich an einem Ort, der noch heute „Salzhof“ genannt wird und dessen Brunnen im Wappen der Stadt dargestellt ist.

Dank des einträglichen Salzhandels und der Förderung unter Herrschaft der Grafen von Sternberg vergrößerte sich der Ort. Um 1300 wurde eine erste Kapelle auf dem Hallenbrink errichtet. 1377 wird Salzuflen von den Sternbergern an die Grafen von Schaumburg verkauft. Im Jahre 1400 geht Salzuflen schließlich durch Verpfändung in den Besitz der Edelherren zu Lippe.[10]

Während der Soester Fehde wurde das nur wenig befestigte Salzuflen 1447 von böhmischen Söldnern stark zerstört. Im Zuge des Wiederaufbaus erhielt der Ort um 1450 eine Ringmauer mit vier Toren — Schliepsteiner Tor nach Norden (Exter), Heßkamper Tor nach Nordosten (Vlotho/Wüsten), Ostertor nach Südosten (Schötmar), Herforder Tor nach Westen (Herford) — und drei Wehrtürmen, unter anderem der Katzenturm, der noch heute erhalten ist.[10] 1488 erhält der so vergrößerte Ort durch den lippischen Landesherrn Graf Bernhard VII die Stadtrechte verliehen. Bis zum Dreißigjährigen Krieg florierte der Handel mit dem weißen Gold und brachte großen Reichtum in die Stadt. Prachtvolle Bürgerhäuser im Stil der Weserrenaissance und das alte 1545/47 erbaute Rathaus sind Zeugen dieser Blütezeit.

Der Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) beendete die fast 200 Jahre andauernde Blütezeit der Stadt. Bei zahlreichen Truppendurchzügen wird die Stadt schwer beschädigt. Die Anzahl der Stadtbewohner ging bis 1645 um mehr als die Hälfte auf 900 zurück.[10] Während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) wird die Stadt erneut schwer geschädigt. Im Jahre 1762 zerstört ein durch Blitzschlag verursachter Brand weite Teile der Stadt. 1766 wurde die Saline an den Landesherrn Graf Simon August zu Lippe verkauft. Dieser ließ das Salzwerk grundlegend modernisieren und Gradierwerke errichten. Da alle Gewinne aus der Saline nun aber an den Landesherrn fielen, konnte Salzuflen hiervon nicht mehr profitieren. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Stadt in Folge dessen nur langsam. Erst durch eine von Medizinalrat Dr. Heinrich Hasse gegründete Badeanstalt im Jahre 1818 begann allmählich der erneute Aufschwung Salzuflens zum Kurort.

Bekannt geworden ist Bad Salzuflen durch den Kurbetrieb. Mit seinen drei Trink-, drei Thermal- und drei Solequellen hatte es den Status eines lippischen Staatsbades. Obwohl die Gründung des fürstlichen Solebads annähernd 100 Jahre zuvor erfolgt war, erhielt Salzuflen den Namenszusatz „Bad“ erst am 14. April 1914.

Die hohe Heilkraft des Wassers führte dazu, dass neue Badehäuser entstanden und weitere Quellen erbohrt wurden, so zum Beispiel der Leopoldsprudel, dessen Brunnentempel sich inmitten des heutigen Kurparks befindet. Die Entwicklung zum Kurort führte zu bedeutenden Veränderungen im Stadtbild. Die Saline auf dem Salzhof stellte die Salzproduktion ein und bildet heute den „Stadtplatz“, auf dem Wochenmarkt und Stadtfeste stattfinden. Die Gradierwerke entwickelten sich zu einem Ort, an den sich Menschen mit Atemwegserkrankungen zurückzogen. Im Laufe der Zeit verschwanden die alteingesessenen Industriesparten und wurden durch den Handel und das Kurwesen ersetzt, von dem auch die zahlreichen Pensionen der Stadt profitierten.

Der wirtschaftliche Aufschwung im 19. Jahrhundert fand auch eng mit der 1850 gegründeten[11] Hoffmann’s Stärkefabriken statt, die später zum größten europäischen Stärkeproduzenten aufstieg. Mit Eröffnung der Bahnlinie Herford-Detmold erhält Salzuflen 1880 einen Anschluss an das Schienennetz; der Salzufler Bahnhof geht 1881 in Betrieb.

Die strategisch eher unbedeutende Lage bewahrte Bad Salzuflen während des Zweiten Weltkrieges weitgehend vor Bombenangriffen der Alliierten, so dass die Stadt den Krieg relativ unbeschadet überstand und nach Kriegsende zum Sitz vieler Militärmissionen wurde.

Religionen[Bearbeiten]

Evangelisch-reformierte Kilianskirche in Bad Salzuflen-Schötmar

In Bad Salzuflen gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Religionsgemeinschaften. Da Bad Salzuflen im heute protestantisch geprägten Kreis Lippe liegt, überwiegt die Anzahl evangelischer Christen. Die evangelisch-reformierten Gemeinden gehören zur Klasse Bad Salzuflen der reformierten Lippischen Landeskirche, die evangelisch-lutherischen Gemeinden zur einzigen lutherischen Klasse in Lippe.

  • Evangelisch-reformierte Gemeinden
    • Die evangelisch-reformierte Kilians-Kirchengemeinde in Schötmar hat drei Pfarrbezirke (Schötmar-Mitte, Schötmar-West und Werl, Schötmar-Ost und Ehrsen-Breden).
    • Die evangelisch-reformierte Gemeinde in Bad Salzuflen mit der Stadtkirche auf dem Hallenbrink und zwei Gemeindezentren (Gemeindehaus auf dem Hallenbrink und dem Calvin-Haus am Gröchteweg) hat drei Pfarrbezirke.
    • Die evangelisch-reformierte Gemeinde in Retzen liegt am Kirchweg und hat einen Pfarrbezirk.
    • Die evangelisch-reformierte Gemeinde Sylbach liegt mit ihrer Kirche in Sylbach an der Sylbacher Straße mit einem Pfarrbezirk.
    • Die evangelisch-reformierte Gemeinde in Wülfer-Knetterheide umfasst einen Pfarrbezirk.
    • Die evangelisch-reformierte Gemeinde in Wüsten mit ihrer Kirche und dem Gemeindehaus besteht aus zwei Pfarrbezirken.
    • Die Evangelische Kirchengemeinde Lockhausen-Ahmsen mit zwei Pfarrbezirken hat zwei Kirchen und Gemeindezentren. Sie ist als einzige sogenannte „Evangelische Kirchengemeinde“ Mitglied der reformierten und der lutherischen Klasse.
  • Evangelisch-lutherische Gemeinden
    • Die evangelisch-lutherische Gemeinde in Bergkirchen mit Kirche und Gemeindehaus hat einen Pfarrbezirk. Sie ist die Mutterkirche der lutherischen Gemeinde Bad Salzuflen.
    • Die evangelisch-lutherische Gemeinde in Bad Salzuflen mit zwei Pfarrbezirken, zwei Kirchen mit Gemeindezentren (Erlöserkirche mit dem Martin-Luther-Haus an der Martin-Luther-Straße und der Auferstehungskirche mit dem Zentrum an der Auferstehungskirche am Gröchteweg, das auch von der reformierten Gemeinde zu Gottesdiensten benutzt wird).
    • Die evangelisch-lutherische Gemeinde Schötmar hat zwei Pfarrbezirke. Zum Pfarrbezirk I gehört die Trinitatiskirche in der Eduard-Wolf-Straße in Schötmar, zum Pfarrbezirk II die Versöhnungskirche Knetterheide in der Schelpstraße in Knetterheide.
  • Römisch-katholische Gemeinden (Die römisch-katholischen Gemeinden gehören zum Erzbistum Paderborn)
    • Die römisch-katholische Liebfrauen-Gemeinde in Bad Salzuflen mit der Liebfrauenkirche und Gemeindehaus an der Grabenstraße.
    • Die römisch-katholische Gemeinde St. Kilian in Schötmar ist Teil des Pastoralverbundes katholischer Kirchengemeinden Bad Salzuflen-Schötmar. Zu ihr gehören auch die Ortsteile Biemsen-Ahmsen, Ehrsen-Breden, Grastrup-Hölsen, Holzhausen, Lockhausen, Papenhausen, Retzen und Wülfer-Bexten.
  • Freikirchliche Gemeinden
    • Die evangelisch-freikirchliche Gemeinde – Baptisten – in der Gartenstraße.
    • Die Freie evangelische Gemeinde Bad Salzuflen-Schötmar – im Bund FeG – in der August-Bollhöfer-Straße 3.
    • Die Landeskirchliche Gemeinschaft Bad Salzuflen & EC – Hauskreis treffen sich im reformierten Gemeindehaus in der von-Stauffenberg-Straße. Die Gemeinschaft ist ein selbständiges Werk innerhalb der Landeskirche.
    • Die Gemeinde der Methodistischen Kirche Bad Salzuflen mit Gottesdienst in Lage, Hindenburgstr. 19.
    • Die Evangeliums Christen Gemeinde in Sylbach (Bund Taufgesinnter Gemeinden) in der Max-Planck Straße am Bahnhof Sylbach.
    • Die Mennoniten Brüdergemeinschaft in Bad Salzuflen-Holzhausen.
    • Die Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten in der Buschortstraße.
  • Neuapostolische Gemeinden
    • Die neuapostolische Gemeinde mit einem Kirchengebäude an der Beet-/Ecke Asenburgstraße in Bad Salzuflen und einem Kirchengebäude im Gerberweg im Ortsteil Schötmar.
  • Islamische Gemeinden

In Bad Salzuflen gibt es keine jüdische Gemeinde mehr. Die nächstgelegene Synagoge steht in Herford, sie gehört zur Jüdischen Gemeinde Herford–Detmold.

Ein Hinweis für die Verteilung der Religionen kann die konfessionelle Zugehörigkeit der Schüler an allgemeinbildenden Schulen sein. Demnach sind rund 60 % der Schüler evangelisch, 10 % katholisch, 10 % islamisch. 9 % geben an, einer sonstigen Konfession anzugehören, 11 % rechnen sich keiner Konfession zu.

Die Ergebnisse des Zensus 2011[12] ergeben folgende Verteilung: Römisch-katholische Kirche: 11,6 %, Evangelische Kirche: 54,5 %, sonstige, keine, ohne Angabe: 33,9 %.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Alter Grenzstein an der Straße von Wüsten nach Vlotho
Das Rathaus, an der ehemaligen Stadtgrenze zwischen Bad Salzuflen und Schötmar errichtet

Zwei Jahre nach der Gliederung des Freistaats Lippe in Kreise wurde Bad Salzuflen 1934 in den Kreis Lemgo eingegliedert.

Infolge des Zweiten Weltkrieges wurde der Freistaat Lippe, durch eine Militärverordnung der britischen Besatzungsmacht, am 21. Januar 1947 mit dem Land Nordrhein-Westfalen vereinigt.[13] Die Stadt Bad Salzuflen wurde damit am 1. April 1947 dem neu gebildeten Regierungsbezirk Minden-Lippe zugehörig, welcher bereits am 2. Juni 1947 in Regierungsbezirk Detmold umbenannt wurde.

Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform wurden die beiden Städte Bad Salzuflen und Schötmar sowie die zehn Gemeinden Biemsen-Ahmsen, Ehrsen-Breden, Grastrup-Hölsen, Holzhausen, Lockhausen, Papenhausen, Retzen, Werl-Aspe, Wülfer-Bexten und Wüsten zum 1. Januar 1969 im Zuge der Umsetzung des „Gesetzes zur Neugliederung des Landkreises Lemgo“ zur neuen Stadt Bad Salzuflen zusammengeschlossen. Außerdem wurden kleine Teile der Gemeinden Krentrup, Nienhagen und Welstorf eingemeindet.[14]

Im Zuge der Umsetzung des Bielefeld-Gesetzes wurden die Kreise Lemgo und Detmold zum 1. Januar 1973 zum neuen Kreis Lippe zusammengelegt, zu dem Bad Salzuflen seitdem gehört.[15]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung bis Ende 1968,[16] nur Salzuflen, * = Ergebnisse der Volkszählungen:

Jahr 1590
 
1633
 
1636
(nach Pest)
1760
 
1885 *
(1.12.)
1892 *
(7.12.)
1900
 
1916
 
1933
 
1946
 
1960
(21.7.)
1968
(31.12.)
Einwohner ~ 2.000 1.472 865 1.003 3.992 4.300 5.396 7.919 9.217 14.090 17.273 16.690

Mit der Gründung der „neuen“ Stadt Bad Salzuflen am 1. Januar 1969 (Bad Salzuflen und Schötmar mit den zehn Ortsteilen) zählte man 47.930 Einwohner, das entsprach einer Bevölkerungsdichte von 479 Einwohnern je Quadratkilometer (aktuell 543 Einwohner/km²)[10]

Einwohner in den Ortsteilen der Stadt Bad Salzuflen am 1. Januar 1969:

Ortsteil Einwohner Fläche (km²) Einwohner/km²
Bad Salzuflen 16.690 13,76 1.213
Schötmar 9.132 4,89 1.867
Biemsen-Ahmsen 1.493 5,90 253
Ehrsen-Breden 2.498 7,00 357
Grastrup-Hölsen 1.019 7,90 129
Holzhausen 2.865 8,36 343
Lockhausen 2.706 9,32 290
Papenhausen 115 3,12 37
Retzen 1.436 7,14 201
Werl-Aspe 5.083 6,31 806
Wülfer-Bexten 1.683 7,74 217
Wüsten 3.181 18,62 171
gesamt 47.901 100,06 479

Entwicklung der Einwohnerzahl ab 1. Januar 1969; alle Angaben für die Stadt Bad Salzuflen in den Grenzen seit 1969; Stand jeweils 31. Dezember des Vorjahres:[17]

Jahr 1969 1974 2000 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2014
Einwohner 47.901 51.678 55.028 55.145 54.020 54.772 54.673 54.413 54.273 52.121

Politik[Bearbeiten]

Bad Salzuflen gehört zum Landtagswahlkreis Lippe I, in dem bei der Landtagswahl 2012 Ute Schäfer (SPD) als Direktkandidatin gewählt wurde. Auf Bundesebene gehört Bad Salzuflen zum Bundestagswahlkreis Lippe I, in dem 2009 Dirk Becker (SPD) erneut als Direktkandidat gewählt wurde.

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat hat derzeit 48 Sitze. Stimmberechtigter Vorsitzender des Stadtrates ist Bürgermeister Wolfgang Honsdorf (SPD). Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1975:

[18] 2014 2009 2004 1999 1994 1989 1984 1979 1975
Partei Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  %
CDU 17 36,32 17 35,47 18 37,69 25 52,87 23 46,83 20 37,34 21 39,77 24 46,23 24 46,31
SPD 16 34,10 16 34,15 18 36,58 16 32,48 20 40,42 24 46,38 23 43,83 23 45,86 23 44,40
FDP 3 6,12 5 10,13 4 6,99 3 5,07 0 4,84 4 8,88 3 6,87 4 7,92 4 9,29
GRÜNE 4 8,67 4 8,38 4 7,35 2 4,75 4 7,91 3 7,40 4 9,44
FWG1 3 5,75 2 3,81 2 5,18 2 4,83
LINKE 2 3,82 2 3,40 0 2,38
WFU2 1 2,62 2 3,83
BIZ3 1 1,59 1 2,06
BLBS4 1 1,52
Piraten 1 2,12
DKP 0 0,10
Gesamt5 48 100 48 100 48 100 48 100 47 100 51 100 51 100 51 100 51 100
Wahlbeteiligung 49,49 52,47 57,62 55,62 82,72 67,76 70,24 75,38 88,24

1Freie Wählergemeinschaft
2Wir für uns
3Bürgerinitiative Zukunft
4Bunte Liste Bad Salzuflen
5ohne Berücksichtigung von Rundungsdifferenzen

Das Ratsmitglied der BLBS hat sich nach Auflösung der Wählergemeinschaft der Piratenpartei angeschlossen und bildet mit dem gewählten Ratsmitglied der Piraten eine Fraktion [19].

Bürgermeister[Bearbeiten]

Wolfgang Honsdorf (SPD) ist seit 2004 der hauptamtliche Bürgermeister der Stadt. Seine Vorgänger waren Gerhard Kleemann (CDU, 1999–2004), Heinz-Wilhelm Quentmeier (SPD, 1983–1999), Kurt Dröge (CDU, 1975–1982) sowie Heinrich Welslau (SPD, 1969–1975). Bis 1999 war das Bürgermeisteramt ehrenamtlich.

Wappen[Bearbeiten]

Bad Salzufler Wappen

Das Bad Salzufler Stadtwappen zeigt in Blau einen sechseckigen roten Brunnenschacht mit zwei silbernen (weißen) Galgenbäumen, an denen vorn ein steigender, hinten ein sinkender goldener (gelber) Eimer hängt, darüber ein goldener (gelber) achtstrahliger Stern. Der Stern weist auf die ehemalige Zugehörigkeit zur Grafschaft Sternberg hin.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Bad Salzuflen unterhält seit 1975 eine Partnerschaft mit Millau im Département Aveyron in Südfrankreich, seit 1979 mit dem ehemaligen Borough of East Yorkshire in England, dessen Zentrum das Seebad Bridlington war, sowie seit 1990 mit Luckenwalde im brandenburgischen Landkreis Teltow-Fläming.

Die Stadt unterhält zwei Arbeitskreise, die gelegentlich Reisen in die beiden Partnerstädte in Frankreich und England organisieren.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Bad Salzuflen

Fachwerkhäuser[Bearbeiten]

Weserrenaissance
Lange Straße 33 bis 41

Die Innenstadt weist noch immer eine größere Anzahl zumeist giebelständiger und reich beschnitzter Fachwerk-Dielenhäuser des 16. und 17. Jahrhunderts auf. So findet sich in der Fußgängerzone neben den Fachwerkhäusern Salzsiederstraße 2 (1551), Lange Straße 3 (1590) und Lange Straße 5 (1650) bis 9 eines der bedeutendsten noch erhaltenen Weserrenaissance Ensembles in Ostwestfalen. Hierzu gehören die Häuser: Lange Straße 33 (1612), ein Fachwerkgiebelhaus mit reichem Schnitzwerk und Utlucht, Lange Straße 37 (1623), ein Fachwerkgiebelhaus mit Utlucht, sowie Lange Straße 41, Haus Obermeier, erbaut 1618 dessen reich geschnitzte Fassade im 19. Jahrhundert verändert wurde. In der ehemaligen Diele befindet sich ein fragmentarisch erhaltener Renaissance-Kamin. Im Haus war von 1982 bis 2010 das Stadt- und Bädermuseum untergebracht. Die Häuser in der Fußgängerzone sind alle gut erhalten, im Erdgeschoss aber meist durch Umbau zu Ladengeschäften mit Schaufenstern verändert.

Weitere nennenswerte Fachwerkhäuser befinden sich im Bereich um den Markt, so z.B. Am Markt 17 (1658), Steege 2 (1572) und Lange Straße 1 (1659), welches teilweise über der Salze erbaut wurde. Die schönsten und in den letzten Jahren teilweise aufwändig restaurierten Häuser findet man aber in der Altstadt von Bad Salzuflen. Beispiele sind hier: Obere Mühlenstraße 1, das ehemalige Haus Backs ist wohl das prächtigste Fachwerkhaus der Stadt, Wenkenstraße 8 (1631), ein dreigeschossiges Giebelhaus über spitzwinkeligem Grundriss, Wenkenstraße 10a (1520), ein dreigeschossige Giebelhaus mit massivem Untergeschoss sowie mit Backstein ausgefüllten Gefachen im Zierverband ist das älteste durch eine Inschrift datierte Gebäude, Schennershagen 9 (1550), dessen Erbauerin Anna Wange 1556 als Hexe verbrannt wurde[20], sowie das Ensemble, bestehend aus den Häusern Ritterstraße 2, 6, 8 sowie Schennershagen 2, 3, 4, die ab 1990 saniert, verbunden und zum Hotel Arminius (ab 1889 in der Ritterstraße 2) ausgebaut wurden.[21] Eine Reihe weiterer restaurierter Fachwerkhäuser der Altstadt stehen in der Wenkenstraße, Dammstraße, Obere Mühlenstraße, Ritterstraße, Brunnengasse, Schennershagen sowie gegenüber der Stadtmauer in der Turmstraße.

Steinbauten der Renaissance[Bearbeiten]

Historisches Rathaus
Am Markt 26

Neben den vielen Fachwerkhäusern finden sich rund um das Historische Rathaus eine kleine Gruppe beachtenswerter Steinbauten aus der Renaissance. Das zu Ostern 1530 schon in Benutzung (neuere Untersuchungen nennen 1545–1547) befindliche Rathaus wurde sowohl für die Bedürfnisse der Verwaltung als auch zur Repräsentation gebaut. Trinkstube, Hochzeits-, Tanz- und Zunfthaus, Gerichtszimmer, Parteienstube und Aktenkammer, Feuerwehr-Geräteraum und Munitionszimmer für die Schützen, Lagerräume für Leinen und Zehntkorn: Alles unter einem Dach vereint. Über die Baumeister des im Renaissancestil erbauten Hauses mit schmaler Giebelfront und überhöhtem Blendgiebel liegen keine Angaben vor. Die drei Wappensteine an der Fassade (Stadtwappen, Rose und Stern) wurden erst später dort eingefügt. Ebenso der neugotische Treppenaufgang an der Vorderseite, der 1859-60 nach Plänen von Karl Overbeck dort angebaut wurde.[22] Gegenüber des Historischen Rathauses steht das Alte Bürgermeisterhaus, Am Markt 32. Der Bürgermeister Jobst Gießenbier ließ den zweigeschossigen Bruchsteinbau 1533 errichten. Daneben befindet sich das Haus Barkhausen, Am Markt 34, mit einem ursprünglich schlichten, spätgotischen Giebel, der um 1590 zum prächtigen Renaissancegiebel umgestaltet wurde. Weitere Gebäude in dieser Reihe sind Am Markt 36, die Fassade des um 1600 entstandenen Steinhauses wurde um 1860/70 überarbeitet und mit einem Balkon versehen sowie Am Markt 38, erbaut 1620 von Jost Klodt und Ehefrau Anna, geborene Menkhausen. Seit 1792 befindet sich in diesem Gebäude die von Rudolph Brandes gegründete Brandes'sche Apotheke.[23] In unmittelbarer Nähe befindet sich noch das älteste datierte Haus der Stadt. Am Markt 23 ist gemäß dendrochronologischen Untersuchungen 1510/19 erbaut. Das Gebäude diente von 1765 bis 1869 als Pfarrhaus. Im 18. Jahrhundert wurde der Steingiebel wegen Baufälligkeit durch eine Fachwerkkonstruktion ersetzt. Erhalten blieb auch das Hinterhaus mit Saal.

Insgesamt befinden sich in der Innenstadt von Bad Salzuflen ca. sechzig denkmalgeschützte Fachwerkhäuser und prachtvolle Steinbauten aus der Renaissance, weitere in den Stadtteilen.

Stadtmauer[Bearbeiten]

Heute sind nur noch vereinzelt Teile der Stadtmauer zwischen dem Haus Osterstraße 46 und der Otto-Künne-Promenade, sowie in der Mauer- und der Turmstraße mit dem Katzenturm erhalten. Der Name des Turmes ist aller Wahrscheinlichkeit nach auf das mittelhochdeutsche Wort „Katte“ zurückzuführen, was soviel bedeutet wie Schanze. Zeitweise nannte man den Katzenturm auch „Diebesturm“, weil hier Gauner und Diebe in einer Arrestzelle ihre Strafe absitzen mussten. Dieser Wehrturm war ein wichtiger Teil des mittelalterlichen Frühwarnsystems am höchsten Punkt der Stadtbefestigung gelegen mit direkter Sichtverbindung zum Stumpfen Turm, der spätestens im Zuge der Stadtbefestigung nach 1447 als Wachturm gebaut worden ist. Er befindet sich als Ruine erhalten noch heute an der Alten Vlothoer Straße, etwa zweieinhalb Kilometer von der Stadt Bad Salzuflen entfernt und hat noch eine Höhe von ungefähr 5,5 Metern.[24]

Schlösser und Landgüter[Bearbeiten]

liegt etwa drei Kilometer nördlich der Innenstadt. Das Gebäude war Teil des ehemaligen Gutshofes Schwaghof und steht heute unter Denkmalschutz.
  • Gut Steinbeck
ein ehemaliges Rittergut im Ortsteil Wüsten. Der aus Bremen stammende Johann Heinrich von Lengerke (1825–1906) erwarb 1864 das Rittergut und ließ 1869 ein Herrenhaus im Stil der Tudorgotik erbauen. Das öffentlich nicht zugängliche Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Gründerzeitarchitektur des 19. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Ehemaliges Amtsgericht

Der neuerliche wirtschaftliche Aufschwung Bad Salzuflens zu Ende des 19. Jahrhunderts ist noch heute an einigen gut erhaltenen Beispielen für Gründerzeitarchitektur überwiegend im Stil der Neorenaissance im Stadtbild erkennbar. So finden sich um das 1879/80 im Stil der Neorenaissance erbaute ehemalige Stadt- und spätere Amtsgericht Am Markt 25 die repräsentativen Wohn- und Geschäftshäuser Lange Straße 21, Am Markt 16 (Haus Uekermann erbaut 1898/99) sowie Am Markt 30 (Wohn- und Geschäftshaus Hanke, erbaut 1898). Weitere Beispiele sind der Salzufler Bahnhof (eröffnet 1881), die ehemalige Rektorschule in der Turmstraße 2/2a (erbaut 1879/80), die wegen der verwendeten roten Backsteine auch "Rote Schule" genannt wird, sowie die ehemalige, 1898/99 erbaute Realschule in der Hermannstraße 32 (heute VHS). Auch in den Stadtteilen findet sich Gründerzeitarchitektur wie beispielsweise das 1895 für Schötmar errichtete Postgebäude. Dieses wurde im Auftrag der seinerzeit zuständigen Kaiserlichen Oberpostdirektion Minden in der Schloßstraße 10 erbaut und später mehrfach erweitert.

Villen und Bäderarchitektur[Bearbeiten]

Leopold-Bad und Inhalatorium

Mit seinen Thermal- und Solequellen entwickelte sich die Stadt ab 1818 zu einem lippischen Staatsbad und erhielt 1914 den Namenszusatz „Bad“. Das hatte natürlich Auswirkungen auf die Entwicklung der Stadt und führte zu einer ganzen Reihe neuer Gebäude im Stil der Zeit. So entstanden zwischen 1855 und 1906 im Bereich des Rosengartens einige klassizistische Bade- und Anwendungshäuser wie beispielsweise das Badehaus I (1855-56), das Leopold-Bad (1903) und das Inhalatorium (1903) die noch heute, wenn auch teilweise in anderer Funktion, gut erhalten sind. Im Bereich Parkstraße entstanden mit dem Kurpark das nach Plänen von Fritz Seiff erbaute Kurhaus (1900) mit dem Kurtheater (1908) sowie eine Vielzahl von Pensionshäusern und Villen in der Bismarck- und Parkstraße. Das bedeutendste dieser Gebäude ist dabei sicher die Villa Dürkopp, erbaut in exponierter Lage zwischen 1914-17 als Alterswohnsitz des Bielefelder Fabrikanten Nikolaus Dürkopp. Die neubarocke Villa umfasst ein Haupthaus und drei Nebengebäude, die alle unter Denkmalschutz stehen. Die Gebäude werden heute als Drei-Sterne-Hotel genutzt.[25] Nennenswert sind auch die Häuser Parkstraße 4 (Haus Erdbrügger), Parkstraße 13 (Villa Kurpark), Parkstraße 15 (Villa Luise), Parkstraße 39 (Haus Seeblick) sowie das Hotel "Fürstenhof" (erbaut 1908, seit 1959 Parksanatorium). Weitere Pensionen und Jugendstilvillen finden sich in der Wald-, Wenken- oder Moltkestraße. Besonders sehenswert ist hier eine Gruppe von vier pittoresken Jugendstilvillen in der Waldstraße 1 und 3, sowie direkt gegenüber 18 und 20. Viele Gebäude ab 1909 stammen von dem bekannten Salzufler Architekten Rudolf Günther (1880–1941) wie beispielsweise Haus Hansa, Parkstraße 36-38, das Haus Wenkenstraße 1-5, Am Herforder Tor 9 und das Haus Bender, ein Eckbau in exponierter Lage (Ecke Bleichstraße / Parkstraße), eines der bedeutendsten, bis heute erhaltenen Bauwerken der Bäderarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts in Westfalen. Bauherr war der Salzufler Kaufmann Robert Dormagen, der das Gebäude 1911-12 als Pensionshaus erbauen ließ.

Moderne und zeitgenössische Architektur[Bearbeiten]

Kurgastzentrum

Zu den nennenswerten Gebäuden der klassischen Moderne im Stil des Neuen Bauens gehört das 1933 erbaute Tanzlokal "Rheingold", Lange Straße 18, sowie das 1928 nach einem Entwurf von Rudolf Günther erbaute Gemeindehaus der evangelisch-reformierten Gemeinde Bad Salzuflen in der Von-Stauffenberg-Straße 3. Ein typisches Beispiel für die Bäderarchitektur der frühen 1960er Jahre ist die 1961 erbaute Konzerthalle mit angrenzender Wandelhalle. Auch weltbekannte Architekten wie Günter Behnisch (1922–2010), der u.a. den Münchener Olympiapark oder den neuen Plenarsaal des Deutschen Bundestags in Bonn entworfen hat, haben in Bad Salzuflen ihre Spuren hinterlassen. Das 1981-83 von Behnisch & Partner erbaute Kurgastzentrum wurde 1985 vom Bund Deutscher Architekten, Nordrhein-Westfalen, ausgezeichnet. Es prägt mit seiner von Frank Lloyd Wright adaptierten Dachkostruktion aus gestielten Tellern (Johnson Wax Headquarters 1939), den gesamten Bereich vor dem Kurparkeingang. Das Kurgastzentrum ist seit November 2011 das jüngste Baudenkmal der Stadt.[26] So wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts insbesondere der Architekt Rudolf Günther das Stadtbild geprägt hat, war es zur Jahrtausendwende das Salzufler Architekturbüro Schmidt / Schmersahl + Partner mit Gebäuden wie der Sparkassen Hauptverwaltung in der Bahnhofstraße, dem prämierten Parkhaus am Ostertor, dem gewonnenen Wettbewerb für die Umgestaltung des Salzhofes[27] sowie der Baugruppe an der Unteren Mühlenstraße, die sich mit ihrer Kleinteiligkeit und dem adaptieren mittelalterlicher Formate und Dachformen besonders harmonisch in das historische Stadtbild einfügt und vom Westfälischen Amt für Landschafts- und Baukultur zusammen mit anderen Neubauten z.B. der Bebauung an der Langen Straße gegenüber dem Salzhof, als positives Beispiel für Stadterneuerung genannt wird.[28]

Industriekultur[Bearbeiten]

Hoffmann's Katze vor dem damaligen Verwaltungsgebäude der Stärkefabrik

Schon ab dem Mittelalter gab es in Bad Salzuflen neben der Salzgewinnung auch einige Wind- und Wassermühlen mit vorindustrieller Produktion sowohl im Stadtgebiet als auch in den später eingemeindeten Ansiedlungen. So findet sich beispielsweise in der Innenstadt noch heute die alte Stadtmühle in der Dammstraße 7.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts siedelten sich in Salzuflen verschiedene Industriebetriebe an, deren Bauten teilweise auch heute noch existieren. Die Hoffmann’s Stärkefabriken, das älteste Industrieunternehmen in Bad Salzuflen wurde am 29. September 1850 von Heinrich Salomon Hoffmann an der heutigen Hoffmannstraße gegründet. Die zum größten europäischen Stärkeproduzenten aufgestiegene Firma beschäftigte um 1900 rund 1200 Mitarbeiter und war damit nicht nur das leistungsstärkste Wirtschaftsunternehmen der Stadt, sondern darüber hinaus auch im damaligen Land Lippe. Die Produktion am Salzufler Standort wurde 1990 eingestellt und nur noch wenige Gebäude wie beispielsweise das Verwaltungsgebäude und die Feuerwehrstation sind heute erhalten. Carl Friedrich Wolff (1799 –1879) gründete 1853 die Zigarrenfabrik Wolff, diese befand sich zunächst am Markt in Schötmar und ab 1888 am heutigen Schnittpunkt der Eduard-Wolff-Straße mit der Schlossstraße. 1898 wurde die Schokoladen- und Keksfabrik August Dedert gegründet. Von der im Jahre 1965 stillgelegten Fabrik ist heute noch die Dedert'sche Fabrikantenvilla mit Produktionsgebäude von 1933 in der Uferstraße 20 u. 20a erhalten. Im 20. Jahrhundert siedelte sich dann 1927 die Lippische Celluloidwarenfabrik (heute Licefa), sowie 1938 ein Zweigbetrieb der Werther'schen Zuckerwarenfabrik, heute August Storck KG, an. Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde der Betrieb schon kurze Zeit später wieder eingestellt.[29]

Ein weiteres Beispiel für Industriekultur in der Innenstadt ist das Gebäude der Druckerei Gerlach aus dem Jahr 1926, entworfen von Rudolf Günther (1880-1941), in der Salzsiederstraße 2. Hier wurde noch bis 1941 die Zeitung „Lippischer Allgemeiner Anzeiger“ gedruckt.

Kureinrichtungen[Bearbeiten]

Leopoldsprudel im Kurpark
Das neue Erlebnis-Gradierwerk (2011)
Neues Gradierwerk mit Uhrturm (2014)

Thermalquellen[Bearbeiten]

Schon vor dem Jahr 1600 gab es an der Loose eine schwach mineralisierte Quelle, den Loosebrunnen. Seine Bedeutung für den Badebetrieb beginnt aber erst, als 1889 eine bis auf 400 Meter tiefergehende Bohrung angesetzt wurde. Insgesamt finden sich in Bad Salzuflen noch neun Thermalquellen.

Bad Salzuflens älteste noch erhaltene Quelle ist die 1802 in 63 Meter Tiefe angebohrte und nach der Fürstin Pauline zur Lippe (1769–1820) benannte Paulinenquelle auf dem Salzhof. Das Heilbad Salzuflen gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht, jedoch war die Bohrung zur Sicherung der Sole für die Salzgewinnung sehr wichtig. Mit einem Mineralgehalt von 7,6 Prozent und 1.540 Milligramm freiem Kohlendioxid pro Kilogramm ist die Paulinenquelle eine Kohlensäure-Sole und wird heute als Gradierquelle genutzt. Die Paulinenquelle wurde 1934 mit dem vom Architekten Rudolf Günther und dem Bildhauer Gustav Reitner gemeinschaftlich gestalteten Brunnendenkmal überbaut.

Quasi Zwillingstöchter sind die 1833/39 zur Unterstützung der Paulinenquelle auf der "Bleiche" erbohrten und zwischen 1875 und 1882 nach Fürstin Sophie zur Lippe (1834 bis 1904) benannten Sophienquellen (a) und (b). Zwei verschiedene Mineralwässer kamen dort zutage, von denen das eine zum Baden und das andere zur Kochsalzgewinnung genutzt wurden. 1960 wurden die Quellen verschlossen und 50 Meter entfernt durch zwei neue Bohrungen ersetzt. Die eine versandete und wurde 1984 wieder verschlossen. Die zweite ist 49,6 Meter tief und liefert bis heute eine fünfeinhalbprozentige Kohlensäure-Sole.

Mitten im Kurpark steht das Wahrzeichen Bad Salzuflens, der Brunnentempel über dem Leopold-Thermalsprudel. Mit der Erschließung dieser Therme 1906 wurde Salzuflen zum Thermalbad. Taufpate war der letzte regierende Fürst Lippes, Leopold IV. zur Lippe (1871–1949). Aus einer Tiefe von 534 Metern sprudeln 1.500 bis 2.000 Liter pro Minute. Diese kohlensäurehaltige Thermalquelle hat eine Auslauftemperatur von 21,7 Grad Celsius, 7,1 Prozent Mineralgehalt und 1.298 Milligramm pro Kilogramm Kohlendioxid-Gehalt.

Eine Ausnahme unter den neun Bad Salzufler Heilquellen ist der 1913 in 54 Metern Tiefe erschlossene Neubrunnen; denn er befindet sich westlich des Salzetales an der Ecke Goethestraße/Obernbergstraße, und nicht wie die anderen acht Quellen allesamt im Salzetal. Seine einprozentige Sole wurde sogar in Flaschen versandt, bis der Mineralgehalt auf 2,8 Prozent stieg, so dass Ende des Zweiten Weltkrieges der Brunnenversand und 1955 auch der örtliche Ausschank eingestellt wurden.

Die tiefste, teuerste, salzhaltigste und wärmste Quelle ist der am Ende des Landschaftsgartens gelegene Gustav-Horstmann-Sprudel, benannt nach dem Salzufler Kurdirektor Gustav Horstmann. 1919 begannen die schwierigen Bohrarbeiten durch quarzitische Bänke von hoher mineralischer Härte, bis in 375 Metern Tiefe eine kohlensäurehaltige Solequelle ermittelt wurde. Bei einer Sanierung im Jahre 1967 wurde das Bohrloch mit den härtesten Bohrmeißeln der Welt, eigens aus den USA eingeflogen, „aufgewältigt“. Der Gustav-Horstmann-Sprudel liefert 90.000 Liter pro Stunde mit einem Mineralgehalt von 10,9 Prozent bei einer Auslauftemperatur von 37,5 Grad Celsius und einem Kohlendioxid-Gehalt von 2.867 Milligramm pro Kilogramm. Die Quelle kommt aus einer Tiefe von 1.018 Metern und speist heute die Thermalsolebecken der VitaSol Therme. Besonderheit ist die durch eine Plexiglaskuppel freie Sicht auf den Quelltopf.

Der Sophienbrunnen, wie die Sophienquelle benannt nach Fürstin Sophie zur Lippe (1834–1904), wurde bereits 1925 in der Nähe der alten Trinkhalle im Kurpark in 18 Metern Tiefe erschlossen. Im Laufe der Zeit floss immer wieder Süßwasser zu, so dass 1953 nahe dem Leopoldsprudel der heutige Sophienbrunnen neu erschlossen wurde. Sein Mineralgehalt liegt bei 1,1 Prozent. Durch eine Leitung wird er direkt in den Brunnenausschank der Wandelhalle geleitet. Er ist der mineralhaltigste der drei Salzufler Trinkbrunnen. Hinzu kam 1936 der Inselbrunnen. Er wurde auf der Insel im großen Kurparksee in 52,4 Metern Tiefe abgeteuft und gelangt unterstützt durch ein Pumpenwerk auch direkt in den Brunnenausschank der Wandelhalle.

Direkt im Eingangsbereich des Kurgastzentrums gelegen befindet sich die Therme III. Die von 1956 bis 1958 erbohrte jüngste Quelle liefert gedrosselt ca. 25 Liter Sole pro Sekunde und ist mit ihrem sprudelnden Brunnenaufbau eine besondere Attraktion. Die Quelle weist eine Auslauftemperatur von 21,4 Grad Celsius, einen Mineralgehalt von 6,5 Prozent und einen Kohlendioxidgehalt von 2.261 Milligramm pro Kilogramm auf.[30]

Gradierwerke[Bearbeiten]

Ein Überbleibsel der Salzgewinnung sind auch die oft fälschlich als Saline bezeichneten Gradierwerke mit einer Länge von früher insgesamt 424 m, heute etwa 300 m. Von den ursprünglich vier vorhandenen Gradierwerken sind nur noch zwei vollständig erhalten. Ein drittes, dessen Ursprünge auf das 17. Jahrhundert zurückgehen, musste wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Es wurde nach einem Ratsbeschluss als Erlebnisgradierwerk wieder aufgebaut und am 28. Juli 2007 festlich eingeweiht. Die Gradierwerke werden heute nur noch zu Kurzwecken betrieben. Durch die über Schwarzdorn-Bündeln herabrieselnde Sole wird die Luft in der Nähe des Gradierwerks mit Salz angereichert, die Wassertröpfchen binden Partikel in der Luft. Das Einatmen salzhaltiger Luft befeuchtet die Atemwege und beeinflusst die Wandungen der Atemorgane positiv. Außerdem besitzen die feinen Salzkristalle eine sekretlösende Wirkung, die die Atemwege intensiv von Bakterien reinigen und die Schleimhäute abschwellen lassen.

Kureinrichtungen[Bearbeiten]

Konzerthalle im Kurpark

Die Stadt Bad Salzuflen hat zwei Kurgebiete ausgewiesen: das westlich des Kurparks gelegene Kurgebiet Obernberg und das östlich des Kurparks gelegene Kurgebiet Asenberg. Neben dem Kurgastzentrum befindet sich in der Parkstraße auch das Kurhaus mit Kur- und Stadttheater, ein Theater mit 498 Plätze ohne ein eigenes Ensemble. Es wird regelmäßig vom Landestheater Detmold und wechselnden Ensembles bespielt. Eine gegenüberliegende Trink- und Wandelhalle sowie angrenzend die Konzerthalle mit einer Außenbühne vervollständigen die rund um den Kurpark gelegenen Kureinrichtungen.

Parks und Landschaftsgärten[Bearbeiten]

Zwischen dem Gradierwerk an der Parkstraße und dem Leopold-Bad befindet sich der sogenannte Rosengarten, der ursprünglich im Jahre 1872 vom Fürstlichen Hofgärtner Johann Georg Kahl angelegt wurde. Nachdem er zwischenzeitlich stark verändert wurde, ist er im Jahre 2009 wieder nach alten Plänen instand gesetzt worden. Am Kurgastzentrum ist der Eingang zum Kurpark mit dem anschließenden Landschaftspark. 120 Hektar stehen für ausgedehnte Spaziergänge zur Verfügung und zählen zu einer der größten Parklandschaften in Deutschland. Der eintrittspflichtige Kurpark von 1907 erstreckt sich entlang der Salze mit Wiesen, altem Baum- und großzügigem Blumenbestand. Beim großen Kurparksee mit Fontäne und Bootsvermietung geht der Park in den nicht eintrittspflichtigen Landschaftsgarten über und mündet in einem Wildgehege sowie im Stadtwald mit seinen Rad- und Wanderwegen bis hinauf zum Salzufler Bismarckturm auf dem Vierenberg, zum Herforder Bismarckturm, zur Loose oder zu dem etwas versteckt liegenden kleinen See am Stumpfen Turm.

Darüber hinaus gibt es in Bad Salzuflen noch die kleinen Parks an der oberen Waldstraße und an der Walhallastraße am Asenberg sowie den Schlosspark in Schötmar mit altem Baumbestand.

Therapiezentren[Bearbeiten]

  • Das Vitalzentrum mit dem Institut für Tinnitus-Forschung und Therapie
  • Die Vitasol Therme beherbergt unter einem Dach mehrere Solebäder mit bis zu 38 °C warmem Thermalwasser aus 1.018 m Tiefe, einen weitläufig in die Landschaft integrierten Saunapark, einen Fitnessclub, Beauty- und Wellnesscenter, ein Vitalrestaurant, Sport- und Bewegungstherapie, Kinderclub.

Kliniken und Rehazentren[Bearbeiten]

  • Klinik Lipperland, Am Ostpark 1, Rehabilitationsklinik für psychische und psychosomatische Erkrankungen
  • Rehabilitationsklinik am Lietholz, Lietholzstraße 31, orthopädische und rheumatologische Fachklinik
  • Salzetalklinik, Alte Vlothoer Straße 1, Zentrum für onkologische und orthopädische Rehabilitation
  • Median Klinik am Burggraben, Alte Vlothoer Straße 47-49, Fachklinik für medizinische Rehabilitation
  • Median Klinik Flachsheide, Forsthausweg 1, Fachklinik für Psychosomatik und Neurologie
  • Salinenklinik, Salinenstraße 2, Vorsorge- und Rehabilitationsklinik
  • Lippische Nervenklinik, Waldstraße 2, Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie
  • Klinikum Lippe, Heldmanstraße 45, Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Kultur[Bearbeiten]

Kirchen und Moschee[Bearbeiten]

Am Standort der heutigen evangelisch-reformierten Kilianskirche (neugotisch) am Kirchplatz in Schötmar entstand um das Jahr 800 n. Chr. die erste christliche Kirche der Region. Sie ist Urpfarrei für viele Ortschaften des Umlandes. Es handelt sich um eine dreischiffige, neugotische Hallenkirche mit 5/8-Schluss. Der Westturm verfügt über ein achteckiges Obergeschoss, das von einer dachreiterartigen Laterne mit steilem Zeltdach bekrönt wird.

Die evangelisch-reformierte Stadtkirche liegt auf dem so genannten Hallenbrink, der höchsten Erhebung innerhalb der Bad Salzufler Altstadt. Der im Kern spätmittelalterliche Saalbau wurde 1762 nach einem Brand wiederaufgebaut. 1892 kam es zu einer umfassenden Erneuerung und Erweiterung des Gebäudes. Der dem Kirchenschiff vorgelagerte Turm ist spätgotisch. Seine welsche Haube stammt von 1782. Wichtigstes Ausstattungsstück ist die 1765 von Heinrich Kampmeyer gefertigte Kanzel. Das Gemeindehaus nahe der Stadtkirche ist ein Putzbau mit Stufengiebel, der 1928 in expressionistischen Formen erbaut wurde.

Die evangelisch-lutherische Erlöserkirche in der Martin-Luther-Straße ist eine neuromanische Kirchenbau des Historismus 1891–1892 nach einem Entwurf des Architekten Hermann Held (Bethel) unter Bauleitung durch Karl Siebold (Schildesche) ausgeführt. Die Grundsteinlegung erfolgte am 12. Juli 1891, die Einweihung fand am 8. Mai 1892, dem Sonntag Jubilate, statt. 1908–1909 wurde die Kirche durch Karl Siebold um den Westteil mit Turm erweitert, eine erneute Erweiterung erfolgte 1939 durch Gerhard Balke (Bethel).

Die Katholische Liebfrauenkirche liegt an der Ecke Graben-/Woldemarstraße. Mit dem ersten Spatenstich am 23. September 1956 begann der Bau der Kirche nach einem Entwurf des Paderborner Architekten Josef Lucas; die Grundsteinlegung war am 8. Dezember 1956. Die Konsekration erfolgte am 8. März 1959 unter dem Titel: „Maria, unsere liebe Frau, Königin des Friedens“.

Die evangelisch-lutherische Auferstehungskirche an der Ecke Gröchteweg/Volkhausenstraße wurde 1964–1966 nach Plänen des Architekten Heinrich Loos (Bad Salzuflen) erbaut. An der künstlerischen Gestaltung hat das Künstlerehepaar Hans-Helmuth und Margarete von Rath (Bad Salzuflen) wesentlich mitgewirkt. Die Grundsteinlegung erfolgte am 13. Juli 1964; am 1. Mai 1966, dem Sonntag Jubilate, wurde die Kirche eingeweiht. Die Auferstehungskirche wird von der lutherischen und der reformierten Kirchengemeinde benutzt.

Eine Kirche der Neuapostolischen Kirche gibt es an der Ecke Beetstraße/Asenburgstraße.

Die Moschee "Mevlana Camii" der türkisch-islamischen Gemeinde, die dem Dachverband Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion angehört, wurde 2012 eröffnet und befindet sich in der Weinbergstraße in Schötmar. Sie ist nach dem Religionsgelehrten Maulana Dschalal ad-Din Muhammad Rumi (1207–1273) benannt, der von seinen Anhängern "Mevlânâ" (unser Herr/Meister) genannt wird. Das Gebäude ist nicht nur Gebetsstätte, sondern auch ein Kultur- und Begegnungszentrum mit Teestube, Räumen für den Islamunterricht, für Deutsch- und Nachhilfekurse und Integrationsarbeit.[31]

Mahnmale[Bearbeiten]

Mahnmal „Alte Synagoge“ in der Mauerstraße

In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Salzufler Synagoge in der Mauerstraße, die 83 Jahre lang das Gotteshaus der jüdischen Gemeinde gewesen war, geschändet und die Scheiben der Fenster wurden zerstört. Der Versuch der Brandstiftung wurde vom diensthabenden Polizei-Obermeister verhindert. Die Polizei stellte Schriften und sakrale Gegenstände vor einer Zerstörung sicher. Die Schäden der Zerstörung wurden am 12. November 1938 durch die Technische Nothilfe Ortsgruppe Bad Salzuflen beseitigt und das Grundstück aufgeräumt und gesichert.[32] Im Jahr 1941 wurden die Reste der Synagoge von der technischen Nothilfe gesprengt und das Grundstück geräumt. Hierzu: Vernehmungsprotokoll des Polizeibeamten aus dem Jahr 1946. Am 9. November 1982 wurde an einer Mauer neben dem Standort der Synagoge auf Vorschlag der DKP Ortsgruppe Bad Salzuflen eine Gedenktafel angebracht. Der Text lautete „Hier stand die Synagoge / der israelitischen / Gemeinde Bad Salzuflen / die am 9. November 1938 / durch die Nationalsozialisten / zerstört wurde / Exodus 3.5“. 1998 wurde auf dem Grundriss der Synagoge das jetzige Mahnmal nach Plänen des Architekten Paul Dahlmeier errichtet.

Mahnmal „Jüdischer Friedhof“ an der Werler Straße

Der heute geschlossene jüdische Friedhof wurde erstmals 1607 urkundlich erwähnt.[33] Er wurde in der Zeit des Nationalsozialismus fast vollständig zerstört. Die noch verbliebenen Grabsteine wurden nach dem Krieg auf einer Teilfläche wieder aufgestellt. 1988 hat die Stadt die verbliebene Restfläche aus privatem Besitz erworben, den Friedhof neu gestaltet und ein Mahnmal errichtet. Auf dem Mahnmal in Form eines siebenarmigen Leuchters (Menora) werden 64 Salzufler Holocaust-Opfer namentlich aufgeführt. Auf dem Stein ist außerdem der folgende Text eingraviert:
ZUR ERINNERUNG / AN DIE JÜDISCHEN BÜRGER / AUS BAD SALZUFLEN / UND SCHÖTMAR DIE OPFER / DER NATIONALSOZIALISTISCHEN / DIKTATUR IN DEN JAHREN / VON 1933 BIS 1945 WURDEN
DAS IHNEN ZUGEFÜGTE LEID / UND UNRECHT DARF NICHT / VERGESSEN WERDEN
.ת. נ. צ. ב. ה (T.N.Z.W.H.)
Te’hi Nischmató zrurá Bi’zrór Ha’Chajim (Möge seine Seele eingebunden sein im Bunde des (ewigen) Lebens)*

Gedenktafel „Jüdischer Friedhof Schötmar“ an der Oeynhauser Straße in Schötmar

Am ehemaligen Jüdischen Friedhof im heutigen Stadtteil Schötmar wurde 2008 eine kleine Gedenktafel aufgestellt. Der südlich des heutigen Werre-Friedhofs liegende und von 1871 bis 1955 belegte Friedhof wurde während der NS-Zeit nicht zerstört. Auf ihm befinden sich heute noch 63 guterhalte Grabsteine (Mazewot).[34]

Stolpersteine

Der Künstler Gunter Demnig hat seit November 2010 in Salzuflen und Schötmar mehr als 50 Stolpersteine verlegt.

Kriegerdenkmale

Auf verschiedenen Friedhöfen sind Gedenkstätten für die Opfer der Kriege vorhanden. Auf dem Sportplatz in Ehrsen-Breden steht ein Gedenkstein; auf dem Friedhof in Biemsen-Ahmsen, in Wüsten, Retzen, Wülfer-Bexten und im Schlosspark in Schötmar stehen Ehrenmale. Das Kriegerdenkmal in Bad Salzuflen steht oberhalb des Obernbergfriedhofs im Wald. Es wurde von Hermann Hosaeus entworfen und 1923 erbaut. An all diesen Stellen finden jährlich zum Volkstrauertag Gedenkveranstaltungen statt.

Denkmäler[Bearbeiten]

  • Denkmal Salzsieder
Das Denkmal am Salzhof stellt einen Salzsieder um 800 v. Chr. dar. Es wurde entworfen und ausgeführt von der Herforder Bildhauerin Marianne Bleeke-Ehret und im Mai 1988 aufgestellt.
  • Salzufler Lebensbaum
Die Plastik aus Bronze und Granit steht vor dem neuen Rathaus an der Rudolph-Brandes-Allee. Sie wurde geschaffen von Axel Seyler (Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Campus Detmold) und am 8. September 1984 aufgestellt. Die Wurzeln des Lebensbaumes symbolisieren:
das Ländliche durch den Porträtkopf des Ackerbürgers und Salzufler Originals Schmiedemeister Peter
den Kurbetrieb durch den Kopf des Medizinalrates Heinrich Hasse, den Begründer des Bades und
das Städtische durch den Kopf des Apothekers Rudolph Brandes.
  • Rudolph-Brandes-Obelisk
Der Obelisk zu Ehren des Apothekers Simon Rudolph Brandes (1795–1842) steht seit 1979 auf einer kleinen Rasenfläche an der Einmündung der Riestestraße in die Rudolph-Brandes-Allee.
  • Denkmal Eduard Hoffmann
Eduard Hoffmann, Sohn des Gründers von Hoffmann’s Stärkefabriken, 1900 anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Fabrik von der Belegschaft gewidmet. Das Denkmal steht an der Hoffmannstraße, zwischen Friedhof und dem ehemaligen Feuerwehrhaus. Gegenüber auf der anderen Straßenseite war früher die Haupteinfahrt zur Fabrik.
  • Denkmal zum Galgenstreit
Das Denkmal steht zwischen Salzuflen und Schötmar an der ehemaligen Stadtgrenze auf Salzufler Seite an der Kreuzung Rudolph-Brandes-Allee/Walhallastraße. Der Rat aus Schötmar hatte den Salzufler Rat gebeten, deren Galgen benutzen zu dürfen. Diese Bitte und die Reaktion ist auf dem Relief im lippischen Platt aufgeschrieben.
„An’n Jufler Galgen wollen mol de Schötmersken hangen ’n Sünner
De Galgen – reup de Jufler Rot De es för us un iuse Kinner
Leuwe Jufler – Den Galgen lotet wui jui gern  -
jedoch dat Lachen öbber Jübben wuisen Rot Dat is För us un iuse Kinner“
Auf der linken Seite sind zwei Ratsherren und das Wappen abgebildet, rechts die Kilianskirche und lachende Kinder, in der Mitte der Sünder unter dem Galgen. Der Galgenstreit ist auch das Motiv des 50-Pfennig-Notgeldscheines.
  • Kaiser-Wilhelm-Denkmal
Das Denkmal wurde 1897 von der Dorfschaft Schötmar anlässlich des hundertjährigen Geburtsjubiläums von Kaiser Wilhelm I in einem Park an der Walhallastraße errichtet.
Quadratischer, 18 Meter hoher Turm auf dem Vierenberg nahe dem Weiler Hollenstein. Der Turm wurde im Jahre 1900 eingeweiht, 1999 und 2004 saniert.

Sport[Bearbeiten]

Überregional erfolgreiche Vereine sind Handball Bad Salzuflen (eine Mannschaft in der 3. Liga der Frauen) und im Tischtennis die Vereine TuS Bexterhagen und SC Bad Salzuflen, die beide auf Landesliganiveau antreten. Erwähnenswert ist der HC 93 Bad Salzuflen, der in der Vergangenheit in der 2. Handball-Bundesliga spielte, sich dann aber aufgelöst hat.

Im Fußball war der TuS Bad Salzuflen in den frühen 1950er Jahren erfolgreich und spielte drei Jahre in der höchsten westfälischen Amateurliga. 1978 fusionierte der TuS mit dem Turnerbund Deutsche Eiche Schötmar zum SC Bad Salzuflen, der seit 2014 in der Bezirksliga spielt.

Musik[Bearbeiten]

Neben den Kantoreien, Kirchen-, Jugend-, Gospel- und Posaunenchören in den Kirchengemeinden existiert eine große Anzahl weiterer Chöre (Männerchöre, Frauenchöre, gemischte Chöre). In den Schulen haben sich Schulchöre gebildet, die (meistens einmal im Jahr) mit einem größeren Konzert an die Öffentlichkeit treten. Im Schulzentrum Aspe gibt es einen Eltern-Lehrer-Chor (ELCH). Übergemeindlich ist der Gospelchor Get Up.

Darüber hinaus gibt es die Musikschule der Stadt Bad Salzuflen im Schloss Stietencron sowie das „Bad-Salzuflen-Orchester“, eine Kurkapelle, die mehrmals in der Woche zur Unterhaltung der Kurgäste in der Konzerthalle aufspielt.

Jugendkulturelle Bedeutung bekam Bad Salzuflen Mitte der 1980er durch das Label Fast Weltweit, aus dem in Verbindung mit der Hamburger Schule Bands wie Blumfeld und Die Sterne hervorgegangen sind. Auch andere Musiker und Bands wie Bernd Begemann, Bernadette La Hengst, Silversurfer und Summery Mind stammen aus Bad Salzuflen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Der Bad-Salzuflen-Marathon findet seit 1993 jährlich am letzten Samstag im Februar statt. Er wird vom LC 92 Bad Salzuflen organisiert.
  • Kiliansfest: Jährliches Volksfest in Schötmar zu Ehren des Heiligen Kilian im Oktober
  • Klassik-Festival der Nordwestdeutschen Philharmonie in der Konzerthalle zu Pfingsten.
  • Ökumenischer Gottesdienst an Christi Himmelfahrt auf dem Salzhof zur Erinnerung an den Salzwerkbettag der erstmals 1515 vom Rat der Stadt eingesetzt wurde.[35]
  • Schützenfeste in Schötmar und Bad Salzuflen
  • Weihnachtstraum: Jährlicher Weihnachtsmarkt auf dem Salzhof und in der gesamten Innenstadt (von Ende November bis Weihnachten)
  • Weinfest: Auf dem Salzhof (2. Wochenende im August)
Wochenmarkt auf dem Salzhof
  • Wochenmärkte in Schötmar auf dem Marktplatz mittwochs und samstags, sowie auf dem Salzhof; wöchentlich dienstags, donnerstags und samstags am Vormittag. In den Wintermonaten entfällt ab Anfang November bis Mitte März der Donnerstagstermin.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Kulinarische Spezialitäten speziell für Bad Salzuflen gibt es nicht, mit Ausnahme der lippischen Gerichte Pickert und Himmel und Erde. Saisonal beliebt ist auch das Grünkohlessen. Dazu gehört als Abschluss ein Wacholderschnaps.

Weitere kulturelle Attraktionen[Bearbeiten]

Neben der Eigenschaft als Kurort und den oben bereits erwähnten möglichen Aktivitäten bietet die Stadt auch noch weitere attraktive Freizeitgestaltungsmöglichkeiten. Auszüge aus dem Angebot:

  • Erlebnispark Hortus Vitalis – Der größte Irrgarten Kontinentaleuropas aus Thuja-Hecken.
  • Golfplatz des Golf- und Landclub Bad Salzuflen v. 1956 e. V. am Schwaghof.
  • Kanutouren auf den Flüssen Bega und Werre mit einem lokal vertretenen, regional agierenden Veranstalter.
  • Minigolf an der Landgaststätte Loose
  • Das Umweltzentrum Heerser Mühle
ist jetzt eine Einrichtung für Umweltbildung und -erziehung, Freigelände, Erlebnispfad, Werkstatt, rund 37 Hektar Arbeits- und Anschauungsbiotope. Das Gelände ist frei zugänglich.[36]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Bad Salzuflen liegt an der Bundesstraße 239. Die A 2 berührt das Stadtgebiet und gewährleistet eine schnelle Erreichbarkeit aus Ost und West über die Auf- und Abfahrten (28) Ostwestfalen/Lippe und (29) Herford/Bad Salzuflen. Die heutige Lockhauser Straße verbindet den Ost- sowie den Westteil der Stadt. Die zwei bisher vorhandenen Straßen über Bega und Werre waren nicht in der Lage, den Verkehr im Stadtgebiet aufzunehmen. Daher wurde Anfang der 80er Jahre in der Stadt der Bau dieser vierspurigen Hochstraße nötig.

Südlich der Innenstadt führt die Ostwestfalenstraße von der A 2 nach Lemgo und Bielefeld.

Schienen- und Busverkehr[Bearbeiten]

Empfangsgebäude des Bahnhofs Bad Salzuflen
Zentraler Bustreffpunkt „Am Markt“

Der 1881 in Betrieb genommene[37] Bahnhof Bad Salzuflen liegt an der Bahnstrecke Herford–Altenbeken. Er wird im Stundentakt von der RB 72 „Ostwestfalenbahn“ HerfordLageDetmoldAltenbekenPaderborn bedient. Weitere Haltepunkte gibt es in den Ortsteilen Schötmar und Holzhausen (Haltepunkt Sylbach).

In Bad Salzuflen verkehrten zwischen 1909 und 1924 die Bahnen der Bad Salzufler und Schötmarschen Straßenbahn GmbH. Zwischen 1903 bis 1963 lag Bad Salzuflen an der Bahnstrecke WallenbrückVlotho der Herforder Kleinbahn.

Das Stadtgebiet wird seit etwa 1994 von einem Stadtbussystem erschlossen. Die Busse der vier Stadtlinien treffen sich im 60-Minuten-Takt am Treffpunkt „Am Markt“. Betreiber der Linien ist die Stadtverkehrsgesellschaft Bad Salzuflen mbH, eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Bad Salzuflen.

Hauptartikel: Stadtbus Bad Salzuflen

Die umliegenden Städte Bielefeld, Herford, Lemgo sowie werktags Oerlinghausen sind mit Regionalbussen ab ZOB erreichbar. Bad Salzuflen gehört zum Tarifverbund „Der Sechser“ (OWL Verkehr GmbH).

Im Kurgebiet verkehrt auf einem Rundkurs die touristische „Paulinchen-Bahn“. Startpunkt ist der Haupteingang des Kurparks, am Gradierwerk.

Fahrrad[Bearbeiten]

Die Radfernwege Wellness-Radroute und BahnRadRoute Weser-Lippe durchqueren Bad Salzuflen. Außerdem gibt es lokale Radwege, u. a. den Soleradweg. Im Landschaftskurpark entlang der Salze wurde ein Radweg markiert, alle anderen Wege im Kurpark sind für Radfahrer gesperrt. Ein stark genutzter Rad- und Fußweg führt direkt an der Werre entlang nach Herford.

Fußverkehr[Bearbeiten]

In der Innenstadt bis zu den Gradierwerken und Kureinrichtungen gibt es eine Fußgängerzone.

Auf der ehemaligen Trasse der Herforder Kleinbahn verläuft heute ein Wanderweg (u. a. Rat-Hasse-Promenade).

Am Bahnhof beginnt der 77 Kilometer lange Karl-Bachler-Weg, benannt zu Ehren des verdienstvollen lippischen Wandervaters Karl Bachler, der 1976 im Alter von 90 Jahren in Bad Salzuflen verstarb. Über Vlotho, Hohenhausen, Rinteln, Bad Eilsen und Bückeburg führt er nach Rehburg-Loccum im Landkreis Nienburg/Weser. Durch das Stadtgebiet verläuft mit dem Hansaweg ein weiterer, 72 Kilometer langer, Fernwanderweg. Er führt von Herford in die Rattenfängerstadt Hameln an der Weser.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Alba Moda, Versandhandelsunternehmen für Damenoberbekleidung und -bademoden
  • Essmann, Herstellung und Vertrieb Dachbelichtung, -entlüftung und -entwässerung, Rauch- und Wärmeableitung, Rauch- und Brandschutz
  • Dorma Glas, Produzent von Beschlägen für Glastüren
  • Maritim Hotelgesellschaft, ist spezialisiert auf Tagungen und Kongresse, als zweitgrößte Hotelkette in Deutschland
  • Sollich KG, Weltmarktführer von Spezialmaschinen für die Süßwarenindustrie
  • Messe Ostwestfalen GmbH u.a. mit der Custombike, ZOW und verschiedene Verbrauchermessen

Medien[Bearbeiten]

  • Die einzige Lokalzeitung im Kreis Lippe ist die Lippische Landes-Zeitung, nachdem Ende 2003 die Lippische Rundschau eingestellt wurde.
  • „Bad Salzuflen im …“ als Journal mit Veranstaltungskalender erscheint ganzjährig im Verlag Dröge Schötmar GmbH in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Salzuflen und dem Staatsbad Salzuflen.
  • „Lippische Neueste Nachrichten“, „Lippischer Anzeiger“, „Der Stadt-Anzeiger Bad Salzuflen-Schötmar-Ortsteile“, „Lippe aktuell“ sind kostenlose Stadtanzeiger; der Salzstreuner“ ist ein Bad Salzufler Stadtmagazin.

Bildung[Bearbeiten]

Die Stadt bietet alle Schulformen an und unterhält neun ortsnahe Grundschulen, drei Schulkindergärten und zwei gleichwertige Schulzentren Lohfeld und Aspe mit jeweils Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Die dortige Realschule blieb den Plänen nach erhalten; die Hauptschule wurde aufgelöst und das Gymnasium ist mit dem Gymnasium Lohfeld zusammengelegt worden. Die Bezirksregierung hat den Antrag auf Errichtung der Gesamtschule genehmigt, nachdem ein Bürgerentscheid für den Erhalt des bestehenden Schulsystems im Frühjahr 2009 gescheitert war. Da es Anfang 2010 mehr als 150 Anmeldungen für die Gesamtschule gab, wurde für das Schuljahr 2010/11 eine Gesamtschule eingerichtet. Darüber hinaus gibt es mit der Erich Kästner-Schule eine Schule für Lernbehinderte. Im Jahr 2013 wurden an den Schulen der Stadt mit 385 Lehrkräften insgesamt 5.044 Schüler unterrichtet, davon 1.768 an den Grundschulen, 379 an den Hauptschulen, 1.045 an den Realschulen, 1.099 an den Gymnasien, 576 an der Gesamtschule sowie 177 an der Förderschule.[3]

22 Kindergärten bieten insgesamt 1550 Plätze zur vorschulischen Förderung der Kinder an. Darüber hinaus werden für die Tagesbetreuung von Schulkindern 50 Plätze in Kinderhorten angeboten. Die städtische Musikschule und Volkshochschule ergänzen das Bildungsangebot.

Statistik[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Eduard Hoffmann (1832–1894), Fabrikant. Verliehen am 5. Juni 1888. Er brachte die von seinem Vater gegründeten und für die Entwicklung der Stadt bedeutsamen Hoffmann’s Stärkefabriken zu Weltruhm.
  • Otto von Bismarck. Zum 80. Geburtstag im Jahr 1895 verliehen, gemeinschaftlich mit den übrigen Städten des Landes Lippe.
  • Reinhold Meyer (*13. Februar 1833 in Bückeburg; † 2. April 1910 in Bad Salzuflen), Geheimer Sanitätsrat. Verliehen im Februar 1909. Dr. Erich Reinhold Leberecht Meyer praktizierte seit 1872 in Salzuflen. Er war Leiter des Städtischen Krankenhauses und der Kinderheilanstalt.[38] Er hat sich als Arzt hohe Verdienste um die Stadt erworben.
  • Paul von Hindenburg. Am 28. April 1933 verliehen „als dem Schirmherrn des neuen Deutschlands“.

Wie in vielen anderen deutschen Städten wurden auch in Bad Salzuflen Adolf Hitler (28. April 1933), Otto Dietrich (14. Februar 1934), Heinrich Hoffmann (15. Januar 1936) und Joseph Goebbels (September 1936) das Ehrenbürgerrecht verliehen. Im Zuge der Beseitigung von Spuren des Nationalsozialismus hat der Gemeinderat von Salzuflen unter Aufsicht der Briten am 12. Juni 1945 ihnen die zuerkannten Ehrenbürgerrechte aberkannt.

Weitere Ehrenbürgerrechte wurden seitdem nicht mehr verliehen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Folgende Persönlichkeiten wurden in Bad Salzuflen geboren:

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Folgende Persönlichkeiten sind mit der Stadt verbunden:

Literatur[Bearbeiten]

  •  Gerhard Bachler: Salzuflen Anno dazumal. Verlag F. L. Wagener, Lemgo 1977, ISBN 3-921428-20-3.
  •  Franz Meyer (Hrsg.): Bad Salzuflen – Epochen einer Stadtgeschichte. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2006, ISBN 978-3-89534-606-4.
  •  Franz Meyer (Hrsg.) im Auftrag der Stadt Bad Salzuflen: 500 Jahre Stadt Salzuflen 1488–1988 – Dokumentation der Reden, Ausstellungen und Vorträge zum Stadtjubiläum. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 1989, ISBN 3-927085-15-4.
  •  Karl Müller: Die geologischen Wände im Badestadtmuseum von Salzuflen. Tölle & Co., Detmold.
  •  Karl Heinz Paetzold: Aus Salzuflens vergangenen Tagen. MPS Verlag, Bad Salzuflen 2008, ISBN 978-3-00-025945-6.
  •  Bad Salzuflen. Daten und Strukturen einer mittelzentralen Stadt. Regionalgeschichte Verlag, 1996.
  •  Schnell & Steiner: Stadt- und Bädermuseum Bad Salzuflen. 1988.
  •  Die Auferstehungskirche der Ev.-luth. Kirchengemeinde im Staatsbad Salzuflen. Schnell & Steiner GmbH, München und Zürich 1988.
  •  Heinz Stoob † und Wilfried Ehbrecht / Herbert Stöwer: Westfälischer Städteatlas, Band II, 2 Teilband. Im Auftrage der Historischen Kommission für Westfalen und mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe / Stadtmappe Bad Salzuflen, Dortmund-Altenbeken 1981, ISBN 3-89115-345-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Salzuflen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Bad Salzuflen – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Bad Salzuflen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Geologischer Dienst NRW: Erdwärme nutzen – Geothermiestudie liefert Planungsgrundlage. (PDF; 360 kB)
  3. a b Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Kommunalprofil Bad Salzuflen.
  4. Website der Stadt Bad Salzuflen: Bevölkerung.
  5. DWD Klimadaten Deutschland
  6. wetterkontor.de
  7. DWD Klimadaten Deutschland
  8. wetterkontor.de
  9. GenWiki Bad Salzuflen.
  10. a b c d  Franz Meyer (Hrsg.): Bad Salzuflen – Epochen einer Stadtgeschichte. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2006, ISBN 978-3-89534-606-4.
  11. Hoffmann's Stärkefabriken AG. Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, archiviert vom Original am 24. Juli 2001, abgerufen am 5. Juni 2014.
  12. Bevölkerung und Haushalte – Gemeinde Bad Salzuflen, Stadt. Abgerufen am 21. Oktober 2014.
  13. Bekanntmachung der Militärverordnung Nr. 77 vom 21. Januar 1947 (PDF; 476 kB), wiedergegeben im Portal lwl.org des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, abgerufen am 13. Oktober 2014
  14.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.
  15.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  16. Franz Meyer: 500 Jahre Stadt Bad Salzuflen 1488–1988, Seite 129
  17. Amt für Datenverarbeitung und Statistik NRW.
  18. Landesdatenbank NRW; Wahlergebnisse zum Gemeindecode 05766008.
    Landesbetrieb Information und Technik NRW: Kommunalwahlen.
    Wahl des Rates 1999.
    Kommunales Rechenzentrum Minden-Ravensberg/ Lippe: Stadtratswahl 2004 – Bad Salzuflen.
    Kommunalwahlergebnis 2014
  19. https://bad-salzuflen.ratsinfomanagement.net/fraktionen/?__=LfyIfvCWq8SpBQj0MiyHawLXw8Ut4Si3Mi5GJ
  20. Franz Meyer (Hrsg.): Bad Salzuflen-Epochen einer Stadtgeschichte. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2006, ISBN 978-3-89534-606-4, S. 95
  21. http://www.hotelarminius.de/startseite/geschichte.html Geschichte des Arminius abgerufen am 22. Mai 2015.
  22. Dehio, Georg, unter wissenschaftlicher Leitung von Ursula Quednau: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Nordrhein-Westfalen II Westfalen. Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2011, ISBN 978-3-422-03114-2, S. 76
  23. Franz Meyer (Hrsg.): Bad Salzuflen-Epochen einer Stadtgeschichte. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2006, ISBN 978-3-89534-606-4, S. 82
  24. Franz Meyer (Hrsg.): Bad Salzuflen-Epochen einer Stadtgeschichte. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2006, ISBN 978-3-89534-606-4, S. 37
  25. Dehio, Georg, unter wissenschaftlicher Leitung von Ursula Quednau: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Nordrhein-Westfalen II Westfalen. Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2011, ISBN 978-3-422-03114-2, S. 77
  26. Denkmalpflege in Westfalen-Lippe: Das Kurgastzentrum in Bad Salzuflen, S. 33-38 (PDF)
  27. Architektenwettbewerb Salzhof. Stadt Bad Salzuflen, abgerufen am 26. Mai 2015.
  28. Richtig erhalten und gestalten im historischen Stadtkern. Wästfälisches Amt für Landschafts- und Baukultur, abgerufen am 26. Mai 2015.
  29. Dr. Stefan Wiesekopsieker: Von der Lippischen Celluloidwarenfabrik zur Licefa. Abgerufen am 27. Mai 2015.
    August Storck KG: 1938 NEUES WERK IN SCHÖTMAR. Abgerufen am 27. Mai 2015.
  30. Glossar. Staatsbad Bad Salzuflen, abgerufen am 31. Mai 2015.
  31. Stadtmagazin Bega-Blatt zur Eröffnung der Mevlana Moschee
  32. Stadtarchiv Bad Salzuflen; Stadt Salzuflen, Akte C 21.
  33. Franz Meyer (Hrsg.): Bad Salzuflen-Epochen einer Stadtgeschichte. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2006, ISBN 978-3-89534-606-4, S. 97
  34. Der Jüdische Friedhof in Schötmar (PDF)
  35. Lippischer Heimatbund u. Landesverband Lippe (Hrsg.): Heimatland Lippe, Detmold, Ausgabe Mai/Juni 2012, S. 148, ISSN 0017-9798.
  36. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Umweltzentrum Heerser Mühle in LWL-GeodatenKultur
  37. Stadt Bad Salzuflen, Bauaktenregistratur, Bauakte „Bahnhofstraße 41“
  38. Wolfgang Bender (Berab.): Die Hand am Puls der Zeit. Lippische Alltags- geschichte des ausgehenden 19. Jahrhunderts im Spiegel amtsärztlicher Berichte. Detmold 2000, S. 34.