Bad Sauerbrunn

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Dieser Artikel behandelt den Ort im nördlichen Burgenland. Zum gleichnamigen Ort in der Steiermark siehe Sauerbrunn (Gemeinde Marhof).
Bad Sauerbrunn
Wappen von Bad Sauerbrunn
Bad Sauerbrunn (Österreich)
Bad Sauerbrunn
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Mattersburg
Kfz-Kennzeichen: MA
Fläche: 2,35 km²
Koordinaten: 47° 46′ N, 16° 19′ O47.77416666666716.324166666667280Koordinaten: 47° 46′ 27″ N, 16° 19′ 27″ O
Höhe: 280 m ü. A.
Einwohner: 2.158 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 918 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7202
Vorwahl: 0 26 25
Gemeindekennziffer: 1 06 11
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wiener Neustädter Straße 2
7202 Bad Sauerbrunn
Website: www.bad-sauerbrunn.at
Politik
Bürgermeister: Gerhard Hutter (LIBS)
Gemeinderat: (2012)
(21 Mitglieder)
12
6
2
1
12 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Bad Sauerbrunn im Bezirk Mattersburg
Antau Bad Sauerbrunn Baumgarten Draßburg Forchtenstein Hirm Krensdorf Loipersbach Marz Mattersburg Neudörfl Pöttelsdorf Pöttsching Rohrbach bei Mattersburg Schattendorf Sieggraben Sigleß Wiesen Zemendorf-Stöttera BurgenlandLage der Gemeinde Bad Sauerbrunn im Bezirk Mattersburg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Das Gemeindeamt von Bad Sauerbrunn
Das Gemeindeamt von Bad Sauerbrunn
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Blick vom Wetterkreuz auf Bad Sauerbrunn
Hauptplatz von Bad Sauerbrunn
Kurkonzert im Kurpark
Kuranstalt Haus Esterhazy

Der Kurort Bad Sauerbrunn (ungarisch: Savanyúkút, kroatisch: Kisela Voda) ist eine Gemeinde im nördlichen Burgenland, etwa sieben Kilometer von Wiener Neustadt entfernt.

Seine Gemeindequelle bringt einen Magnesium-Calcium-Natrium-Hydrogencarbonat-Sulfat-Säuerling zutage, der den höchsten Magnesiumgehalt Österreichs hat. Das Gemeindegebiet gehört zum Naturpark Rosalia-Kogelberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Bad Sauerbrunn dann in der Provinz Pannonia.

Der Ort Sauerbrunn ist seit 1847 durch die Mattersburger Bahn erschlossen und erhielt 1901 die Erlaubnis, den Titel Kurbad zu führen. Der Ort entwickelte sich bald zum beliebten Sommerwohnsitz der Wiener, Budapester und Soproner Gesellschaft. 1909 erlangte Sauerbrunn den Status einer Kleingemeinde, deren amtlicher Name Savanyúkút lautete. Da sich der Ort so günstig weiterentwickelte, wurde die Kleingemeinde im Jahr 1911 zur Großgemeinde mit eigenem Notariat und Matrikelamt umgestaltet.

Sauerbrunn wurde wie das gesamte Deutsch-Westungarn nach dem Ersten Weltkrieg nach zähen Verhandlungen im Vertrag von St. Germain und im Vertrag von Trianon 1919 Österreich zugesprochen (siehe auch Geschichte des Burgenlandes). Da jedoch infolge der Volksabstimmung 1921 die von Österreich vorgesehene burgenländische Landeshauptstadt Ödenburg an Ungarn abgetreten wurde, wurde Sauerbrunn von 25. Jänner 1921 bis 29. April 1925 provisorischer Sitz der burgenländischen Landesregierung und -verwaltung.[1]

Über die Zeit um 1919 berichtete Joseph Roth in der Wiener Tageszeitung Der neue Tag unter dem Titel Reise durchs Heanzenland. Sein Weg führte ihn damals von der Wiener Neustadt über Neudörfl, Bad Sauerbrunn und Zinkendorf nach Ödenburg.[2]

Auch in Sauerbrunn wurden nach dem Anschluss die jüdischen Mitbürger enteignet, vertrieben oder in Todeslager verbracht. Durch den Zweiten Weltkrieg kam der Kurbetrieb völlig zum Erliegen. 1944, bis kurz vor Einmarsch der sowjetischen Truppen, strahlte der Soldatensender Belgrad, bekannt durch sein Lied Lili Marleen, seine Sendungen aus der Hartigvilla als seiner letzten Station aus.

Der gezielte, wenn auch langwierige Ausbau der Tourismus- und Kureinrichtungen, die im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört worden waren, sowie die hohe Qualität der Heilquellen führten zur Berechtigung, mit 1. Jänner 1987 den Gemeindenamen „Bad Sauerbrunn“ zu führen.[3]

Im Juli 2006 wurde in der denkmalgeschützten, entsprechend adaptierten „Hartigvilla“ die „Waldklinik Bad Sauerbrunn“ als erste Schönheitsklinik des Burgenlandes eröffnet.[1][4]

Wappen[Bearbeiten]

In blauem Schild unter einem seitlich und oben an die Schildränder anstoßenden silbernen Viadukt eine silberne Brunnenschale mit zwei blauen Streifen, aus der eine silberne Fontäne aufsteigt, die von silberumrahmten blauen Perlen begleitet wird.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Gerhard Hutter (LIBS – Unabhängige Liste Bad Sauerbrunn), der sich 2012 bei den Bürgermeisterdirektwahlen mit 74,6 % klar gegen seine Mitbewerber durchsetzen konnte.

Seine Unabhängige Liste Bad Sauerbrunn legte bei den gleichzeitig abgehaltenen Gemeinderatswahlen rund 1 % zu und erreicht mit 55,8 % der Stimmen die absolute Stimmen- und Mandatsmehrheit. Als Zweitstärkste Partei ging die SPÖ mit 29,7 % hervor. Die ÖVP belegt mit leichten Verlusten und einem Stimmanteil von 10,14 % den dritten Platz. Die FPÖ zog mit leichtem Stimmenzuwachs auf 4,4 % wieder in den Gemeinderat ein..[5]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • Bad Sauerbrunn unterhält eine Partnerschaft mit der mittelfränkischen Stadt Spalt in Bayern.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Denkmale unter Denkmalschutz:[6]

  • Musikpavillon im alten Fuchsloch
  • Kurpark mit Rosarium: Rosengarten mit mehr als 2000 Rosen
  • Badeanlage
  • Ehemalige Villa Paula
  • Villenanlage, Villa Hartig I, Villa Hartig II und Gartenhaus
  • Gemeindeamt
  • Israelitischer Friedhof
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bad Sauerbrunn

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Kurt Balla (1923–1995), Politiker, Bürgermeister von Bad Sauerbrunn
  • Johann Stockinger (1880–1962), Metallarbeiter und Politiker, Vizebürgermeister von Bad Sauerbrunn
  • Toni Stricker (* 1930), Komponist und Geiger

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Balasko, Gertrude Kern, Robert Sommer: Bad Sauerbrunn: Ortschronik in drei Teilen. Gemeinde Bad Sauerbrunn, Bad Sauerbrunn 1999.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b ORF Burgenland am 10. Juli 2006: Erste Schönheitsklinik des Landes eröffnet (abgerufen am 12. Juni 2011)
  2. http://www.ojm.at/blog/2011/11/14/mit-joseph-roth-ins-judische-burgenland/
  3. Änderung des Gemeindenamens Sauerbrunn in Bad Sauerbrunn, Bgld LGBl 1986/70, § 1.
  4. Internetauftritt der Waldklinik: Unsere klassischen Gründerzeitvillen Hartig I und Hartig II (abgerufen am 12. Juni 2011)
  5. Ergebnis Gemeinderatswahl 2012 – Bad Sauerbrunn. E-Government Burgenland. Abgerufen am 9. Juli 2013.
  6. Bundesdenkmalamt: Burgenland – unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz, Stand 30. Mai 2011
  7. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund

Weblinks[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]