Bad Sobernheim

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Sobernheim ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Siehe auch: Sobernheim (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Sobernheim
Bad Sobernheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Sobernheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 47′ N, 7° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Bad Sobernheim
Höhe: 150 m ü. NHN
Fläche: 54,01 km²
Einwohner: 6408 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55566
Vorwahl: 06751
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 501
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 11
55566 Bad Sobernheim
Webpräsenz: bad-sobernheim.de
Stadtbürgermeister: Michael Greiner (SPD)
Lage der Stadt Bad Sobernheim im Landkreis Bad Kreuznach
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Die Stadt Bad Sobernheim liegt im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Bad Sobernheim, ein staatlich anerkanntes Heilbad und durch zwei Fossilienfundstätten und den Naturheilkundler Emanuel Felke bekannt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Sobernheim liegt an der mittleren Nahe, zentral zwischen der Kreisstadt Bad Kreuznach und der Edelsteinmetropole Idar-Oberstein. Nördlich erhebt sich der Hunsrück, südlich das Nordpfälzer Bergland. Das Stadtgebiet zieht sich bis zum Soonwald hin. Durch die wegen Fluglärm des ehemaligen Flugplatzes nach Sobernheim umgesiedelten Einwohner und der Eingliederung der Gemarkungen Eckweiler und Pferdsfeld in das Stadtgebiet von Sobernheim hat die Stadt seit 1979 einen weitgehend unbewohnten und durch das Gemeindegebiet von Nußbaum abgetrennten Teil auf den Nahehöhen.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Bad Sobernheim gliedert sich in drei Gemarkungen:[2]

  • Eckweiler
  • Pferdsfeld mit den Wohnplätzen Birkenhof, Entenpfuhl mit Martinshof, Forsthaus Alteburg, Forsthaus Ippenschied, Hoxmühle, Kallweiler und Trifthütte
  • Bad Sobernheim mit den Wohnplätzen Freilichtmuseum, Kurhaus am Maasberg, Neues Leben, Steinhardt

Zudem gibt es noch das Gelände einer ehemaligen Kaserne der Bundeswehr, die einst zum Fliegerhorst Pferdsfeld gehörte - Dörndich. Heute wird das Areal von diversen Betrieben und privat genutzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Sobernheim wird als „Soberenheim“ zum ersten Mal im Jahre 1074 in der Gründungsurkunde des Klosters Ravengiersburg erwähnt, in der, beurkundet durch den Erzbischof Siegfried von Mainz, dem Kloster auch der Zehnt des Gutshofs Sobernheim (decem de curte Soberenheim) überschrieben wurde.[3] Bodenfunde lassen die Anwesenheit von Menschen schon seit der Jungsteinzeit sicher erscheinen. Auch zu Zeiten der Kelten und Römer (ca. 600 v. bis 400 n. Chr.) bestand mindestens eine kleine Siedlung. Ab dem 3. Jahrhundert kamen germanische Einwanderer in das Nahetal, von denen sich ab 400 n. Chr. die Franken als neue Herren durchsetzten. Der Name bedeutet Heim des Sobaro. Sobaro ist ein Althochdeutscher Vorname.[4] Dies deutet auf ein höheres Alter an als die schriftliche Überlieferung anführt.

Sobernheim war seit dem Frühmittelalter ein Zentrum der Besitzungen des Erzstifts Mainz an der Nahe und am Glan. Es unterstand dem Vizedomamt Rheingau. Die Kirche St. Matthias übertrug der Erzbischof den Mönchen des Klosters Disibodenberg. Das romanisch-frühgotische Gebäude wurde um 1400 neu erbaut und im 19. Jahrhundert renoviert.

Die Stadt erhielt 1292 von König Adolf von Nassau und 1324 von Kaiser Ludwig dem Bayern Stadtrechte nach Frankfurter Vorbild. Doch wurde das 1330 von Erzbischof Balduin von Trier umgesetzte Stadtrecht nach Binger Vorbild rechtswirksam und galt bis zur Franzosenzeit.

Bis 1259 wurde Sobernheim vom Disibodenberg verwaltet, danach bis 1471 von den Burggrafen zu Böckelheim. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurden 1689 die Befestigungen und der Großteil der Gebäude durch die Franzosen zerstört. Trotz der Bemühungen des Erzstifts Mainz verblieb Sobernheim bis 1798 bei Kurpfalz, kam dann zu Frankreich zum Rhein-Mosel-Departement und 1815 an das Königreich Preußen.

Ab 1832 begann sich neben der bodenständigen Landwirtschaft und vielseitigem Handwerk eine kleine Industrie zu entwickeln. Einige Fabriken siedelten sich an, meist als Familienbetriebe. Trotzdem behielt Sobernheim den Charakter eines Landstädtchens, das durch die 1860 fertiggestellte Eisenbahn Bingerbrück - Saarbrücken und die nach und nach ausgebauten Straßen an das mittelrheinische Verkehrsnetz angeschlossen wurde.

Von 1915 bis 1925 wirkte Pastor Emanuel Felke in Sobernheim. Er war ein Vertreter der Naturheilkunde, der die nach ihm benannte Felkekur entwickelte. Diese wird bis heute in den zahlreichen Kurhäusern von Bad Sobernheim angewandt.

Die Luftwaffe der Bundeswehr war von 1960 mit dem Leichten Kampfgeschwader 42, ab 1975 mit dem Jagdbombergeschwader 35 in Pferdsfeld stationiert.

Am 1. Januar 1969 wurde das Dorf Steinhardt mit 121 Einwohnern aus der Gemeinde Waldböckelheim nach Sobernheim umgemeindet. Am 10. Juni 1979 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Eckweiler (damals 207 Einwohner) und Pferdsfeld (404 Einwohner) nach Sobernheim eingemeindet. Beide Dorfer wurden später aufgegeben und sind heute Wüstungen. Seit dem 11. Dezember 1995 trägt die Stadt Sobernheim den Zusatz Bad.[5]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde St. Matthias bildet ein religiöses Zentrum, ebenso die katholische Kirchengemeinde St. Matthäus, die zum Bistum Trier gehört und mit sieben anderen Pfarreien die Pfarreiengemeinschaft Bad Sobernheim bildet. Zusätzlich gibt es noch Anhänger der Neuapostolischen Kirche und vereinzelt auch Zeugen Jehovas.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat von Bad Sobernheim besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[6]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP LINKE FWG Gesamt
2014 10 6 3 1 1 1 22 Sitze
2009 8 9 2 1 2 22 Sitze
2004 8 7 2 1 4 22 Sitze
  • FWG = Freie Wählergemeinschaft Stadt Bad Sobernheim e.V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Auf Schwarz ein goldener Löwe, rot bekront und bewehrt, rote Zunge, ein silbernes Rad haltend. Auf Silber im Schildfuß ein blaues Wellenband. Die dreitürmige Festungsmauer in grau-braun.“

Das Mainzer Rad verweist auf die ehemalige Zugehörigkeit zu Kurmainz, der Pfälzer Löwe auf die zur Kurpfalz. Das Wellenband symbolisiert die Nahe. Die Mauerkrone erinnert an die Stadtrechte. Es entsprach den Vorschriften zur Wappenverleihung im Jahr 1924.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinbau und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Sobernheim gehört zum Weinbaugebiet Nahe. Die Großlage heißt Paradiesgarten, Sobernheimer Einzellagen sind noch Domberg und Marbach.[9] Weinbau und Tourismus werden hier miteinander verbunden, der Weinwanderweg Rhein-Nahe, der Nahe-Radweg und die Naheweinstraße führen durch die Gemarkung der Stadt und der Verbandsgemeinde. Die Landwirtschaft bestimmt auch heute noch in Teilen die Kultur der Region. So wird im Herbst ein großer Trauben- und Obstmarkt veranstaltet. Viele Winzer betreiben auch eigene Gastronomie. Die traditionelle Rebe ist der Riesling. Neben dem Wein- und Aktivtourismus ist vor allem der Gesundheitstourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region. Trotz struktureller Veränderungen des traditionellen Bäderwesens in den 1990er Jahren, verbunden mit stagnierenden Besucherzahlen, erfährt das gesundheitstouristische Angebot aufgrund des demographischen Wandels wieder zunehmende Bedeutung.[10][11]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtige ansässige Unternehmen sind

Hay
Ein Hersteller für Automobiltechnik mit rund 1.300 Mitarbeitern in zwei Werken, Bad Sobernheim und Bockenau.
Polymer-Gruppe
Ein konzernunabhängiges Familienunternehmen mit rund 450 Mitarbeitern, das als Bindeglied zwischen Rohstoffherstellern und der kunststoffverarbeitenden Industrie Polymere compoundiert, veredelt und modifiziert.
Ewald
Ein 1886 von Carl Ewald in Sobernheim gegründetes Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Blatt- und Pulvergelatine sowie Gelatinehydrolysaten spezialisiert hat.
BAZ Spezialantennen
Ein Hersteller von Antennentechnik, Schwerpunkt Ferritantennen zum Empfang von Lang-/und Längstwellen, Sferics, Geophysikalische Sferics, Schumann-Resonanzen. Die Firma BAZ Spezialantennen wurde 1994 in Bad Bergzabern gegründet, 2012 wurde der Firmensitz nach Bad Sobernheim verlegt.

Handel und Sparkassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 2010 eröffnete Innenstadtzentrum von Bad Sobernheim befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Kartonagefabrik Melsbach, ein großes Einkaufszentrum mit den Filialen Rewe, NKD und Netto sowie zwei Cafés und zwei Bäckereien. In der auf dem Gelände gelegenen Disibodenberger Kapelle, soll im Herbst/Winter 2016, nach einer umfassenden Renovierung, ein Brauhaus eröffnet werden.

Das Felke-Center bietet Gastronomie, Einzelhandel sowie zahlreiche Büro- und Wohnräume und ist mit einer Tiefgarage ausgestattet.

Am Stadtrand befinden sich die Unternehmen Real, Lidl und Aldi Süd.

Die Sparkasse Rhein-Nahe und Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück haben in der Stadt Filialen.

Gesundheitswesen / Kurhäuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von den Bad Sobernheimer Bürgern Felke und Schroth begründeten Therapie-Einrichtungen sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

  • Asklepios Katharina-Schroth-Klinik Bad Sobernheim – Orthopädisches Rehabilitationszentrum für Skoliose und andere Wirbelsäulendeformitäten / zur Skoliose-Intensivrehabilitation nach Katharina Schroth[12]
  • Romantikhotel Bollant’s im Park & Felke Therme Kurhaus Dhonau
  • Hotel Maasberg Therme
  • Menschel Vitalresort (bei Meddersheim)
  • Seniorenresidenzen: Seniorenresidenz Felkebad
  • Apotheken: Kur-Apotheke am Marktplatz und Felke-Apotheke am Saarplatz
  • Ärzte: Bad Sobernheim verfügt über einige Allgemeinmediziner. Überwiegend im Malteserhaus (ugs. Ärztehaus) sind einige Fachärzte beherbergt. Zudem haben zwei Tierärzte ihre Praxen in der Stadt.
  • Die Stadt verfügt über eine Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes mit einem NKTW sowie einem RTW.
  • Krankenhäuser: Die nächstgelegenen Kliniken befinden sich in Meisenheim (ca. 14,5 km), Kirn (ca. 15 km) und Bad Kreuznach (ca. 20 km). Eine Uniklinik gibt es in Mainz (ca. 60 km).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Sobernheim verfügt über ein Staatliches G8-Gymnasium, das Emanuel-Felke-Gymnasium. Außerdem gibt es ein großes Schulzentrum (Münchwiesen), das eine Grundschule und die Kooperative Disibod-Realschule plus beherbergt. Beide Schulen im Schulzentrum und das Gymnasium haben Ganztagsangebot. Die Volkshochschule rundet das Bildungsangebot auch für Erwachsene ab.

In Bad Sobernheim gibt es zwei evangelische Kindergärten, den Kindergarten Albert-Schweitzer-Haus und den Kindergarten Leinenborn. Weiterhin gibt es einen städtischen Kindergarten und einen katholischen, welcher der katholischen Kirchengemeinde St. Matthäus angehörig ist.

Bibliotheken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kulturhaus Synagoge: In der renovierten ehemaligen Synagoge befindet sich seit April 2010 die Öffentliche Bücherei Bad Sobernheim. Die damalige evangelische Gemeindebücherei und Stadtbücherei wurden zusammengeführt und zogen in das ehemalige Gotteshaus.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Pfarrkirche St. Matthias[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stumm-Orgel in der evangelischen Pfarrkirche St. Matthias

Der Bischof Willigis weihte die Kirche um 1000. Älteste Teile (Nordturmunterbau) sind romanisch, wenn nicht karolingisch; der Chor ist frühgotisch. Das Hauptschiff wurde Ende des 15. Jahrhunderts, der Turm 1500 erbaut, von Peter Ruben aus Meisenheim. Neben kostbaren Altarbaldachinkapitellen mit Darstellung von Engeln und Ausmalung aus der Erbauungszeit, sind die im Wesentlichen original erhaltene und restaurierte Johann Michael Stumm-Orgel von 1739 und die Georg Meistermann-Fenster beachtenswert.

Siehe auch: St. Matthias (Bad Sobernheim)

Disibodenberger Kapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Disibodenberger Kapelle

Die spätgotische Kapelle wurde nach einem Plan des Heinrich Murer von Beckelnheim für die Zisterzienser von Kloster Disibodenberg auf einem zwischen Stadtmauer und Großstraße gelegenen Gutshof errichtet, mit dem das Kloster bereits durch Erzbischof Willigis von Mainz im Jahre 975 ausgestattet worden war. Der Hof, der als Zinshebestelle für die Besitzungen an der mittleren Nahe und am Glan fungierte, entwickelte sich zur wichtigsten Niederlassung des Klosters.

Die Kapelle im Gepräge der Frankfurter Schule war gemäß dendrochronologischen Untersuchungen im Bereich des Chores um 1455 und im Bereich des Langhauses 1493 endgültig unter Dach. Beide Dachstühle zählen aufgrund ihres Alters, ihrer Größe, Qualität und Vollständigkeit zu den bedeutenden Zeugnissen der Zimmermannskunst in Rheinland-Pfalz.

Die finanziellen Mittel zur Errichtung des im Lichten 23,25 m langen und 7,65 m breiten Gebäudes stammten aus dem Nachlass der Katharina von Homburg (Saarpfalz), Tochter des Grafen Friedrich II. von Homburg und Witwe des kurmainzischen Amtmannes auf Schloss Böckelheim, Antilmann von Scharfenstein, gen. von Grasewege[13], die am 24. Dezember 1388 verstarb und von katholischen Christen als Selige verehrt wird.

Nach Einführung der Reformation wurde im Jahre 1566 unter Pfalzgraf Johann Kasimir von Pfalz-Simmern die Kapelle zum Lagerhaus profaniert. Ein Gewölbekeller mit einer Scheitelhöhe von ca. 3,90 m wurde eingebaut, der den Raum zwischen Fundamentsohle und Sohlbänken der Fenster einnimmt. Dabei gingen das Fußbodenniveau und die Sockelzone des ursprünglichen Erdgeschosses verloren, weshalb die Kapelle heute durch keinen bauzeitlichen Eingang mehr betreten werden kann. Das durch den Kellereinbau neu entstandene „Hochparterre“ liegt auf dem Niveau der Sohlbänke der gotischen Fenster. Ebenfalls um 1566 wurde zur Gewinnung von Abstellfläche eine hölzerne Zwischendecke eingezogen, die sowohl wegen ihres Alters als auch wegen ihrer Gestaltung im Renaissance-Stil bauhistorisch bedeutend ist. Da beide nachträglichen Einbauten - Gewölbekeller und Zwischendecke - im Zuge der Profanierung der Kapelle nach Einführung der Reformation entstanden sind, können sie auch als Zeugnisse der Konfessionsgeschichte betrachtet werden.

Das Außen-Tympanon des Westportals, das unter einem mächtigen Kielbogen im Stile der Frankfurter Schule eine Kreuzigungsgruppe mit Jesus, der Gottesmutter Maria und dem Apostel Johannes sowie zwei weihrauchfassschwingenden Engeln als Assistenzfiguren zeigt, ist das einzige mit plastischem Schmuck, das an Nahe und Glan aus dem Mittelalter erhalten blieb. Die Darstellung ist stilistisch verwandt mit der Grabmalplastik im nahen St. Johannisberg (Hochstetten-Dhaun) und in der Stiftskirche Pfaffen-Schwabenheim. Das Motiv der linksseitig vom Betrachter abgewandten und rechtsseitig zum Betrachter hin geöffneten Kriechblumen (= Krabben) entlang des Kielbogens findet sich nur am Westportal der katholischen Pfarrkirche St. Valentin in Kiedrich/Rheingau wieder. Im Jahre 1985 wurde bei Restaurierungsarbeiten unterhalb des Tympanons ein Atlant in Form einer männlichen Figur freigelegt, der wegen seiner über die Handteller reichenden Armstulpen als „Bauhandwerker“ bezeichnet wird. Der Atlant wurde nach sorgfältiger Erfassung aus konservatorischen Gründen wieder eingemauert.

Nachdem die Kapelle 111 Jahre lang hinter den Mauern einer Druckerei verborgen war, ist sie nach Eröffnung eines Fachmarktzentrums auf dem ehemaligen Druckereigelände im Jahre 2010 wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gekommen. Der Förderverein Disibodenberger Kapelle Bad Sobernheim e. V. setzt sich seitdem für eine kulturelle Nutzung ein, die der Würde des ehemaligen Sakralbaues entspricht und die einer breiten Öffentlichkeit den ständigen Zugang ermöglicht. Im Frühjahr 2013 wurden Pläne vorgestellt, wonach die Disibodenberger Kapelle in enger Abstimmung mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe zu einem Brauhaus mit Erlebnisgastronomie umgenutzt werden soll.[14] Der Gewölbekeller aus dem 16. Jahrhundert soll dabei für kulturelle Veranstaltungen eingerichtet werden.

Malteserkapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die spätgotische Kapelle entstand als Gotteshaus einer seit dem 14. Jahrhundert bestehenden Niederlassung des Johanniter-/Malteserordens. Der Chor wurde 1456 errichtet und das Langhaus 1465 fertiggestellt. Der Chor besitzt ein Sterngewölbe und ist mit Bauplastiken ausgestattet. Er liegt höher als das Langhaus, welches mittelalterliche Wandmalereien aufweist. Der Außenbau wird gegliedert durch gestufte Strebepfeiler und Fenster mit Fischblasenmaßwerk. Mit der Einführung der Reformation mussten die Johanniter Sobernheim verlassen. Die Kapelle wurde als Ökonomiegebäude genutzt und zerfiel.

Nach der Wiedereinführung der katholischen Religion im Jahre 1664 diente die von Grund auf renovierte Kapelle als katholische Pfarrkirche. In der Malteserkomturei wurde 1821 ein Progymnasium eingerichtet, man restaurierte die Kapelle 1837, worauf sie dann als Schulkapelle genutzt wurde. Nach der Errichtung der neuen katholischen Pfarrkirche St. Matthäus 1898/99 direkt gegenüber wurden sechs Grabmäler, der um 1625 entstandene Taufstein und ein aus dem 15. Jahrhundert stammender Sakramentenschrein in die neue Pfarrkirche überführt. Das Kapellengebäude baute man in ein Vereinshaus um. Sie wurde zuletzt von 1998 bis 2003 vollständig renoviert und dient seitdem der katholischen Kirchengemeinde St. Matthäus als „Haus der Begegnung“. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Katholische Pfarrkirche St. Matthäus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Matthäus

Der Bischof Michael Felix Korum weihte die neugotische Kirche, die von 1898 bis 1899 vom Kirchenbaumeister Ludwig Becker errichtet wurde. Es handelt sich um eine große dreischiffige Hallenkirche aus Gelbsandstein, die den Eindruck eines einheitlichen Ganzen erweckt. Sie besitzt einen neugotischen Flügelaltar aus dem Jahr 1905, einen Sakramentenschrein aus dem 15. Jahrhundert und eine historische Orgel aus dem Jahr 1901/1902 von Michael Körfer aus Gau-Algesheim. Die Orgel ist eines der wenigen noch erhaltenen Werke Körfers. Sie wurde von 2011 bis 2012 vollständig restauriert. Im Chorraum steht das um 1625 entstandene Taufbecken aus der Malteserkapelle. Ebenso finden sich einige alte Grabmäler im Eingangsbereich. Der Kirchturm überragt mit seinen 59 Metern die Stadt und ist von weit her sichtbar. Die Pfarrkirche wurde von Ende Juli 2014 bis Mitte September 2015 im Innenraum aufwendig renoviert.

Siehe auch: St. Matthäus (Bad Sobernheim)

Marktplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdig ist auch der historische Marktplatz mit Rathaus aus dem 16. Jahrhundert. Von hier aus hat man den besten Zugang zu allen weiteren historischen Orten sowie Freizeitmöglichkeiten und Restaurants in ganz Bad Sobernheim. Hier und rund um den Marktplatz laden die ortsansässigen Vereine am ersten Wochenende im September zum traditionellen Innenstadtfest ein. Jeden Donnerstag bietet der Wochenmarkt regionale Köstlichkeiten.

Gutshöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dazu gibt es mehrere große ehemalige Adels- und Klosterhöfe. Der Steinhardter Hof diente gegen Ende des 18. Jahrhunderts den Räubern Johann Peter Petri, genannt „Schwarzer Peter“, und Johannes Bückler, genannt „Schinderhannes“, zeitweise als Unterschlupf.[15]

Paul-Schneider-Gedenksäule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Pferdsfeld befindet sich eine Gedenksäule zur Erinnerung an den Märtyrer Paul Schneider, der hier geboren ist.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rheinland-Pfälzisches Freilichtmuseum: Das Museum zeigt mit translozierten Bauwerken, alten Nutzviehrassen (Glanrind) und alten Gerätschaften, wie die Menschen auf dem Lande in Rheinland-Pfalz, im Hunsrück und an der Nahe und weiteren drei Landschaften während der vergangenen Jahrhunderte gelebt, gewohnt und gearbeitet haben. Es hat überörtliche Bedeutung.
  • Heimatmuseum: Bilder, Plastiken und Notenhandschriften bekannter Bad Sobernheimer Künstler wie Jakob Melcher, Johann von der Eltz und Rudolf Desch werden hier ausgestellt. Zahlreiche Zeitschriften, Dokumente und Bücher des Kurbegründers und Pastors Emanuel Felke kann man dort finden. Sein Wirken wird auf Schautafeln präsentiert. Auch eine umfangreiche Sammlung zur Erdgeschichte der Region gibt es dort.

Fossilien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nach ihrer Hauptfundstätte, einer Sandgrube beim Ortsteil Steinhardt, benannt sind die Steinhardter Erbsen, Sandsteinkonkretionen mit eingeschlossenen meist pflanzlichen Fossilien.[16]
  • Weitere Fossilien werden in einem Basaltsteinbruch bei Langenthal (Pflanzenabdrücke) und einer Ziegelei gefunden. Darüber hinaus lassen sich auch gelegentlich kleine Achatdrusen in der Gemarkung finden.

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barfußpfad: Durchquerung der Nahe an einer Furt

In Bad Sobernheim gibt es ein Erlebnis-Freibad; einen 3,5 km langen Barfußpfad in der Flussaue mit Erlebnisstationen, darunter Flussüberquerungen durch eine Furt und über eine Hängebrücke sowie zahlreiche Rad- und Wanderwege, Tennis-, Golf-, Minigolf-Anlagen und einen Campingplatz. Ebenfalls besteht die Möglichkeit Flugsport zu betreiben.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Innenstadt befindet sich der Marumpark. Er ist der ehemalige Privatgarten der „jüdischen“ Familie Marum, deren Strumpffabrik von 1865 bis 1982 in Bad Sobernheim ansässig war. Später wurde er der Stadt geschenkt. Etwa in seiner Mitte steht ein Gedenkstein für Arnold Marum, den Urenkel von Sarah Marum, der Gründerin der Fabrik „Strumpf-Fabriken A. Marum Witwe. Aktien-Gesellschaft. Sobernheim (Rheinland)“, wie man in einer Anzeige von 1937 nachlesen kann.[17]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Bad Sobernheim verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frances Henry: Nachbarn und Opfer - Erinnerungen einer Kleinstadt im Nationalsozialismus. Hrsg. Förderverein Synagoge Sobernheim mit einem Vorwort von Willy Brandt, Verlag J.H.W. Dietz Nachfolger, Bonn 1992. ISBN 3-8012-5017-2. (Originalausgabe u.d.T. Victims and Neighbors. A small town in Nazi Germany remembered. Bergin & Garvey, South Hadley, Massachusetts USA, 1984)
  • Werner Vogt: Bad Sobernheim. Schnell und Steiner, Regensburg 1999, ISBN 3-7954-6191-X

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bad Sobernheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 17 (PDF; 2,3 MB)
  3. Urkundenbuch zur Geschichte der jetzt die preußischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien, hg. von Heinrich Beyer, Coblenz 1860, Bd.1 Google-books S. 431
  4. Bad Sobernheim im Deutschen Ortsnamenbuch, hg. von Manfred Niemeyer, 2012.
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 170, 205 (PDF; 2,6 MB)
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Louvres
  8. Edelény
  9. Weinlagen bei vino.la
  10. Die Tourismusregion Naheland (PDF; 240 kB). Website des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz. Abgerufen am 5. Juni 2015, S. 702ff.
  11. Bad Sobernheim − Felke-Kurort im Naheland. Website von Rheinland-Pfalz Tourismus. Abgerufen am 5. Juni 2015.
  12. Asklepios Katharina-Schroth-Klinik, Bad Sobernheim
  13. Michael Frey: Versuch einer geographisch-historisch-statistischen Beschreibung des Gerichts-Bezirkes von Zweibrücken im königl. Bayer. Rheinkreise, dermalen Pfalz: Nebst einem Anhange. Band 4. Verf., Neidhard 1837, S. 151 (google.de [abgerufen am 22. November 2015]).
  14. Rhein-Zeitung
  15. Peter Bayerlein: Schinderhannes-Ortslexikon, S. 232
  16. Mineralienatlas - Steinhardt (Zugriff 26. Juni 2014)
  17. Werbeanzeige für die Strumpffabrik auf der Homepage Alemannia Judaica.[1]
  18. http://www.lr-online.de/regionen/cottbus/Ernst-Buchrucker;art1049,1894886. Onlinetext der Lausitzer Rundschau zu Buchrucker. Abgerufen am 29. April 2016.