Bad Waldliesborn

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Bad Waldliesborn
Stadt Lippstadt
Wappen von Bad Waldliesborn
Koordinaten: 51° 42′ 51″ N, 8° 20′ 11″ O
Höhe: 76 m
Fläche: 8,51 km²
Einwohner: 5272 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 620 Einwohner/km²
Postleitzahl: 59556
Vorwahl: 02941

Bad Waldliesborn ist ein Ortsteil von Lippstadt im östlichen Münsterland mit etwa 5000 Einwohnern und ein staatlich anerkanntes Heilbad.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Bad Waldliesborn geht zurück auf einen Teil der Bauerschaft Suderlage der bis 1975 eigenständigen benachbarten Gemeinde Liesborn (heute Ortsteil von Wadersloh). Suderlage wurde erstmals 1165 urkundlich erwähnt. Die Geschichte von Bad Waldliesborn begann mit einem Irrtum. Im Jahre 1900 vermutete eine Bochumer Bohrgesellschaft in der Region Steinkohle. Man unternahm in unmittelbarer Nähe zur Trasse der ehemaligen Rhedaer Bahn Probebohrungen und fand dabei statt der Kohle eine der mineralstoffhaltigsten Quellen Deutschlands. Der Hamburger Großkaufmann Wilhelm Eichholz erkannte in der Sole eine Vermarktungschance und begann im Jahr 1904 im Umkreis der Quelle mit der Errichtung eines Heilbades. Zu den ersten Kureinrichtungen zählten das Badehaus und der "Lindenhof". Die Zahl der Gäste und Einwohner wuchs in dieser Gründerzeit beständig. Seit dem 1. Mai 1913 trägt das Heilbad den Namen 'Bad Waldliesborn'.

1922 wurde ein Kindererholungsheim errichtet, von 1929 bis 1930 die katholische Pfarrkirche St. Josef. Das Kindererholungsheim wurde 1962 zum Haus des Gastes umgewandelt. Seit 1974 ist Bad Waldliesborn ein staatlich anerkanntes Heilbad. Seit dem 1. Januar 1975 gehört es zur Stadt Lippstadt. Die Abkürzung „Walibo“ für den Ort ist verbreitet.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1674 Einwohner
  • 1970: 2278 Einwohner
  • 1974: 2783 Einwohner
  • 2009: 4776 Einwohner (einschließlich der Nebenwohnsitze)
  • 2013: 4997 Einwohner (einschließlich der Nebenwohnsitze)
  • 2016: 5251 Einwohner (einschließlich der Nebenwohnsitze)

Von den Mitte 2016 5251 gemeldeten Personen waren 2484 männliche Einwohner (47 %) und 2767 weibliche Einwohner (53 %). 3003 Einwohner (57 %) galten als römisch-katholisch und 1102 Einwohner (21 %) als evangelisch[3].

Heilbad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kurpark

Die Natursole von Bad Waldliesborn fließt aus zwei Solequellen und wird für verschiedene Therapien genutzt, hauptsächlich bei orthopädischen Leiden. Das Thermalsolebad ist mit über 1250 m² das größte im Kreis Soest und in der Region. Der Ort besitzt mit der Eichholz-Klinik und der Reha-Klinik Panorama zwei Gesundheitseinrichtungen, die sich schwerpunktmäßig auf die Rehabilitation nach orthopädischen Operationen sowie nach kardiologischen Erkrankungen spezialisiert haben. Im Ort gibt es im Haus des Gastes ein Kurtheater, sowie einen über 20 Hektar großen Kurpark. Im Kurpark befindet sich ein Skulpturenpfad mit über 20 Kunstwerken des Bildhauers und Skulpturengießers Bernhard Kleinhans (1926–2004). Ein Baumentdeckerpfad informiert über den Baumbestand, der exotische Arten wie Ginkgo-, Mammut- und Trompetenbäume umfasst.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das grüne Schildhaupt soll die landschaftliche Umgebung und den Kurpark von Bad Waldliesborn symbolisieren. Die Welle, die den Wappenschild teilt, weist auf die Glenne, einen Zufluss der Lippe, und auf die Nutzung der Solequellen im Ort hin. Im unteren Bereich des Wappenschildes befindet sich ein roter Kübelhelm auf goldfarbenem Grund, mit rotem Damhirschgeweih als Helmzier, der an das historische Wappen der Familie von Suderlage anknüpft.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Bad Waldliesborn lag an der inzwischen stillgelegten Bahnstrecke Rheda-Wiedenbrück–Lippstadt (Rhedaer Bahn).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bad Waldliesborn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wohnbevölkerung in der Stadt Lippstadt (Stand: 31. Dezember 2016) auf lippstadt.de abgerufen am 21. Januar 2016 (PDF; 22 kB)
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 312.
  3. Konfessionen in der Stadt Lippstadt. 30. Juni 2016; abgerufen am 29. Juli 2016.