Badenova

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badenova AG & Co. KG
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Rechtsform AG & Co. KG
Sitz Freiburg im Breisgau
Leitung Vorstand:
  • Dr. Thorsten Radensleben (Vorsitzender)
  • Mathias Nikolay
  • Maik Wassmer

Vorsitzender des Aufsichtsrats:

Mitarbeiter 1339 (2016)
Umsatz 970,1 Mio. Euro (2016)
Branche Energieversorger
Website www.badenova.de

Das Badenova-Hauptgebäude in der Tullastraße in Freiburg im Breisgau

Die Badenova AG & Co. KG (Eigenschreibweise: badenova), ist das größte Energieversorgungsunternehmen im Regierungsbezirk Freiburg mit Hauptsitz in Freiburg im Breisgau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen entstand 2001 aus einer Fusion von sechs Energieversorgern:

  • Freiburger Energie- und Wasserversorgung (FEW),
  • Gasfernversorgung Mittelbaden (MIBA),
  • Stadtwerke Lahr,
  • Energieversorgung Oberbaden (EVO)
  • Badische Gas- und Elektrizitätsversorgungs AG Lörrach und
  • Gasbetriebe GmbH Emmendingen (GBG).

Auslöser für die Fusion war die Liberalisierung des Strommarktes und die damit verbundene Sorge der kommunalen Stadtwerke, alleine gegen die Übermacht der Konzerne im Wettbewerb unterzugehen. Gründungsvorstände waren Adalbert Häge, Mathias Nikolay, Horst Gute und Harald Seidelmann. Zu Beginn hatte das Unternehmen 1.175 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In den Jahren danach entwickelte sich Badenova immer weiter zum führenden Energie- und Umweltversorger in der Regio.

2002 wurde die zentrale Verbundleitwarte in Freiburg eingerichtet. In den darauffolgenden Jahren beteiligte sich das Unternehmen an vielen Projekten zum Thema „Erneuerbare Energien“. Beispiele hierfür sind die Inbetriebnahme der Windräder am Schauinsland sowie 2003 am Roßkopf. Im Jahr 2004 wurde das Dach des Heimatstadion des SC Freiburgs mit Solarmodulen ausgestattet. 2005 wurden von Badenova 15 Erdgastankstellen zwischen Hochrhein und Nordschwarzwald installiert. Ab 2007 änderte Badenova ihre Unternehmensstrategie hin zu einer konsequent ökologischen Ausrichtung und gründete zudem die Wärmetochtergesellschaft Badenova Wärme Plus (Eigenschreibweise: badenovaWÄRMEPLUS). Im darauffolgenden Jahr 2008 ging Badenova einen weiteren Schritt in Richtung Energiewende: Gesellschafter und Aufsichtsrat erteilten den regionalen Auftrag zur Energiewende und alle Privatkunden von Badenova wurden auf atomstromfreie Energie umgestellt. Seit 2009 besitzt die Badenova-Tochter Badenova Wärme Plus ihr erstes Biogaskraftwerk in Neuried. Im Jahr 2010 startete Badenova dann das sog. kompas-Beteiligungsmodell für Kommunen. Im Jahr 2012 nahm das neue Biogaswerk von Badenova in Bremgarten den Betrieb. Die Anlage verfügt über eine Produktionskapazität von jährlich 50.000 Megawattstunden Biomethan und war zur damaligen Zeit damit die größte Anlage ihrer Art in ganz Baden-Württemberg. Im selben Jahr gründete der Freiburger Energieversorger die Badenova Wind GmbH deren vorrangiges Anliegen es ist, die regenerative Energieerzeugung dezentral auszubauen und durch ein Bürgerbeteiligungsmodell die Region am südlichen Oberrhein sowie deren Bewohner daran teilhaben zu lassen. Gleichzeitig unterwerfen sie sich einem gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erarbeiteten Nachhaltigkeitskonzept, dessen besonderes Augenmerk auf Natur- und Artenschutz liegt. Im Jahr 2013 errichtete Badenova die große Netzgesellschaft badenova Bn Netze GmbH. Ebenfalls seit 2013 bestehen Vertriebskooperationen mit Vodafone und weiteren Telekommunikationsunternehmen. Badenova erhielt zudem das Umweltsiegel des TÜV Saarland. Zum 01. Januar 2015 kam es zur Neuaufstellung von Badenova nach Geschäftsfeldern.

Unternehmensstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesellschafter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den Hauptgesellschaftern Thüga AG und die Stadt Freiburg, sind über weitere 90 Kommunen Eigentümer von Badenova:

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Badenova-Gesamtvorstand v.l.: Mathias Nikolay, Dr. Thorsten Radensleben, Maik Wassmer

Die Badenova AG hat einen dreiköpfigen Vorstand:

  • Vorstandsvorsitzender Dr. Thorsten Radensleben (seit 2002)
  • Technikvorstand Mathias Nikolay (seit 1999)
  • Finanzvorstand Maik Wassmer (seit 2007)

Aufsichtsrat und weitere Gremien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dem Aufsichtsrat obliegt die Überwachung der Tätigkeit der Komplementärin sowie die Vorberatung aller Angelegenheiten, deren Entscheidung den Gesellschaftern vorbehalten ist. Er hat zu diesem Zweck Informations- und Kontrollrechte. Aufsichtsratsvorsitzender ist der Oberbürgermeister von Freiburg, Dr. Dieter Salomon.
  • Der Kommunalbeirat berät den Aufsichtsrat von Badenova sowie den Vorstand der Komplementärin in regional bedeutsamen Fragen. Er unterbreitet Vorschläge zur Verwendung der Mittel aus dem „Innovationsfonds für Klima- und Wasserschutz“ und hat Mitsprache bei großen, strategischen Investitionsentscheidungen.
  • Der Sachverständigenbeirat prüft die Projektanträge für die Mittelvergabe aus dem „Innovationsfonds für Klima- und Wasserschutz“ und schlägt diese dem Kommunalbeirat zur weiterem Beratung vor.

Geschäftsfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentralfunktionen, Shared Services, Finanzbeteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Tochterunternehmen Baden IT und E-Maks zählen zu den Zentralfunktionen und erbringen umfangreiche Dienstleistungen in den Bereichen IT, Telekommunikation und Kundenabrechnung. Ebenso zu den Zentralfunktionen gehören die Bereiche Finanzen & Controlling, Personalmanagement und Informationsmanagement (IT).

Markt und Energiedienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Geschäftsfeld Markt & Dienstleistungen werden 290.000 Kunden mit Erdgas und Strom beliefert. Kundenorientierung, wettbewerbsfähige Produkte und innovative Dienstleistungsangebote sind die zentralen Elemente des Geschäftsfelds. Die relevanten Wertschöpfungsstufen umfassen den Energiehandel, die Bewirtschaftung von Erdgasspeichern und Kraftwerksbeteiligungen sowie den Vertrieb von Strom, Erdgas und Energiedienstleistungen.

Netz und Wasser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bn Netze GmbH verantwortet in der Badenova-Gruppe das Geschäftsfeld Netze & Wasser und stellt sich dem Wettbewerb um Konzessionen. Der zuverlässige und effiziente Netzbetrieb und die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Wasserversorgung gehören zu den Kernaufgaben des Geschäftsfeldes. Außerdem übernimmt das Geschäftsfeld die Betriebsführung für Strom-, Gas- und Wassernetze sowie von Straßenbeleuchtungen zahlreicher Städte und Gemeinden in Südbaden und hält die Beteiligungen an Netzgesellschaften.

Wärme und Erzeugung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschäftsfeld Wärme & Erzeugung bündelt in der Badenova-Gruppe sämtliche Aktivitäten zu Planung, Bau und Betrieb innovativer Wärmeerzeugungsanlagen. Im Bereich der erneuerbaren Energien wird hier Entwicklung, Bau und Betrieb von Biogas-, Windkraft und Solaranlagen verantwortet. Zum Geschäftsfeldumfang gehören auch die Beteiligungen an unseren Wärmetöchtern und die Betriebsführung für Wärmegesellschaften.

Tochterunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beteiligungen von Badenova

Neben den durch gesetzliche Vorgaben zur Unternehmensentflechtung entstandenen Unternehmensbereichen Badenova und Bn Netze, also der Trennung von Energieerzeugung bzw. -lieferung und dem Betrieb von Strom- und Erdgasnetzen, sind weitere Tochterunternehmen entstanden:

Bn Netze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 2007 gegründete Bn Netze GmbH ist für den Betrieb von Elektrizitäts-, Erdgas- und Wassernetzen verantwortlich. Das Erdgasnetz inklusive der Hausanschlüsse ist derzeit 7628 Kilometer lang. Darin werden mit mehr als 5700 Kilometern Hoch-, Mittel- und Niederdruckleitungen rund 173.000 Zählpunkte versorgt. Bei der Sparte Strom werden mit einem 4992 Kilometer langen Hoch-, Mittel- und Niederspannungs- und Fernwirknetz rund 176.000 Haushalte versorgt. Bis zum 1. Juli 2014 lautete der Unternehmensname „Badenovanetz GmbH“.

E-Maks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die E-Maks GmbH & Co. KG (Eigenschreibweise: E-MAKS), eine Abkürzung für „Energie-Management-Abrechnung-Kundenservice“, ist ein bundesweit tätiger Abrechnungsdienstleister in der Energieversorgungsbranche mit Sitz in Freiburg im Breisgau. Das Unternehmen ist als Shared Service u. a. für die Kommunikation zwischen Energielieferanten, Netzbetreibern, Messdienstleistern, Messstellenbetreibern und Endkunden im deregulierten Energiemarkt zuständig. Gegründet wurde das Unternehmen 2008. Es gehört zu drei Vierteln der Badenova und zu einem Viertel der Thüga AG. Bei der E-Maks waren Ende 2012 rund 190 Mitarbeiter beschäftigt, der Umsatz belief sich im Jahr 2012 auf 24 Millionen Euro.

BadenIT[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vollständige Tochtergesellschaft wurde 1997 gegründet und beschäftigte im Januar 2014 80 Mitarbeiter. Im Jahr 2012 lag der Umsatz bei rund 14 Millionen Euro. Neben klassischen IT-Dienstleistungen wie Rechenzentrumslösungen und privaten Cloud-Computing, SAP und Telekommunikationslösungen verfügt das Unternehmen über ein eigenes Glasfaser- und Kupfernetz in Freiburg und bietet Breitbandanschlüsse für Unternehmen an.

Badenova Wärme Plus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Badenova Wärme Plus GmbH & Co.KG, kurz Wärme Plus, ist im Bereich Entwicklung, Planung, Bau und Betrieb von Energieanlagen zur Strom-, Wärme- und Kälteversorgung tätig. Wärme Plus versorgt mehr als 30.000 Kunden mit Wärme.

BadenovaWind[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Windpotenziale im Südwesten Deutschlands zu erschließen, hat Badenova im Jahre 2012 die Tochtergesellschaft BadenovaWind GmbH gegründet und gemeinsam mit den Sparkassen der Region ein Modell zur Bürgerbeteiligung entwickelt. Eine Kooperation mit dem Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz soll für den naturverträglichen Ausbau der Windenergie sorgen.

Daneben existieren noch weitere Beteiligungen.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Badenova-Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das vom SC Freiburg als Heimstadion genutzte Fußballstadion in Freiburg im Breisgau trug von Juni 2004 bis Dezember 2011 den Namen Badenova-Stadion. Das Unternehmen ist weiterhin Sponsor des Vereins.

Stromkennzeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stromabsatz der Badenova-Gruppe liegt bei etwa 1,9 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr. Privatkunden werden seit 2008 mit Strom versorgt, der nicht aus Kernkraftwerken stammt, seit Jahresbeginn 2011 mit zertifiziertem Ökostrom. Nach dem Energiewirtschaftsgesetz sind seit dem 15. Dezember 2005 alle Energieversorgungsunternehmen in Deutschland verpflichtet, die Herkunft ihres Stroms zu veröffentlichen. Für die Badenova war die Verteilung der Herkunft im Jahr 2014 wie folgend:[1]

  bundesweiter
Durchschnitt
Badenova-
Gesamtstrommix
Erneuerbare Energieträger 27,9 % 83,8 %
Kernenergie 16,8 % 03,4 %
fossile und sonstige Energieträger 55,3 % 12,7 %
Radioaktiver Abfall 0,0004 g/kWh 0,0001 g/kWh
Kohlendioxidemissionen 508 g/kWh 110 g/kWh

Innovationsfonds[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen garantiert jährlich 3 Prozent des Unternehmensgewinns für beispielgebende Projekte im Klima- und Wasserschutz in innovative ökologische Projekte im Raum Südbaden. Seit Bestehen des Fonds wurden 223 Projekte mit insgesamt 24 Millionen Euro unterstützt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. badenova.de: Stromkennzeichnung 2014 gemäß § 42 Energiewirtschaftsgesetz

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Badenova – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 1′ 42″ N, 7° 50′ 44″ O