Badisches Rotes Kreuz

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Das Badische Rote Kreuz (BRK) ist ein Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und ehemals eigene Nationale Rotkreuz-Gesellschaft in Baden. Es ist rechtlich eigenständig als eingetragener Verein organisiert. Sitz des Landesverbands ist in der Schlettstadter Straße 31 in Freiburg im Breisgau. 48.00906047.8240672Koordinaten: 48° 0′ 33″ N, 7° 49′ 27″ O Präsident des Badischen Roten Kreuzes ist der ehemalige Landrat des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald Jochen Glaeser. Landesgeschäftsführerin ist derzeit Birgit Wiloth-Sacherer. Die Mitgliederzahl des Badischen Roten Kreuzes beträgt rund 150.000 Fördermitglieder und 14.000 aktive Mitglieder (2013).

Gliederung[Bearbeiten]

Der Landesverband gliedert sich in

  • 16 Kreisverbände
  • 238 Ortsvereine

Die Landesgeschäftsstelle[Bearbeiten]

In der Landesgeschäftsstelle arbeiten derzeit ca. 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter [1]. Die Geschäftsstelle, gliedert sich derzeit in folgende Abteilungen:

  • Hilfsgesellschaft & Rettungsdienst (Humanitäres Völkerrecht Bereitschaftsarbeit, Zivil- und Katastrophenschutz, Auslandsarbeit, Suchdienst, Breitenausbildung, Finanzierung Rettungsdienst, Funkwesen, Landesrettungsschule)[2]
  • Soziale Arbeit (Gesundheitsförderung, Familienbildung, Notfallnachsorge, Projektförderung, Pflege, Migrationsdienste, Freiwilligendienste)
  • Jugendrotkreuz (Jugendverband, Finanzierung und Lehrgangswesen, schulische Jugendarbeit)
  • Verbandsentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Publikationen, Statistik, Verbandsentwicklung, Ehrenamt, Fördermitgliederwerbung, Ehrungen)
  • Verwaltung/Finanzen (Recht und Satzungen, Finanzen, Innerer Dienst, Personal, Personal, FSJ, EDV, Zivildienst)

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits 1859 gründete die damalige badische Großherzogin Luise den badischen Frauenverein (siehe: Frauenverein) als Vorläufer der Rotkreuz-Schwesternschaft.[3]

Der Vorläufer des Badischen Roten Kreuzes war der Badische Hilfsverein, der im deutsch-französischen Krieg 1870/71 42 Lazarette für die Soldaten im eigenen Land sowie im Elsass dreizehn Lazarette, vier Sanitätsmagazine und zeitweise zwei Erfrischungsstationen unterhielt. Das badische Kriegsministerium erließ hierzu folgenden Aufruf: „Das deutsche Vaterland ist vom Feinde bedroht. Im Gefühl der Gerechtigkeit seiner Sache blickt es voll Vertrauen auf die patriotische Hingebung aller seiner Söhne. Unsere für Fürst und deutsche Ehre ins Feld rückenden Truppen sind noch nicht im Besitze der notwendigen Anzahl ärztlicher Kräfte. Es ergeht daher an die Ärzte Badens, welche sicherlich keinem ihrer Mitbürger an Patriotismus nachstehen werden, der dringende Aufruf, während des bevorstehenden Feldzuges ihren kämpfenden Brüdern ihren Beistand zuzuwenden“. Auch der Badische Frauenverein, der sich später dem Roten Kreuz anschloss, spielte in der damaligen Zeit eine wichtige Rolle. Zu den Arbeitsfeldern des Vereins gehörten nach der Jahrhundertwende die Fürsorge für Arme, Wöchnerinnen und Säuglinge, Kinder, schulentlassene Mädchen und Arbeiterinnen sowie Krankenpflege und Tuberkulosebekämpfung. Durch die Zugehörigkeit zum Roten Kreuz war der Verein zur Unterstützung des militärischen Sanitätsdienstes im Kriegsfall verpflichtet.[4]

Das Badische Rote Kreuz wurde als Nationale Rotkreuz-Gesellschaft im Großherzogtum Baden gegründet. Am 25. Januar 1921 kam es zur Gründung des Deutschen Roten Kreuzes durch den Zusammenschluss aller schon bestehenden deutschen Rot-Kreuz-Landesverbände und Landesfrauenvereine [5], wodurch auch das Badische Rote Kreuz zum Landesverband in der Republik Baden und später im badischen Landesteil Baden-Württembergs wurde.

Der Gesundheitsfonds für Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis[Bearbeiten]

Als einer der ersten Landesverbände des DRK hat das Badische Rote Kreuz 2008 einen Gesundheitsfonds für Flüchtlinge ohne legalen Aufenthalt ins Leben gerufen.[6][7] Ärzte, die Menschen ohne Papiere behandeln, können für anfallende Kosten wie Medikamente, Zahnersatz oder sonstige Sachmittel einen Zuschuss aus dem spendenfinanzierten Fonds erhalten. Dieses Projekt bewegt sich jedoch in einer juristischen Grauzone, denn nach § 1 des Asylbewerberleistungsgesetzes haben Personen ohne Bleiberecht zwar ein Recht auf gesundheitliche Versorgung, jedoch nur dann, wenn "der Illegale bereit ist, seinen Status offen zu legen". Tun die Betroffenen dies, droht ihnen die Abschiebung. Dabei ist der direkt Helfende, der Arzt oder die Krankenschwester, rechtlich abgesichert. Nach § 96 Aufenthaltsgesetz können Handlungen mit humanitären Motiven zwar als „Hilfe zum illegalen Aufenthalt“ gelten und sind somit strafbar, medizinische Notfallhilfe erfüllt diesen Tatbestand jedoch nicht. Für andere Personen zeigt sich eine andere Situation. Öffentliche Stellen sind nach dem Aufenthaltsgesetz verpflichtet, Personen ohne legalen Aufenthalt zu melden, wenn sie im Rahmen ihrer Aufgabenerfüllung darüber Kenntnis erlangen. Dies betrifft z.B. Personen in der Krankenhausverwaltung, wenn es darum geht, die medizinische Versorgung abzurechnen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1] Der Landesverband Baden/ Wir über uns (abgerufen am 14. Februar 2015)
  2. [2] Der Landesverband Baden/ Wir über uns (abgerufen am 14. Februar 2015)
  3. Badische Zeitung, 18. November 2012, S. 30, Regio-Medien, ko: Großherzogin Luise von Baden - Die Mutter des Roten Kreuzes; Hinweis auf: Kurt Bickel: Luise von Baden - Die vergessene Mutter des Roten Kreuzes. DRK-Kreisverband Karlsruhe (Hrsg.). Karlsruhe 2011
  4. http://ka.stadtwiki.net/Badischer_Frauenverein
  5. http://www.drk.de/ueber-uns/geschichte/zeitleiste.html
  6. http://www.drk-baden.de/index.php?/was_wir_tun/sozialarbeit/migration_und_integration/gefo
  7. http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/behandeln-aber-nicht-abschieben--8307659.html

Weblinks[Bearbeiten]