Badme

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Badme
Badme (Eritrea)
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Koordinaten 14° 43′ N, 37° 48′ OKoordinaten: 14° 43′ N, 37° 48′ O
Basisdaten
Staat Eritrea

Provinz

Gash-Barka
Einwohner 1563 (2005)

Badme (Äthiopische Schrift: ባድመ[1] Badmä, arabisch بادمة) ist eine Stadt im Gebiet Yirga-Dreieck und war Brennpunkt eines Gebietsdisputs zwischen Eritrea und Äthiopien. Sie wurde sowohl von Eritrea als Teil der Gash-Barka-Region als auch (bis 2018) von Äthiopien als Teil der Mirabawi-Zone der Region Tigray beansprucht. Dieser Konflikt löste den Eritrea-Äthiopien-Krieg von 1998 bis 2000 wesentlich mit aus.

Der Zentralen Statistikagentur Äthiopiens (CSA) zufolge lebten im Jahr 2005 insgesamt 1563 Menschen in Badme, darunter 834 Männer und 729 Frauen.[1] Für 1994 bezifferte die CSA 892 Einwohner, davon 734 Tigray, einen Amharen und 157 eritreische Staatsangehörige.[2] Angaben von eritreischer Seite konnten bisher nicht gefunden werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Grenzverlauf zwischen den beiden Ländern wurde 1902 zwischen Äthiopien und Italien in einem Vertrag festgelegt. Eritrea war zu jener Zeit als Teil Italienisch-Ostafrikas italienische Kolonie (Colonia Eritrea). Allerdings wurde die Grenze um Badme damals schlecht definiert. Seit der Unabhängigkeit Eritreas 1993 streiten sich daher die beiden Staaten um deren genauen Verlauf. Im November 1977 übergab die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) – die seit 1991 als Teil der Koalition EPRDF Äthiopien regiert – Badme an die Eritreische Volksbefreiungsfront (EPLF), die heute als Volksfront für Demokratie und Gerechtigkeit (PFDJ) in Eritrea herrscht.[3]

Im Jahr 2000 unterzeichneten Eritrea und Äthiopien das Abkommen von Algier, in dem sie den Grenzkonflikt in die Hände einer Haager Grenzkommission geben. Beide Parteien kamen darin überein, sich den Weisungen der Kommission zu fügen. Die Kommission legte 2002 die Grenze fest und schlug dabei Badme Eritrea zu. Viele der Bewohner von Badme sehen sich jedoch noch als äthiopische Bürger.[4]

Die Sudan Tribune[5] berichtete, dass sich die Bewohner Badmes im Januar 2005 in Listen für die äthiopischen Wahlen eintrugen. Diese Berichte wurden jedoch durch andere Meldungen relativiert, wonach Äthiopien während der Verhandlungen in Den Haag hunderte Bürger nach Badme umsiedelte.[6]

Aktuelle Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz der ursprünglichen Übereinkunft, die Bestimmungen des Abkommens von Algier zu befolgen, verweigerte Äthiopien bis Juni 2018 einen Rückzug zur neuen, durch die Grenzkommission festgesetzten Grenze und wies damit deren Entscheidung zurück. Als Ergebnis dessen fanden sich Tausende vertriebene Menschen in Flüchtlingslagern wieder. Auch die Gefahr eines erneuten Kriegs bestand weiter fort.

Am 5. Juni 2018 erklärte die äthiopische Regierung, dass sie bereit sei, die Regelungen des Grenzabkommens von 2002 zu akzeptieren und diese umsetzen werde. Dazu gehöre auch die Übergabe von Badme an Eritrea.[7]

Weitere umstrittene Gebiete entlang der Grenze zwischen Eritrea und Äthiopien waren Tsorona und Zalambessa sowie Bure. Am 9. Juli 2018 wurde ein Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern geschlossen.[8]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b CSA 2005 Tabelle B.4 (Memento vom 8. Oktober 2008 im Internet Archive)
  2. Zentrale Statistikagentur: 1994 Population and Housing Census of Ethiopia: Results for Tigray Region, Vol. 1 (PDF; 87,4 MB), 1995 (S. 75)
  3. Daniel Kendie: The Five Dimensions of the Eritrean Conflict 1941-2004: Deciphering the Geo-Political Puzzle. Signature Book Printing, 2005, ISBN 1-932433-47-3.
  4. Badme: Village in no man's land. 22. April 2002, abgerufen am 31. August 2006.
  5. http://www.sudantribune.com/article.php3?id_article=7668 (Memento vom 16. Februar 2007 im Internet Archive)
  6. Border commission urges Ethiopia to remove new settlers from Eritrean land. 17. Juli 2002, abgerufen am 9. November 2006.
  7. Ethiopia 'accepts peace deal' to end Eritrea border war. BBC News, 5. Juni 2018, abgerufen am 6. Juni 2018 (englisch).
  8. Äthiopien und Eritrea schließen Frieden. Zeit online vom 9. Juli 2018

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]