Badonviller

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Badonviller
Wappen von Badonviller
Badonviller (Frankreich)
Badonviller
Region Lothringen
Département Meurthe-et-Moselle
Arrondissement Lunéville
Kanton Badonviller
Gemeindeverband Communauté de communes du Badonvillois.
Koordinaten 48° 30′ N, 6° 54′ O48.56.8930555555556334Koordinaten: 48° 30′ N, 6° 54′ O
Höhe 284–524 m
Fläche 21,95 km²
Einwohner 1.608 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 73 Einw./km²
Postleitzahl 54540
INSEE-Code
Website http://www.mairie-badonviller.com/

Place de la République

Badonviller (deutsch Badenweiler) ist eine französische Gemeinde mit 1608 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Meurthe-et-Moselle in der Region Lothringen. Sie gehört zur Communauté de communes du Badonvillois.

Wappen[Bearbeiten]

Zwei Lachse sind das Emblem der Familie Salm, aus dem Tal der Salm, einem der Nebenflüsse der Maas in den belgischen Ardennen. In rotem Felde zwei goldene, auswärts gekrümmte Salme, begleitet von sieben goldenen Kreuzen. Dieses Wappen führten die Grafen von Salm im Wasgau.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Badonviller liegt am westlichen Rand der Vogesen nahe der Grenze zum Département Vosges, etwa 15 Kilometer von Baccarat und 30 Kilometer von Lunéville entfernt. Der kleine Fluss Blette, ein Nebenfluss der Vezouze, durchquert den Ort.

Früheres Principauté Salm bzw. Fürstentum Salm (Salm-Salm) in den Vogesen (Salm-en-Vosge)[Bearbeiten]

Ein Fürstentum Salm bestand bereits im 17. und 18. Jahrhundert in den Vogesen. Wild- und Rheingraf Philipp Otto zu Salm wurde 1623 in den erblichen Reichsfürstenstand erhoben und somit erhielt die Grafenfamilie nunmehr als Fürsten zu Salm ab 1654 einen souveränen Fürstensitz und eine Virilstimme im Reichsfürstenrat. Trotz der Erhebung zum Fürstentum wurde das Land noch lange als Grafschaft Salm bezeichnet. Die Residenz des Fürstentums war bis 1751 das lothringische Badonviller (deutsch: Badenweiler; oft verwechselt mit dem badischen Badenweiler). Fürst Ludwig-Carl Otto von Salm-Salm (1721-1778) erwählte ab 1751 Senones zu seiner Residenz des Principauté Salm. Das Fürstentum Salm, das sich ab 1751 Fürstentum Salm-Salm nannte, war ab 1766 eine von Frankreich umgebene Exklave des Heiligen Römischen Reichs. Es ging nach der Französischen Revolution (1789) infolge französischer Eroberung und Annexion (Erster Koalitionskrieg 1793) als eigenständiges Herrschaftsgebiet unter. Im Frieden von Lunéville (1801) trat das Heilige Römische Reich Deutscher Nation alle linksrheinischen Länder an Frankreich ab. Bereits um 1790 verließ der letzte Fürst des Fürstentums Salm-Salm Konstantin Alexander Joseph zu Salm-Salm sein Stammland, das von der Revolution bedroht war, und wählte sich als Hauptresidenz fortan das Schloss Anholt in seiner westfälischen Herrschaft Anholt.

Geschichte[Bearbeiten]

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Gegründet in gallisch-römischer Zeit wurde der Ort im Jahre 1124 erstmals urkundlich als Baldovillare erwähnt. Dann Baltzweiler (1552), Pfaltzweiller (1665).
Im 13. Jahrhundert wurde er befestigt, die Festungsanlagen wurden allerdings während des Dreißigjährigen Krieges geschleift. Die Stadt war Residenz der Grafen Salm-en-Vosge und Hauptstadt des Fürstentums Salm bis 1751, als diese Funktionen nach Senones wanderten. Kurze Zeit später wurde das Fürstentum Teil des Herzogtums Lothringen und schließlich 1766 französisch. Der Ort wurde vor allem durch die Textilindustrie geprägt.

Soldatenfriedhof

Im Ersten Weltkrieg begannen hier in Badonviller erste kriegerische Auseinandersetzungen. Es trat das Infanterie-Leib-Regiment in Gefechtsstärke von 65 Offizieren und 2962 Mann (Stand: 7. August 1914) zunächst in der 1. Infanterie-Brigade (zusammen mit dem 1. Infanterie-Regiment „König“) in Frankreich als Teil der 6. Armee an, wobei das Regiment beim Sturmangriff auf Badonviller am 12. August 1914 die erste Schlacht zu bestehen hatte. Bei ca. 450 Mann eigenen Verlusten an Toten und Verwundeten brachte es 800 französische Gefangene und reiche Kriegsbeute ein. Nach den Gefechten bei Badonviller komponierte der Regimentskapellmeister Georg Fürst den Badonviller-Marsch, der in Deutschland als Badenweiler-Marsch bekannt wurde und als Hitlers Lieblingsmarsch heute von der Bundeswehr fast nicht mehr gespielt wird. Am 19. August 1914 traf der erste Ersatz in Stärke von zwei Offizieren und 432 Unteroffizieren bzw. Mannschaften ein. In der Schlacht von Péronne am 24. und 25. September 1914 endete der Vormarsch aufgrund heftiger französischer Gegenangriffe. Das Regiment hatte bis dahin schon über 1000 Mann verloren.

In Frankreich blieb die Schlacht ein Symbol für deutsche Gräuel. Der Ort wurde niedergebrannt, Zivilisten wurden erschossen oder als Gefangene nach Deutschland geschickt.[1]

Badonviller wurde auch im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Die 2. Französische Panzerdivision unter General Leclerc zog nach Straßburg und befreite dann am 17. November 1944 Badonviller unter dem Kommando von Oberstleutnant von The Horie.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Zahlreiche Wasserquellen und verschiedene alte Badehäuser
  • Die Kirche von St. Martin von Badonviller. Der ursprüngliche Kirchenbau im Stil Louis XVI wurde beschrieben als Little Saint Peter in Rom. Der königliche Chefingenieur François-Michel Lecreulx (1734-1812) errichtete 1787/88 den Bau. 9 Tage nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges, am 12. August 1914, brannte das Kirchengebäude während der Kämpfe vollständig aus. Bereits 1921 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Bald hatte St. Martin mit dem bemerkenswerten runden Glockenturm auch alle vier Glocken wieder. Die mächtigste Glocke namens Edith wiegt 2150 kg. Ihr Glockenschlag erinnert an Big Ben in London. Ihre Orgel ist eine Arbeit von Ernest Jacquot, Orgelbauer aus Rambervillers.
  • Burg Pierre-Percée (deutsch: Langstein oder Langenstein) ist eine Burgruine im Département Meurthe-et-Moselle in Frankreich.
  • Naturdenkmal Der nahegelegene Lac de Pierre-Percée ist ein Bergsee mit einer Fläche von 305 Hektar. Er liegt im Süden des Departements Meurthe-et-Moselle, 15 km von Baccarat und 70 km von Nancy. Sein Umriss in Form eines Ahornblatts und seine bewaldeten Ufer lassen ihn ein wenig fremdartig erscheinen.
  • Der Sherman-Panzer Mort-Homme von General Leclercs 2. Panzerdivision: Der Panzer wurde hier am 17. November 1944 beschädigt und ist seitdem in Badonviller ausgestellt.
Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 2143 2050 1920 1812 1660 1512 1588

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Der Astronom Charles Messier (1730–1817) und der Maler Jean Baptiste Claudot (1733–1805) sind die bekanntesten Söhne der Stadt.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Camille Maire: Le plus beau jour de toute la guerre. In: la Nouvelle revue Lorraine. Num. 1. 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Badonviller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien