Badonviller

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Badonviller
Wappen von Badonviller
Badonviller (Frankreich)
Badonviller
Region Lothringen
Département Meurthe-et-Moselle
Arrondissement Lunéville
Kanton Badonviller
Gemeindeverband Communauté de communes du Badonvillois.
Koordinaten 48° 30′ N, 6° 54′ O48.56.8930555555556334Koordinaten: 48° 30′ N, 6° 54′ O
Höhe 284–524 m
Fläche 21,95 km²
Einwohner 1.579 (1. Jan. 2012)
Bevölkerungsdichte 72 Einw./km²
Postleitzahl 54540
INSEE-Code
Website http://www.mairie-badonviller.com/

Place de la République

Badonviller (deutsch Badenweiler) ist eine französische Gemeinde mit 1579 Einwohnern (Stand 1. Januar 2012) im Département Meurthe-et-Moselle in der Region Lothringen. Sie gehört zur Communauté de communes du Badonvillois.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Badonviller liegt am westlichen Rand der Vogesen nahe der Grenze zum Département Vosges, etwa 15 Kilometer von Baccarat und 30 Kilometer von Lunéville entfernt. Der kleine Fluss Blette, ein Nebenfluss der Vezouze, durchquert den Ort.

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet in gallisch-römischer Zeit wurde der Ort im Jahre 1124 erstmals urkundlich als Baldovillare erwähnt. Dann Baltzweiler (1552) und Pfaltzweiller (1665).

Im 13. Jahrhundert wurde er befestigt, die Festungsanlagen wurden allerdings während des Dreißigjährigen Krieges geschleift. Die Stadt war Residenz der Grafen Salm-en-Vosge und Hauptstadt des Fürstentums Salm bis 1751, als diese Funktionen nach Senones wanderten. Kurze Zeit später wurde das Fürstentum Teil des Herzogtums Lothringen und schließlich 1766 französisch.

siehe auch: Fürstentum Salm-Salm 1623 bis 1793

Badonviller wurde vor allem durch die Textilindustrie geprägt.

Im Ersten Weltkrieg war Badonviller und seine Umgebung Kriegsschauplatz. Bei einem Sturmangrif auf die Stadt am 12. August 1914 wurden hunderte Soldaten auf beiden Seiten getötet. Der Ort wurde von den Deutschen niedergebrannt, Zivilisten wurden erschossen oder als Gefangene nach Deutschland geschickt.[1] Es folgten weitere Kämpfe in der Region.

In Frankreich waren die Geschehnisse in und um Badonviller ein Symbol für deutsche Gräuel.[2] Auf deutscher Seite komponierte der Regimentskapellmeister Georg Fürst den Badonviller-Marsch, welcher insbesondere in der Zeit des Nationalsozialismus sehr populär war.

Badonviller wurde auch im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Die Befreiung von der deutschen Besatzung erfolgte durch die 2. Französische Panzerdivision unter General Leclerc am 17. November 1944, nachdem zunächst Straßburg eingenommen worden war.

Wappen[Bearbeiten]

Das Stadtwappen trägt in rotem Felde zwei goldene, auswärts gekrümmte Salme, Emblem der Familie Salm, aus dem Tal der Salm, einem der Nebenflüsse der Maas in den belgischen Ardennen. Sie werden begleitet von sieben goldenen Kreuzen. Dieses Wappen führten die Grafen von Salm im Wasgau.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Soldatenfriedhof Badonviller
  • Zahlreiche Wasserquellen und verschiedene alte Badehäuser
  • Die Kirche von St. Martin von Badonviller. Der ursprüngliche Kirchenbau im Stil Louis XVI wurde beschrieben als Little Saint Peter in Rom. Der königliche Chefingenieur François-Michel Lecreulx (1734-1812) errichtete 1787/88 den Bau. 9 Tage nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges, am 12. August 1914, brannte das Kirchengebäude während der Kämpfe vollständig aus. Bereits 1921 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Bald hatte St. Martin mit dem bemerkenswerten runden Glockenturm auch alle vier Glocken wieder. Die mächtigste Glocke namens Edith wiegt 2150 kg. Ihr Glockenschlag erinnert an Big Ben in London. Ihre Orgel ist eine Arbeit von Ernest Jacquot, Orgelbauer aus Rambervillers.
  • Burg Pierre-Percée (deutsch: Langstein oder Langenstein) ist eine Burgruine im Département Meurthe-et-Moselle in Frankreich.
  • Naturdenkmal Der nahegelegene Lac de Pierre-Percée ist ein Bergsee mit einer Fläche von 305 Hektar. Er liegt im Süden des Departements Meurthe-et-Moselle, 15 km von Baccarat und 70 km von Nancy. Sein Umriss in Form eines Ahornblatts und seine bewaldeten Ufer lassen ihn ein wenig fremdartig erscheinen.
  • Der Sherman-Panzer Mort-Homme von General Leclercs 2. Panzerdivision: Der Panzer wurde hier am 17. November 1944 beschädigt und ist seitdem in Badonviller ausgestellt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 2143 2050 1920 1812 1660 1512 1588

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Der Astronom Charles Messier (1730–1817) und der Maler Jean Baptiste Claudot (1733–1805) sind die bekanntesten Söhne der Stadt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Badonviller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Camille Maire: Le plus beau jour de toute la guerre. In: la Nouvelle revue Lorraine. Num. 1. 2010.
  2. Camille Maire: Le plus beau jour de toute la guerre. In: la Nouvelle revue Lorraine. Num. 1. 2010.