Badonviller

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Badonviller
Wappen von Badonviller
Badonviller (Frankreich)
Badonviller
Region Grand Est
Département Meurthe-et-Moselle
Arrondissement Lunéville
Kanton Baccarat
Gemeindeverband Vezouze en Piémont
Koordinaten 48° 30′ N, 6° 54′ OKoordinaten: 48° 30′ N, 6° 54′ O
Höhe 284–524 m
Fläche 21,95 km2
Einwohner 1.554 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 71 Einw./km2
Postleitzahl 54540
INSEE-Code
Website http://www.mairie-badonviller.com/

Place de la République

Badonviller (deutsch Badenweiler) ist eine französische Gemeinde mit 1554 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Meurthe-et-Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Badonviller liegt am westlichen Rand der Vogesen nahe der Grenze zum Département Vosges, etwa 15 Kilometer von Baccarat und 30 Kilometer von Lunéville entfernt. Der kleine Fluss Blette, ein Nebenfluss der Vezouze, durchquert den Ort.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet in gallisch-römischer Zeit wurde der Ort im Jahre 1124 erstmals urkundlich als Baldovillare erwähnt. Dann Baltzweiler (1552) und Pfaltzweiller (1665).

Im 13. Jahrhundert wurde er befestigt, die Festungsanlagen wurden allerdings während des Dreißigjährigen Krieges geschleift. Die Stadt war Residenz der Grafen Salm-en-Vosge und Hauptstadt des Fürstentums Salm bis 1751, als diese Funktionen nach Senones wanderten. Kurze Zeit später wurde das Fürstentum Teil des Herzogtums Lothringen und schließlich 1766 französisch.

Badonviller wurde vor allem durch die Textilindustrie geprägt.

Im Ersten Weltkrieg war Badonviller und seine Umgebung Kriegsschauplatz. Bei einem Sturmangriff auf die Stadt am 12. August 1914 wurden hunderte Soldaten auf beiden Seiten getötet. Der Ort wurde von den Deutschen niedergebrannt, Zivilisten wurden erschossen oder als Gefangene nach Deutschland geschickt.[1] Es folgten weitere Kämpfe in der Region. In Frankreich waren die Geschehnisse in und um Badonviller ein Symbol für deutsche Gräuel.[2] 1918 erhielt die Gemeinde deshalb den Titel Cité martyre.

Auf deutscher Seite komponierte der Regimentskapellmeister Georg Fürst den Badonviller-Marsch, der in der Zeit des Nationalsozialismus sehr populär war.

Badonviller wurde auch im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Die Befreiung von der deutschen Besatzung erfolgte durch die französische 2. Panzerdivision unter Generalmajor Leclerc am 17. November 1944, nachdem zunächst Straßburg eingenommen worden war.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1962 2143
1968 2050
1975 1920
1982 1812
1990 1660
1999 1512
2007 1588

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtwappen trägt in rotem Felde zwei goldene, auswärts gekrümmte Salme, Emblem der Familie Salm, aus dem Tal der Salm, einem der Nebenflüsse der Maas in den belgischen Ardennen. Sie werden begleitet von sieben goldenen Kreuzen. Dieses Wappen führten die Grafen von Salm im Wasgau.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Soldatenfriedhof Badonviller
  • Zahlreiche Wasserquellen und verschiedene alte Badehäuser
  • Kirche St. Martin: Der ursprüngliche Kirchenbau im Stil Louis XVI. wurde beschrieben als Little Saint Peter in Rom. Der königliche Chefingenieur François-Michel Lecreulx (1734–1812) errichtete 1787/88 den Bau. Neun Tage nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges, am 12. August 1914, brannte das Kirchengebäude während der Kämpfe vollständig aus. Bereits 1921 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Bald hatte St. Martin mit dem bemerkenswerten runden Glockenturm auch alle vier Glocken wieder. Die mächtigste Glocke namens Edith wiegt 2150 kg. Ihr Glockenschlag erinnert an Big Ben in London. Ihre Orgel ist eine Arbeit von Ernest Jacquot, Orgelbauer aus Rambervillers.
  • Der Sherman-Panzer Mort-Homme von Leclercs 2. Panzerdivision: Der Panzer wurde hier am 17. November 1944 beschädigt und ist seitdem in Badonviller ausgestellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Astronom Charles Messier (1730–1817) und der Maler Jean Baptiste Claudot (1733–1805) sind die bekanntesten Söhne der Stadt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Badonviller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Camille Maire: Le plus beau jour de toute la guerre. In: la Nouvelle revue Lorraine. Num. 1. 2010.
  2. Camille Maire: Le plus beau jour de toute la guerre. In: la Nouvelle revue Lorraine. Num. 1. 2010.