Badra

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Badra
Wappen von Badra
Koordinaten: 51° 24′ 26″ N, 10° 58′ 17″ O
Höhe: 225 m ü. NN
Fläche: 13,99 km²
Einwohner: 569 (31. Dez. 2011)
Bevölkerungsdichte: 41 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 2012
Postleitzahl: 99707
Vorwahl: 03632
Karte
Lage des Ortsteils in Kyffhäuserland
Heiliggeist-Kirche in Badra (2014)
Heiliggeist-Kirche in Badra (2014)

Badra ist ein Ortsteil der Gemeinde Kyffhäuserland im thüringischen Kyffhäuserkreis.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Badra liegt etwa fünf Kilometer westlich des Kyffhäusers an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt. Die Kreisstadt Sondershausen liegt etwa sieben Kilometer südwestlich von Badra. Der Ort ist vom Naturpark Kyffhäuser umgeben. Durch den Ort fließt der Badraer Bach. Zu Badra gehört das Gehöft Schersen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Badra wurde als sächsisches Pfalzgut Heinrichs des Löwen im Mai 1197 erstmals urkundlich erwähnt.[1] Der Ort war seit 1356 im Besitz des Hauses Schwarzburg. Die Kirche in Badra wurde im Jahr 1721 erbaut. Bis 1918 gehörte der Ort zur Unterherrschaft des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen.

Das seit 1928 bestehende Naturschutzgebiet „Badraer Schweiz“ zeigt eine schützenswerte Steppenflora.

Der Ort wurde um den 11. April 1945 von US-Truppen besetzt und Anfang Juli, wie ganz Thüringen, an die Rote Armee übergeben.

Am 31. Dezember 2012 schloss sich die Gemeinde Badra mit weiteren Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Kyffhäuser zur Gemeinde Kyffhäuserland zusammen.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Badra (31. Dezember):

  • 1994 - 632
  • 1995 - 632
  • 1996 - 620
  • 1997 - 623
  • 1998 - 627
  • 1999 - 623
  • 2000 - 640
  • 2001 - 635
  • 2002 - 627
  • 2003 - 626
  • 2004 - 614
  • 2005 - 613
  • 2006 - 618
  • 2007 - 610
  • 2008 - 606
  • 2009 - 592
  • 2010 - 576
  • 2011 - 560
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Grenzsteine aus der Region (2014)
  • die evangelische Pfarrkirche St. Spiritus ist eine barocke Saalkirche mit einem Südturm. Die unteren Turmgeschosse stammen vom Vorgängerbau, die Kirche wurde 1721 neu errichtet. Die letzte Sanierung der Kirche erfolgte 1999.[3]
  • die nach der Wende errichtete Gedenkstätte an die Weltkriegsopfer auf dem Friedhof
  • das Pfarrhaus
  • das leerstehende Gutshaus
  • eine Sammlung historischer Grenzsteine aus dem 19. Jahrhundert vor dem Landgasthaus
  • der Stausee Kelbra ist ein Rückhaltebecken, er reicht bis in die Flur Badra
  • das Bodendenkmal Numburg auf dem Schlossberg (251 m NN) befindet sich am Südrand des Rückhaltebeckens Kelbra. Auf dem Gipshügel stand eine frühmittelalterliche Burg. Gegen Süden war sie von einem geradlinigen Wall geschützt. Die Anlage reichte bis zum Hangabfall nach dem Helmetal (jetzt Stausee). Die Befestigungsanlage barg im Spätmittelalter noch eine Kirche von der noch einige Mauerreste erhalten blieben.[4]

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Badraer Schweiz
  • Der „Blaue Stein“ ist ein auffälliger eiszeitlicher Findling, der nach Meinung von Geologen aus Schweden stammt.
  • Nördlich von Badra befindet sich das Naturschutzgebiet Badraer Schweiz, ein Teil des Geoparks Kyffhäuser. Zu den Besonderheiten dieses Karsts des Zechsteins gehört das am Nordrand aktive Erdfallgebiet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in der DDR-Zeit war der Stausee Kelbra ein beliebtes Ausflugsziel, er dient auch als Wasserreservoir.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Badra führt die Landesstraße von Sondershausen nach Kelbra.

Söhne von Badra[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Badra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Otto Dobenecker (Bearb. und Hg.): Regesta diplomatica necnon epistolaria historiae Thuringiae (1152 1210). Band 2 Teil 1. Fischer, Jena 1898. Nr. 1053
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2012
  3. Ingrid Scheuermann, Katja Hofmann: Förderprojekte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Hrsg.: Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Band 1 (Sakralbauten). Monumente, Bonn 2012, ISBN 3-935208-10-3, S. 313.
  4. Wolfgang Timpel und Peter Sieber: Burgen - Gräber - Alte Kreuze. Ur- und frühgeschichtliche Bodendenkmale in Thüringen. Hrsg. Günter Behm-Blancke. Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens. Weimar 1974.