Bagaroua

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Landgemeinde Bagaroua
Landgemeinde Bagaroua (Niger)
Landgemeinde Bagaroua
Landgemeinde Bagaroua
Koordinaten 14° 38′ N, 4° 21′ O14.6361111111114.3488888888889Koordinaten: 14° 38′ N, 4° 21′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Tahoua
Departement Bagaroua
Einwohner 72.293 (2012)
Politik
Bürgermeister Maman Chékaraou (2004)
Partei PNDS-Tarayya

Bagaroua (auch: Bagaraoua) ist eine Landgemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Departements Bagaroua in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Bagaroua liegt in der südlichen Sahelzone. Die Nachbargemeinden sind Tébaram im Norden, Bambeye im Nordosten, Illéla im Osten, Alléla im Süden, Dogonkiria im Westen und Kourfeye Centre im Nordwesten. Das Gemeindegebiet ist in 37 administrative Dörfer, zwei traditionelle Dörfer, 75 Weiler, ein Lager und eine Wasserstelle gegliedert.[1] Der Hauptort der Landgemeinde ist das administrative Dorf Bagaroua.[2] Im Gemeindegebiet von Bagaroua befinden sich die Feuchtgebiete der mare de Dan Doutchi, die 2005 zu einem 25.366 Hektar großen Ramsar-Gebiet erklärt wurden.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Bagaroua ist ein Hausa-Wort und bedeutet „Akazie“. Im Ort wurde 1970 ein Verwaltungsposten (poste administratif) eingerichtet, eine von einem chef de poste administratif geleitete untere Verwaltungseinheit.[4] Die Landgemeinde Bagaroua wurde 2002 im Zuge einer landesweiten Verwaltungsreform aus dem Kanton Illéla/Tajaé herausgelöst. Bei der Flutkatastrophe in West- und Zentralafrika 2010 wurden 8596 Einwohner von Bagaroua als Katastrophenopfer eingestuft, so viele wie in sonst keiner Gemeinde in der Region Tahoua.[5] Der Verwaltungsposten von Bagaroua wurde 2011 aus dem Departement Illéla herausgelöst und zum Departement Bagaroua erhoben.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Bagaroua 45.112 Einwohner.[7] Bei der Volkszählung 2012 betrug die Einwohnerzahl 72.293.[8]

Politik[Bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen im Juli 2004 wurde Maman Chékaraou (PNDS-Tarayya) zum Bürgermeister gewählt.[9] Am 15. April 2010 ernannte der Ministerrat Garba Fodi zum Administrator (Administrateur Délégué) der Gemeinde und Boubacar Mahamadou Maïga zum Leiter des Verwaltungspostens (Chef de poste administratif) von Bagaroua.[10]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt überwiegend in einem Gebiet, in dem der Regenfeldbau vorherrschend ist. Im Nordwesten beginnt die Zone des Agropastoralismus, im Südosten die Zone der Bewässerungsfeldwirtschaft.[11] In Bagaroua befindet sich ein bedeutender Markt für den Handel mit Augenbohnen und Getreide.[12] Die Gemeinde ist über die Nationalstraße 15 mit der Departementshauptstadt Illéla verbunden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  2. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  3. The List of Wetlands of International Importance (PDF; 928 kB). Website des Büros der Ramsar-Konvention, veröffentlicht am 20. Januar 2011, abgerufen am 25. Januar 2012.
  4.  Frédéric Giraut: Retour du refoulé et effet chef-lieu. Analyse d’une refonte politico-administrative virtuelle au Niger. PRODIG, Paris 1999, ISBN 2-901560-38-5, S. 35 (PDF-Datei, abgerufen am 17. August 2013).
  5. Situation des besoins des populations victimes d’inondations (2010). Website des Centre d’Information et de Communication, veröffentlicht am 23. September 2010, abgerufen am 31. März 2012.
  6.  Une nouvelle loi sur le redécoupage administratif. In: L’Arbre à Palabres. Nr. 13, 11. August 2011, S. 2 (PDF-Datei, abgerufen am 28. Januar 2014).
  7. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 55.
  8. Présentation des résultats globaux définitifs du Quatrième (4ème) Recensement Général de la Population et de l’Habitat (RGP/H) de 2012. Institut National de la Statistique, 2014, abgerufen am 1. Mai 2014 (PDF-Datei, französisch).
  9. Maires du PNDS (PDF; 25 kB). Website des PNDS-Tarayya, abgerufen am 6. Oktober 2012.
  10. Conseil des ministres du Niger du 15 avril 2010. Website Temoust.org, veröffentlicht am 16. April 2010, abgerufen am 6. Oktober 2012.
  11. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version; PDF; 2,6 MB), S. 8.
  12. Livelihoods Zoning “Plus” Activity In Niger (PDF; 2,5 MB). S. 27, Website des Famine Early Warning Systems Network, veröffentlicht im August 2011, abgerufen am 19. Januar 2012.