Bagger-, Bugsier- und Bergungsreederei Rostock

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VEB Bagger-, Bugsier- und Bergungsreederei Rostock (BBB)
Rechtsform Volkseigener Betrieb
Gründung 1. Januar 1970
Auflösung 1993
Auflösungsgrund Insolvenz
Sitz Rostock, Deutschland
Mitarbeiterzahl
  • etwa 2500 (bis 1990)
  • etwa 900 (1992)
Branche Reederei
Lotsenboot der BBB vor dem Betriebsgebäude im Rostocker Überseehafen
Lotsenboot im Rostocker Hafen
Tankreinigungsschiff

Der VEB Bagger-, Bugsier- und Bergungsreederei Rostock (BBB) war eine Reederei in der DDR, die auf technische Dienstleistungen der Seeverkehrswirtschaft spezialisiert war. Zum Aufgabenbereich der BBB gehörten Lotsungen, Seeschlepp- und Eisbrecherdienste sowie Bergungen und Hilfeleistungen bei Havarien. In den Seehäfen der DDR war die BBB für Tankreinigungen und Bilgenentölungen zuständig. Sie führte sämtliche Nassbagger- und Aufspülungsarbeiten für Verkehrswasserbau und Küstenschutz sowie Seekabelverlegungen durch. Weiterhin gehörten Taucherarbeiten, Spezialvermessungen und die Kompensation von Kompassen und Funkbeschickung zum Aufgabenbereich. Daneben lieferte die BBB Kies aus der Ostsee für die DDR-Bauwirtschaft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Volkseigene Betrieb wurde zum 1. Januar 1970 aus dem VEB Deutsche Seebaggerei Rostock (DSB) und dem VEB Lotsen-, Bugsier- und Bergungsdienst (LBB) gegründet. Ab 1974 gehörte der VEB BBB zum VEB Kombinat Seeverkehr und Hafenwirtschaft. Zum Stammpersonal gehörten bis 1990 ungefähr 2500 Beschäftigte. Die unter anderem aus Seeschleppern, Eisbrechern wie der Stephan Jantzen, Bergungsschiffen, Lotsenbooten, Baggerschiffen und Motorklappschuten bestehende Technische Flotte umfasste mehr als 130 Schiffe.[1]

Die Treuhandanstalt wandelte 1990 den VEB BBB in eine GmbH um, die an die niederländische Jan-Zwagermann-Gruppe verkauft wurde. 1992 ging die GmbH, die zu dieser Zeit noch etwa 900 Arbeitnehmer hatte, in Insolvenz. Zwagermann wurde 1994 wegen Betrugs zu einer Haftstrafe verurteilt.[2] Der Bereich Schlepper- und Lotsenversatzdienst wurde 1993 an die Hamburger Fairplay Schleppdampfschiffs-Reederei Richard Borchard GmbH verkauft. Diese führte das Namenskürzel BBB sowie das Zahnrad im Firmenlogo der BBB Schlepp- und Hafendienste GmbH weiter.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bagger-, Bugsier- und Bergungsreederei, VEB. In: BI-Taschenlexikon Schiffbau Schiffahrt. 2. Auflage. VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1982, S. 24–25.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bagger-, Bugsier- und Bergungsreederei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b BBB - Rostock - Geschichte. BBB Schlepp- und Hafendienst GmbH, abgerufen am 10. September 2009.
  2. Urteil im Reederei-Prozeß: Sechs Jahre Haft. In: Berliner Zeitung, 25. Mai 1994